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/Mär/2009

[Cashgame] NL50-Handanalyse von Intelli-Mitglied; Teil 2/2

Von: team-de @ 17:37 (CEST) / 306 / Kommentar ( 120 )

Hallo Intellis,

hier nun wie versprochen Teil 2 der Handanalyse von einem Intelli-Mitglied. Wer Teil 1 verpasst hat, kann den Inhalt hier nachlesen.

[replayer hand=110257]   

Vor dem Flop den Raise finde ich in Ordnung, weil sich jemand Neues an den Tisch gesetzt hat und nicht auf den Big Blind warten wollte. Dass du von zwei Leuten mit Position gecallt wirst, ist natürlich nicht so toll, aber zum Glück hast du diesmal wirklich eine superstarke Hand. Nach dem Flop der Conti-Bet gefällt mir auch in der Höhe sehr gut, jedoch kann ich nicht verstehen, was danach passiert. Es kommt ein guter Flop für dich und du bekommst einen Minraise. Klar, du denkst dir nach dem Minraise, dass dein Gegner stark sein muss, aber ist er stärker als du? In den meisten Fällen nicht. Ich hätte nach seinem Minraise einfach direkt alles reingeschoben, wenn dein Gegner eine der wenigen Hände hat, die dich schlagen, dann verlierst du halt, so ist das halt im Poker. Aber die Option Call find ich hier doch schon sehr "ängstlich". Dass du nach dem Bet auf dem Turn direkt foldest, ist für mich schleierhaft und ich merke immer wieder, dass du Angst bekommst, sobald der Pot etwas größer wird und du nicht die Nuts hälst. Dazu aber später noch mehr.

[replayer hand=110259]   

Ich hätte bei dieser Hand evtl. den Raise nur gecallt. Jedoch ist ein Raise vertretbar, da du keine Position hast und der Raiser ja auch einfach nur klauen könnte, weil es ja auch schon einen Limper gibt. In dieser Situation ist der Reraise also für mich in Ordnung, jedoch sollte man im Cashgame sehr vorsichtig spielen und vor allem nicht überspielen, wie viele andere es tun. Danach hast du meiner Meinung nach alles richtig gemacht, schöner Conti-Bet und dann alle Chips reingeschoben. Dass du trotzdem verlierst, ist einfach Pech und sowieso nicht zu verhindern.

[replayer hand=110260]   

Preflop ist alles in Ordnung. Der Conti-Bet nach dem Flop auch. Nach dem Turn den Bet find ich persönlich zu groß, ich denke mal, dass dein Gedanke hinter dem Bet war, Hände wie rauszubekommen und den Pot direkt mitzunehmen. Nachdem du aber wieder gecallt wirst, solltest du vorsichtig sein und möglicherweise in Erwägung ziehen, geschlagen zu sein. Am River kommt dann der Drilling für dich und ganz plötzlich ist es der Gegner, der bettet. Er spielt die Hand eigentlich wie ein Set oder schlechtestenfalls . Natürlich kann man in der Situation kaum noch folden, jedoch mag ich den Raise nicht, da seine Setzstruktur einfach darauf hindeutet, dass er auch eine starke und wahrscheinlich sogar stärkere Hand als du hat. Deshalb nächstes Mal mehr darauf achten und am River einfach nur zahlen und nicht zum falschen Zeitpunkt plötzlich für Value raisen.

[replayer hand=110261]   

Ich weiß nicht, warum du hier plötzlich höher raist als normalerweise, jedoch solltest du das unterlassen. Wenn du normalerweise auf $2 raist, dann tu das hier auch und lass es nicht von deiner Hand und/oder Position abhängig sein. Du bekommst trotz großem Raise einen relativ kleinen Reraise von einem Shortstack, du wählst in dieser Situation für mich die schlechteste Wahl, nämlich einen Call. Für mich ist dies ein Push-or-Fold-Spot, ich würde in diesem Fall sogar eher zu einem Fold tendieren, da dein Gegner dich wohl (da er ein Shortstack ist) nur mit , , und reraisen wird, evtl. auch . Gegen die meisten dieser Hände bist du entweder weit hinten oder hast einen Coinflip. Wenn du jedoch einen Read auf den Gegner hast und ihn auf einen loosen Shortstack einschätzt, dann würde ich direkt pushen, ansonsten folden. Nach dem Flop musst du dann mit deinem Overpair zum Board callen und gewinnst am Ende glücklich.

[replayer hand=110263]   

Prinzipiell finde ich es gut, dass du die Limper vom Button attackierst, jedoch handelt es sich hierbei um einen UTG-Limper, bei dem also mehr Vorsicht geboten ist und ich einen einfachen Limp bevorzugt hätte. Den Raise nach dem Flop finde ich gut, nachdem du jedoch gecallt wirst, solltest du vorsichtig sein. Dass du den Turn checkst, finde ich gut, so kontrollierst du die Potgröße ein wenig. Nach dem River geht dein Gegner für mehr als den Pot all-in und du solltest dir hier wirklich Zeit nehmen und überlegen, was er haben könnte. Denn so komisch es auch klingt, du kannst nur wenige Hände, die bei seinem Setzverhalten Sinn machen, schlagen. Hände, die du schlagen könntest, wären z.B. oder ein Bluff. Mehr aber auch nicht, denn selbst wenn er mit slow gespielt hätte, hätte er die Hand anders gespielt. Auch wenn's schwerfällt, ich hätte die Hand vom ersten Gefühl her eher gefoldet, da seine Betting-Line sehr nach Monster riecht.

Fazit:

Ich finde, bei dir sind die Basics da, d.h. Preflop-Spiel, Betsizes usw. Jedoch fällt mir immer wieder auf, dass du, sobald du in einen größeren Pot verwickelt wirst und nicht mit Sicherheit die beste Hand hast, oft Angst bekommst und dazu tendierst, die Hände schneller zu folden. Ich glaube, bei dir ist evtl. das Problem, dass du noch zu sehr über das Geld nachdenkst. Mein Rat an dich ist es deshalb, wenn du dich an den Tisch setzt, das Geld zu vergessen. Du musst alles als Chips sehen und am Ende wird dann abgerechnet, denn wenn du immer denkst, jetzt habe ich soundso viel % von meiner Bankroll verloren, dann beeinflusst dich das psychisch und damit auch dein A-Game.

Also versuch, deine Angst vor größeren Pots abzuschalten und das Maximum aus deinen Händen rauszuholen, dann wirst du auch sicherlich auf dem positiven Pfad ankommen, denn generell gefällt mir dein Spiel schon in den Ansätzen, es sind halt nur viele Kleinigkeiten, die einen Gewinner und einen "Verlierer" voneinander unterscheiden und du musst einfach versuchen, diese Fehler zu reduzieren und aus ihnen zu lernen. Ich hoffe, dir hat die Analyse weitergeholfen und ich würde mich freuen, von dir zu hören, wie es in nächster Zukunft so bei dir verläuft.

So, das soll es auch erst mal für heute gewesen sein. Ich hoffe, euch allen haben die Analysen gefallen und auch weitergeholfen.

Als nächstes steht dann die SCOOP auf dem Programm, wo ich dann aus ausgewählten Turnieren die Schlüsselhände meines Turniers analysieren werde und versuchen werde, auch mit eurer Hilfe die Fehler in meinem Spiel zu finden und zu bekämpfen. Denn man lernt beim Poker nie aus und das einzige, was einen näher zum perfekten Spiel bringt, ist selbstkritisch an sein Spiel heranzugehen und es stets zu verbessern.

Ich wünsche allen weiterhin ein gutes Blatt.

LG Patric

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