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Skys Blog

Hier geht es um Themen den den sky4u2 beschäftigen
Von: sky4u2
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Hallo Intelli-Gemeinde,

da mein erster Blog (wie ich zu meinem bedauern erst jetzt festgestellt haben) doch tatsächlich Beachtung gefunden hat, möchte ich auf die Fragen und Anregungen eingehen. Es kam die Frage der ALL-IN-Schwelle auf. Was ist das?

Kurz nochmal zur SPR: Wie ich bereits mit den SPR (Stack-to-Pot-Relation)  erklärt habe, sollte man sich umso mehr verpflichtet fühlen den Showdown zu sehen je größer der Pot zu dem verbleibenden Stack ist. Ich plane jede meiner Hände mit dem Blick auf eine ALL-IN Entscheidung (und somit auch mit Hilfe der SPR). Da gibt es im Grunde nur zwei Situationen für mich:

Entweder:
Ich möchte um einen großen Pot spielen (weil meine Hand gut ist oder sehr viel PotEquity hat), dann
1. Baue ich einen Pot auf mit dem Ziel All-In zu gehen
2. Diese Entscheidung treffe ich bevor ich einen Pot aufbaue und 1/3 meines Stacks investiere.

Oder:
Ich möchte nicht um einen großen Pot spielen, dann
1. Betreibe ich Pot Kontrolle
2. Investiere ich nicht 1/3 meines Stacks und folde dann (Die Aufgabe eines Drittels des Stacks ist derart teuer, dass ich versuche dieser Situation aus dem Weg zu gehen. Dazu ist es notwendig eine Bet voraus zu denken).
3. Calle und bringe ich keine großen Bets an der ALL-IN-Schwelle (10% des Stacks, dazu gleich mehr)
4. Beachte ich die einzige Ausnahme:  Ich calle, wenn die PotOdds und die implied Odds dies rechtfertigen.

Und was hat das mit der ALL-IN-Schwelle zu tun und den 10%?:
Die AIS (ALL-IN-Schwelle) ist überschritten, wenn etwa 10% des kleineren Stacks in die Mitte gewandert ist. Warum? Bei der nächsten hohen Bet landet etwa ein Drittel Ihres Stacks in der Mitte und mit wie jeder weiteren hohen Bets ist man ALL-IN oder kurz davor. Aus diesem Grund ist es eine gute Idee, sich die Frage zu stellen, ob man wirklich um einen großen Pot spielen will. Es mag sich nicht so anfühlen als stünde bei 10% Investition eine ALL-IN Entscheidung an, aber genau das tut es.

Ein etwas komplexeres Beispiel dazu:
Sie haben im BB einer Partie mit 7 Spielern und Blinds von 5$/10$. Die Stacks betragen 1000$. Ein aggressiver Spieler eröffnet den Pot mit einem Raise auf  50$. Er hat dies schon mehrfach mit einem weiten Spektrum an Händen getan. Der SB callt. Sie halten Ihre Hand gut genug für einen Call, aber nicht gut genug, um Out of Position zu reraisen. Sie callen und im Pot liegen 150$.

Auf dem Flop kommt  . Der SB checkt, Sie checken und der aggressive Spieler setzt 100$. Der SB callt. Sie sind nicht sicher, wie Sie mit dieser Situation umgehen sollen, denken aber, hier meist vorne zu liegen. Sie callen. Im Pot liegen 450$.

Auf dem Turn erscheint die Der SB checkt, Sie checken und der aggressive Spieler setzt 260$, ein wenig mehr als die Hälfte des Pots. Der SB foldet. Die denken noch immer, vermutlich vorne zu liegen und wollen sehen, was Ihr Gegner auf dem River macht. Sie callen. Im Pot befinden sich 970$.

Auf dem River kommt der . Das vollständige Board ist jetzt . Sie checken. Der aggressive Spieler setzt 480$. Was sollten Sie tun?

Das ist eine Bet in halber Potgröße. Ihr Call wird die Action beenden, deshalb ist es eine Frage der Pot Odds. Sie bekommen 3:1 geboten. Mit Ihrer Hand müssen Sie doch zumindest jedes vierte Mal diesen aggressiven Spieler schlagen, oder? Zu spät realisieren Sie, dass Sie nur noch 590$ übrig haben und die 480$-Bet Sie nahezu All-IN setzt. Aber das spielt keine Rolle. Sie glauben (oder hoffen), häufiger als jedes vierte Mal die bessere Hand zu haben und callen.

Quelle Handbeispiel: Professional No-Limit Hold’em (Flynn, Metha, Miller)

WAS GING SCHIEF?

Sie überschritten planlos die All-In-Schwelle. Sie investierten vor dem Flop 5% Ihres ursprünglichen Stacks. Auf dem Flop machte die Bet zusätzliche 10% aus, daher überschritten Sie mit Ihrem Call die AIS. Sie hätten einen ALL-IN-Plan fassen müssen, BEVOR Sie auf dem Flop callten. Die 100$ auf dem Flop zu callen, war völlig in Ordnung, selbst wenn Sie nicht zu einem ALL-In bereit gewesen sind. Auf aber dem Turn, als Sie checkten und Ihr Gegner 260$ setzte, brauchten Sie einen Plan. Die 260$-Bet konnte Sie an den Pot binden. Sie hätten daher eine endgültige ALL-In-Entscheidung treffen müssen, bevor Sie callten. Sind Sie nicht zu einem ALL-IN bereit, sollte Ihr normaler Spielzug ein FOLD sein.

Hätten Sie zu einem ALL-IN bereit sein sollen? Schwer zu sagen. OOP ist dies gegen einen aggressiven Gegner eine schwierige Entscheidung. In solchen Fällen die richtige Entscheidung zu treffen, erfordert Erfahrung und hervorragende Fähigkeiten bei der Analyse der möglichen Hände Ihres Gegners. In diesem Beispiel geht es aber nicht darum, welche Entscheidung richtig gewesen wäre, sondern darum, wann Sie diese hätten treffen sollen. Die Turn Bet zu callen, um "zu sehen, was er auf dem River macht", ist ein schrecklicher Spielzug gegen diesen aggressiven Gegner.

Na da lässt der Sky aber eine Menge Möglichkeiten unter den Tisch fallen… Richtig!  Er könnte doch im obigen Beispiel geblufft haben.

Wie Bluffs wiederum Hand in Hand mit der ALL-IN-Schwelle gehen erkläre ich gerne in meinem nächsten Blog, sollten sich wieder Interessenten hierzu finden.

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