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/Okt/2009

Don't take any wooden nickels...

Von: team-de @ 16:25 (CEST) / 337 / Kommentar ( 29 )

Hallo alle,

 ich habe schon länger nicht mehr geschrieben. Das liegt einfach daran, dass ich sehr viel im Büro zu tun hatte und eben auch aus diesem Grund wenig Poker-relevantes passiert ist.

Seit 2 Monaten ungefähr bin ich nun Community Coordinator für IntelliPoker - DE! Es ist viel passiert in der Zeit. Ich musste mich in das Forum einarbeiten, die Promotions neu überdenken, das Thema Trainings durchschauen und und und...
Aber davon will ich eigentlich gar nicht erzählen. Trotzdem, solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, die in meinen Zuständigkeitsbereich fallen, könnt ihr gern in den "Frag Davina"-Threads im Forum auf mich zukommen: Zu aktuellen Promotions und zu allgemeinen Fragen zu IntelliPoker. Aber auch hier nochmal der Hinweis: Lasst mir etwas Zeit, zu antworten. Manchmal übernehmen auch Moderatoren, wenn es sich um einfache Fragen handelt.

So, obwohl es nichts Aktuelles gibt, d.h. keinen Card Room Crawl oder tolle Turnierleistungen, möchte ich euch trotzdem ein paar Zeilen schreiben.

Das Poker-Business hält mich nun seit fast 2 Jahren fest im Griff und ich bin glücklich mit dem, was ich tue. Vor ca. einem Jahr jedoch gab es mal eine Phase, wo ich überlegte, ob all dies wirklich das Richtige für mich sei. Klar, ich war nach Vegas geflogen, nach Monte Carlo....und alles nur für diesen Job. Aber Zweifel waren doch da. Immerhin war ich gelernte Mediengestalterin Bild und Ton. Zwar rechnete ich nicht mehr damit, in diesem Job zu arbeiten, aber dennoch... Außerdem hatte ich ja eigentlich den Plan, nach England und Irland weiterzuziehen in der Welt und nicht zurück nach Deutschland zu kommen und sesshaft zu werden. Eigentlich war ich doch noch gar nicht fertig. Und so kreisten meine Gedanken jeden Tag, während ich von meiner WG zur Arbeit und zurück pendelte. In der WG hatte ich nur eine Matratze auf dem Fußboden, weil ich nicht wusste, wie lange ich dort bleiben würde. Eigentlich wollte ich eine eigene Wohnung. Aber das ist gar nicht so einfach in Hamburg. Ich dachte zurück an die Zeit in Dublin. Dort lebte ich anfangs auch bei meinem besten Freund in der WG, ebenso auf dem Fußboden (dort aber nicht mal mit Mattraze sondern nur mit ein paar Decken und Couch-Kissen), danach in einer WG mit drei anderen. An das Alleine-Leben war dort aus Kostengründen kaum zu denken. Ich bin aber kein WG-Mensch, daher wollte ich was anderes...ach und überhaupt. In Dublin hatte ich mehr verdient, aber das Wetter war schlechter, ich hatte dort mehr Freunde, aber keinen Job mit Poker und Hamburg ist so schön und meine Geburtstadt... und so ging das Tag ein Tag aus in meinem Kopf. Ich war mir unsicher, ob dies das Business war, in dem ich mit meine fast 30 Jahren eine Karriere anstreben oder Poker lieber doch nur als Hobby betreiben und mich anderweitig umsehen sollte.

Eines Tages, es muss der 4.September 2008 gewesen sein, saß ich mal wieder an der Bushaltestelle vor'm Büro und wartete auf den Bus. Ich las ein Pokerbuch (ich glaub es war Colin Moshman "Sit And Go") und schaute hin und wieder in die Richtung aus der der Bus kommen sollte. Im Augenwinkel registrierte ich einen älteren Mann mit grauem Haar. Er schien auf eine Unterhaltung aus zu sein. Ich ignorierte seinen Blick und las weiter. Beim nächsten Mal, als ich aufsah, um nach dem Bus zu schauen, trafen sich aber unsere Blicke. Wie aus der Pistole geschossen, sagte er "Der kommt wohl nicht mehr, der Bus!". Ich sagte: "Doch, doch. Der kommt nur immer spät um diese Zeit!". Ich wendete mich wieder dem Buch zu, aber er wollte sich weiter unterhalten. Ich legte das Lesezeichen in die Seiten und wendete mich ihm zu. Ein alter Mann, Mitte 70 würde ich schätzen, gut gekleidet und mit freundlichem Gesicht. Während er etwas erzählte, registrierte ich einen leichten englischen Akzent. "Sind Sie Engländer?", fragte ich. "Nein,", sagte er, "ich bin Amerikaner. Ich komme aus New York!". Da hatte er was gesagt. Sofort erzählte ich ihm, dass New York meine absolute Traumstadt ist und dass ich in England und Irland gelebt hatte und New York hätte mein nächstes Ziel werden sollen. Er fragte mich, ob ich fließend englisch spräche. Das bejahte ich und so fuhren wir fort in einem lustigen Misch-Masch aus deutsch und englisch. Er fragte mich, wo ich schon in den USA war. Ich zählte auf: New York, Florida, Atlantic City, Los Angeles, Las Vegas... "Ah, Las Vegas", sagte er, " da bin ich jedes Jahr zum Poker-Spielen." Ich dachte, ich hörte nicht richtig. "Sie spielen Poker?"
Und so unterhielten wir uns darüber, wie er immer im Bellagio abstieg, wobei früher immer das Horseshoe seine Wahl gewesen sei. Und er berichtete, wie er heutzutage oft mit Freunden spielte - aber nur um "nickels and dimes". Ich erzählte ihm von meinem Job bei IntelliPoker und wie aufregend dieses Business sei. Dann kam der Bus. Mich irritierte, dass er nur ein Station mit fuhr, denn das hätte er schon längst laufen können. Das Wetter war ok und er hatte fit gewirkt. Beim Aussteigen rief er mir zu: "It was nice meeting you! And don't take any wooden nickels!". Völlig baff über diese Poker-Begegnung fuhr ich nach Hause und konnte nicht aufhören, über seine Worte nachzudenken. In der WG angekommen, suchte ich im Internet nach der Bedeutung dieses Sprichwortes. Es gibt da wohl verschiedene. Z.B. kann es bedeuten "Lass Dich nicht über den Tisch ziehen!", "Verkauf Dich nicht unter Wert" und "Pass bei Deinen Geschäften auf!"...irgendwie so. Was sollte mir das sagen? Verkaufe ich mich tatsächlich unter Wert? Sollte ich nach etwas höherem streben? Aber was war mit diesem Gefühl von Dazugehörigkeit, das mir nicht zuletzt durch diese seltsame Begegnung wieder bewusst wurde. Dieses war nun mal mein Ding. Ich fühlte mich wohl im Poker-Business.
Am nächsten Morgen ging ich ins Büro und nach ca. 2-3 Stunden wurde ich vom Boss in sein Büro gerufen. Er teilte mir mit, dass meine Probezeit um sei und ich mich wirklich bewährt hätte und es bestätigte mir eine Gehaltserhöhung. Wow! Was war passiert? Der Spruch vom Vortag klang immer noch wie ein Echo in meinem Kopf "Don't take any wooden nickels". War es das, worauf ich gewartet hatte. Mehr Geld würde mir ermöglichen, eine Wochnung zu beziehen und aus der WG und von der Matratze auf dem Boden wegzukommen. Es war ein gutes Gefühl. Dennoch war die Frage in meinem Kopf: Ist es dies, wo ich hingehöre? In Dublin hatte ich für einen weniger spannenden Job immer noch mehr Geld bekommen und da ist Poekr so legal, wie es in Deutschland wahrscheinlich nie sein würde... das Gedankenrad drehte sich weiter.

Am 6.September wollte ich nach Berlin fahren. Ich war eingeladen, von dem Big Sunday Turnier im Casino zu berichten und wollte dort übernachten. Am Bahnhof ging ich noch in einen Zeitschriften laden, um mir ein Pokermagazin für die Fahrt zu kaufen. Als ich an der Kasse stand, kam plötzlich ein junger Mann von der Seite angelaufen und sagte hektisch: "Kann ich schnell die Zeitung bezahlen? Ich hab es passend! Mein Zug geht gleich...". Der Kassierer nahm das Geld entgegen, ich sah den Mann an und mit einem Blick auf das Poker-Magazin, das vor mir lag, grinste er mich an und rief "OK danke, dann tschüß, ne?!" und nickte mir nochmal zu. Der Mann war Tim Mälzer - TV-Koch und Hobby-Pokerspieler.
Wieder so eine seltsame Begegnung, die mit Poker zu tun hatte. Die Zeichen waren doch ziemlich deutlich!

Aber damit nicht genug! Am Tag darauf im WestSpiel Casino in Berlin verfolgte ich das Turniergeschehen, schrieb darüber und unterhielt mich nett mit Spielern, Presse und Casino-Angestellten. Unter anderem war Sandra Naujoks mit unter den Spielern. Ich kannte sie nur aus PokerToday und den anderen Medien von ihrem Sieg bei der EM in Baden und ihrem Europameister-Titel. Später am Abend kam sie plötzlich auf mich zu: "Wir kennen uns doch?!". Ich antwortete nur etwas irritiert: "Ich kenn DICH, aber ich glaube nicht, dass du MICH kennst!". Sie sagte: "Doch, doch! Wir haben mal zusammen am Tisch gesessen.". Jetzt war ich völlig perplex? Ich mit Sandra Naujoks am Tisch gesessen? Wann? Wo? Und dann half sie mir auf die Sprünge! Bei der Deutschen Poker Meisterschaft Der Veranstalter! Ich hatte darüber sogar einen Blog geschrieben. Und dann erinnerte ich mich: Da war eine dunkelhaarige Frau bei mir mit am Tisch, bei ich merkte, dass ich aufpassen musste. Das war Sandra gewesen! Hammer! So klein ist diese Pokerwelt. Wir unterhielten und prächtig und ich fühlte mich wieder einmal wirklich wohl in dieser Szene.

Diese drei "Poker-Begegnungen" damals hatten mich überzeugt, dass all dies richtig war. Und wie man sieht, bin ich noch dabei. Ich habe eine wunderschöne Wohnung in Hamburg, liebe meinen Job und könnte ewig Poker um mich haben. Aber etwas mehr Reisen brauch ich dennoch hin und wieder.

Das war mal ein kurzer Ausflug in mein Seelenleben. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen! Und wenn nicht, habe ich jetzt noch was, was ihr sicher lustig finden werdet. Im Jahr 2000 steckte ich mitten in meiner Ausbildung zur Videoproduzentin und wir wurden in der Berufsschule gebeten, ein Video zu machen mit einer x-beliebigen Handlung. Nur um zu sehen, was man alles falsch machen konnte. Mein erstes Video war ein Film über einen Fahrstuhlfahrer. Der zweite Film war über.... POKER!
Ich hab das Video mal rausgegraben und bei YouTube hochgeladen. Das waren noch Zeiten, als ich keinen Plan von Poker hatte, aber einen Clip darüber drehte...haha.
Man beachte, das Video war analog geschnitten! Nix  Computer!

Ich wünsche viel Spaß bei "Somebody's Cheating":

 

In diesem Sinne: Don't take any wooden nickles!

Eure Christin

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