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/Nov/2008

Der Plan gegen den Maniac

Von: team-de @ 00:58 (CET) / 25 / Kommentar ( 71 )

Heute möchte ich meine Grundideen im Spiel gegen Maniacs vorstellen. Danach ergibt sich meine Spielweise in den beiden Händen aus meinem letzten Beitrag (link) fast von selbst.

Jede Strategie, auf die man am Pokertisch trifft, hat Stärken und Schwächen. Selbst schlechte Strategien haben Stärken und selbst die besten Spieler haben Schwächen. Die Spielweise eines Maniacs ist nicht besonders gut, aber sehr gefährlich. Das liegt an seinen Stärken:
1. Ein Maniac lässt sich nur sehr schwer oder gar nicht bluffen.
2. Es ist meistens kaum möglich, ihn auf eine Hand zu setzen.
3. Er nutzt Unsicherheit seiner Gegner gnadenlos aus und gewinnt viele Pots durch Bluffs.
4. Hält er eine sehr starke Hand, wird er oft ausbezahlt.

Die Schwächen des Maniacs sind:
1. Er macht viel zu viele Bluffs und verliert dadurch oft unnötig Geld, wenn seine Gegner ihn mit mittelstarken Händen callen.
2. Hat er eine ordentliche, aber nicht wirklich gute Hand (wie Middle Pair oder Top Pair mit mittlerem Kicker), verliert er häufig seinen Stack, falls ein Gegner ihn geschlagen hat.

Die Zahl der von mir aufgeführten Stärken ist zwar höher als die der Schwächen, trotzdem ist es nicht profitabel, wie ein Maniac zu spielen. Das liegt daran, dass die Schwächen mehr kosten als die Stärken bringen: oft werden unnötig große Pots oder der ganze Stack verloren, während eher viele kleine und mittlere Pots gewonnen werden. Um die Schwächen auszunutzen und die Stärken möglichst wenig zur Geltung kommen zu lassen, sehen die wichtigsten Eckpfeiler meiner Strategie so aus:
1. Ich versuche Hände zu machen, die gegen seine schwachen All-in-Hände gut dastehen. Das sind insbesondere Top Pair/Top Kicker und Overpairs. Two Pair und besser ist natürlich sowieso immer gut (siehe Schwäche 1).
2. Treffe ich Top Pair oder besser, folde ich nur noch in Ausnahmesituationen und baue einen großen Pot auf (siehe Schwächen 1 und 2).
3. Bluffs und Semibluffs mache ich nur sehr selten (siehe Stärke 1).
4. Solange ich keine gute Hand habe, halte ich den Pot möglichst klein. Dann verliere ich wenig, wenn ich rausgeblufft werde. Gegen einen Maniac kann man nicht verhindern oft geblufft zu werden, es sei denn, man callt selbst alles (siehe Stärke 3).
5. Ich verzichte auf Informationsraises, Blocking Bets und Ähnliches (siehe Stärke 2).
6. Niemals baue ich einen sehr großen Pot auf und folde dann doch noch (siehe Stärke 2 und 3).

Nach der langen Vorrede komme ich nun zur Auflösung der beiden Hände.

Hand 1:
1/2 Blinds No-Limit, $200 Stack, neun Spieler am Tisch
Der Maniac erhöht aus dem Cut-off, Position auf $8. Alle anderen Gegner folden und wir halten im Big Blind und callen.
Flop: , Pot: $17. Wir checken, der Maniac setzt $20, wir erhöhen auf $60 und der Maniac geht all-in. Was nun?

Auflösung: Call! Dies entspricht meineren Strategien 1 und 2. Ein Fold würde auch Punkt 6 widersprechen. Der Maniac zeigte für Top Pair und Gutshot. Leider brachte der Turn eine und der Pot wanderte zum Gegner.

Hand 2:
1/2 Blinds No-Limit, $200 Stack, acht Spieler am Tisch Der Maniac erhöht aus mittlerer Position auf $6. Alle Gegner folden und wir callen vom Button mit und die Blinds folden ebenfalls. Flop: , Pot: $15. Der Maniac setzt $10. Wir ...

Auflösung: Wir callen wieder. Mit dem Call haben wir eine gute Chance einen Flush zu machen und dann einen sehr großen Pot zu gewinnen (siehe Strategiebaustein 1). Ein Raise wäre ein Semibluff und gegen einen normalen Gegner sicherlich eine interessante Alternative, nicht aber gegen einen Maniac. Bluffs gegen Gegner, die eine Vorliebe zum Callen haben, bringen selten etwas und widersprechen Strategie 3. Ein Fold ist keine gute Idee, weil man einen so großen Pot gewinnen kann, falls man trifft. Nach meinem Call kommt die aufs Board - Super! Der Maniac setzt diesmal $25 in den $35 großen Pot. Ich calle nur, mit dem Plan am River viel zu setzen. Dieser bringt eine und Mr. Maniac setzt $50 in dem Pot von $85. Ich gehe all-in und er foldet.

In der Praxis ist oft zu beobachten, dass ein Maniac einen Tisch entweder einschüchtert oder wild macht. Viele Spieler reagieren eher instinktiv und werden je nach Veranlagung entweder extrem tight und vorsichtig oder sie versuchen Feuer mit Feuer zu bekämpfen und spielen selbst sehr aggressiv und loose (das wird natürlich auch durch Tilt begünstigt). In den beiden von mir ausgesuchten Händen ist es einmal nötig, sehr aggressiv sein Geld in die Mitte zu bringen, obwohl man nur ein Paar hat, und in der anderen sollte man vorsichtig spielen und auf einen Semibluff verzichten. Die Hände lassen sich nur so spielen, wenn man weder eingeschüchtert noch wütend wird. Viele Intellis hätten beide Hände so gespielt wie ich. Gut begründet haben das beispielsweise !n your eyes, xflixx, Mboakbo,  Mackiewicz und CoLa7687. In der ersten Hand befand sich die fälschlicherweise sowohl in meiner Hand als auch auf dem Board. Dies wurde ebenfalls in vielen Kommentaren erwähnt. Zu Ostern baue ich wieder sowas ein.

In den Händen gab es noch einige andere Entscheidungen, die nicht völlig eindeutig waren. Diese möchte ich noch kurz ansprechen.

Hand 1, preflop:
Hier hat CoLa7687 einen guten Kommentar abgegeben: "Alternativen preflop:
1.Hand: mti A10s im BB gg seine mögliceh Stealbet könnten wir auch raisen, nur Problem: er folded bestimmt nicht ! 1.Fall call: schwierige Entscheidung am Flop
2.Fall: er reraised = evlt der Vorteil zu vorhin: jetzt können wir dei Hand getrost gehen lassen, denn wir liegen wohl schon zurück, oder wenn nicht haben wir wenigstens nicht allzuviel verloren, doer wollen wir die restlichen ca.170 $ dafür riskieren nen preflop all-on mit A10 zu haben?
" Man gerät also entweder in Schwierigkeiten oder man wird zum Folden gezwungen. Deshalb Call (siehe auch Strategiebaustein 1).

Hand 1, Check-Raise am Flop:
Hier möchte ich gemäß Strategiebestandteil 2 einen großen Pot aufbauen. Bei einem so gefählichen Board möchte ich auch nicht bis zum Turn oder gar River warten. Den Check-Raise mache ich aber nur, wenn ich auch einen klaren Call habe, falls der Maniac all-in geht.

Hand 2, preflop:
Ein Suited Connector gefällt mir gegen den Maniac nicht so gut wie eine Hand, mit der ich leicht Top Pair/Top Kicker machen kann ( wäre hier gegen die meisten Gegner eine "trouble hand", gegen den Maniac aber sehr gut). Trotzdem ist aber ganz klar einen Call wert. Wenn ich etwas Gutes treffe, habe ich die Chance, einen sehr großen Pot zu gewinnen und wenn ich nichts treffe, verabschiede ich mich aus der Hand und habe nur drei BB verloren.

Ich wünsche allen Lesern Maniacs am Tisch, die viel Geld verdonken. Und mir auch.

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