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/Okt/2008

Valuebetting

Von: minraise @ 23:01 (CEST) / 180 / Kommentar ( 76 )

Hi Leute,

als Einschub zwischen dem letzten und dem morgigen 6 Max Training - NL100 für die fortgeschrittenen SH Liebhaber unter euch, aber ich versuche wie immer meine Erklärungen auch an die Beginner und Wechsler vom Fullring anzupassen - ein kruzer Rückblick auf eine Hand und ein damit verbundenes wichtiges Konzept, gerade auf den Mikrolimits. Wenn ich mit Schülern spreche oder in Foren lese, stößt mir immer wieder der Spruch folgender Art übel auf:

"Was soll ich denn noch viel betten? Die Idioten callen doch eh alles runter und basteln sich noch 'ne Straße gegen meine Asse!" 

Richtig. Die Jungs auf den Mikros callen alles. Basteln sich ne Straße hier, nen Flush da, Runner Runner Fullhouse, treffen ihren Kicker, verhöhnen eure Asse, Könige, Sets und Two Pair mit unglaublichen Suckouts und lachen euch womöglich noch obendrein aus. Aber diese Jungs sind es, die Poker profitabel machen. Klar, das habt ihr sicher auch schon hundert Mal gehört. Aber wenn IHR aufhört, for value zu betten und diesen Jungs nicht immer und immer wieder die Möglichkeit geben könnt, etwas falsch zu machen, dann werdet ihr auch nicht gewinnen. Einfache Beispielkette: Ich raise aus UTG, der Tablefisch callt und ich bette den Flop, er callt mich hier und am Turn, und raist All-In auf dem River. Ich calle und er zeigt . Selbe Hand, anderer Fisch, River ist , ich bette, der Fisch raist All-In, und ich folde diesmal, da ich schlauer geworden bin. Aber innerlich natürlich sauer, dass ich jetzt schon zweimal mit Assen gegen den Fisch verloren hab. Der Fisch zeigt stolz seinen Flush mit . Ich klopfe auf den Tisch. Ich könnte mir jetzt denken: Was bette ich überhaupt noch? Er trifft eh irgendwas, das mich schlägt, und ich muss die Hand aufgeben. Das sind die irrationalen Gedanken, die sich durch die manchmal scheinbar unseren rationalen Gedanken widersprechenden Ergebnisse beim Poker ergeben. Rational gesehen trifft der Fisch seinen Flush aber niemals öfter als jedes dritte Mal. Mathematisch heisst das: Er gewinnt 1 von 3 Malen meine Preflop/Flop/Turn/Riverbets, 2 von 3 Malen gewinne ich diese (eventuell minus der Riverbet, wenn er nicht gerade ein Paar gemacht hat, oder wir checken und ihn bluffen lassen). Eindeutig profitabel. Meine Aufgabe ist es nur, wegzulegen, wenn ich geschlagen bin.  Also warum jammern? Valuebetten!

Die Hand vom letzten NL5 6 Max Coaching ist folgende:

[replayer hand=102983 big,frame]

Wir halten ein mittelstarkes Ass und isolieren einen Limper vor uns mit mehr als einem 100BB Stack. Unsere Hand ist nach einem Limp Shorthanded sicherlich sehr gut geeignet für einen Raise und wir haben die absolute Position. Der Flop gibt uns Top Pair Medium Kicker und wir betten for value. Gegen Gutshots zum Wheel, gegen schwächere Asse, gegen schwächere Paare (die auf den Mirkolimits ebenfalls öfter runtergecallt werden). Der Turn bringt eine . Wir nehmen aufgrund des Calls unseres Gegners an, dass er nicht sonderlich stark sein kann, und die Dame verändert unsere Situation nicht. Klarer Bet nach seinem Check zu uns. Am River kommt nun ein mögliches Wheel an, und auch hätte nun Two Pair. Dennoch haben wir auch hier einen klaren Valuebet: Unser Gegner hat in der Hand bisher keinerlei Stärke bewiesen und angezeigt, dass er ein Ass unbedingt schlagen kann. Viele Hände wie ein Paar unter dem Ass, Asse mit Kickern von bis sowie eine aufgegabelte Dame können uns noch ausbezahlen. Nach unserem Valuebet werden wir nun All-In geraist, und das ist der entscheidende Punkt für uns zu erkennen, dass wir falsch gelegen haben. Konnten wir aber auch erst jetzt erkennen, da unser Gegner out of position bislang keine wahre Stärke demonstriert hat. Wichtig is nun, dass wir tatsächlich folden, denn den grössten Fehler, den wir nun machen könnten, ist unter diesen Umständen die bessere Hand auszubezahlen. Wir haben alles richtig gemacht, wir waren zwar die ganze Zeit über geschlagen, konnten dies aber erst jetzt herausfinden. Einen kleinen Pot zu spielen könnte nun die mögliche Devise für die Zukunft sein, gerade mit . Aber im Grunde sehen wir auf den Mirkos tagtäglich, wie 70% der Spieler jeden getroffenen Teil vom Flop zum Showdown bringen. Klar, manchmal gabeln Sie auf dem Weg dahin ihren Kicker auf, oder treffen eins ihrer miracle Outs. Aber wir dürfen nie unsere Aufgaben aus den Augen verlieren, ungetrübt von den Ergebnissen: Valuebetten, bis wir auf Gegenwehr stoßen, und weglegen, wenn es offenkundig ist, dass wir geschlagen sind.

Das war mein Wort zum Mittwoch :) Freue mich aufs Training morgen,

Bis dahin,

Flix 

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