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/Jul/2009

Card Room Crawl – Las Vegas 2009 – Teil 3

Von: team-de @ 18:45 (CEST) / 22 / Kommentar ( 23 )

Hier nun Teil 3 meiner Reihe "Card Room Crawl - Las Vegas 2009".
Teil 1 findet ihr hier.
Teil 2 gibt es hier.

17/06/2009

Nach dem Aufstehen erst mal aufs Laufband und dann zur Pediküre. So konnte ich mich ja nicht sehen lassen … Um 14 Uhr spielte ich im Wynn ein $120-Turnier mit $100 Add-on. Ich war in Höchstform! Der Tisch gehörte mir. Nach anfänglichen Bedenken über die Spielstärke merkte ich, dass ich allen hier bis auf einem etwas vormachen konnte. Ich sendete eine klare Message aus: „Don’t mess with me!“. Ich spielte aggressiv, klaute Pots, traf auch mal angenehm und innerhalb des ersten 30-Minuten-Levels hatte ich meinen Stack fast verdoppelt.
Links neben mir drehte allerdings plötzlich der einzige wirklich starke Spieler am Tisch auf und vereitelte mir meine Moves. Warum musste er ausgerechnet links von mir sitzen?!
Ich beschloss, mich nicht mit ihm anzulegen. Doch natürlich kam es dazu.
Das Add-on hatte ich schon gemacht und einen ordentlichen Stack vor mir stehen. Ich weiß nicht mehr genau, was in der Hand passiert war, aber ich hatte ein hohes Paar getroffen, Nutflush- und Nutstraßen-Draw. Keines meiner Unmengen an Outs kam auf dem River und ich musste gegen einen hohen Bet vom Gegner wegschmeißen. Mein gefürchteter Gegner strich meinen halben Stack ein und nun hatte ich mit ihm auch noch den Bigstack neben mir sitzen. Verdammt!
Hin und wieder konnte ich dann nach einem Tischwechsel Blinds und Antes einsammeln, verdoppelte auch einmal, aber es ging rapide bergab. Vor allem aber auch, weil die Blinds plötzlich rapide bergauf gingen. Das hatte ich in einem so teuren Turnier nicht erwartet. Der Sprung von 300/600 mit 50er-Ante auf 500/1.000 mit 100er-Ante tat böse weh.
In der entscheidenden Hand stellte ich mit alle Chips in die Mitte und wurde von gecallt. Dreimal dürft ihr raten, was auf dem River kam … genau, eine .
Hanno war im Wynn eingetroffen und spielte Omaha-Hi/Lo-Cashgame. Ich überlegte eine Weile, was ich machen sollte, und entschloss mich für $1/$2-NLHE-Cashgame. Dort saß ich eine Ewigkeit, hatte Spaß und beobachtete einen Tumult, als Sammy Farha sich an die Highstakes-Tische begab. Reiche junge Männer liefen aus allen Richtungen heran, um sich diesem zu stellen. Sammy rieb sich sicherlich die Hände über die reichen Fische.
Ich wiederum stand mit $50 Verlust wieder auf und fuhr zurück ins Sahara zum Schlafen.

 

18/07/2009

Mein großer Tag war da! Der Tag meines ersten WSOP-Events. Event #36 sollte es sein. Bis zum Schluss hatte ich gesagt, dass ich nicht spielen sollte, falls ich nicht genug Prozente verkaufte. Aber schließlich waren 60 % verkauft und das war genug! Also auf in die Schlacht. Ich kam früh im Rio an, setzte mich meditativ auf die Pressetribüne und wartete auf den Start.


Der noch leere Amazon Room

Hanno, der dasselbe Event spielen wollte, holte mich zum Frühstück ab und danach kauften wir uns ein. $2.000 Dollar wechselten den Besitzer fürs erste und etwas zu spät ging es an den Tisch. Tisch 7, Platz 5 im Amazon Room. Alles war locker, ich spielte mit Sonnenbrille und fühlte mich gut. So nach und nach merkte ich aber, dass es auch hier nicht laufen sollte. Reihenweise schmiss ich meine Karten weg. Noch nie hatte ich so oft in Folge und gesehen. Ich bekam keine Chance. Die Levels dauerten eine Stunde und ich hielt es noch nicht für nötig, viel zu riskieren, um kleine Pots einzusammeln. Dann endlich im Big Blind fand ich , eine spielbare Hand. Aber ich bekam einen Walk und sammelte nur einen Small Blind ein. Etwas später callte ich einen Preflop-Raise mit , verfehlte den Flop aber komplett und musste mich gegen einen hohen Bet beugen. Es machte keinen Sinn, mich mit mehreren Gegnern anzulegen und irgendwelche verrückten Moves zu versuchen. Weiter mit Folden, Folden, Folden. Einen kleinen Pot gewann ich durch einen Bluff. Dann Asse! Standard-Raise und alle foldeten. Enttäuscht warf ich meine Hand in den Muck.


Davina Darr goes WSOP (und mag ihre Chips nicht zeigen ...) - Foto by Robert Werthan

Mein Tisch war ganz nebenbei der Tisch der seltsamen Zufälle. Etwas nach mir wurde ein schlaksiger Typ an den Tisch gesetzt, der völlig aufgeregt erzählte, dass er das zweite Mal an genau diesen Tisch auf genau diesen Platz gelost worden war. „What are the odds?“. Am Nebentisch nahm Antonio Estfandiari Platz und dann wurde mir auch bewusst, was ich hier eigentlich tat - ich spielte ein WSOP-Event, an dem auch viele Weltklassespieler teilnahmen. An meinem Tisch kannte ich allerdings niemanden, aber dieser dürre Kerl war wohl etwas bekannter. Er hatte schon drei WPT-Finaltische gespielt. Sein Name war Darrell Dicken und er war definitiv der Spaßvogel am Tisch. Im Gespräch mit ihm und einem anderen machte ich einen Witz über Irland (Wetterwitz natürlich) und der Spieler zu meiner Linken regte sich im Spaß etwas darüber auf. Ich fragte, ob er Ire sei. Er bejahte, wir kamen ins Gespräch. Ich erzählte, dass ich mal in Irland gelebt habe und plötzlich sagte er: „Du bist aber nicht zufällig Christin Masch… Maschmann?“ Ich schaute ihn entgeistert an. „Woher kennst du meinen Namen?“ „Wir sind Freunde auf Facebook!“ Ich bekam einen knallroten Kopf. Das hat man davon, wenn man Leute als Freunde added, die man nicht mal kennt. Ich habe 230 Freunde auf Facebook. Wie hoch ist bitte die Chance, dass einer davon, den ich ausnahmsweise nicht kenne, in meinem ersten WSOP-Event direkt neben mir sitzt? What are the odds?
Aber damit nicht genug. Ein neuer Spieler kam an den Tisch und sagte „Hey, du bist doch Darrell, oder?“ Darrell bejahte und der Neue am Tisch sagte, dass er geträumt hatte, er würde mit Darrell am Tisch sitzen in diesem Turnier … Was war denn hier los?!
In der Pause traf ich Hanno, dem es wie erwartet besser ergangen war als mir. Nach der Pause ging es recht schnell … Ich blindete ab, bis ich im Push-or-Fold-Modus war. Schob die Chips zweimal rein und bekam keinen Caller. Nur noch 800 Spieler im Rennen. Die Hälfte des Feldes hatte ich überlebt.
Dann verpasste ich meinen Spot. Ich saß im Small Blind mit und beschloss, dass ich hier pushen sollte. Allerdings machte UTG einen Minraise und ich war mir sicher, dass mein Push von Big Blind und UTG gecallt werden würde, da ich nicht mehr viele Chips hatte. Ich überlegte eine Weile. Wollte ich zwei Caller, die sicher Overcards oder sogar höhere Pärchen hielten? Andererseits … Worauf will ich denn sonst warten, wenn nicht diese Situation? Dann schob ich die Karten schmerzlich von mir über den Tisch. Ich weiß nicht mal, was meine Gegner hatten. Ich schaute nur völlig geschockt auf den Tisch, als sich zwei weitere auf dem Board einfanden. Ich hätte verdreifacht und wäre wieder voll dabei gewesen! Warum habe ich mich nicht einfach getraut?!
Kurze Zeit darauf fand ich , stellte rein und wurde von gecallt. Das war mein erster WSOP-Auftritt. Es tat weh.
Viele Leute haben Prozente gekauft und an mich geglaubt. ICH hab an mich geglaubt. Aber das war’s … Ich war raus. Frustriert ging ich zu PokerToday und heulte mich aus. Da stand auch Martin Kläser, der ebenso aus dem Turnier geflogen war und sich ausheulte. Wir beschlossen, uns zu betrinken. Auf dem Weg zur Bar kam uns Hanno entgegen. Auch ihn hatte es erwischt. Und auch er kam mit zu einer lustigen Trinkrunde im Rio.
Dann kam Sandra Naujoks zu uns. Sie war gerade als Bubblegirl aus einem anderen Event ausgeschieden und sah äußerst enttäuscht aus. Nach ein bisschen Knuddeln wollte sie aber doch lieber nach Hause und sich nicht unserem Loserclub anschließen.
Martin ließ seine Kontakte spielen und besorgte uns einen $1/$2-Tisch im normalen Pokerraum des Rio. Hier waren extra Tische angebaut, um die Flut an Spielern zu befriedigen. Im Amazon Room waren die Limits etwas höher. Wir saßen und tranken leckere Drinks für $1 Trinkgeld. Martin und Hanno gingen mit Gewinn aus dem Abend, ich mit Verlust.
Aber man sollte halt auch nix trinken, nicht wahr?!

 

19/06/2009–20/06/2009

Die nächsten beiden Tage verbrachte ich frustriert im Hotel. Ich nutzte die Angebote im Sahara und versuchte, mich so günstig wie möglich zu vergnügen. Meine Free Pulls waren hin und wieder erfolgreich und ich schaffte es, mir etwas Cash aus den Slots zu ziehen. Das Sahara bietet, wie viele andere Casinos auch, Slot-Tournaments an. Da konnte ich mir nun gar nix drunter vorstellen. Grund genug, selbst mal mitzumachen. Kostenlos darf man sich als Club-Sahara-Mitglied an einen der ca. 30 Automaten setzen und versuchen, in fünf Minuten möglichst viele Punkte zu machen. Hauptpreis am Abend sind dann $100. Stellt euch mal vor, wie 30 erwachsene Menschen fünf Minuten lang auf einen Knopf einschlagen und es dabei dudelt und bimmelt. Seltsame Geschichte. Ich machte zweimal mit und gewann beide Male nicht. Ich nahm an Verlosungen im Hotel teil, leider auch erfolglos, spielte etwas $1-Blackjack und aß 1$-Hotdogs. Außerdem saß ich auf dem Zimmer und vergnügte mich etwas online, auch wenn mich dies $13 kostete.

Der nächste und wahrscheinlich letzte Teil wird wieder fröhlicher und bunter. Wie in jedem Roman und Film ist es dramaturgisch wichtig, einen negativen Einknick in der Mitte zu haben, damit das Happy End auch wirklich happy wird. ;-)  

Christin

 

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