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minraise blog

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/Nov/2010

Venetian Deepstack Events - Hand für Hand (1)

Von: minraise @ 08:28 (CET) / 3 / Kommentar ( 3 )

Da ich eh gerade noch mitten im Jetlag stecke und die NL200 Tische auf Stars gerade ausnahmsweise nicht das gelbe vom Ei sind um diese Uhrzeit, haue ich mal in die Tasten und reiche euch die beiden versprochenen Reports von meinen Venetian Deepstack Extravaganza Live Turnieren nach.

Ihr kennt mich ja nun als reinen Cashgame Spieler/Coach, dem immer ein wenig das Herz geblutet hat, wenn er in einem Turnier a) keine 100bb+ Stacks mehr spielen oder b) aus einem Turnier rausflog und keine Chips mehr nachkaufen konnte. Ich gebe zu, für Turniere habe ich nie wirklich gebrannt, auch wenn sie immer so ein "Must-play to get rich" Flare umgab. Die Deepstack Extravaganza hat meine Meinung gegenüber Turnieren um 180 Grad gedreht. Das übliche "You better be good at flipping.", "Lotterie halt" oder "EL OH EL Donkaments" Gerede war bis dato auch fest in meinem Kopf verankert.

Jetzt konnte ich mich in zwei wirklich grossartigen Deepstack Events in einem der schönsten und professionellsten Poker Rooms in ganz Vegas vom Gegenteil überzeugen. Natürlich haben Donkaments viel damit zu tun, ob man in der entscheidenden Situation den Cooler nicht reingedrückt bekommt, oder dass die Asse halten bzw. der Flip gewonnen wird. Die wahren Skills aber liegen tatsächlich in ganz vielen anderen Punkten, besonders in einer Live Umgebung:

  • Beobachten der Gegner - Tells, Reads (unglaublich stark bei vielen Amateuren)
  • Genaues und permanentes Abzählen/Einschätzen der Stacksizes und dabei stets den Überblick behalten
  • Abschätzen von Foldequity und Bemühen um das Gewinnen möglichst vieler Pötte ohne Showdown
  • Mit der Bustout Angst der Gegner arbeiten
Besonders der letzte Punkte kam immer wieder in vielen Spots, die ich hatte, ganz klar zum Vorschein. Ich habe Plays und Bluffs ausgepackt, die in einer Cashgame Umgebung selten bis kaum funktionieren könnten, weil die Gegner keine Angst davor hättenn, ihren Stack zu verlieren. Im Gegenteil, viele der brennenden Cashgame Leute können es oft kaum abwarten, ihr Geld in die Mitte zu tun - wissentlich gamblend. In einem Live Turnier für ein anständiges BuyIn sieht das anders aus. Hier wollen die Leute nicht früh busten, denn sie wollen ja möglichst lange Unterhaltung für ihr Geld. Oder zumindest eine gute Platzierung und ein wenig Return of Investment.

Ich werde die Hände Gus-Hansen Style in meinen Berichten einfach mal in chronologischer Reihenfolge erzählen, und meine Gedanken zu den einzelnen Spots auch ausführlich beschreiben - so wird die Nachbereitung der DS Events zwar in mehrere Teile aufgeteilt werden, aber ihr habt mehr davon. Falls es euch interessiert, könnt ihr die einzelnen Hände auch nachträglich über meinen Twitter Account verfolgen. Fange ich mal mit den Strukturen an:
  • Buy-In: $350
  • Starting Stack: $12000
  • Blinds: $50/$100
  • Blindlevels: 40 Minuten
Event #1 - Tisch #1

In meinem ersten Event saß an meinem 1. Tisch PlauZee, den ich in Vegas getroffen habe, an Position #4 und ich an #6.

Hand 1  - Stacksize: $12000, Blinds $50/$100

2 Limps vor mir, ich limpe am Button mit . Der Small Blind, ein alter Vegas Regular, raist auf $550, die beiden Limper callen, ich calle. Pot - $2250.

Flop:

Der Vegas Reg feuert $1200, die beiden Limper folden. Ich sehe am Flop recht wenig Foldequity, weil er in 3 Gegner auf einem A high Board bettet und eine starke perceived Range haben sollte. Ich bin in Position, bekomme einen guten Preis am Flop, um zu callen und kann den Pot ggfs. auch am Turn klarmachen, nachdem ich mehr Informationen über die wahre Stärke seiner Hand habe. Pot - $4450

Turn: 8c

Er checkt zu mir und ich nehme den Pot mit einer Bet von $2400 mit, gegen die er offen in den Muck wirft.

Hand 2
- Stacksize: ~$13500, Blinds $75/$150

Am Button eröffnet ein Asiate, der offekundig Internetspieler ist, auf $400, PlauZee callt aus dem Small Blind, und ich finde im Big Blind. Ich reraise auf $1450 und beide folden. PlauZee sagt mir nachher, dass er hatte.

Hand 3
- Stacksize: ~$14500, Blinds $75/$150

Eine eher fischige Callingstation limpt mit einem ~$7000 Stack in MP, PlauZee erhöht auf $750 am Button und ich finde . Jetzt ist guter Rat teuer - flatten wäre eine Option, um den Pot möglichst mit der Station zu spielen. Das wäre 100% mein Ansatz im Cashgame - im Turnier bin ich froh über jeden Pot, den ich bei noch sehr tiefen Stacks eher ohne SD und damit ohne Varianz gewinnen kann, also reraise ich auf $2100 und PlauZee foldet nach langem Überlegen. Später verrät er mir, dass er gefoldet hat.

Hand 4 - Stacksize: ~$15500, Blinds $75/$150

Hinter mir sitzt ein extrem aggressiver Internetspieler, der bereits vorher beim Squeezen mit in einem Button vs Blinds Spot aufgfallen ist, da die Hand zum Showdown kam. Er bluffcatchte erfolgreich gegen einen Combodraw auf einem Q high Board postflop. Ich finde am Cutoff und erhöhe auf $325, der besagte Spieler sitzt am Button reraist auf $850. Da wir effektiv für $15000 spielen, entscheide ich mich trotz des OOP Nachteils für einen Call, da meine Hand exzellente Playability hat und viele Hände aus seiner 3-Betting Range dominiert. Pot - $1925

Flop:

Ich check/folde auf diesem ungünstigen Flop meine Hand gegen eine $1200 C-Bet - Plays ohne Equity OOP halte ich zu diesem Zeitpunkt des Turniers definitv nicht für sinnvoll.

Hand 5 - Stacksize: $14000, Blinds $100/$200

Ich eröffne raise am Cutoff nach einem Limper mit auf $850, der Button (Spieler aus Hand 4) reraist mich erneut auf $2350. Da die Stacks aufgrund der ansteigenden Blinds etwas niedriger geworden sind, shippe ich ohne lange zu überelgen direkt All-In, um maximal von meiner Preflop Foldequity und Potequity zu profitieren. Jetzt ist nicht mehr die Zeit fürs Setminen und 3-Bet Pots gegen eine weite 3-Betting Range. Gegnertyp und Spot sind imo optimal. Er foldet sehr zügig, und ich bin damit vor meinem Table Move zu Tisch #2 bei komfortablen $16000 und $100/$200 Blinds plus $25 Ante im nächsten Level.

Die interessantesten Hände von Tisch Nr. 2 beschreibe ich dann in meinem nächsten Teil des Reports. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen.
Bis zum nächsten Tisch,

xflixx

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