javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

shootingstars blog

shootingstars blog
Send PM
/Mai/2008

Mein erstes Mal und meine Pokerstory

Von: shootingstars @ 18:32 (CEST) / 9081 / Kommentar ( 223 )

Liebe Intellipoker Community und alle anderen Leser,

hier ist also mein erster Blog Eintrag. Ich grüße euch alle und freue mich hier zu schreiben.

Dann werde ich mich euch erstmal mehr oder minder ausführlich vorstellen. Ich wohne seit etwa einem halben Jahr zusammen mit meiner Freundin in Berlin und habe vorher in Bonn den Großteil meiner Jugend verbracht. Ich bin 23 Jahre alt und habe nach meinem Abi und einem kleinen Campingausflug bei der Bundeswehr gleich meine professionelle Pokerkarriere begonnen. Meine Schulzeit ist für mich ein leidiges Thema und verdammt langweilig und uninteressant trifft es wohl am besten, wenn ich mich kurz fasse. Ich war wohl so ziemlich der faulste und unmotivierteste Schüler, den man sich vorstellen kann. Zumindest im Sport und Strategiespielen war ich immer hochmotiviert und ehrgeizig, von Fitness-Training, Laufen, Basketball über Schach und Starcraft. Nach wie vor treibe ich in meiner Freizeit alle möglichen Sportarten und verbringe gerne Zeit mit meiner Freundin und Freunden. Ich unternehme viel, liebe gutes Essen und verreise leidenschaftlich gerne. Außerdem bin ich Langschläfer und Morgenmuffel. Eigenschaften die sich sehr gut mit dem Berufsbild eines professionellen Pokerspielers vereinbaren lassen.

Ansonsten bin ich ein großer NBA Fan. Neben dem Poker bin ich nämlich auch semi-Profi im NBA2k8 auf der Playstation, zu mehr hat leider nie mein Talent im Basketball gereicht, wobei ich früher auch sehr gerne und aktiv gespielt habe. Vielleicht im nächsten Leben, wenn ich als 2.10m groß bin und 1,5m aus dem Stand springen kann. Meine Lieblingsspieler in der NBA sind Lebron James und Kobe Bryant. In den diesjährigen Playoffs glaube ich an ein Finale von Lakers – Celtics und denke Bryant holt seine vierte Meisterschaft mit den Lakers . Schon alleine deswegen bin ich froh nach Vegas zu fliegen, weil ich mir dann die Spiele live anschauen kann. Da ich es liebe auf alles Mögliche zu wetten.

Zum Poker bin ich durch Starcraft ein online-Strategiespiel gekommen, deshalb auch mein Nickname Psier auf Pokerstars. Vor gut 2-3 Jahren haben immer mehr erfolgreiche Starcraft Spieler angefangen Poker zu spielen und damit für mich damals astronomische Summen an Geld gewonnen. Als mir zum ersten Mal ein holländischer Freund erzählte, er habe mit Poker 10.000$ im letzten Monat gewonnen, konnte ich es erst gar nicht glauben, weil ich Poker immer für ein totales Glücksspiel gehalten habe.

Mich haben Glücksspiele noch nie gereizt und deshalb konnte ich noch nicht einmal die Pokerregeln als ich angefangen habe. Ich wusste ernsthaft nicht einmal, ob ein Ass höher ist als eine Königin. Nachdem ich mich dann eine Woche mit den Pokerregeln beschäftigt hatte und ein bisschen auf den Spielgeld Tischen die Pokerstars Software ausprobiert habe, begann ich meine Poker Karriere mit einem 5$ Geschenk. In den ersten 3-4 Tagen schaffte ich es unglaublicher weise aus dem Geld etwa 400$ auf den niedrigen Fixed Limit Hold Em Tischen zu machen, angefangen habe ich mit 1-2Cent Blinds. Ich erinnere mich noch daran, als ob es heute war, ich konnte es kaum erwarten immer wieder an den Rechner zu kommen und war absolut fasziniert! Ich habe bestimmt 10 Stunden am Tag gespielt und dazwischen soviel über Poker gelesen, wie ich nur konnte. Das ist ja einfach, dachte ich mir! Ich bin unschlagbar im Poker, als ich auf 0,5-1$ war! Naja, Hochmut kommt vor dem Fall und ich habe beim shorthanded 3-6$ in gut 20 Minuten ca. 200$ verloren. Da hatte ich schon meine erste Pokerlesson gelernt, nämlich nie ausserhalb meiner BR zu spielen und mich nicht zu überschätzen. Von da an ging ich es dann strukturiert und diszipliniert an und konnte mich innerhalb von etwa zwei Monaten bis auf 2-4$ hoch spielen. Leider wurde meine Laufbahn dann von der Bundeswehr unterbrochen. Ich wurde zur Grundausbildung eingezogen. Grundwehrdienst war mir nicht genug gewesen. Nein, ich musste mich sogar gleich für zwei Jahre als Reserveoffizier verpflichten. Nach dem Abitur wollte ich Pilot bei der Bundeswehr werden, was leider nicht aufgrund meiner Augen möglich war (Bin eigentlich Brillen bzw. Kontaktlinsen Träger) und ich habe dann das Angebot eine Reserveoffizierslaufbahn einzuschlagen wahrgenommen, weil ich eine Offizierslaubahn mit Studium in Erwägung gezogen hatte. Allerdings wusste ich schnell, dass eine Offizierslaufbahn für 12-14 Jahre nicht für mich in Frage kommen würde! Während meiner Grundausbildung habe ich so gut wie überhaupt kein Poker gespielt, da ich am Wochenende andere Dinge als Poker im Kopf hatte und mich von den Blessuren und Qualen erholen musste die ich mir im beim robben im Schnee und beim täglichen stundenlangen Waffenreinigen zugezogen hatte. Wie ich es geliebt habe und vermisse! Immerhin konnte ich einiges an Pokerliteratur nach Dienstschluss lesen. Während meines Erholungsurlaubes, habe ich dann aber über Weihnachten für zwei Wochen viel online gespielt und konnte 5000$ in dieser Zeit verdienen. Ich dachte mir daraufhin, ich bin doch nicht blöd, stehe jeden Morgen um 6 Uhr auf und mache den ganzen Tag, was meinen Vorgesetzen in den Sinn kommt und lasse mich herum kommandieren für 1,600 Euro monatlich! Da viel es mir nicht schwer mich dafür zu entscheiden meine Laufbahn bei der Bundeswehr frühzeitiger als geplant zu beenden und professionell Poker anzufangen. Nach fünf Monaten habe ich dann gekündigt und musste nur noch Grundwehrdienst ableisten. Leider bekam ich dann nur noch 350 EUR monatlich und musste einen Großteil meiner online Bankroll auscashen, so dass ich meine Profi Karriere mit etwa 800$ begann.

Ich habe diese Entscheidung nie im Geringsten bereut und es ging für mich bisher immer Steil nach oben. Nach 3 Monaten war ich dann ein riesiger Gewinner auf 3-6$ auf Pokerstars und habe 12-Tische gleichzeitig mehrere Stunden am Tag gespielt. Jetzt spiele ich seit etwas weniger als zwei Jahren professionell Poker und ich bin total glücklich mit meinem Beruf! Ich bin mein eigener Chef und niemand macht mir Vorschriften. Des Weiteren verdiene ich mehr als ich mir je habe träumen lassen und vor allem spielerisch mein Geld. Ich bin flexibel in meiner Landeswahl und meinem Arbeitsplatz. Ich reise schon alleine Berufsbedingt viel durch die Welt und lerne ständig interessante Persönlichkeiten kennen. Ich war schon immer eine Spielernatur und habe es geliebt mich mit anderen zu messen. Alles in allem ein traumhafter Beruf und ein tolles Leben !

Ich bin jeden Tag dankbar, dass es für mich so gut im Poker läuft und ich die Begabung habe mein Geld so locker zu verdienen. Allerdings fällt es mir teilweise schwer Geld mehr wirklich wert zu schätzen. Es ging mir eigentlich schon immer nur darum zu gewinnen, dass Geld ist natürlich auch ein netter Begleiteffekt, aber mir im Großen und Ganzen nicht so wichtig für mich.

Mir ist es noch wichtig kurz auf mein Spielerporträt bei der EPT in Dortmund einzugehen, weil es dazu auch einiges an negativem Feedback betreffend meiner Persönlichkeit gab. Ich denke, dass dieses Porträt unter äußerst schlechten Rahmenbedingungen entstanden ist. Dieses Interview ist eine Stunde nach meinem Bustout entstanden und jeder der mich kannte konnte mir meine Enttäuschung über das frühe Ausscheiden deutlich anmerken. Immerhin bin ich als Chipleader mit Mike an den Tisch gekommen und es war mit meiner Form an den Vortagen deutlich mehr drin gewesen. Des Weiteren war ich absolut unterschlafen, ich konnte die Nacht vor dem Final Table kaum Ruhe finden und hatte vielleicht 2-3 Stunden geschlafen. Auch steht man in so einem Turnier unter einer enormen nervlichen Anspannung und ist starkem Stress ausgesetzt. Rückwirkend hätte ich einfach das Interview ablehnen sollen, weil ich mich zu dem Zeitpunkt schlecht gefühlt habe. Ich habe aber auch daraus eine Menge lernen können. Erstens Menschen wirken durch Medien teilweise stark anders als sie eigentlich sind. Zweitens ein Interview ist eine Momentaufnahme und spiegelt nicht wirklich den Menschen an sich, sondern eher seine augenblickliche Verfassung wieder. Für mich ist Poker ein emotionaler Denksport und ich bin am Tisch unglaublich selbstsicher, so dass es schon teilweise an Arroganz grenzt. Ich denke so lange man mich nicht wirklich näher kennt, sollte man sich überlegen, ob man sich schon so vorschnell ein Urteil über meine Person erlaubt. Ich muss aber auch eingestehen, dass ich in dem Interview negativ getroffen bin und ich auch keinen guten ersten Eindruck gehabt hätte. Es ist nur wichtig sich dann auch in meine Lage hineinzuversetzen. Ich hätte so gerne diese einmalige Chance in meinem Heimatland, dass größte jemals ausgetragene Turnier zu gewinnen, wenn meine besten Freunde und meine Freundin anwesend sind. Mir ging es weniger um das Geld, als um die Tatsache als letzter vom Tische zu gehen.

Ab jetzt werde ich mich wöchentlich bei euch aus Las Vegas melden, um euch von meinen Erfahrungen dort zu berichten. Soviel schon mal vorab, ich habe vor so viele Events wie möglich zu spielen und große Erwartungen! Mehr dazu im nächsten Eintrag am Montag. Außerdem werde ich nach der WSOP noch auf einige Schlüsselsituationen bei der EPT eingehen. In meinem nächsten Posting werde ich davon berichten, ob ich wohl behalten in Las Vegas gelandet bin. Was meine Erwartungen und Ziele bei der WSOP sind und was sonst so geht.
Am Do. geht es dann von Frankfurt aus mit Markus Golser nach Las Vegas und ins Bellagio. Ich freue mich schon darauf, dass 10.000$ Pot Limit Hold Em Turnier am 30. Mai und alle folgenden Turniere zu spielen.

Drückt mir die Daumen!

Viel Glück an den Tischen,

Johannes

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner