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/Dez/2008

Erlebnisbericht: Aussie Millions [Teil 2/2]

Von: team-de @ 05:16 (CET) / 9 / Kommentar ( 53 )

Hallo zusammen,

nun folgt also Teil 2 meines Berichtes über die Aussie Millions 2008. Wer Teil 1 noch nicht gelesen hat, findet den Beitrag hier.

Ich kam mit meinen 34.100 Chips (Average war ca. 48k) an den Tisch und wen sehe ich links neben mir sitzen? Einen etwas krank wirkenden John Juanda, Gott sei Dank mit noch weniger Chips als ich.

Nachdem ich mich vorgestellt hatte und wir ein wenig gequatscht hatten, erzählte er mir, dass er zahlreiche Allergien hat und es ihm deshalb nicht so gut ginge. Nach ganzen vier Händen wurde ich dann auch schon umgesetzt an einen neuen Tisch, wo mir nur ein Spieler bekannt war, und zwar weil es der "vollschlanke" Australier vom letztjährigen Final Table des Main Events war.

In den ersten zwei Level (à 90 min) bekam ich so ziemlich gar nichts an Händen, bis auf einmal , die ich wie Asse spielte und somit den Pot mitholen konnte, obwohl ich nichts traf. Auch startete ich einige Moves, z.B. raiste ich vom Cut-off mit , bekam einen Call vom Button und das Board brachte rainbow und ich check-raiste meinen Gegner und zeigte, nachdem er gefoldet hatte, auch noch meinen Bluff, sodass ich ein etwas "wildes" Image bekam und die Spieler nicht mehr so oft meine Blinds klauten.

Hat auch ganz gut geklappt. Nach zwei Levels hatte ich jedoch immer noch nur ca. 40k und damit fast nur noch halbes Average, da von den ursprünglichen 338 Startern in Tag 2 nur noch gute 200 übrig waren. Dann die zweite Hand nach der Pause, ich saß im Small Blind und bekam zwei wunderbare (ich wusste gar nicht mehr, dass es gleich zwei von denen noch im Deck gab) und der Button machte bei Blinds von 600/1200, Ante: 200, einen verdächtigen Miniraise auf 2.500. Ich dachte mir schon, dass er einen Move versuchte, und machte deshalb auch einen kleinen Minireraise auf 6.200, der Big Blind foldete und der Initial Raiser ging direkt all-in, ich callte innerhalb einer Sekunde und schmiss die Asse auf den Tisch, er sagte: "Shit!" und schmiss auf den Tisch, im Flop direkt das :Ak für mich und am Turn war er dann drawing-dead, yes, hoch auf 79k und damit im Durchschnitt. Aber ich sollte mich nicht zu früh freuen, ca. fünf Hände später raiste der Final Tabler von letztem Jahr meinen Big Blind, der Button callte und ich fand , sie hatten beide nur noch ca. 30k an Chips und so setzte ich genug rein, um beide all-in zu setzen, der ursprüngliche Raiser schmiss nach langem Überlegen weg () und der Button callte sofort mit slowgeplayten , autsch! Auf dem Board kam keine Hilfe für mich und ich rutschte wieder auf knappe 50k ab, Cold Deck, sag ich nur!

Dann kam ich an einen neuen Tisch, wo rechts neben mir Alex Kravchenko saß. Wir waren inzwischen im vierten Level, da fand ich UTG , ich raiste dreimal BB, bekam einen Caller und ein Shortstack ging mit ca. 25k all-in. Ich überlegte ca. drei bis vier Minuten und ging die Hände durch, die er haben könnte und ich dachte mir, im schlimmsten Fall hab ich einen Coinflip und geh deshalb auch all-in, der Andere schmiss weg. Der Andere drehte (offsuit) um und der Flop war , super, jetzt hatte er nur noch vier Outs und zack!, die auf dem Turn und ein Blank am River und ich rutschte runter auf 20k. Mensch, so Dinger muss man doch gewinnen, wenn man ein Turnier gewinnen bzw. ins Geld kommen will, leider war das Glück aber nicht mit mir, acht Premium Hands und sechs verloren, das tat weh.

Als ich ca. auf 18k runter war, konnte ich nochmal mit gegen verdoppeln, bevor es wieder einen neuen Tisch gab und siehe da, ich kam an den TV-Tisch und das mit Superstars wie Allen Cunningham und Erick Lindgren.

Der neu zusammengesetzte TV-Tisch befand sich im obersten Stockwerk vom Casino und es war seeeehr edel. Meine Freunde durften im Vorraum mit Snacks und LCD-Fernseher Platz nehmen, während ich fertiggemacht wurde fürs Fernsehen, ein bissl Puder hier, die Kappe weg und dafür ein wenig Gel ins Haar, es konnte losgehen.

Leider war ich extrem shortstacked, sodass ich am TV-Tisch überhaupt nicht zeigen konnte, was ich kann. Ich ging all-in und keiner callte mich (wobei ich nicht einmal eine gute Hand hatte), dann kam die Hand, die es später dann ins Fernsehen schaffte. Ich war extrem shortstacked (M<3) und ging nach einem Raise von Erick Lindgren mit all-in, ich hoffte auf einen Coinflip, aber nein, er hatte , aber dann kam der Flop: ! BANG! Quads für mich, seeehr nice, aber trotzdem noch extrem shortstacked.

Erick Lindgren musste ein wenig lachen und er fragte mich, wie ich heiße. Wir quatschten ein wenig und er sagte mir, ich sähe ein wenig aus wie McLovin von Superbad, ich nahm es mit Humor und ich glaube, dass wusste er zu schätzen. Im Fernsehen sah das alles dann ein wenig merkwürdig aus. Ich hatte ihn am Anfang akustisch nicht verstanden gehabt, jedoch sah es im Fernsehen so aus, als ob ich kein Englisch verstehen würde :D. In Wirklichkeit war diese Szene mehrere Minuten lang und wurde im Fernsehen halt extrem geschnitten.

Wie auch immer, als dann Pause war, kam ein Neuer (Jason Potter) an den Tisch (da Allen Cunningham kurz zuvor ausgeschieden war), ich ging zu ihm - Erick stand daneben - und sagte: "Hi, I'm McLovin!" und Erick konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Ich kann euch sagen, dieser Erick Lindgren ist der mit Abstand sympathischste Spieler, der mir je begegnet ist und ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn wiedersehe, ja ich kann schon behaupten, ich bin ein Erick-Lindgren-Fan geworden. Leider kam dann kurz darauf das Aus für mich, denn 20 Minuten bevor Tag 2 zu Ende ging, war ich dann so extrem short, dass ich mit vom Button all-in gehen musste, und lief in den Big Blind mit , keine Hilfe für mich und ich schied auf Platz 98, 18 Plätze vor den Geldrängen, aus.

Danach habe ich mich erst mal mies gefühlt, dass werdet ihr sicher auch kennen. Ich konnte mir zwar selbst keinen Vorwurf machen, aber es ist nun mal ein ätzendes Gefühl, wenn man so lange so konzentriert gespielt hat und trotzdem nicht belohnt wird.

Nach ein paar Tagen war ich jedoch über den etwas unglücklichen Verlauf hinweg und war stattdessen froh, viel, viel Erfahrung gesammelt und sicherlich auch mein Spiel verbessert zu haben. Dafür, dass es mein erstes großes Liveturnier war, ist es sicherlich, bei dem Teilnehmerfeld (knappe 800, wovon 20 % sicherlich bekannte Pros waren), eine respektable Platzierung und ich denke dass, wenn ich weiter mein Spiel verbessere und das Glück ein wenig mehr auf meiner Seite ist, beim nächsten Mal die Geldränge durchaus machbar sind.

Einige Monate später ging ich zur Million Euro Challenge nach Mainz und fing Erick Lindgren nach einer Autogrammstunde kurz ab. Nach kurzen Hinweisen, wer ich denn bin (er erinnerte sich sofort an McLovin), begrüßten wir uns und hielten noch ein wenig Small Talk. Allein das war die Reise dorthin wert. Er sagte mir, dass ich, wenn ich das nächste Mal in Vegas bin und ich ihn sehe, hallo sagen soll, und wir mal ein Bierchen trinken gehen. Also Erick, ich halte Ausschau nach dir bei der nächsten WSOP! :)

Gefreut hat mich auch, dass Erick in einem Interview für das Ace-Magazin auf die Frage, wen er aus der deutschen Pokerszene kenne, meinen Namen nannte. Na ja, eigentlich nicht so wirklich. Er sagte nur, dass er in Mainz einen jungen Deutschen, den er nur als McLovin kenne, wiedergetroffen habe. Na ja, mir soll's recht sein, dank ihm habe ich nämlich einen neuen Spitznamen, z.T. sogar schon bei Freunden und wer weiß, vielleicht besorg ich mir auch bald einen hawaiianischen Ausweis, auf McLovin ausgestellt.

So das soll's erst mal von meinem Bericht über die Aussie Millions gewesen sein. Manche merkten an, dass dieses Event doch schon völlig veraltet sei und deshalb nicht interessant. Doch ich denke, ich bin Blogger hier und meine Leser wollen mich besser kennenlernen und warum soll ich dann nicht von einem Event berichten, das eine wichtige Rolle in meiner bisherigen jungen Pokerkarriere spielte. Bilder kann ich leider keine weiteren liefern, da es verboten ist, in Casinos Fotos zu machen, aber dafür gibt es eine ganze 40-minütige Episode zu sehen, auch wenn ich nicht gerade die Hauptrolle darin spiele. ;)

Für mich geht es heute erst mal bis Silvester nach Portugal zur Familie, Weihnachten feiern (meine Mutter ist Portugiesin). Das heißt eine Woche kein Poker, was auch mal gut ist. Danach werde ich auf das Thema Cashgame eingehen, mit einigen Handanalysen im Livecashgame.

Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und kommt alle gut ins neue Jahr 2009.

Bis dann,

Euer Patric McLovin (cooler Name, was?)  

P.S. Wer die in live sehen möchte: klick hier

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