javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

team-de blog

team-de blog
Von: team-de
Send PM
/Dez/2008

Erlebnisbericht: Aussie Millions [Teil 1/2]

Von: team-de @ 10:41 (CET) / 1 / Kommentar ( 48 )

Hallo Intellis,

erst mal möchte ich mich für meine lange Abwesenheit entschuldigen. Ich weiß, ich hatte euch einige (weitere) Handanalysen der WCOOP versprochen gehabt, doch aufgrund meines Beginns des Studiums, wollte ich mich vorerst nicht in erster Linie mit Poker beschäftigen, sondern einen guten Start ins Studentenleben haben, d.h. nicht nur pünktlich im Hörsaal anwesend sein, sondern auch das Drumherum ... Freunde, Feiern und den Umzug in eine neue Wohnung nicht vernachlässigen.

Nun, dies ist jetzt einige Zeit her und seitdem hat sich bei mir pokertechnisch von den Ergebnissen her nicht viel getan. Dies liegt nicht an einem Downswing oder Ähnlichem, sondern daran, dass ich nach der WCOOP einen Neuanfang starten wollte, und zwar im Cashgame. Doch darüber möchte ich heute nicht berichten, dies wird erst ein anderes Mal folgen.

Stattdessen möchte ich heute von einem Event schreiben, was schon fast ein Jahr her ist, doch eine entscheidene Rolle in meinem Pokerleben spielte und worauf ich noch heute oft angesprochen werde: die Aussie Millions 2008, die im Januar in Melbourne, Australien, stattfanden.

Dieses Event war kurz nach meinem Gewinn des WCOOP-Events und ich war natürlich immer noch auf Wolke 7 und überschätzte mich in meinen Skills völlig. Ich glaube, dies ist eine normale Reaktion nach einem großen Gewinn, Naivität und Überheblichkeit. Es war zwar nicht so schlimm, da ich ein ziemlich vernünftiger Mensch bin und recht gut mit Geld umgehen kann, jedoch bemerkte ich immer wieder, wie ich mich selbst über andere stellte und sie schon (rein pokertechnisch) ein wenig abwertete. Da kam so ein Turnier mit Spielern der Superlative gerade recht, um vom hohen Ross wieder herunterzukommen. Und ich kann vorweg schon mal sagen, dies ist geschehen.

Ich war zum Glück nicht so dumm anzunehmen, dass ich bei diesem Event zu den überdurchschnittlichen Spielern gehörte und deshalb ging ich erst mal mit dem Ziel ans Werk, in kleinen Schritten voranzukommen. Tag 1 überleben, dann Tag 2 überleben, dann ins Geld und der Rest ergibt sich dann von allein.

Es ging also Anfang Januar für mich los. Ich wurde von einem Freund begleitet und wir waren natürlich beide aufgeregt. Raus aus dem kalten Winter-Deutschland, rein in das warme Sommerwetter in Australien und dann noch Spieler wie Phil Ivey, Allen Cunningham, Howard Lederer, Erick Lindgren, Jennifer Harman etc. sehen und womöglich sogar bei dem einen oder anderen Topprofi am Tisch sitzen?! Ich glaube, das ist der Traum von so ziemlich jedem Pokerspieler und für mich sollte er sich verwirklichen.

Nach 24-stündiger Reisezeit endlich in Melbourne angekommen und direkt einmal von ca. 35 °C empfangen, ging es über das Hotel direkt zum Crown Resort and Casino, das, wenn ich richtig informiert wurde, das größte Casino außerhalb der USA ist. Da ich zu diesem Zeitpunkt kurz vorher erst 21 geworden war und deshalb noch nie vorher in Las Vegas gewesen war, war der Anblick für mich gigantisch. Ein Riesenkomplex mit allem, was das Herz begehrt: Restaurants, Geschäfte, Spas und natürlich das Casino. Der Pokerraum ist im untersten Stockwerk und mit über 50 Tischen ist dort reichlich Platz.

 

Zum Eingewöhnen spielte ich bis zum Start vorerst Cashgames, die ultrasoft waren und die erst mal ein wenig Reisegeld in die Tasche brachten, auch wenn der Rake dort schon ziemlich heftig war. Auch spielte ich noch ein kleineres Sideevent, wo ich die Ehre hatte, unter anderem mit Joe Hachem, Gavin Smith und Shannon Elizabeth am Tisch zu sitzen. Jedoch lief es dort gar nicht gut und ich war nach einigen Stunden irgendwo im Mittelfeld raus.

Doch schließlich kam der Tag, auf den ich lange gewartet hatte, Flight 2, mein Tag 1 vom Main Event der Aussie Millions 2008.

Die Struktur sollte vielversprechend sein, 20.000 Startingstack, 90-minütige Blinds, Startingblinds von 50/100. Klingt gut? War es auch! Jedoch sollten später die Antes dafür überdurchschnittlich hoch ausfallen.

Als ich im Casino ankam, gab es direkt den ersten Schock: Tisch 31, Platz 5, Feature Table! In Flight 1 hatten da unter anderem Matt Sexton, Allen Cunningham, David Saab, Jimmy "Gobboboy" Fricke, Lee Watkinson und Gary Benson an dem Tisch gesessen und heute sollten unter anderem Phil Ivey and Joe Hachem starten. Zuvor war ich nervös, jetzt war ich es erst recht!

Zum Glück sollte es nicht so schlimm kommen, wie ich es befürchtet hatte. An meinem Tisch saßen u.a. Phil Laak, JJProdigy - ein berühmt berüchtigter Internetpro, Jason Sommerville, der 2007 in den Top Ten der Onlinepokerrankings zu finden war und (welch ein Glück) wieder Shannon Elizabeth, diesmal geschminkt und damit eine echte Augenweide.

Der Start war eigentlich ganz gut für mich, ich erspielte mir hier ein paar Chips, erklaute mir dort ein paar Chips. Für Shannon sollte es nicht so gut laufen, nach einem Raise vom Cut-off von JJProdigy und einem Reraise vom Button Phil Laak, pushte Shannon im Big Blind all-in mit ihrem Shortstack, JJProdigy foldete, Phil callte sofort und zeigte Pocketrockets. Shannon hatte ; JJ sagte, er hätte Pocket-Sechsen gehabt. Dann kam der Flop: , Full House für Phil und JJProdigy hätte einen Vierling gefloppt und Shannon war dann spätestens am Turn drawingdead, schade eigentlich!

Diese Hand verbesserte Phils Laune wesentlich und er redete ununterbrochen, was aber sehr lustig war und den Tisch sehr bei Laune hielt.

 

Auch für mich kam später eine gute Hand, als JJProdigy aus früher Position raiste und ich im Big Blind mit callte. Flop war: , ich checkte, er setzte 1.000, ich raiste auf 2.500, er callte. Turn war ein , ich setzte 5.000, er ging mit 11.000 Chips all-in und ich callte, er zeigte , am River erschien ein Blank und war bin auf 39k hoch und kickte nebenbei den in der Onlineszene berüchtigten Spieler raus. Leider sollte das die einzige Hand bleiben, wo ich wirklich Glück hatte. Ich bekam am ganzen Tag 1 nur vier Premiumhände, 1 x , 1 x , 2 x . Ich verlor alle.

Eine Hand war besonders seltsam, vor allem vom spielerischen Niveau meiner Mitstreiter. Ich bekam in Early Position, raiste bei Blinds von 300/600 75 auf 1.600, Button callte, Big Blind callte. Flop: . BB checkte, ich setzte 2.850, Button raiste auf 10.000 und committete sich damit selbst (4.000 noch hinter sich), der BB überlegte lange und ging dann auch all-in, ich dachte mir, ich müsste geschlagen sein und foldete relativ schnell. Showdown: Button hatte , BB hatte . Ich dachte mir nur: wow ... Und das soll ein $AUD10.000-Event sein? Na ja, Turn: , River: , ich hätte gegen beide so oder so verloren, deshalb ein guter Lay-down.

Für mich hieß es weiterhin Steals/Resteals, um weiter zu überleben, weil Karten bekam ich keine und wenn, hielten sie nicht, wie oben schon beschrieben. So gab es noch zwei Keyhands, wo ich mir zwei schöne Pots holen konnte. In Level 5 hatte ich drei Hände am Stück geraist, und zwar mit Suited Connectors oder absolutem Müll, nur um mein tightes Image zu spielen, und fand nun im Cut-off , raiste bei Blinds von 200/400 50 auf 1.100, bekam aus dem BB ein Reraise auf 3.000 und callte nach kurzer Überlegung, Flop war , er setzte 5.000, ich callte, am Turn erschien ein Blank, er checkte, ich fragte, wie viel er noch hätte, ca. 8.000, und checkte hinter ihm, River ein weiterer Blank, er checkte wieder, ich setzte ihn all-in, er callte nach einiger Zeit mit und ich gewann einen schönen Pot.

Wenig später im gleichen Level raiste ich vom Cut-off mit auf 1.100, bekam aus dem SB und BB jeweils einen Call. Flop: rainbow, SB checkte, BB (weiblich) setzte 2.500, ich callte, SB foldete, Turn: , sie setzte 5.000, ich überlegte lange und callte schließlich, River: Blank, sie checkte und ich checkte, Showdown, sie zeigte und ich gewann den Pot.

Zehn Minuten vor Ende verlor ich dann noch ca. 10.000 Chips mit , weil ich wieder einmal einen Outdraw bekam und fiel deshalb auf 34.100 zurück, Average nach Tag 1 war ca. 46k, also war noch alles möglich.

Nach Tag 1 ging ich relativ zufrieden mit meinem Spiel ins Hotel und schlief erst mal, bereit, an Tag 2 neu anzugreifen.

Dies sollte erst mal für den ersten Teil meines Berichtes genügen, nächste Woche folgt dann Teil 2 inklusive eines Berichts vom TV-Tisch, eines Fazits und der Auswirkungen, die dieses Event für mich bedeutete.

Ich hoffe, euch hat Teil 1 gefallen und ich bin wie immer offen für euer Feedback.

LG Patric

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/Top Promotions/
Beginners Bankroll Beginners Bankroll Noch nie eine Einzahlung getätigt? Baue dir deine eigene Poker Bankroll auf! Zeige Details
/beliebt/
Kostenlose WCOOP-Tickets Die World Championship of Online Poker ist eines der lukrativsten Turn ...
Mehr