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/Jun/2008

PLO - Madness Teil 2

Von: shootingstars @ 07:21 (CEST) / 7716 / Kommentar ( 127 )

Der Titel dieses Blogeintrags hätte auch lauten können: “The most brutal beats you can immagine” oder “Die Freak-Show”. Aber der Reihe nach.

Nach einigen Stunden Schlaf nach der letzten Session, während der sich die Hand im letzten Eintrag abgespielt hatte, zog mich meine vorbildliche Arbeitsethik (oder war es eher einfach Geldgier? Oder Spielsucht? Oder ein willkommener Vorwand, die unangenehme Aufgabe, die schon seit Tagen vor mir lag, die E-Mail einer früheren Freundin von mir zu beantworten, weiter aufzuschieben? Hmm… Nein, das kann alles nicht sein, es war nichts Anderes als meine eiserne Disziplin! Basta!) wieder in den Pokerraum.

Dort angekommen, konnte ich zunächst meinen Augen kaum trauen, es schien zu schön um wahr zu sein: Im High-Stakes Bereich war zwar nur noch ein einziger Tisch am laufen, doch über genau diesem Tisch schien praktisch eine Leuchtreklametafel zu hängen mit dem Text: “Easiest money ever”. Gespielt wurde 50/100 PLO mit mandatory 200$ BU-Straddle, zusätzlich schien in den meisten Händen noch ein Re-Straddle in den Pot zu gehen, meistens aus der Ecke von Dave “Devilfish” Ulliot kommend, der schon lange wach, vermutlich etwas betrunken und definitiv in Gamblelaune zu sein schien.

Der Tisch war offensichtlich sehr leicht zu schlagen -ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es schwieriger war, an diesem Tisch +EV zu spielen, als an einem durchschnittlichen PLO400 Tisch online- , aber seine Besetzung glich einer wahren Freak-Show, vielleicht der seltsamsten Ansammlung von komischen Gestalten, die ich je an einem Pokertisch gesehen habe und muss wohl auf außenstehende Nicht-Pokerinsider ziemlich abschreckend gewirkt haben:

Abgesehen von Marc Lome, einem soliden Live-Pro, den ich schon letzten Sommer hier in Vegas kennengelernt hatte, der vielleicht einzigen integeren und vernünftigen Person an diesem Tisch und ein paar anderen relativ solide scheinenden und ansonsten eher unauffälligen Live-Pros, die ich nur flüchtig kannte, hätte die Hälfte der Spieler gut einer Zirkusbesatzung angehören können. Da waren unter Anderen:

- Dave “Devilfish” Ulliot, dessen Art mir zwar an sich nicht unsympathisch ist und zu dem ich ein gutes Verhältnis habe, der aber auch manchmal an einem mittelschweren Realitätsverlust zu leiden scheint.

So fühlte er sich zum Beispiel an diesem Tag plötzlich dazu veranlasst, das Spiel zu unterbrechen, die Floor-Supervisorin zu sich zu bestellen und sie damit zu beauftragen, die Klimaanlage und Belüftung auszuschalten, weil sein Platz unangenehm vom Luftzug tangiert würde. Dies in einer Halle, die mehrere tausend Leute fasst und in der zumindest Hunderte von Pokerspielern an ihren Tischen beschäftigt waren und deren Belüftung vermutlich nicht von dort aus kontrolliert wird. Von ihrer Reaktion - Sie fasste sich, teils amüsiert, teils etwas entnervt, an den Kopf - zeigte er sich allerdings wenig beeindruckt.

Außerdem frage ich mich bei Dave manchmal, ob er wirklich glaubt, dass ihm das “Gangster-Image”, das er sich (teilweise sicherlich zu Vermarktungszwecken) zu geben versucht, irgendjemand abnimmt und, ob er nicht besser dran wäre, wenn er auf, sagen wir, die Hälfte seiner Face-Liftings verzichtet hätte.

- Ein Asiate, der grundsätzlich etwas verwirrt zu sein schien und vermutlich auf Drogen war, der zwar anständige Umgangsformen zeigte, den ich später allerdings auch mehrmals dabei ertappen würde, “Fehler” zu seinen Gunsten zu machen, wenn es darum ging, die Größe von Sidepots zu berechnen, Bills abzuzählen, oder den Maximalbetrag zu ermitteln, der geraist werden durfte. Die Dealer in den USA sind es oft nicht gewohnt, PLO zu dealen und sind daher leider nicht immer zuverlässig.

- Ein nach englischem Hooligan aussehender Hobbyspieler, aus den Südstaaten, wenn ich mich recht erinnere, der, als ich den Tisch beobachtete, gerade damit beschäftigt war, Berge von Chicken-Wings zu verschlingen und sich nichts weiter dabei dachte, während er die Karten und Chips mit seinen fettigen Fingern verschmierte. Wie sich später herausstellte, war er jedoch von seiner Art her ansonsten noch erträglich (und kein ganz so schlechter Spieler, wie man vermuten würde).

- Der Superfreak, “James”, falls dies sein richtiger Name ist, ein übergewichtiger “Mann” mittleren Alters, der sich selbst stolz als pädophil bezeichnet, gerne seinen Bierbauch entblößt (ein Anblick, der geradezu körperliche Schmerzen verursacht) und, abhängig von der Toleranzgrenze seiner Mitspieler (siehe unten), manchmal die Spieler an den Nebenplätzen zu betatschen versucht (teilweise unverblümt, teilweise als Humor verschleiert)..

Mir war “James” bereits einige Tage zuvor von weitem an einem anderen Tisch aufgefallen, auch an jenem Tag schon war ich mehr angewidert als amüsiert von seiner Erscheinung und seinem Bedürfnis, dem Rest des Tisches seine “Liebe“ zu kleinen Kindern mitzuteilen, führte sein Verhalten damals jedoch noch auf seinen angetrunkenen Zustand zurück und/oder ordnete es als amerikanischen Humor, den ich irgendwie nicht lustig finden kann/nicht gewohnt bin, ein.

Nun aber schien er absolut zurechnungsfähig zu sein, dies bewirkte jedoch keinerlei Veränderung in seinem Benehmen. Wahrlich eine traurige Gestalt und es würde mich ehrlich nicht überraschen, wenn er vom FBI gesucht würde, aber er scheint über einige Geldreserven zu verfügen und hat nicht viel Ahnung vom Spiel, deshalb wird er wohl am Pokertisch geduldet. Schon bedenklich...

Zum Poker: Nur etwa 5 Minuten, nachdem es mir glücklicherweise gelungen war, die Floor-Supervisorin mit etwas Charme dazu zu überreden, mich auf den ersten Platz in der Warteliste vorzusetzen, wurde auch schon ein Platz für mich frei. “I mean, I don’t think I would spend my time with these charakters otherwise, but that table is really some of the easiest money I’ve seen in a while ;) “ , sagte ich noch zu Ihr, bevor ich mich an den Tisch setzte.

Or so I thought.

Ich habe ansonsten nicht vor, diesen Blog als Medium zu verwenden, um über Bad Beats zu jammern, aber, wie schon angedeutet, an diesem Tag sollte leider alles schief gehen:

1.) Ein englischer Businessman raist in EP auf 700, ich reraise in MP mit das Maximum auf 3800, ein Coldcall hinter mir, EP pusht all-in für ca. 7k, ich reraise ebenfalls all-in für ca. 15k, Coldcaller jammert, aber bezahlt schließlich nach.

EP hat :QJTx offsuit, Coldcaller hat single suited und gewinnt mit einer Straight. Unglücklich für mich, da ich mit Abstand am Meisten Equity habe, aber noch nichts besonderes, schon gar nicht im PLO.

2.) Ich Calle einen Raise am BU mit

Flop: rainbow

Der “Englische Hooligan” bettet, “James” callt, ich Calle.

Turn:

“Hool” geht all-in (nur ca. 1/3 Pot-Bet), “James” foldet, ich muss natürlich sowieso callen, denke aber noch, dass meine Hand gut sein könnte, selbst wenn ich mich nicht verbessere, da “Hool” am Flop nicht das Maximum angespielt hat, was er mit einem Set wohl gemacht hätte, und daher vermutlich auch auf einem Straightdraw ist. Dennoch ist meine erste Reaktion Erleichterung, als der River mir die Nuts gibt:

River:

“Hool” annonciert: “Straight” und zeigt .

3.) Devilfish, unmittelbar rechts von mir, restraddlet auf 400. Ich, mit single-suited, erwarte mit größter Wahrscheinlichkeit einen Raise hinter mit und calle daher nur. Ein paar weitere Caller, ein Minimum-Raise auf 800, Dave raist Pot, ich reraise nochmals Pot und bin fast all-in, Dave callt.

Flop:

Dave, der mich covert, setzt mich all-in für ca. 2,5k mehr und zeigt, nachdem ich Calle, .

Turn:

River: .

4.) Ich Calle nach ein paar Limpern am BU mit ss.

Flop:

Der Asiate bettet, alle folden, ich setze ihn all-in. Nachdem er relativ lange überlegt, bin ich eher überrascht, dass er hat.

Turn: .

Mehr gibt es nicht zu sagen...

 

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