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Von: sky4u2
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/Mai/2014

Innen hui, außen pfui…

Von: sky4u2 @ 11:39 (CEST) / 525 / Kommentar ( 0 )

…um mal eine bekannte Redewendung auf den Kopf zu stellen. Dies beschreibt wohl ziemlich zutreffend die dritte adaptierte deutsche Ausgabe von Easy Game. Nicht das wir uns gleich falsch verstehen. Dieses Buch ist für mich das Standartwerk der Pokerliteratur. Was Harrington wohl vor 10 Jahren war, ist Easy Game von Andrew "BalugaWhale" Seidman wohl heute.

Ich kannte bereits die beiden englischen Ausgaben von Easy Game und war erstmal nur neugierig auf die Veränderungen die der Autor durchgemacht hat. Man sollte hier wissen das diese erste deutsche Ausgabe eine Zusammenfassung der ersten beiden Büchern ist, in denen der Autor die Kapitel neu zusammenstellt, erweitert und mit Kommentaren versieht, Änderungen und Fehler einsieht und versucht ins rechte Licht zu rücken.

Im ersten Moment – das gebe ich zu – konnte ich mich des Gedankens nicht erwehren: Hey, da braucht doch jemand eine neue Bankroll und versucht nochmal aus zwei Büchern einen zusammenfassenden Aufguss zu machen. Wie man hier wissen sollte, hat Mr. Seidman zwischenzeitlich nach einem heftigen Downswing Abstand vom pokern genommen. Er nimmt hier das Wort "Noosebleed Crusher" in den Mund und man kann davon ausgehen das er sich hier selbst beschreibt. Der offene Umgang damit erstaunt mich. Meiner Meinung nach ist verlieren ein wesentlicher Bestandteil des Spiels: Man muss ihn nicht mögen, aber seinen Frieden damit machen. Aber das beschreibt auch wahre Champions: Sie stehen halt einmal mehr auf als alle anderen und das verdient meinen Respekt.


Ich möchte mich jetzt zu tief in inhaltliche Details verstricken, Buchrezensionen über Easy Game gibt es wohl zu genüge.  Der Inhalt steht für sich: Poker ist ein ganz einfaches Spiel – wenn man es einfach spielt. Z.B. verzichtet der Autor so gut es geht auf ein HUD, ist nur an wesentlichen Basisinformationen interessiert. Mathematik: Who cares? (Na, ganz stimmt das nicht. Die Basics der Pokermathematik sollte man schon drauf haben aber darauf wird in diesem Buch nur am Rande eingegangen und ist für das Spiel auch "fast" nur nebensächlich).

Der Autor möchte im Wesentlichen den Leser zum denkenden Spieler erziehen: Macht die Birne an beim pokern: callt keine 3bets OOP gegen starke Spieler mit halbgaren Karten und werft endlich eure Asse weg wenn eine passiver schlechter Spieler auf Turn und River den Holzhammer auspackt… (um nur einige Beispiele zu nennen.) Aber jetzt wird es leider auch schon übel: Hey, ich bin nicht gerade ein Genie der deutschen Sprache (und wer Rechtschreibfehler findet kann diese gerne behalten und/oder wer im Glashaus sitzt sollte lieber im Keller pinkeln gehen),  aber der Übersetzer hat hier mehr als nur einen üblen Tag gehabt und ich bezweifele auch das dieses Buch jemals einem kompetenten Lektor zur Vorlage gereicht wurde. Selbst auf der beschreibenden Bucherläuterung auf der Rückseite findet man den ersten Schreibfehler. Das ist mehr als peinlich. Die Peinlichkeiten setzen sich im Buch auch fort. Lässt man mal den Umstand weg, dass hier und da der Inhalt Opfer von "Lost in Translation" wurde, so springen einem die offensichtlichen Rechtschreibfehler, Gramatikfehler, Absatz- und Formatierungsfehler seitenweise an. Hände die im Original noch richtig erklärt wurden, werden in der deutschen Fassung falsch abgedruckt. Auch die allgemeine Qualität des Buches ist im vergleich zu anderen Verlagen mehr als dürftig. Um dieses Buch mal mit Büchern von Premium Poker Publishing zu vergleichen, ist die Materialqualtität eher minderwertig. Das Buch ist schlecht gebunden (zu oft sollte man die ersten und letzten Seiten nicht lesen wenn man noch alle Seiten zusammen haben möchte) und die Papierqualität geht schon eher in Richtung Pergament mit höherer Lichtdurchlässigkeit. Summa summarum für ein Buch das 60€ kostet eine Frechheit…

…wenn da nicht der Inhalt wäre. Den dieser ist nach wie vor Top of the Pops und ein "must-have" für jeden Pokerspieler der auch nur ansatzweise eine Chance in den zunehmend härter werdenden Online-Partien haben möchte.

Fazit: Für wen ist das Buch etwas? Für jeden der das englische Original noch nicht gelesen hat und über die Unzulänglichkeiten in der deutschen Ausgabe hinwegsehen kann. Vertickert noch schnell den alten Harrington aus dem Bücherregal an den "Fisch" von morgen und kauft Euch dafür Easy Game. Alle die das Buch nicht kennen, aber der englischen Sprache halbwegs mächtig sind: Kauf das englische Original. Alle die das englische Original bereits kennen, brauchen diese Ausgabe im Prinzip  nicht mehr. Den soviel neues gibt es für die 60€ nicht mehr…

Kleine Anmerkung noch (auch wenn Eigenlob stinkt): Ich war ganz zufrieden mit mir selbst, dass ich damals schon erkannt habe,  dass einige Theorien und Konzepte nicht so ganz stimmig waren und heute revidiert oder zumindest "aufgeweicht" wurden. Die Sichtweise für die Kapitalisierung von Dead Money (bzw. Grund #3 für eine Bet) ist eines der Beispiele. Alle die das Buch gelesen haben wissen was ich meine

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