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/Nov/2007

Deutsche Meisterschaften

Von: team-de @ 13:21 (CET) / 6710 / Kommentar ( 137 )

Jagdhaus EidenIch hatte die Deutschen Meisterschaften schon mehr oder weniger verdrängt, als ich im Internet die angekündigte Blind-Struktur des Turnieres zu Gesicht bekam. Als ich diese sah, war die gerade erst neu entzündete Vorfreude auf das Turnier erst mal verflogen. Rein pokertechnisch scheint sich also nicht viel getan zu haben, im Vergleich zum Vorjahr. Aber egal, ich war qualifiziert und wollte gewinnen, also begann ich mit den Vorbereitungen. Am Dienstag vor der Meisterschaft fragte ich die Luckbox, wie er vorhat zum Turnier zu kommen und ob ich mitkommen könne. Er  antwortete, dass er mit der Bahn fahren möchte, was offensichtlich ein perfekter Plan war angesichts der andauernden Streiks. Ich überzeugte ihn also, doch lieber mit seinem nagelneuen Wagen zu fahren. Am Freitag habe ich dann Urlaub genommen, um ausschlafen zu können, und wir sind trotz einiger Orientierungsschwierigkeiten dann zusammen mit Max Bracht pünktlich beim Casino angekommen. Ich hatte frühzeitig ein Hotelzimmer beim anliegenden Hotel „Jagdhaus Eiden“ gebucht, das Max und ich noch schnell aufsuchten. Überraschend pünktlich ging dann auch das Turnier los. Zwei Sitze zu meiner Rechten saß Max, zwei Sitze links von mir Thomas Brdaric, Fußballprofi von Hannover 96, zurzeit leider verletzungsbedingt zum Pokerspieler degradiert. Ihn wählte ich ein bisschen als Ziel aus, der Rest des Tisches sah allerdings auch insgesamt recht unerfahren aus.

Direkt im ersten Level gab es dann eine erste interessante Hand: Ich raiste UTG auf 160 bei 20/40er Blinds, der Cut-off sowie der Big Blind callten. Ich hatte keinerlei Reads auf die Spieler.

Der Flop war , ich machte eine große Continuation-Bet von 380, der Cut-off erhöhte auf 1.000, der Big Blind hingegen foldete. Wir hatten beide vor der Hand etwa 5.000 Chips und ich war nun in einer recht schwierigen Situation. Gegen einen guten Spieler ist bei den verbleibenden Stacks das richtige Play, glaube ich, Fold, da keine schlechtere Hand einen All-in callt und man die Hand mit einem Call nicht vernünftig weiterspielen kann und nicht seinen gesamten Stack mit einem Paar riskieren will. Gegen einen schlechten Spieler sollte man hier direkt All-in gehen. Ich habe mich dann für einen Call entschieden, mit der Intention, gegen eine vernünftige Turn- oder Riverbet zu „falten“, insbesondere wenn der Flushdraw ankäme. Der Turn war eine relativ harmlose Karte, die . Ich checkte und der Cut-off checkte behind. Der River komplettierte nun unter anderem den Flush mit der und nach einigem Überlegen checke ich. Zu meiner Überraschung checkte mein Gegner auch und ich gewann gegen sein .  

Max Bracht und MichelleDanach machte Michelle noch einen sehr guten Call-down gegen mich und ich wurde zu Beginn des dritten Levels an einen anderen Tisch gelost, an dem einige Big Stacks saßen. In der ersten Hand an dem neuen Tisch erhöhte ich in Middle Position bei 60/120er Blinds auf 400. Eine mir bekannte Frau, mit der ich bereits schon einige Male in Schenefeld gespielte hatte, callte auf dem Button  und der Big Blind ging ebenfalls mit. Auf einem -Flop foldeten beide Spieler gegen meine C-Bet. Nach der Hand fragte die Spielerin, ob ich besser wäre als , denn diese Hand behauptete sie zu halten. Ich ignorierte die Frage höflich und freute mich innerlich, was die Leute so alles für Hände gegen mich aufgaben. Direkt in der nächsten Hand wurde wieder zu mir in mittlerer Position gefoldet, diesmal hielt ich . Ich erhöhte abermals auf 400 und jene Spielerin reraiste sehr schnell auf 1.200. Ich tat eine Minute so, als würde ich nachdenken und ging dann All-in mit ca. 7.000 Chips. Nochmals verging eine Minute und sie sagte: „Call“. Ich drehte stolz meine Könige um, sie hielt allerdings . Die erste Karte des Flops war direkt das dritte As und mir blieben noch ca. 1.100 Chips. Ich war etwas angepisst, dass ich so fies geslowrollt worden bin, konnte mir aber auch nicht so ganz sicher sein, ob sie nicht wirklich nachdachte, schließlich schien Overpairs zu folden für sie kein Problem zu sein. Ich blieb noch ca. eine halbe Stunde im Turnier, konnte allerdings nicht verdoppeln und pushte dann UTG für 7BB und lief in .

Danach spielte ich noch etwas Cashgame und gewann ca. €500 an einem 5/10-NL-Hold'em-Tisch. Max Bracht und Sebastian Zink, mit denen ich das Hotelzimmer teilte, überstanden beide den ersten Tag mit 30.000 bzw. 20.000 Chips. Am zweiten Tag spielte ich wieder Cashgame. Anfangs lief es sehr, sehr gut. Dann verlor ich mit gegen auf einem Flop. Mein Gegner machte den guten, alten Runner-Runner-Flush. Ich vermied es, den kompletten Stack zu verlieren, der Pot war dennoch €2.000 groß.

Sebastian ZinkSpäter hielt ich und checkraiste Sebastian Ruthenberg und einen anderen Spieler auf einem -Flop. Nur Sebastian callte, der Turn brachte den . Ich dachte kurz nach und entschied mich zu bluffen: Ich setzte €500 in den €600-Pot. Sebastian callte sehr, sehr schnell, was ich als Zeichen von Schwäche deutete. Der River war ein unbedeutender und nach kurzem Nachdenken ging ich für €1.600, also genau Potsize, All-in. Da ich glaubte, dass Seb mich nicht für den großen Bluffer halten würde, ging ich davon aus, dass er hier alles unter Full House passt. Nach gefühlten fünf Minuten sagte ich dann „Time“ und wurde sofort gecallt. Ich schmiss meine Hand weg, und Seb zeigte mit einem schelmischen Grinsen . Sick call Sir, u read me like an open book: Ich hatte danach wie zu erwarten keine Lust mehr, stand auf und beobachtete das Turnier. Sowohl bei Max als auch bei Sebastian Zink lief es auch am zweiten Tag sehr gut. Leider reichte es am Ende nur für die undankbaren zehnten und elften Plätze. Die Stimmung im Hotelzimmer war dementsprechend schlecht. Zum Abschluss noch der übliche Bad Beat, diesmal im Sunday Warm-up:

[replayer hand=89008]

Ich glaube, die Hand hätte ich kaum anders spielen können. An Stelle meines Gegenspielers hätte ich allerdings entweder den Flop oder den Turn gecheckraist. So, wie er die Hand gespielt hat, musste er den River meiner Meinung nach direkt All-in gehen.

~MJ

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