javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

team-de blog

team-de blog
Von: team-de
Send PM
/Aug/2008

B.O. Classic - Deepstack-Freude pur?!

Von: team-de @ 17:22 (CEST) / 12 / Kommentar ( 126 )

Hallo zusammen,

wie versprochen kommt heute mein Bericht von den B.O. Classic.

Das Turnier versprach vorweg, ein schönes und nicht zu teures Deepstack-Turnier zu werden. Das Buy-in betrug €150 plus €15 Gastropackage, was drei Getränke sowie ein Büfett am ersten Tag beinhaltete. Dazu war in den ersten vier Levels ein Rebuy erlaubt, wofür es 5.000 Chips (was auch der Startingstack war) gab, sowie nach Beendigung von Level vier ein Add-on von 10.000 Chips für weitere €150.

Für Maximalkosten von €465 versprach das Turnier eine Superstruktur zu haben und dies war auch der Fall. Mit der EPT-Struktur und 45-Minuten-Blinds konnte ordentlich gespielt werden und nach dem Add-on bei einem Average von 50 bis 60 Big Blinds konnte auch mal ein Flop angeschaut werden, ohne dass man gleich committed war.

Jedoch hatte das Turnier auch einige Schattenseiten und manche davon waren völlig unverständlich. So begann man beispielsweise das Turnier mit Chips mit einem Wert von 5, 10 und 20 (die Blinds starteten bei 25/50), was völlig unnötig war und viel Zeit kostete, gerade auch später, wo noch die Antes hinzukamen. Hätte man hier einfach 25er-Chips genommen, hätte es viel Zeit und Nerven gespart und ich frage mich bis jetzt noch, wer auf die Idee gekommen ist, all die Chips einzusetzen ...

Was ich auch noch zu bemängeln hatte bzw. habe ist der Fakt, dass an Tag 1 ausschließlich an Elfertischen gespielt wurde. Ich finde ja schon zehn Leute an einem Tisch als Shorthanded-Spieler schlimm, aber Elfertische sind dagegen die reinste Qual, nicht nur, dass es eng war, sondern war eine Hand wie AJs in früher Position nichts mehr wert, weil einfach zu viele starke Hände im Umlauf waren. Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Turnierleitung sich an ein Maximum an Teilnehmern gehalten hätte, anstatt völlig überlastet zu sein.

Und leider war es das bisher auch nicht mit der negativen Kritik, denn gerade weil die beiden ersten Tage so überlastet waren, gab es wohl auch einen Mangel an Dealern und so wurden welche eingesetzt, die ihren ersten Tag hatten und so war es keine Seltenheit, dass man pro 45-Minuten-Level vielleicht nur zehn bis 15 Hände spielte, was natürlich gerade für Shortstacks von großem Nachteil war. Allgemein hatte man das Gefühl, dass bei den Dealern mehr auf gutes Aussehen als Kompetenz gesetzt wurde, denn es wurden einfach zu viele Fehler gemacht.

Die größte Kritik an dem Turnier muss man meiner Meinung nach der Auszahlungsstruktur machen, denn anstatt dass der ganze Preispool in Geld ausgezahlt wurde, hat sich die Turnierleitung die Option herausgenommen und viele Sachpreise ausgezahlt. So wurden bei einem Preispool von €63.000 (der meiner Meinung nach auch verdächtig gering war bei über 240 Teilnehmern) nur €45.800 auch tatsächlich in Geld ausgezahlt, der Rest wurde in Form von WPT-Tickets (à €770), Turniertickets inklusive Hotel in Berlin (à €500) und für die Top 3 je ein EPT-Dortmund-Ticket (Wert ca. €6.500), eine Rolex (Wert ca. €3.000) und ein LCD-Fernseher (Wert ca. €1.000) ausgezahlt und nur die Top 18 bekamen auch tatsächlich Geld. Wäre das vorher bekannt gewesen, wäre der Andrang sicherlich nicht ganz so groß gewesen.

Aber versteht mich nicht falsch, es gab zwar viele negative Kritikpunkte, jedoch gab es auch einiges zu loben. Vorneweg war die Struktur wirklich, gerade für deutsche Verhältnisse, spitze. Die Stimmung war gut, das Essen war gut, die Floormen waren bei Bedarf schnell zur Stelle und man konnte für relativ wenig Geld für viele Stunden Pokerspaß haben. Ich glaube, wenn man die Kritikpunkte von mir oben beherzigen und angehen könnte, könnte aus dem Turnier was Großes werden es wäre sicherlich für jeden, der gern Deepstack-Poker spielt, einen Besuch.

Aber nun zu meinem Turnier, das, vorweg gesagt, leider nicht sonderlich erfolgreich lief.

Mein Ziel war es, in der Rebuy-Phase viele Chips anzusammeln und auch mal ein bisschen Risiko einzugehen. So limpte ich recht viel mit Connectors und hoffte auf ein gutes Board bzw. darauf, in Position den Pot zu klauen. Dies gelang mir auch ganz gut.

In einer Hand, wo jemand in mittlerer Position limpte, ein etwas looserer Herr bei Blinds von 50/100 auf 450 raiste, fand ich im Cut-off und callte nur, ebenso der ursprüngliche Limper. Auf dem Flop kamen und beide checkten zu mir. Ich wollte in dieser Situation gern ein Risiko eingehen, um einen möglichen größeren Pot zu gewinnen und checkte deshalb auch. Turn war eine und diesmal setzte der Initial Raiser 800, ich callte nur und der Limper foldete. River war eine und er setzte 2.200 Chips, was bei 5.000 Chips schon eine große Menge war, ich callte wieder nur, weil er ja genauso ein Set haben konnte, und er warf seine Hand direkt in den Muck. Ich glaube, in der Hand habe ich alles richtig gemacht, da ich, wenn ich am Flop gesetzt hätte, nichts mehr gewonnen hätte. Denn so hat er mich womöglich auf einen Flushdraw oder ein mittleres Paar wie 77 oder 99 gesetzt und noch zweimal gefeuert.

Danach kam jedoch kurz vor dem Add-on die Hand, die für mich eine Art Wendepunkte darstellte. UTG raiste ein solider Spieler bei Blinds von 100/200 auf 800, ich fand zwei Asse in zweiter Position und callte nur, da ich wie gesagt bereit war, ein Risiko für größere Potgewinne einzugehen. Ein Spieler in mittlerer Position callte auch und der Button ging mit 3.600 Chips all-in, die beiden Blinds foldeten und der Initial Raiser ging mit etwas über 4k auch all-in. Ich isolierte und ging auch nochmal drüber, da ich sicherlich nicht mit meinen Assen gegen drei Gegner spielen wollte, und es klappte auch. Im Showdown zeigten mir meine Gegner AJo (Button) und KK (UTG), Flop war , Turn , River und ich verlor gegen beide. Dann erzählte mir noch der Big Blind, er hätte einen König gehabt, also habe ich gegen einen One Outer einen zu dem Zeitpunkt riesengroßen Pot verloren und ich war wieder am Anfang mit ca. 7.000 Chips, die ich noch übrig hatte.

Nach der Hand schien irgendwie nichts mehr zu laufen, so fand ich absolut keine Hände mehr und überlebte mit Steals und Resteals. Kurz darauf kam ich auch noch an einen neuen Tisch mit meinem kleinen Stack und musste auch immer wieder all-in oder Fold spielen, da ich anders nicht mehr überleben konnte. Zum Glück hatte ich einen unterhaltsamen Tisch erwischt und ich hatte vor allem mit Christian Pörtzel aus Leipzig viel Spaß. Als ich dann noch mit mal wieder all-in ging und von gecallt wurde und meine Hand hielt, war meine Laune noch besser und ich war zwar immernoch shortstacked, aber immerhin war ich nicht mehr verzweifelt. Leider bekam ich immer noch keine Hände, konnte jedoch noch einen schönen Pot holen, als ich im Big Blind saß und der Button und SB callten, ich meine checkte und der Flop mit kam. Die Blinds waren inzwischen bei 500/1.000 und der SB setzte 2.200, ich callte, der Button foldete. Der Turn war ein , er setzte 4.500 und ich callte wieder (er hätte ja jetzt haben können), River war , er checkte, ich ging all-in, was ungefähr einem Potsize-Bet entsprach, und er foldete.

Dann bekam ich 30 Minuten vor Ende von Tag 1 und somit meine erste Premiumhand seit den Assen vor einer halben Ewigkeit und raise UTG+1 bei Blinds von 600/1.200 auf 3.000. Eine solide Spielerin callte mich in mittlerer Position und der Rest foldete. Flop kam , ich setzte 4.500 und sie setzte mich all-in (hatte noch ca. 18k behind). Ich überlegte und konnte mir nur zwei Hände vorstellen, die mich schlagen würden und das waren 77 oder 88. Jedoch hatte sie vorher auch schon Hände wie AQ oder AJ überspielt gehabt und ich entschied mich deshalb zu callen. Sie zeigte mir und ich bekam keine Hilfe mehr und war raus. Im Nachhinein hätte ich folden sollen bzw. müssen, wobei ich sie nicht auf A8 oder A7 setzen konnte. Später sagte sie mir dann noch: "Aber ich war doch suited." Na ja, that's poker.

Am zweiten Tag habe ich dann noch meinen Freund Daniel Ayaz supportet, der irgendwie vom Pech verfolgt ist, carddead war und schließlich als Bubbleboy ausschied. Immerhin bekam er noch als Trostpreis einen Kühlschrank, was ich als eine nette Geste von der Turnierleitung empfand.

Mein Fazit zu dem Turnier ist, dass es ein schön spielbares Turnier ist, was es ruhig häufiger geben sollte, jedoch sollte man wenigstens einige der Kritikpunkte lösen, dann wird sich das "B.O. Classic" auch sicher in Deutschland bei den Small- bis Middle-Limit-Spielern etablieren.

Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Eindruck von dem Turnier vermitteln und es hat euch gefallen. Zum Start der WCOOP werdet ihr dann auch regelmäßig etwas von mir zu lesen bekommen, da ich plane, mindestens acht Events zu spielen.

LG Patric

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/Top Promotions/
Beginners Bankroll Beginners Bankroll Noch nie eine Einzahlung getätigt? Baue dir deine eigene Poker Bankroll auf! Zeige Details
/beliebt/
Hand der Woche – Ace Jack suit... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um Ass-Bube suited ( ...
Mehr