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/Mär/2008

Analyse und Auflösung der Oster-Hand

Von: team-de @ 03:31 (CET) / 7 / Kommentar ( 84 )

 In meinem letzten Blogeintrag habe ich eine Fixed-Limit-Hand vorgestellt.

Zur Erinnerung:

Preflop: CO erhöht, Button foldet, ich reraise mit , der BB foldet und CO callt.
Read: Der Gegner ist extrem loose, aggressiv preflop und aggressiv postflop (60 VPIP/20 PFR/1,7 AF über 220 Hände).

Flop: , zwei Spieler, Sieben-SB-Pot.
Ich wette und der Gegner callt.

Turn: , 4,5-BB-Pot.
Ich checke, Villain checkt.

River: , 4,5-BB-Pot.
Ich wette, der Gegner erhöht.

Preflop und Flop sind ganz normal gespielt. Nun bin ich am Turn in einer schwierigen Lage. Das spiegelt sich auch in den Kommentaren zur Hand wieder. Die Meinungen gingen weit auseinander, die Mehrheit findet aber eine weitere Wette besser.
Auf diesem eher ungefährlichen Board und gegen einen Gegner der extrem loose ist, habe ich gute Chancen, vorn zu liegen, obwohl ich nichts getroffen habe. Also möchte ich gern den Showdown sehen, es sei denn, ich bekomme ein klares Signal, geschlagen zu sein. Wenn ich jetzt wette und der Gegner erhöht, ist meine Hand wahrscheinlich zu schwach zum Weiterspielen. Falls ich dann aber die beste Hand folde, ist das das Schlimmste, was passieren kann.
Wenn ich hingegen checke, würde ich eine Wette seinerseits callen und am River nochmal Check/Call spielen. Dadurch ist ausgeschlossen, dass ich die beste Hand folde, und ich habe gute Chancen, Bluffs vom aggressiven Gegner zu induzieren.

Am River stehe ich wieder vor einer schweren Entscheidung. Die Alternative zu einer Wette ist für mich Check/Call. Ein Fold kommt nicht in Frage. Dazu ist meine Hand zu stark und der Gegner zu aggressiv. Die Fragen, die sich stellen, um zu entscheiden, ob ein Check besser ist, sind:
a) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gegner eine bessere Hand foldet?
b) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gegner mit einer besseren Hand callt?
c) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gegner mit einer schlechteren Hand callt?
d) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gegner eine bessere Hand wettet, wenn ich checke?
e) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Gegner eine schlechtere Hand wettet, wenn ich checke?
Fragen über Fragen. Recht eindeutlig ist nur a): Ein derart looser Gegner wird quasi nie eine schlechtere Hand folden. Alles andere muss man schätzen und kann auch leicht grob daneben liegen. Ich habe mich für die Wette entschieden, weil ich glaube, dass ich sehr häufig von Ace-high und King-high, vielleicht sogar von Queen-high gecallt werde.

Der Raise des Gegners hat mich dann sehr überrascht. KingMidas83 schreibt: "Hier wollte ich erst schreiben, dass er hier ganz klar eine Zehn oder ein mittelhohes Pocket hat, als ich dann beim zweiten Hinsehen gemerkt habe, dass diese gar nicht zu seinem Flop-/Turnplay passen, weil er beide wohl am Flop erhöht, bzw. spätestens am Turn gebettet hätte. In seine Range gehören sie natürlich trotzdem (seinen Stats nach hat er wohl eh nicht so den Plan von Poker ), aber auch jede Menge Air/Busted Draws, mit der er uns hier bluffen will. Was er hier NICHT hat, sind einzelne Pairs, A-high, mit denen hat er genug Showdown-Value um zu callen, wenn er raist, callen ihn dagegen nur noch bessere Hände."
Das trifft den Nagel auf den Kopf und es ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Der Raise des Gegners ergibt hier sehr wenig Sinn. Jede ordentliche Hand hätte er wohl schon auf dem Turn gewettet (man kann sich darauf natürlich nicht mit Sicherheit verlassen, aber es ist sehr wahrscheinlich) und der River kann ihm nicht geholfen haben, wenn er am Turn nicht schon mindestens Top Pair hatte. Eine unlogische, aggressive Spielweise deutet oft auf einen Bluff hin ...

Die Auflösung: Ich callte und der Gegner zeigte für King-high und ich gewann mit Ace-high.

Diese Hand finde ich sehr ungewöhnlich, weil vollkommen unglaubwürdige Bluffs bei Fixed-Limit selten vorkommen. Bei No-Limit gibt es mehrere Möglichkeiten, sich durch verschiedene Wettgrößen "auszudrücken". Deshalb kommt es beim NL eher vor, dass ein Gegner eine Wettsequenz wählt, die einfach zu keiner guten Hand passt. In diesem Beispiel glaube ich, sehr gut gespielt zu haben. Insgesamt war ich aber nicht zufrieden. Ich habe in der Session einige Fehler gemacht und bin letztlich auch im Minus gelandet.
Ich hoffe, euch hat mein Ausflug zu den Min-Bets gefallen. Falls ich es wirklich schaffen sollte, die nächsten Monate regelmäßig Limit zu spielen, werde ich sicherlich mal wieder davon berichten. Bis zum nächsten Mal.

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