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/Dez/2008

Außerplanmäßig - Teil 2

Von: team-de @ 15:31 (CET) / 6078 / Kommentar ( 55 )

O.k., bevor ich am Mittwoch in die Endphase des Turniers einsteige, muss ich doch noch auf die Kommentare eingehen. Das betrifft vor allem die letzte Hand, in der ich (mit viel Dusel, ja ich geb es zu) die Asse geknackt habe. Hier ein kleiner Auszug der Reaktionen.

  1. Da waren paar glückliche Hände dabei! Und ein bisschen hast ja auch gedonkt mit Q8 Karo ist für mich bei dem Action am Tisch preflop ein klarer Fold. Letzte Hand mit K10 schön die Asse zerbröselt, klasse. Auf jeden Fall war die Varianz sehr auf deine Seite, kannst dich nicht beschweren.

  2. ich glaub, das kann man wirklich Lauf nennen, obwohl ich den All-in-call mit k 10 auf dieses Board nicht nachvollziehen kann, aber das Ergebnis hat ja gestimmt, trotz der Außenseiterchance diesen Pot zu catchen

  3. Wie du schon geschrieben hast, wenn es einmal läuft dann kommen die Karten nur so geflogen!! So manchen Call kann ich zwar nicht nach vollziehen, z.B. die K10, offsuit oder auch die Q8 Karo, die hätte ich im Leben nicht gespielt, aber das Glück war da ganz klar auf deiner Seite!!!

  4. Z.B. Deine Hand mit K10o gegen AA...nach dem Flop hattest Du nur Middle Pair und Dein Raise wurde kräftig gereraist...Alarm...auf dem Turn hattest Du dann zwar Two Pair, aber ein möglicher Flush Deines Gegners hätte sich mit dem König in Herz vervollständigt gehabt....wieder Alarm....zu Deinem Glück hatte Dein Gegner nur AA, aber selbst auf dem River hätte sich das Board noch paaren können und dein Two Pair wäre damit evtl. noch entwertet worden...das war pures Glück...an der Stelle wäre Dein Turnier normalerweise beendet gewesen!

Vorab ist es natürlich völlig klar, dass dies ein Lucky Punch war. Man sollte sich allerdings auch vor Augen halten, wie es zu dieser Situation gekommen ist. Die Hand kann man durchaus besser spielen, allerdings sind grundsätzliche Dinge in dieser Hand einfach Standard.

[replayer hand=104355]

Ich sitze also am Button mit zwei Overcards und openraise für drei Big Blinds. Hier könnte man durchaus ein kleineres Raise zwischen 60.000 und 70.000 ansetzen, was den Vorteil hätte, dass ich nach einem Push aus den Blinds billig folden kann. Jetzt passiert etwas Ungewöhnliches, denn der Big Blind callt lediglich. Nach dem Flop erwarte ich eigentlich den verzögerten Push, doch der Big Blind checkt. Ich habe heads-up ein mittleres Paar getroffen und kann mich hier überhaupt nicht damit anfreunden, meinen Gegner auf ein Overpair zu setzen und hinterher zu checken. Für mich kommt hier ein Einsatz zwischen 120.000 und All-in in Frage und ich entscheide mich für 180.000, also fast Pot. Wie sich herausstellt, hat mich mein Gegner getrappt und erreicht genau das, was er von Anfang an wollte, denn nach seinem All-in kann ich auf gar keinen Fall mehr folden. Der Pot ist 670.000 Chips groß und ich muss nur noch 92.000 nachzahlen. Das sind Potodds von gut sieben und somit benötige ich hier nur eine Gewinnchance von etwa 12,0 %!! Allerdings gewinne ich diese Hand sogar in 22,9 % aller Fälle – easy Call!

Was wäre passiert, wenn ich nur 120.000 gesetzt hätte? Der Pot wäre dann 336.000 Chips groß und wenn mein Gegner jetzt all-in pusht, dann muss ich noch 152.000 nachzahlen, in einen Pot, der dann 608.000 Chips groß ist. Die Potodds liegen diesmal bei exakt vier, ich brauche also auch hier nur 20 % - Call.

Wie ich bereits erwähnt habe, wäre vor dem Flop durchaus ein kleineres Raise angebracht gewesen, und das hätte die ganze Situation dann natürlich entscheidend verändert. Raise ich auf 60.000 und der BB callt, dann ist der Pot 156.000 Chips groß (statt 216.000). Das bedeutet, mein Bet nach seinem Check am Flop läge zwischen 80.000 und max. 100.000 (aufgrund meines kleinen Raises vor dem Flop, würde ich hier ebenfalls vorsichtiger conti-betten). Nehmen wir die 100.000 und mein Gegner geht jetzt all-in für 302.000. Der Pot wäre jetzt „nur“ 558.000 groß und ich müsste noch 202.000 nachzahlen. Potodds 2,8. Hier bräuchte ich also 26,3 % Gewinnchancen und kann folden.

So wie ich die Hand gespielt habe, gibt es also nur zwei Möglichkeiten, aus der Nummer rauszukommen:

  1. Mein Gegner geht vor dem Flop all-in

  2. Mein Gegner geht nach dem Flop direkt all-in

Kurz noch zum letzten Satz im vierten Kommentar. Wenn ihr euch die Stacksizes anschaut, dann werdet ihr feststellen, dass ich deutlich mehr Chips als mein Gegner habe. Ich riskiere hier also nicht mein Turnierleben!!!

[replayer hand=104349]

Dann noch kurz zur Hand mit . Ich bekomme in dieser Hand vor dem Flop Potodds von 4,9, was bedeutet, dass ich diese Hand nur in 17 % aller Fälle gewinnen muss, um profitabel zu callen. Noch dazu kann ich in dieser Hand maximal ein Drittel meines Stacks verlieren (achtet auf die Stacks der Gegner!). Schränke ich die Hände der Gegner so ein, dass diese nur mit 28 % ihrer Starthände hier dabei sind, dann sind es immer noch fast 20 %. Dass ich dann am Flop meine Gegner nicht gleich all-in gesetzt habe, war allerdings schwach!

Die restlichen Hände sind eigentlich Standard. Bei dem Call des All-ins mit habe ich nur ein M von zehn, da werde ich auf keinen Fall folden. Auch hier riskiere ich mein Turnierleben nicht!

In der Hand mit openraise ich auf vier BB, hier könnte ich auch drei BB setzen, aber auch in diesem Fall würde ich die Hand niemals aufgeben vor dem Flop (M knapp über zwölf), daher ist auch es auch egal, ob ich vier oder drei BB setze. Und mein Turnierleben stand auch diesmal nicht auf dem Spiel.

Einen interessanten Kommentar möchte ich noch nachschieben.

  • Ich finde es gut wenn man als Pokerspieler der nahezu nur noch große Turniere gewohnt ist, auch ab und zu an seine Wurzeln zurück kehrt und auch kleine Turniere im engeren Kreise spielt…. Aber ein Treffen zu verschwitzen, weil man Poker spielt, Live Stream schaut usw. ist schon happig. Also ich würde das auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.

1. Ich bin große Turniere gewohnt, allerdings als Schreiber und nicht als Spieler. Damit möchte ich auch zum Ausdruck bringen, dass ich definitiv kein Strategieexperte bin.
2. Auch wenn es so rüber gekommen ist, ich nehme es bestimmt nicht auf die leichte Schulter!

Wie ihr seht, ist der Blog jetzt schon wieder ziemlich lang geworden, daher werd ich den zweiten Turnierteil auf Mittwoch verschieben, denn es gibt noch viel wichtigere Dinge im Leben als Poker zu spielen.

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, auf eine Aktion von Intelli-Mitglied Der Heiner aufmerksam zu machen. Im Forum hat er zu einer Staking-/Spenden-Aktion zugunsten der DKMS-Stiftung aufgerufen.

Jeder Euro zählt - im Kampf gegen die Leukämie
und bei der Suche nach dem passenden Spender!

Das Besondere an dieser Aktion ist, dass neben direkten Spenden auch Spieler für das Sunday 200 Grand gestakt werden können, die dann einen Teil ihres Gewinns der Spendenaktion zur Verfügung stellen. Wie die Aktion genau abläuft, erfahrt ihr im Forum - Poker Allgemein - Allgemein. Hier der Link:  http://www.intellipoker.com/community/forum/showthread.php?t=47465

Bis Mittwoch

robinse

 

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