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/Apr/2009

Card Room Crawl Atlantic City - Tag 1 und 2

Von: team-de @ 18:41 (CEST) / 370 / Kommentar ( 80 )

Tag 1 (Freitag, der 03.04.2009)

Nachdem ich um 6 Uhr aufgestanden war, ein Taxi zum Hamburger Flughafen genommen hatte, nach Frankfurt geflogen, dort umgestiegen, nach Philadelphia geflogen war und mich durch die Einreiseprozedur gekämpft hatte, war ich endlich nach ca. 18 Stunden in den Vereinigten Staaten von Amerika angekommen.
Im Vorfeld hatte ich schon am Flughafen angerufen und mich erkundigt, wie ich von dort direkt zum ca. 100 Meilen entfernten Atlantic City kommen kann. Mir wurde gesagt, dass ein Shuttle geht, bei dem ich mich auch direkt anmelden kann. Das hatte ich getan. Nun war dies kein Shuttle-Bus, sondern ein Mann mit einem großen Auto mit verdunkelten Scheiben. „Der kann unmöglich für mich sein“, dachte ich. Aber war er doch. Der Herr erklärte mir, dass ich die Einzige war, die nach AC reisen wollte und somit erhielt ich einen persönlichen Service. WOW! Donald, das war sein Name, erzählte mir auf dem Weg einiges über Philadelphia, Atlantic City, die Glückspielgesetzeslage, die ähnlich konfus ist wie in Deutschland, und ich konnte wunderbar Fotos und Videos machen auf meinem Weg nach Atlantic City mit Klasse!
Hier ein paar Eindrücke der Strecke:

Und dann war ich angekommen in meinem Motel. Ich wollte die ersten beiden Nächte im Ascot Motel verbringen, da es am Wochenende kaum erschwinglich ist, in einem Casino-Hotel zu übernachten. Das Ascot Motel ist direkt neben dem Tropicana Casino & Hotel und reicht für einen kurzen Trip vollkommen aus. Ich denke, man könnte es da sogar auch etwas länger aushalten …

Es war also Freitagabend und ich war absolut nicht in der Stimmung, ins Bett zu gehen. Außerdem sollte man sich immer gleich an die neue Zeitzone anpassen, sonst geht das nie gut. Also ging ich direkt gegenüber ins mir schon bekannte Tropicana, fand den Pokerroom sofort wieder, zückte meine Trop-Poker-Club-Karte und ließ mich tatsächlich dazu hinreißen, mich für das Turnier einzukaufen, das schon in vollem Gange war, ein $122-Freeze-out. 76 Spieler waren dabei und der Erste sollte ganze $3.040 erhalten. „Das wäre ein schöner Start … Also auf in die Schlacht!“
Gleich in einer der ersten Hände werde ich aktiv. Im Big Blind finde ich und das Board bringt . Gefährlich ... Und tatsächlich zeigt mein Gegner für die Straight. Ich bin gleich 5.000 Chips von meinen 15.000 los. Kurz darauf bekomme ich 2.500 Chips zurück mit einem geflopptem Set Zehnen. Da ich die slow gespielt hatte, bekam ich am Tisch etwas mehr Respekt.
Dann gab es eine Pause und schon wurden die Antes eingeführt. Die Blinds stiegen drastisch und ich erinnerte mich, warum ich in AC das letzte Mal auch so beim Turnier im Caesars Palace rumgedonkt hatte. Ich spiele nun gern am Anfang eines Turnieres ultratight und werde später aggressiv. Das ist hier aber nicht machbar. Hier muss man gleich von Anfang an reinhauen, sonst hat man später keine Überlebenschancen. Und so kroch ich langsam runter auf nur noch vier BB. Es kam zur entscheidenden Hand, als ich im BB saß und gedealt bekam. Es waren noch zwei bis drei Limper drin. Der Flop brachte . Ich ging all-in und bekam einen Instacaller. Er zeigte für geflopptes Two Pair und ich war raus.
Entmutigt ging ich dann doch ins Motel und legte mich schlafen.
Meine Poker-Bankroll war so von $1.300 auf $1.178 geschrumpft.

 

Tag 2 (Samstag, der 04.04.2009)

Wie erwartet war ich um 7 Uhr hellwach (in Deutschland war es ja schließlich 13 Uhr). Ich nutzte die frühe Stunde, um mich in meine Laufklamotten zu schmeißen und den berühmten Boardwalk und am Strand entlang zu laufen. Leider war es superwindig und der Sand wurde mir äußerst unangenehm ins Gesicht gepeitscht. Nach diesem Naturpeeling machte ich mich wieder auf den Weg zum Motel. Duschen, Anziehen, Schminken. Und auf ins Trump Taj Mahal Hotel & Casino.

Das „Taj“, wie es hier von allen genannt wird, protzt nur so mit riesigen schweren Kronleuchtern und viel indischer Deko. Eines meiner größten Reiseträume ist es zum Beispiel noch, einmal das echte Taj Mahal in Indien zu sehen. Das ist jetzt erst mal das Nächste, was drankommt … 
Hier ein wichtiger Reisetipp für Atlantic City (wahrscheinlich gilt das auch für andere Casinostädte): Besorgt euch in jedem Casino eine Mitgliedskarte. Egal, was ihr macht, ob ihr Slots spielt, Blackjack oder Poker. Alles wird irgendwie auf diesen Karten gespeichert und ihr bekommt dann nette Rewards, wie Restaurantvergünstigungen oder sogar Bargeld. In den meisten Casinos kann man noch nicht einmal Turniere mitspielen, ohne eine solche Karte zu besitzen. Also immer nach dem „Promotions Booth“ oder „Rewards Desk“ Ausschau halten. Im Taj wurde ich direkt dorthin geschickt, bekam meine Taj Card und kaufte mich für das $65-Turnier ein. Bis es losging, war aber noch Zeit. Und so setzte ich mich mit $200 an einen $1/$2-NLHE-Tisch. Der Cardroom des Taj ist beeindruckend. Auch hier hängen riesige schwere glitzernde Kronleuchter. Ich denke, ich habe bis zu 50 Tische gezählt, an denen man allerlei Varianten spielen kann.

Ich hatte gerade frisch aus dem „Harrington On Cash Game“ (das mich auf dieser Reise begleitet) gelernt, dass man im Cashgame ruhig auch mal spekulative Hände und nicht nur Premiumhände oder in Premiumsituationen spielen sollte, wie im Turnier.

So sah meine erste Hand am Tisch ungefähr so aus: Ich limpte mit offsuit. Der Flop kam . Ich checkte, mein Gegner setzte $12, ich callte. Der Turn brachte ein , $15 wurden gesetzt und von mir gecallt. Auf dem River kam eine und komplettierte mein Full House. Ich überlegte kurz, wie ich weitermachen sollte, und beschloss zu checken. Immerhin war mein Gegner die ganze Zeit der Aggressor gewesen. Und so ging er auch tatsächlich mit seinen letzten $20 all-in und ich gewann einen $80-Pot! Etwas später gewann ich noch weitere Pots mit gefloppter Straße und geflopptem Flush. Insgesamt gewann ich in dieser Session $95.

Auf zum Turnier. Gleich am Anfang merkte ich, dass die Spieler an meinem Tisch bis auf eine Ausnahme sehr schwach waren. Der Gewinn von eben und diese Tatsache ließen mein Ego etwas erblühen. Ich limpte im SB frech mit offsuit. Im Flop war ein Bube, Turn und River brachten beide Sechsen. Wieder ein Full House! Und ein ansehnlciher Pot wurde in meine Richtung geschoben. Ich bekam nun eine Menge Respekt, denn entgegen der anderen Frau am Tisch, die tatsächlich nur mit Premiumhänden spielte, konnte ich nun weniger berechenbar angreifen. Ich bekam dreimal AK gedealt. Zweimal davon verpasste ich den Flop und musste gegen saftige Bets aussteigen und beim dritten Mal ging ich all-in und bekam keine Caller. Die Antes und Mörder-Blinds hatten nämlich schon wieder zugeschlagen und ich war schon unter Druck. Ich pushte mit fünf BB all-in, als ich Pocket-Zehnen hielt, wurde von gecallt und das Board brachte nicht nur die Acht, sondern auch noch ein As auf dem River.
Das war mein zweites erfolgloses Turnier. Gefrustet ging ich zurück zum Cashgame.
Hier lief es wieder prächtig. Da man mich noch nicht kannte, erhielt ich wenig Respekt und regelmäßig Caller auf meine Bets. Die Pots wurden schön groß und ich hielt meistens die Nuts. Da hatte ich meinen Respekt! Die Herren am Tisch kauften kräftig nach, ich strich insgesamt $60 Gewinn ein und bekam den Spitznamen „Black Widow“… lol!

Meine Trop-Card hatte einen Bonus von $50, den ich erst freispielen musste. Dies tat ich und verdaddelte alles an den Slots. Alles in allem ließ ich mich zu oft dazu hinreißen, diese Höllenmaschinen zu bedienen oder mich mal am Blackjack zu versuchen. Ich schwor mir, das als Anfangs-Euphorie zu verbuchen und in den nächsten Tagen die Finger davon zu lassen. Da habe ich ein echtes Leak.
Nach diesem erfolgreichen Pokertag allerdings war ich sehr gut drauf und aß einen leckeren Burger im Hard Rock Café. Ich schaute aus dem Fenster auf den Boardwalk und die in der Sonne spazieren gehenden Menschen. Ich beschloss, nicht wieder ein teures $11-Taxi zurück zum Tropicana zu nehmen, sondern spazieren zu gehen. 

Der Sand peitschte einem auch hier ins Gesicht und es war ein mühseliger Gang.
Hier sind ein paar Eindrücke:

 

Auf dem Weg checkte ich mal das asiatische Resorts Casino. Hier gibt es ganze zwei Pokertische. Als ich da war, waren nur an einem Tisch Spieler. Ist also nicht erwähnenswert. Dafür habe ich gesehen, dass hier ein Casinospiel in der Form von Chinese Poker angeboten wird. Das war ganz lustig.

Bilanz dieses Tages: Poker-Bankroll auf $1.268. Fast wieder am Anfang.

Bald geht's weiter ... Ich bin noch bis zum 10.04. hier.

Christin

PS: Ich habe gerade festgestellt, dass YouTube meine Videos soundmäßig geblockt hat. Ich hoffe, das wird bald wieder aufgehoben. (Also falls ihr keinen Ton hört, stellt euch einfach beim ersten Video den Song "On the road again" von Canned Heat und beim zweiten Video "Good Riddance" von Green Day vor ... )

 

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