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/Jul/2008

Die wichtige Hand direkt nach der Bubble

Von: shootingstars @ 17:33 (CEST) / 1 / Kommentar ( 195 )

Hallo alle zusammen. 

Eine Hand direkt nach der Bubble des Main Events.


Blinds sind bei 2000-4000, mit einem Ante von 500. Brandon Adams, ein bekannter, guter Full Tilt Spieler pusht mit 24.000 All-In von UTG+1. Alle folden bis zur Small Blind, ein vor der Bubble extrem tighter Spieler, der jetzt mit 81.000 Chips overpusht.
Ich sitze in der 4000 Big Blind, habe noch 85.000 dahinter und finde .
Was nun?
Wir sind im Main Event, nach der Bubble, es sind noch 620 Spieler drin. Noch 611 bis zum Final Table. Die nächsten Preissprünge sind recht uninterressant, immer 1500 Dollar Schritte, bis es nur noch 100 Spieler sind, da geht es dann wieder in größeren Schritten höher.
Brandon Adams will sicherlich Chips aufbauen. D.h. er sucht nach einer Möglichkeit, sich zu verdoppeln. Seine Range, um mit 6 BBs UTG+1 zu pushen beinhaltet sicherlich jedes Paar, jedes As, alle zwei Broadwaykarten und vielleicht noch einige Könige, so was wie . Ich denke, er pusht hier mit ca. 28%-30% seiner Hände.
Diese Einschätzung teilt sicherlich auch die SB und overpusht hier mit ca. 15%-18% seiner Hände.
Ich muss fast all-in gehen, um zu bezahlen. Danach hätte ich noch 2 BBs übrig. Im Main Pot wären dann 76.000 Chips (3x24k, plus 8x500 Ante), im Side Pot zwischen mir und der SB wären 114.000 Chips (2x57k). Average auf der Bubble sind ca. 200.000 gewesen, der Gesamtpot enthält also fast genug Chips, um wieder auf Average zu kommen.
Call oder Fold?
Jetzt schaue ich mir erst mal meine Gegner an, vor allem die Small Blind. Er sieht nicht nach einem Monster aus. Irgendwie merkt er, dass ich eine knappe Entscheidung habe, und will eher, dass ich folde. Dazu kommt noch, dass er ein veritables Monster (wie Asse, Könige oder Damen) hier wahrscheinlich nur gecallt hätte, um mich noch mit in den Pot zu locken. Ein Push an seiner Stelle drängt mich ja fast immer raus. Er möchte also lieber gegen den Short Stack heads-up spielen. Schließt bis aus.
Diese Hand hat einige Denkzeit in Anspruch genommen. Natürlich ist es fast unmöglich, eine präzise Entscheidung zu bekommen, denn dafür müsste man die genauen Hände oder zumindest die genauen Ranges der beiden Gegner wissen UND dann noch am Tisch in der Lage zu sein, die Equity auszurechnen. Leider bin ich dafür noch nicht gut genug. Am Tisch habe versucht, die Ranges einzugrenzen und möglichst genau meine Equity einzugrenzen. Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass es sehr knapp war.
Diese Entscheidung wird nicht nur von den mathematischen Faktoren beeinflusst. Wie ist die genaue Turniersituation? Wie kann ich die Chips an diesem Tisch einsetzen?
Wir hatten an diesem Tag schon über 6 Stunden gespielt. Langsam ließ die Konzentration nach. Vor allem nach so einer langen Bubble. Alle „Überlebenden“ waren froh und erleichtert. Alle Big Stacks hatten gerade eine Periode größter Aggression hinter sich. Jeder wollte das letzte Level des Tages überstehen und am nächsten Tag frisch und ausgeschlafen weiterspielen.
Perfekte Zustände, um Chips zu sammeln. Wenn man denn genug hat um anzufangen.
Nach meiner Einschätzung hatte ich gegen die Range der SB einen Coinflip und gegen beide Gegner auch genug Equity auf den Side Pot, vielleicht sogar ein bisschen mehr als 33%.
Ausschlaggebend war aber die Gesamtsituation. Hier ergab sich eine ziemlich gute Möglichkeit, viele Chips zu gewinnen. Der Sidepot alleine würde mich schon auf 120.000 bringen, genug, um wenigstens wieder einen repush machen zu können und ab und zu zu stehlen. Mit dem Main Pot zusammen hätte ich sogar mal Average. Damit könnte ich sicherlich die Müdigkeit meiner Gegner ausnutzen und bis zum Ende des Tages noch Chips sammeln.
Ich habe gecallt.

Die Situation entpuppte sich als suboptimal. Brandon hielt , die SB hielt , ich hatte .

Zuhause habe ich mich mal hingesetzt und die Situation gegen die Ranges der Gegner gerechnet (Pokerstove). Für den Side Pot habe ich zwischen 51% und 48%, je nachdem wie weit man die Range des Gegners annimmt. Also ungefähr ein Coinflip, wie vermutet.
Für den Main Pot habe ich tatsächlich  ungefähr ein Drittel, ggf. ein bisschen mehr, wenn die SB auch mit  KTo und A8o overpusht.
In beiden Fällen ist es eine sehr knappe Entscheidung.

Dazu kommt noch, dass ich drei Tage lang Coinflips und knappe Situationen aus dem Weg gegangen bin. Ich war sehr selten all-in (nur sehr short) und habe es trotzdem geschafft, jeden Tag mit Average Chips abzuschließen. Aber in dieser Situation schien mir ein Gamble angebracht.

Flip for Main Event? ☺

LG, Euer Jan.
 

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