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minraise blog

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/Dez/2009

Wenn's nicht läuft...

Von: minraise @ 17:04 (CET) / 5486 / Kommentar ( 9 )

..dann läuft's nicht! Dann sollte man das auch besser akzeptieren, und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Soviel zum Thema meines heutigen Blogeintrags. Sorry zunächst einmal, dass der Eintrag erst jetzt am Montag anstatt zum letzten Wochenende erschienen ist. Zur Zeit habe ich einen Umzug zu bewältigen, und ich kann nur sagen: Umziehen möchte ich nicht mehr oft in meinem Leben (unsere jetzige Wohnung gefällt mir schon so gut, dass ich fast sagen möchte: Nie mehr!). Naja, das ist in jedem Fall der Grund für den verspäteten Eintrag. Jetzt sitze ich aber wieder in alter Frische am Rechner und lasse dem Schreibfluß freien Lauf.

Im Lauf rauf!

Mein alter Vegas Kumpane Sascha aka IP User sojavstofu pflegt immer zu sagen: "Im Lauf rauf!". Das flott dahergesagte "Sprichwörtchen" bekam ich auf unserem November Las Vegas Trip öfter von ihm zu hören. Es kann vielerlei bedeuten. Einerseits könnte es heissen: Wenn es läuft, dann spiel immer weiter! Oder aber: Wenn es läuft, steig direkt noch ein Limit auf! Das Prinzip ist aber klar. Wenn viele Sachen klappen, die man am Tisch fabriziert - man geht beispielsweise aus dicken All-Ins mehrfach als Sieger hervor - dann hat weiterspielen mehrere Vorzüge. Man gewinnt Pot für Pot, jeder Move funktioniert, jeder Showdown wird gewonnen. Das eigene Table Image steigt auf ein Niveau an, bei dem alle anderen Spieler es entweder mit der Angst zu tun bekommen und sich raushalten (freie Bahn für den Bluff-Monkey in uns oleee!), oder besser noch, sich letzten Endes in unnötige Scherereien verstricken, weil "Er kann's doch nicht schon wieder haben!". Ein Lauf kann also oftmals auch zum Selbstläufer werden. Das einzige, was man tun muss, ist konzentriert bei der Sache zu bleiben und seine Arbeit verrichten.

Im Down runter?

Heute geht es aber um den umgekehrten Fall. Was macht man, wenn gar nix zusammen läuft? Wenn man Pot für Pot verliert? Wenn kein Move funktioniert? Wenn man Fehler macht? Oder schlimmer: Wenn man keine Fehler macht, und dennoch verliert? Poker kann grausam und ungerecht sein. Das schlimmste in diesen Situationen oder an solchen Tagen ist dann aber eigentlich: Man hat sich die Zeit genommen, um endlich eine schöne Partie Poker zu spielen. Sei es im Internet, am Tisch im Casino oder in der Homegame Runde. Die Zeit ist eingeplant, die Vorfreude auf die Session groß. Man bekommt die erste Hand gedealt und möchte direkt Gas geben.

So war es an einem Abend unseres Las Vegas Trips. Wir wollten, wie so oft, ins Wynn, um dort unsere allabendliche Cashgame Session zu verrichten. O-Ton Sascha: "Ab an den Filz!" oder alternativ "Ab an die Schüppe!". Wir wollten es schliesslich wie die ganz großen halten, z.B. Texas Dolly. Der war auch regelmäßig im Bobby's Room im Big Game mit der Schüppe unterwegs. Voller Vorfreude wird der Mietwagen direkt neben dem Aufzug geparkt, reinmarschiert, beide ab auf die $2/$5 No Limit Warteliste, und Chips beim Cashier gekauft. Der erste Platz wird frei für Sascha, der zweite für mich an einem anderen Tisch. Unvorbelastet setze ich mich, stapele meine 5 roten Türmchen (aka $100 Lagen in $5 Chips) vor mir auf und poste brav meinen ersten roten für meine erste Hand.

  • . Ich eröffne den Pot in vierter Position nach 3 Folds auf $25, hinter mir wird bezahlt - von wem weiss ich nicht, habe mich kaum umgesehen am Tisch - und aus den Blinds ebenfalls. Der Flop kommt . Der Big Blind checkt zu mir, ich setze $55, und hinter mir wird direkt "Rrrrrraise" annonciert. Bevor ich mich umdrehen kann zum Spieler zu meiner linken schreit der Big Blind "ALLLL INNNNN!". Ok, ab mit den Jungen in den Muck.

Das All-In wird gecallt, der Dealer dreht blitzschnell Turn + River um, und der Big Blind dreht den Flush-Hammer am River um. Zwei kleine Pik, , gegen . Moment mal. Zehner gegen Flushdraw? Was ist denn hier los? Ich schaue mir die beiden Kontrahenten genauer an. Der Spieler mit den Zehnen ist eigentlich eine Spielerin, relativ jung mit einer dicken Warze auf der Nase und einem grimmigen Blick, und der Big Blind ein nicht minder grimmig dreinschauender Araber. Beide haben vor sich in etwa $1000 in Chips liegen. Nach dieser Hand hat der Araber das doppelte vor sich, und die junge Spielerin kauft ganz schnell für einen weiteren Tausender nach. Wow, was eine Action. Dachte ich mir so für mich, holen wir uns doch auch was von dem Kuchen.

  • Direkt in der nächsten Hand eröffne ich 3 Positionen nach dem Big Blind mit erneut auf $25, und in dem Moment, in dem ich meine Chips auf dem Filz plaziert habe, hat die Frau schon ihre 5 roten Chips offensichtlich tiltend in die Mitte geworfen. Der Araber hat auch schon seine Finger an einem seiner roten Türmen. Der Flop kommt , und der Araber beginnt direkt das Setzen aus dem Small Blind mit $50. Mir bleibt natürlich nichts, als zu passen. Die Frau raist auf $150, und der Araber schmeisst sofort weg. Sie zeigt stolz .

Das ganze geht noch ungefähr für die nächsten 2 Orbits so weiter. Dann frage ich meinen rechten Nachbarn, was denn hier los sei, und er bestätigt mir, dass diese "Privatfehde" zwischen der Frau und dem Araber schon seit Stunden anhält. Gleich fällt uns auch noch die Frau von links ins Wort, und will uns ein paar Reads aufschwatzen, die sie beim Araber aufgeschnappt hat, bzw. sich vor uns rechtfertigen, warum sie so aggressiv gegen ihn vorgeht. Er sei ein Fisch und und und.. (nach Luft schnappend). 1 Orbit später muss ich dann über einen halben Stack nachkaufen, denn ich habe massiv Chips geblutet beim Versuch, an Flops zu kommen oder Hände zu treffen, mit denen ich einem von beiden etwas hätte abnehmen können. Es läuft nichts zusammen. Ich treffe weder irgendeinen Flop, keiner meiner Draws kommt an, meine Semi-Bluffs greifen ins leere, und von Bluffs will ich an diesem Tisch einfach komplett Abstand nehmen. Der Tisch ist zwar profitabel, keine Frage. Aber allein die Konstellation Privatfehde - Keine Hände - Keine Treffer ist einfach tödlich. So entschließe ich mich kurzerhand, den Tisch zu verlassen, und die Session für heute zu beenden. Das ist in mehrfacher Hinsicht schade, denn ich habe mich schon den ganzen Tag auf die Session gefreut, und wir waren schliesslich auch nur 10 Tage drüben. Aber ich diszipliniere mich und gebe meine Schüppe ab (aka Wynn Complimentary Card, die wird bei jedem Spiel im Casino von den Angestellten eingecheckt, und für die Zeit, die man an den Spielen verbringt, bekommt man Punkte auf die Karte für Gutscheine, Essen usw.), und lasse Sascha seinen eigenen Tisch auseinander nehmen. Jetzt noch einmal auf die Liste, warten, einen neuen Tisch erkunden, schauen ob es da klappt...

Quit it before it quits you

...ne. Lieber aufhören. "Quitten", wie Tommy Angelo in seinem Buch "Elements of Poker" schreibt. Wer meinen Blog regelmäßig liest, müsste inzwischen wissen, dass ich ein großer Fan dieses Buches bin. "Quitten" ist bei Tommy Angelo eine eigene Kunst, ein eingener "Skill". Wer besser im "quitten" einer Session ist als sein Gegner, macht langfristig mehr Geld. Das wichtige ist nur, diszipliniert genug zu sein, und erkennen zu können, wann eine Session "gequitted" werden sollte.

Ich wünsch' Euch einen guten Lauf für diese Woche,
Euer Flix

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