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/Apr/2010

San Remo und 2010 bisher

Von: shootingstars @ 14:43 (CEST) / 5452 / Kommentar ( 7 )

Eigentlich wollte ich schon längst aus San Remo zurück in Wien sein. Ich hoffe der Vulkan beruhigt sich, so dass ich heute wieder den Heimflug antreten kann ohne von fliegenden Lavabrocken aus der Luft geholt zu werden und vor lauter Rauchschwaden die Gefährdung auszuschliessen ist der Pilot könne orientierungslos werden.

Bisher habe ich das Beste aus der Situation gemacht hier in San Remo „festzustecken“. Ich habe dieses Jahr meine Lebenseinstellung verändert und ärgere mich viel weniger über Ereignisse, die außerhalb meiner Kontrolle liegen und versuche immer auch die Vorteile und das Gute zu sehen im Unvorhergesehen. Insgesamt kann ich mich glücklich schätzen in einer schönen, ruhigen italienischen Stadt mit schöner Sonne zu sein und in einem luxuriösen Hotel mit Freunden und Bekannten aus der Pokerwelt zu verweilen.

 

Vor allem bin ich dieses Jahr auch wesentlich dankbarer geworden für mein Leben und insbesondere meinen Beruf als Pokerspieler. Ich bin sehr dankbar für die außergewöhnlichen Möglichkeiten, schönen Momente und interessanten Menschen, die ich durch meinen Beruf erfahren und kennengelernt habe. Sowie finanzielle Unabhängigkeit, schöne Reisen um die ganze Welt, Zeit für das was mir Wichtig im Leben ist, wie Freunde, Familie, Sport und vieles mehr.

 Allgemein fällt es Pokerspielern unglaublich schwer dankbar zu sein, selbst wenn sie höchst erfolgreich sind. Meiner Meinung liegt dies zu einem großen Teil daran, dass die meisten Spieler von Poker abhängig sind und Poker sie kontrolliert und nicht umgekehrt. Auch ist die Arbeit auf den niedrigeren Limit, wo die Varianz geringer ist häufiger ziemlich monoton und langweilig, aber auf den höheren Limits stressig durch die zunehmende Varianz und den damit einhergehenden positiven sowie negativen Berg- und Talfahrten aufgrund der starken spielerischen Qualität. Der Mensch nimmt Verluste als viermal so schmerzlich wahr wie Gewinne und die besten Spieler der Welt gewinnen auf den hohen Limits vielleicht ca. 51-52% der Zeit, d.h. faktisch verlieren sie 48-49% der Zeit. Somit ist die so ziemlich wichtigste Qualität als erfolgreicher High Stakes Spieler mit Verlusten gut umzugehen, d.h. nicht on tilt zu gehen (also nicht von der optimalen Spielweise abzugeraten). Dies ist wesentlich leichter, wenn Poker nicht der Hauptfokus im Leben ist, sondern ein ausgeglichenes und erfülltes Leben abseits vom Pokertisch die Grundlage bildet für ein gelassenes Umgehen mit Verlusten. Auch lebt es sich dann allgemein natürlich deutlich glücklicher und darum geht es ja letztendlich.

Ich schaffe es immer mehr ausgeglichen zu leben und immer mehr in Balance zu sein. Wenn es mir gut geht, ich glücklich bin, läuft Poker immer bei mir wie von selbst und ich bin erfolgreich. In der letzten Zeit fühle ich mich immer häufiger so wie „in the Zone“, es kann nichts schief gehen und alles passiert aus einem bestimmten Grund. Bisher bin ich dieses Jahr mit meinem Leben so glücklich wie noch nie  zuvor und ich denke dies hat viel mit meiner veränderten Einstellung zu tun. Zudem habe ich immer mehr herausgefunden, was mir im Leben wirklich wichtig ist und wie ich meine Prioritäten setze.

Für mich persönlich ist es sehr wichtig jeden Tag mindestens eine Stunde Sport zu treiben. Zur Zeit bin ich in so guter körperlicher Verfassung wie schon lange nicht mehr. Auf Reisen trainiere ich immer mit dem TRX (www.fitnessanywhere.com), was ein geniales Trainingstool für meine Fitness ist. Ich treibe auch immer mehr abwechslungsreiche Sportarten und gehe laufen, dadurch lege ich den Fokus beim Training eher auf Kardio, Training mit dem eigenen Körpergewicht und gestalte mir mein Training interessant. Zudem habe ich jetzt Golf begonnen mit einem sehr guten Trainer und habe vor Yoga in der nächsten Zeit zu beginnen. Vielleicht werde ich auch noch eine Cage Fighting MMA Wette mit Lex Veldhuis eingehen, da er grade sein Thai Boxing Training angefangen hat und ich auch gerne wieder einen Kampfsport richtig intensiv ausüben würde, der mich körperlich maximal fordert. Ich hoffe Lex akzeptiert meine Wette und wir können uns auf einen Betrag und Zeitrahmen einigen, dies wird sich wohl in Monte Carlo herausstellen.

 Als nächster Punkt ist für mich eine gute Basis sehr wichtig,  ein Platz an dem ich mich erholen kann und an dem ich ein gutes soziales Umfeld habe. Ich bin grade nach Wien umgezogen und fühle mich bisher dort äußerst wohl. Ich wohne in einem wunderschönen Apartment inmitten ruhiger Natur. Ich habe einen schönen Ausblick über Wien und bin außerhalb des Lärms der Stadt. Was mich sehr freut ist, dass  zwei meiner besten Freunde dort bald wohnen werden und darüber hinaus habe ich auch schon einige Kontakte knüpfen können in den zwei Wochen die ich dort gelebt habe. Die Stadt ist insgesamt schön sauber, es gibt viele schöne Restaurants, ein paar nette Clubs/Bars, viele Kartenräume und die Menschen sind angenehm. Soweit ist der Ersteindruck sehr positiv!

Ansonsten arbeite ich seit mehreren Monaten bereits stark daran meine erste Firma aufzubauen. Da ich mich bereits gut in der Pokerwelt auskenne, war es logisch für mich dieses erste Projekt auch dort aufzubauen, wo ich den Markt schon gut kenne. Es wird sich um ein Pokerportal mit dem Schwerpunkt Pokerschule handeln, in der ich meine Geheimnisse Preis geben werde und Anfänger auf den Weg zum Profi bringen will! Die Aufbau Arbeit empfinde ich als sehr befriedigend, erfrischend und produktiv. Es macht mich sehr glücklich mich beruflich neu zu entdecken, neues zu lernen und etwas Produktives zu schaffen von dem Andere einen Mehrwert haben!

Mein Zeitmanagement und meine Organisation haben sich dieses Jahr auch schon deutlich verbessert. Allerdings sind dies beides noch Punkte bei denen ich mich stark verbessern kann. Ich bin ein Schlaftalent und liebe es täglich 9-10 Stunden zu schlafen und bin eher nachtaktiv. Des Weiteren lasse ich auch gerne den Tag auf mich zu kommen und lebe häufiger etwas unstrukturiert hinein. Auch tappe ich häufiger in Zeitfallen, wie beim Ausgehen, dass ich zu lange auf Parties bleibe die mich langweilen oder im Internet sinnlos herum zu surfen. Hingegen sind meine Fernsehgewohnheiten schon immer besser geworden. Ich schaue vielleicht in der Woche eine halbe Stunde reguläres TV und dann noch einige Stunden ausgewählte Serien. Filme wähle ich in der Regel vorsichtig aus, da gute Filme selten sind, deshalb schaue ich mir meistens erst Reviews an oder verlasse mich auf Empfehlungen von Freunden mit gutem Filmgeschmack.

 

Nun zum Pokerteil meines Blogs. Nachdem dritten Platz beim Snowfest, war ich natürlich top motiviert in San Remo nun meinen ersten EPT Titel zu gewinnen. Das Turnier war aber kurz und schmerzlos vorbei. Erstes Blind Level 50-100, zwei limper, CO aggressiver Spieler raist auf 550, ich calle nur mit JJ im BB (da wir sehr deep sind mit ca. 30k Stack), die limper callen dahinter. Ich floppe so gut wie die Nuts auf QcJc4s und entscheide mich dazu zu checkraisen. Wie erwartet spielt der CO nun 1200 an und ich erhöhe an dieser Stelle auf 4000. Die beiden limper folden und er bezahlt nach einigem überlegen. Der Pot ist jetzt am Turn schon ca. 10k groß und eine 8d fällt. Ich hatte ihn sofort auf einem Draw oder einer Hand wie Toppair nachdem er länger überlegt und bezahlt. Ich muss hier nochmal anspielen um gegen Draws zu protecten, wie AcTc,KTo etc. und ihn vielleicht dazu zu bringen hier mit einer recht starken Hand wie AQ, AA,KK broke zu gehen oder einen draw semi-bluff shoven.  Ich bette 7,3k und er shoved für 15k mehr, die ich so gut wie insta-calle. Die Art und Weise, wie er Allin gegangen ist und seine Reaktion auf die 8d am Turn haben schon die Vermutung bei mir aufkommen lassen, dass er T9 gespielt hat, aber diese Hand kann ich an dieser Stelle nicht mehr aufgeben. River blankt und ich bin so gut wie aus dem Turnier. Kurz danach gehe ich mit AQ auf einem Ad7s4s board All In und laufe gegen AK, so short war da nichts zu machen …

 

Als nächstes freue ich mich schon sehr aufs jährliche Pokerhighlight in Monte Carlo das EPT Grand Final! Falls ich weiter in San Remo festsitze werde ich wohl heute Abend statt zum Flieger mit Freunden nach Cannes oder Monte Carlo aufbrechen.

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