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/Mai/2008

Poker. A Game of A-Game

Von: shootingstars @ 14:54 (CEST) / 8208 / Kommentar ( 167 )

Hallo alle zusammen,

hier ist er also. Der neue Shooting-Stars Blog. Die Shooting Stars sind hoffentlich genau das.
Bald können wir uns beweisen, die WSOP 2008 steht in den Startlöchern. Meine Prognose: Die Shooting Stars werden mindestens ein Final Table erreichen! Aber wohl eher mehr, wenn es einigermaßen läuft. Haltet die Augen offen.
Ich bin auch schon sehr gespannt auf die Jungs aus dem Team. Sebastian, Benny und George kenne ich ja schon länger, Johannes Strassmann treffe ich eigentlich an jedem Feature Table und Johannes Steindl hat letztes Jahr mit den Amigos das Haus bei der WSOP geteilt. Nur Anton Allemann kenne ich noch nicht. Aber ich denke, wir werden die Gelegenheit in Vegas nutzen, das ein oder andere alkoholische Kaltgetränk zu uns zu nehmen. Von hier schon mal einen schönen Gruß!

Die Wochen nach dem EPT Finale in Monte Carlo habe ich eher gemütlich zugebracht. Es gab natürlich noch das Team-Event mit den Intellis in Wiener Neustadt. Dazu gibt es übrigens auf dem Amigoblog einen Nachbericht von Mike. Lesenswert. ;-)
Seitdem habe ich zwar keine größeren Turniere mehr gespielt, aber mich trotzdem intensiv mit Poker beschäftigt.  Ich war viel unterwegs, zu Menschen, die mir wichtig sind. Und auf den Reisen habe ich mein MacBook Air angeworfen und gezockt. Aber nicht nur.
Ziel eines jeden Pokerspielers sollte sein, sich kontinuierlich zu verbessern. Allerdings gibt es hier mehrere Ansätze. Man kann sein technisches Wissen ausbauen. „Hartes“ Pokertraining, Handanalysen, Mathe, Strategien. Am Liebsten mache ich das mit anderen Spielern die ich respektiere. Man schaut ihnen zu, redet über Hände, diskutiert verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Und lernt.
Hier arbeitet man daran, sein Pokerwissen zu vermehren, sein bestes Spiel noch mehr zu verbessern, sein A-Game auf das nächste Level zu bringen.
Die andere „Baustelle“ wird oft vernachlässigt. Oder zumindest unterschätzt. Es reicht nicht, gut Poker spielen zu können. Man muss auch gut Poker spielen. Und zwar so oft wie man kann.
Mein A-Game ist gut. Möglicherweise sehr gut. Die letzten cashes bei der EPT waren verdient, ich habe über Tage hinweg sehr konzentriert und fokussiert Poker gespielt, kaum Fehler gemacht. Zum Teil einfache Tische, zum Teil schwierige, zum Teil Weltklasse-Gegner wie Patrik Antonius, William Thorsen, Isaac Baron, Daniel Negreanu, etc. Immer konnte ich mich durchsetzen, habe die Gangart variiert, mein Spiel angepasst und Chips gesammelt. Mein A-Game ist gut.
In den letzten Wochen arbeite ich daran, immer mein A-Game mit an den Tisch zu bringen. Immer. Egal wo. Ob in kleineren Cash-Runden, im Team-Event, im Netz oder bei Turnieren. Wenn ich mich an den Tisch setze, dann spiele ich voll konzentriert. Die volle Zeit.
Tommy Angelo schreibt über A-Game: „Your A-Game is when you play your best and feel your best at the same time. You can move in and out of your A-Game many times in a session. The idea is not to.“
Jeder Spieler hat ein A-Game. Jeder von uns kennt die Tage, an denen man fehlerfrei pokert. Vielleicht nicht im absoluten Sinne. Klar, manchmal macht man Fehler. Aber A-Game bedeutet nicht fehlerfrei im technischen Sinne. A-Game bedeutet, man spielt so gut, wie man unter den besten Umständen spielen kann. So gut, wie es das eigene Können maximal zulässt. Und vielleicht in manchen Situationen noch darüber hinaus.
Um effektiv sein A-Game spielen zu können, müssen viele Dinge übereinstimmen. Unablässig sind Konzentration und Fokus. Wenn ich nicht alles am Tisch mitbekomme, dann kann ich nicht mein A-Game spielen. Ich verpasse ja Informationen. Konzentration und Fokus. Am Tisch gibt es nur Poker. Andere Gedanken, ablenkende Gedanken werden verbannt. Ich schaue mir jeden Gegner an. Ich merke mir jede wichtige Hand. Ich mache mir mentale Notizen. Ich formuliere Strategien zu den einzelnen Gegnern. Ich schaue nach links, bevor ich meine Entscheidungen treffe. So bekomme ich möglicherweise Informationen von den Spielern, die noch nach mir agieren. Ich überlege in jeder Situation so lange, bis ich die Lösung gefunden habe.
A-Game eben.

Jeder Spieler hat Momente, Stunden, Tage, in denen er – für seine Möglichkeiten – nicht gut, bzw. nicht perfekt spielt. Klar. Zum Glück. Sonst könnte man gegen manche Spieler gar nicht mehr gewinnen. ;-)
In diesen Momenten rutscht das spielerische Können unter das Top-Niveau. Der Spieler spielt nicht mehr sein A-Game, sondern nur noch sein C-Game. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Manchmal durch äußere Umstände, manchmal durch innere Unruhen.
Die Kunst besteht darin, möglichst wenig und möglichst kurz von seinem A-Game abzuweichen. Man reduziert die Zeit, die man mit B-Game oder sogar C-Game verbringt.  C-Game ist, wenn man selbst sein eigenes Spiel als schlecht beurteilt. Man weiß einfach, dass man besser spielen kann. Das C-Game muss eliminiert werden. Weg. Möglichst gar nicht mehr auftauchen. Und wenn, dann nur kurz. Und nicht so schlecht, wie es mal war.
Vor San Remo und vor Monte Carlo habe ich an meinem A-Game gearbeitet. Momentan arbeite ich an meinem C-Game. Oder um genau zu sein: ich arbeite gegen mein C-Game. Und es wird immer kürzer. Immer seltener.  Immer weniger vom A-Game unterscheidbar. Bis nur noch das A-Game übrig bleibt.

LG, Jan.
 

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