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shootingstars blog

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/Jul/2009

Leaving Las Vegas !

Von: shootingstars @ 03:42 (CEST) / 190 / Kommentar ( 34 )

Ich bin wieder aus Vegas vor etwas über einer Woche zurück gekehrt. Ich bin froh wieder in Deutschland zu sein! Vegas war zwar eine tolle Zeit, aber nach einer Weile geht mir wie jedes Jahr das Klima, die Künstlichkeit der Stadt und die teilweise oberflächliche Mentalität der Amerikaner auf die Nerven. Außerdem vermisse ich immer schnell meine Freunde, Familie und Wohnung. Für mich ist Vegas keine Stadt zum Leben, aber ein tolles Urlaubsparadies für einige Wochen Entertainment und Leben auf der Überholspur.

Erstmal aber ein kleines Resümee für dieses Jahr dort. Es war bisher meine beste Zeit in Las Vegas ! Ich denke, dass dies daran liegt, weil ich die ersten zwei Wochen sehr produktiv war, also jeden Tag trainierte und viel cash games gespielt habe. Aber ich habe auch einen immer grösser werdenden Freundes- und Bekanntenkreis, so dass ich rund um die Uhr Möglichkeiten hatte meinen Tag schön zu gestalten. In Vegas gibt es eigentlich immer jemanden der Lust hat auszugehen oder sonst eine verrückte Idee hat.
Die gesamten 5 Wochen habe ich Encore verbracht. Wirklich ein tolles Hotel, aber nach einer Weile habe ich meine eigenen vier Wände und den Komfort von zu Hause schon stark vermisst. Vorallem eine Küche und ein Wohnzimmer haben mit schon gefehlt. Ein guter Freund von mir hat sich im Trump Tower eingemietet. Wirklich das beste Preis/Leistungsverhältnis das ich bisher je erlebt habe. Er hatte dort eine Suite auf 80qm, mit zwei Bädern, Wohnzimmer und Küche für 130$ am Tag. Nächstes Jahr werde ich mich dort wohl wahrscheinlich einquartieren.

Die WSOP lief wie jedes Jahr nicht besonders gut. Ich habe insgesamt das 40k Event, 2,5k PLO, 2,5k NL Holdem, 5k HoldEm, 10k Heads Up und natürlich das Main Event gespielt. Einen Cash hatte ich dabei aber im kleineren Bereich, so dass ich mit einem Minus von 65k rausgekommen bin. Ich habe so wenige Turniere gespielt, weil ich mich dazu schwer in LV motivieren kann. Dies mag unverständlich für viele von euch klingen. Aber es gibt soviele Störfaktoren, wie in wohl kaum einer anderen Stadt in Form von Partys, Klimawandel, leben im Hotel und auch den ständigen Bustouts bei Turnieren.
In den Cash Games lief es am Anfang super, aber am Ende habe ich einiges wieder in meinem Lieblingsspiel PLO Omaha verloren. Ich liebe Omaha, aber bin in dem Spiel bisher ein großer Verlierer, also setzt euch an die Tische, wenn ich dran bin. Ich muss wohl mal eine wenig Unterricht von meinem Freund und dem wohl besten deutschen Omaha Spieler Markus Golser nehmen.

In Deutschland hatte ich die letzte Woche eine tolle Zeit. Nach 5 Wochen Las Vegas, weiss ich es hier wieder viel mehr zu schätzen. Das Wetter ist hier angenehm mild und sonnig, was eine Erleichterung nach 5 Wochen in der Wüste ist. Zudem habe ich grade eine Wette am Laufen mit Niko Behling, dass ich ein 6-pack bis zum 25. Oktober schaffe. Bisher sieht es noch nicht so gut aus und es wird mich wohl einiges an Entbehrungen kosten, da ich sehr gerne esse. Jedenfalls war ich jeden Tag Sport machen für mehrere Stunden mit einem Freund der Leistungssportler ist und mich immer beim Training richtig gepusht hat. Dadurch bin ich jetzt in Top Form gekommen und fühle mich körperlich besser als in den letzten letzten drei Jahren.

Im Poker habe ich meinen neuen Account auf Stars eingeweiht. Dort heisse ich jetzt offiziell „J.Strassmann“ und bin in der Suche nach Team Pros zu finden, genauso wie alle anderen Shootingstars Mitglieder. Leider habe ich dort einen gehörigen Bad Run in der letzten Woche gehabt. Allerdings war auch viel tiltiges und unkonzentriertes Spiel dabei und ich habe meine Hände nicht analysiert. Zudem kommt, dass ich die letzten drei Wochen in Vegas überhaupt nicht mehr online gespielt und ich so ein bisschen raus gekommen. Also jetzt ist eure Zeit gekommen einen Shot gegen mich zu nehmen, wenn ich an den Heads Up Tischen sitze =) !

Ich bin zwar wohl "professioneller Pokerspieler", allerdings fühle ich mich von meiner Trainingsweise und dem Herangehen wie ein Amateur. Grösstenteils trainiere ich ineffizient und disziplinlos. Ich tilte auch häufiger, wenn ich spiele und kann mein A-Game selten abrufen. Glücklicherweise bin ich ein Amateur unter professionellen Amateuren, so dass ich immer noch einen guten Verdienst unter dem Schnitt machen kann. In der Pokerwelt sind nämlich so ziemlich alle Profis super faul und undiszipliniert und niemand arbeitet wirklich konstant und hart an seinem Spiel. Jedenfalls ist die Effektivität des Trainings und der Vorbereitung nicht im Vergleich zu setzen mit Sportarten indem die Topspieler sogar vergleichbare Einkommen erzielen, wie Rennsport, Fussball, Tennis, Basketball oder auch sogar die Denksportart Schach. Auch zum Beispiel in Starcraft haben die besten Spieler der Welt ihr gesamtes Leben darauf ausgerichtet sich zu verbessern und am Tag ca. 10 Stunden konstant trainiert. Sie hatten einen Trainierstab, der sich den ganzen Tag um sie kümmert und ihren Ablauf koordiniert. Niemand den ich kenne hat im Poker ein wirklich ausgefeiltes Trainingskonzept, d.h. analysiert ständig seine Hände, arbeitet an der pyschischen Einstellung mit Trainern (die wohl fast am wichtigsten ist) und vieles mehr.
Wahrscheinlich liegt dies wohl an dem Glücksfaktor der Poker kurz- bis mittelfristig beherrscht, der generellen Einstellung der Szene und das Pokern als "Profisport" noch in den Kinderschuhen steckt. Durch den Glücksfaktor wird es schwerer sich wirklich dazu zu motivieren, so hart an dem Spiel zu arbeiten, da die wohl technisch besten Spieler der Welt immer noch stark von der Varianz abhänig sind. Im Turnierpoker ist es möglich, dass Spieler die eigentlich technisch schlecht sind weit oben stehen und Topspieler wie Tom Dwan noch nicht einmal je ein Turnier gewonnen haben. Pokern als Sport ist auch noch sehr jung. Der Moneymaker Boom hat es erst wirklich auf den Weg gebracht professionell zu werden, durch dass steigende Interesse der Öffentlichkeit und Sponsoren.
Es gibt viele große Talente aus der Internet Generation "Moneymaker Generation", aber viele scheitern auf dem Weg zur absoluten Spitze aufgrund einer schlechten Lebensführung oder mangelendem Training. Es gibt soviele Ablenkungen am Rande von Poker, wie Gambling (Blackjack, Craps etc.) bis zu Parties. Pokern ist ein Einzelsport und man ist selbstständig. Es fällt den meisten Menschen schwer ihre Zeit konstant selbst zu managen und sich ständig auch ohne äußerlichen Druck dazu zu motivieren ihre Leistung zu erhöhen.
Ich bin gespannt, wie sich Poker jetzt über die Jahre entwickeln wird und wieviel professioneller die Spieler werden. Ein Prototyp der neuen Generation ist für mich eigentlich immer Patrik Antonius gewesen, der viele Elemente aus seinem ehemaligen Dasein als Profi-Tennisspieler wohl für Poker übernommen hat und die wohl beste Disziplin zu haben scheint.

Ich bin grade im Umzug nach Wien in Österreich. Also sozusagen von einer Hauptstadt zur anderen. Zum einen freue ich mich wirklich auf Wien, weil es eine tolle Stadt ist! Aber es ist natürlich auch etwas traurig Berlin zu verlassen, weil ich mich hier mittlerweile recht gut eingelebt habe. Berlin hat tolle Möglichkeiten zum Ausgehen und erstklassige Restaurants. Ich mag sehr an der Stadt die Möglichkeit immer aktiv zu sein und in wirklich jedem Bereich ein passendes Angebot zu finden.

In nächster Zeit werde ich nach Österreich fliegen und dort einige Tage am Wörthersee entspannen. Danach geht es zur Aufzeichnung einer Sendung in Österreich, auf die ihr euch schon mal freuen könnt. Ein Leckerbissen der besonderen Art.

Alles Gute euch und viel Glück an den Tischen !

Johannes

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