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minraise blog

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/Feb/2009

Über die hohe Kunst, einen Drilling zu spielen

Von: minraise @ 14:10 (CET) / 9096 / Kommentar ( 184 )

Eigentlich wollte ich ja mit Induktion (3) weitermachen, habe aber dann heute irgendwie den Drang verspürt, nach dem gestrigen Tag einen kurzen Blogeintrag über ein weiteres Live Cashgame zu verfassen bevor es Induktion (3) gibt. Der Titel sagt das Thema schon grob an, es geht um folgende Situation, und Ihr kennt sie sicherlich alle: 

<font size="5">DSCHIIIIIING!  </font>

Wir limpen mit einer Hand wie , oder checken im Big Blind mit , und DSCHHHIIIIING, der Flop gibt uns einen Traumausblick auf unsere Trips mit . Im ersten Augenblick sehen wir schon direkt die $$$ Zeichen einer einarmigen Banditen-Rolle in unseren Pupillen rotieren, und dann, vor lauter innerlicher Euphorie begehen wir unglaublich grundlegende Fehler. Entweder checken wir Trips auf einem sehr drawlastigen Board direkt intuitiv, um zu slowplayen, obwohl die Gefahr des ankommenden Flushs schon drohend über uns hängt, oder wir setzen einfach drauf los, denken nicht weiter nach und dann....bekommen wir Action. YIPPIE! Action ist ja genau das was wir wollten. Nicht? Dann schauen wir noch eimal genauer aufs Board und stellen ernüchtert fest: Der Flush kam soeben an. Unser Kicker ist ziemlich "bescheiden". Ein Gutshot ist auch möglich...Mmh, eigentlich wollen wir doch keine Action mehr. Aber folden? Trips folden? Obwohl wir uns anfänglich so über unsere schöne Hand und die Vorstellung von immensem Payoff gefreut haben, sehen wir unsere $$$ langsam dahinschwinden. Wie spielen wir also einen Drilling richtig? Von welchen Händen können wir generell Payoff erwarten? Letztes Jahr in Vegas habe ich am Cashgame Tisch in genau so einer Situation teuer mit der falschen Entscheidung bezahlt:

Ich limpte mit hinter einer Armada von Limpern und wir sahen einen Flop. Der Big Blind war sehr tight und setzte sofort mit 10$ in den Pot. Da ich mir sicher war, dass er aus dem Blind heraus in einem gelimpten Pot die übrig geblieben in der Hand hielt, raiste ich sofort auf 35$, um ihn dazu zu bewegen, am Flop seine Chips zu investieren, da jede Turn oder River Karte ja auch sein Kicker sein könnte. Er zahlte nur, und auf die am Turn sah ich mich nach einem Check seinerseits immer noch mit Top Trips, Top Kicker Meilen vorn, vor allem weil auch noch ein möglicher Flushdraw lag. Ich setzte also, er schob All-In, ich zahlte und er zeigt mir tatsächlich . Hätte ich da rauskommen können? Ich weiss es immer noch nicht! Und so war es auch in der gestrigen Live Cashgame Partie.

<font size="5">Das Cashgame </font>

Eigentlich sollte der Tag ein Ausflug ins Casino Venlo bieten - wir wollten uns für ein 50 Mann Freezeout Turnier anmelden und anschliessend oder vorher bzw. nach Ausscheiden Cashgame spielen. Da ich selbst noch bis 5 Uhr nachmittags zu tun hatte, konnten wir uns erst um 5 ins Auto setzen. Auf dem Weg rief mein Homegame Kollege Daniel direkt beim Brush (so heissen in den Holland Casinos die Floor Manager, ausgesprochen "Brüsch") an und bekam direkt zu hören, dass fast alle Plätze bereits belegt waren. Auf Gut Glück wollten wir daher nicht 1 Stunde Autofahrt in Kauf nehmen, nur um uns nachher mit Cashgame zu begnügen. Denn das konnten wir auch in einer netten, heimelichen Atmosphäre ohne weite Anfahrt haben an diesem Abend. So entschieden wir uns also spontan, an einem Live Homegame teilzunehmen. Die Stakes entsprachen auch unserer Comfort Zone, die wir für diesen Abend ursprünglich eingeplant hatten.

Fullring, 10-handed. Meine Spezialität...natürlich nicht :) Naja, immerhin wollte ich mir heute Mühe geben, nicht allzu gelangweilt auf Karten zu warten, oder umgekehrt wie wild zu viele Hände aus Langeweile spielen, sondern einfach den Abend zu geniessen und ein bisschen Spaß am Spiel oder der Kommunikation zu finden. So lief das ganze dann auch entsprechend gut, denn mit einer Einstellung ohne viel Erwartungsdruck läuft man häufig einfach sehr gut und die Karten sind einem wohlgesonnen. Ich habe Euch als Entspannung für das lesende Auge die beiden wichtigen Hände im Replayer aufbereitet. In einer der ersten Hände konnte ich meinen Stack verdoppeln (Der Minraise aus UTG ist übrigens ein Live Straddle auf 2$!)

[replayer hand=106695]

Ich habe mich am Flop nur für einen Call entschieden. Mein Image zu diesem Zeitpunkt war extrem tight, und ich war mir sicher, ich würde wenig Calls sogar von Flush- und/oder Straightdraws bekommen. Action würden mir womöglich nur oder bei meinem Image geben, und da wollte ich meine Hand erstmal durch ein potentielles Boat (Full House) am Turn oder River absichern. Gleichzeitig lud der Call von mir die Spieler hinter mir ein, um den Pot und die mögliche Action auf ein Full House am Turn oder River bei mir zu vergrößern. Payoff gab mir letztendlich eine , leider muckte Villain seine Karten am River, nachdem er lange über einen Call nachgedacht hatte.

So weit so gut, in den folgenden Orbits bekam ich auch noch einmal und , beide aber nur gut genug, einen paar Big Blinds vor und am Flop mitzunehmen. Genau so viele BBs wie ich damit gewann, verlor ich dann durch ein paar Preflop Raises und Calls mit Händen, die nach dem Flop ins Leere griffen. Ich scherzte dann mit einem relativ tighten Spieler rechts neben mir ein bisschen herum, bis es zu folgender Hand zwischen ihm und mir kam:

[replayer hand=106690]

Ich pausiere mal am Turn, damit wir diesmal hoffentlich ein sinnvolleres Hold Em or Fold Em spielen können, als in Induktion (1) :) Sammeln wir erst einmal wichtige Informationen: Villain ist uns quasi unebekannt, wir haben ihn aber als tight empfunden. Jetzt sieht sein Turn Play natürlich extrem stark aus. Zu bemerken ist noch, dass ich mit diesem Spieler am Flop bereits darum gescherzt hatte, wer von uns beiden denn "auf Farbe" (Flushdraw) spiele. Er lachte nur und sagte: "Also ich spiele schonmal nicht auf Farbe, sowas mache ich nicht!". Was tut unser Hero nun? Callen und auch den River callen, wenn er noch einmal setzt? Raisen und sein All-In zahlen?

Dann hoffe ich mal auf Eure rege Beteiligung und Diskussion in den Kommentaren, und wie Ihr denkt, solche "Drillinge" optimal zu spielen sind. Weiter geht es dann mit der Auflösung der Hand und Inudktion (3) nächste Woche :)

Bis dahin, und viel Glück an den Tischen!

Euer Flix

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