javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

minraise blog

minraise blog
Send PM

Viele von Euch haben mich bereits letzte Woche darauf hingewiesen, dass ich die Auflösung zum aller ersten Teil aus der "Über die hohe Kunst,..." Reihe noch gar nicht erbracht habe. Die will ich natürlich zunächst noch nachreichen, bevor wir wieder in medias res gehen und uns mit dem Spielen starker Draws beschäftigen.

***

Zur Hand: Ich bezahlte seinen Checkraise nur, da ich mich, wie viele Intelli User in den Kommentaren richtig festgestellt hatten, in einer way ahead/way behind Situation befand - Entweder hält er eine bessere oder sogar bereits ein Fullhouse, oder er hält eine schlechtere . In diesem Fall erschien es mir also die beste Lösung, ohne einen extrem klaren "Soul Read" (perfekten Read) auf einen günstigen bzw. am besten freien Showdown und eine freie Karte auf ein mögliches Fullhouse hoffte (dass er mir sicherlich ausbezahlen würde, wenn er tatsächlich die bessere halten sollte - Implied Odds waren also vorhanden). Ich zahlte also den Check/Raise nach, der River brachte den . Nachdem er zu mir checkte, überlegte ich noch kurz, ob ich ihn von einer besseren mit einem Bluff bewegen könnte, da er vielleicht noch viele bessere 7er gegen einen Bet weglegt und mir den Flush gibt - nicht umsonst das ganze Gerede über "Spielst du auf Farbe?" - "Ich spiel nicht auf Farbe". Ich entschied mich aber letztendlich dagegen, da ich gegen viele bisher bluffende oder fälschlicherweise valuebettende Hände den Showdown sehen und auch gewinnen konnte. Der Gegner hielt - nicht so leicht zu erkennen, da er den Small Blind nur aufgefüllt hat und damit einige wilde Kartencombos in seiner Range haben kann, die er als Raiser oder Caller eines Raises üblicherweise nicht spielt. Insgesamt also eine verzwickte Lage. Mit einem perfekten Read kann man sicherlich den Turn schon folden, weil man auf einen Nicht-Herz River oftmals noch einen Riverbet zahlen muss, nur um zu sehen, dass man sowieso die ganze Zeit hinten lag. Ich denke aber nach wie vor, dass sowohl Implied Odds als auch die Wahrscheinlichkeit, dass man dennoch vorn liegt oder immerhin den Pot splittet, tippen die Entscheidung in Richtung Call am Turn. Drillinge sind eben nicht leicht zu spielen und man kann sich nur schwerlich trennen. Genauso sieht es mit den starken Draws aus, und damit zur heutigen Hand:

<font size="5">Hand 2 - Alles, nur kein Set!</font>

<font size="5"><font size="3">In der Nachschau ist man natürlich immer schlauer. Man kann Poker spielen und ständig den worst case annehmen. Oder man spielt gegen Ranges, also ganze Paletten von möglichen Fällen, und nimmt dabei in Kauf, dass man eben manchmal den Extremalfall zu spüren bekommt. So auch in dieser Hand: </font></font>

<font size="3">[replayer hand=108954]  </font><font size="5"><font size="3">
</font></font>

<font size="5"><font size="3">Mein Gegner ist von der tight aggressiven Sorte und spielt einen ähnlichen Stil wie ich, er öffnet aus erster Position also auch in der Regel dieselben Handkategorien, die ich eröffnen würde. Vielleicht hier und da ein paar weniger und ein mehr, oder auch mal zum Mischen ein paar schwächere Hände. Der Kern der UTG Range liegt aber bei bis sowie bis und , maximal noch . Und gegen genau diese Range wollte ich in dieser Hand meine Spielweise ausrichten. Preflop zu reraisen ist hier sicherlich eine Option, das Problem ernsteht aber dann, wenn wir gecallt, oder schimmer noch, gereraist werden. Denn dann sind wir mit Sicherheit dominiert/geschlagen und oft steht dabei unser Stack auf dem Spiel. Ein Call hat hingegen die folgenden Vorteile:
</font></font>

  • <font size="5"><font size="3">die Hand ist gut versteckt</font></font>
  • <font size="5"><font size="3">der Gegner behält Hände, gegen die wir gut da stehen - , kleine Paare,
    </font></font>
  • <font size="5"><font size="3">wir haben eine gute Position relativ zum Raiser postflop</font></font>
  • <font size="5"><font size="3">wir könnten den schwachen Spieler aus dem Small Blind dazu einladen, in die Hand einzusteigen</font></font>

Der Flop bringt mir nun also den Nutflushdraw und zwei Overcards. Ein in der Regel extrem starker Draw. Und auch hier kommt sofort der theoretische Hintergrund wie ein Blitz in den Kopf geschossen: Gegen jede der Hände, die nur Top Pair oder ein Underpair gemacht haben, spielen wir quasi einen Coinflip, wenn das Geld in die Mitte gehen sollte am Flop. Mit ein bisschen Foldequity also klar +EV hier aggressiv für den ganzen Stack zu spielen. I'm All-In, sagt mir mein Kopf. Dabei vernachlässige ich aber alle weiteren Optionen und Möglichkeiten.

Wenn ich hier raise, wie in der Hand geschehen, erzeuge ich natürlich Foldequity auf Hände wie einen oder auch ein Overpair, vielleicht legt er diese hier auch ab und an weg. Reraisen wird der Gegner aber an dieser Stelle normalerweise nur mit Händen, die mich aktuell schlagen, sprich und die Overpairs, sowie die drei möglichen Sets. Theoretisch legt mein Gegner viele Hände weg (kleine und mittlere Paare unter dem ohne ein Set, , andere und ) - Sicher ist nur eins: Wenn das Geld in die Mitte geht brauche ich Hilfe.

Und hier liegt die Frage der Serie: Muss man jeden starken Draw immer gleich fast forward zum All-In am Flop spielen? Sicherlich macht man dabei auf lange Sicht niemals eine schlechte Entscheidung, aber ist sie auch die profitabelste? Gibt es eine bessere Möglichkeit? Im Nachhinein war meine Überlegung: Wenn ich ein Set hätte, würde ich hier eventuell nicht ganz so aggressiv spielen. Ich bin immer noch zu keinem endgültigen Schluss gekommen, und ich sehe beispielsweise auch nicht, wie ich auf die Turn Karte - sollte ich denn am Flop nur gecallt haben - von der Hand hätte wegkommen können. So kann das Geld also genausogut am Flop in die Mitte wandern und mit ein bisschen Foldequity hätten wir einen profitablen Spielzug. Wichtig ist mir immer nur, dass ich nicht automatisch jede Hand nach Schema F beurteile a la "Ich hab Combodraw - Ich bin All-In". In der Nachbereitung einer Session finde ich dann immer wieder Hände wie diese oder die Hand aus Teil 1, bei denen ich mir überlege, ob es eine alternativem profitablere Spielweise existiert und wenn ja, wie diese aussieht. Wie seht Ihr das?

Wie die Reihe "Über die hohe Kunst,..." weitergeht, habe ich noch nicht fest entschieden, aber seid gespannt. Nächste Woche habe ich erstmal einen Bericht von Christophers "Gefallener" und meinem Road Trip zu den VIP Days nach Venlo für Euch, und danach geht es mit einer neuen Idee von mir weiter, die ich schon im letzten Teil angekündigt hatte. Bis dahin erst einmal viel Glück und viele profitable Entscheidungen mit Euren starken Draws,

Euer

Flix

<font size="5"></font>

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/beliebt/
Hand der Woche – Ace Jack suit... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um Ass-Bube suited ( ...
Mehr