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/Jan/2009

Fünfstellig!

Von: team-de @ 14:28 (CET) / 1 / Kommentar ( 177 )

Nein, nein, so alt noch nicht! 30 werde ich dieses Jahr, aber noch nicht fünfstellig.  

Das Jahr hat kaum begonnen und schon kann ich neben einigen kleineren Erfolgen meinen ersten großen verbuchen! Ich bin im Januar GoldStar geworden, kriege also mein Cashgame in den Griff und habe hier und da in ein paar kleineren Turnieren gecasht. Aber letztes Wochenende habe ich den Vogel abgeschossen. Nachdem ich bisher nur Gewinne im dreistelligen Bereich feiern konnte - größter Gewinn bisher $600 - ließ ich den vierstelligen Bereich einfach mal aus und gewann am Sonntagmorgen satte $11.700.

Aber mal von vorn erzählt: Ich wurde natürlich von den Kollegen hier im Büro gezwungen, einen Blog-Artikel zu schreiben.
Achtung!
Es folgt mein erster Blog-Artikel mit Poker-Content! lol

Am Samstagabend lachte mich um 23 Uhr ganz plötzlich ein $55[$50k guaranteed]-Turnier an. Normalerweise spiele ich keine Turniere mit so hohen Einsätzen. Also hin und wieder mal ja ... aber nicht regelmäßig. Nun saß ich da und schaute, wie es lachte, und es überkam mich das ununterdrückbare Gefühl, dass ich dieses Turnier spielen sollte. Zu dieser späten Stunde für so viel Geld, was eigentlich nicht zu meinem (nicht wirklich vorhandenen) Bankroll-Management passt. "Was soll´s?", dachte ich. "Es ist Samstagabend und ich will mir das jetzt gönnen! Außerdem lacht es mich so schön an!".
Also registrierte ich mich, während ich nebenbei noch ein paar weitere Tische mit diversen Satellites spielte.

Ich muss sagen, dass dieses Turnier recht ruhig verlief. Ich kam selten in Situationen, in denen ich schwere Entscheidungen treffen musste.Ich habe oft geluckt, aber das gehört nun mal auch dazu, wenn man ein Turnier gewinnen will. Ich starte gleich mal mit Lady Luck und dem ersten und eigentlich einzigen großen Einschnitt im Kampf um den Sieg.

Samstag, 23 Uhr: Das Turnier startete mit 3.000 Chips. Normalerweise versuche ich immer, in der Anfangsphase eines Turniers die Füße still zu halten und so gut wie keine Hände zu spielen. Manchmal setze ich sogar die ersten zwei bis drei Level komplett aus. Es passierte auch tatsächlich fast nichts und so blindete ich langsam aber sicher runter auf 2.505. Dann kamen Asse.

[replayer hand=105595]

Ein Glück, dass mein Gegner hier mein All-in mit Pocket-Siebenen callte und mir somit 5.535 Chips bescherte.

Ich blindete wieder langsam runter, bis bei Blinds von 100/200 wieder Asse meinen Weg kreuzten.

[replayer hand=105596]

Besser konnte es gar nicht laufen. Ich war bei 10.920 Chips und bisher waren es hauptsächlich getroffene Sets, die mir diesen schönen Chipstand beschert hatten.Ich schmiss ein paar Shortstacks raus und hielt so meinen Stack ein Weilchen.
Sonntag, 2 Uhr:
Ich verdoppelte zwischenzeitig noch einmal und war bei knapp 30k in Chips. Doch bei Blinds von 500/1000 und 100 Ante kam es dann aber zu einer einschneidenden Hand. Schicksalsträchtige Asse!

[replayer hand=105600] 

Diesmal hielten die Rockets nicht und ich wurde auf dem River ausgesuckt. Runter auf 7.317 Chips und dem Turniertod nah. So kann es laufen. Da kommen die Asse, bescheren mir auch zweimal Glück, aber dann brechen sie mir fast das Genick. Jedoch schaffte ich es, mich dreimal zu verdoppeln und erreichte 100k.

Sonntag, 3:44 Uhr: Es kam zu einer weiteren mutig gespielten Hand von mir. Mein Gegner hier hatte schon im Vorfeld durch seltsame Calls geglänzt und somit verwunderte mich der Showdown am Ende wenig.

[replayer hand=105609]  

Aber ich gebe zu, ich hätte vorsichtiger vorgehen können. Mein Gegner hätte hier natürlich ein Set o. Ä. getroffen haben können. Aber da ich wie gesagt schon im Vorfeld auf seine seltsamen Calls aufmerksam geworden war, gab ich ihm einfach null Credit in dieser Hand. Hatte ja zum Glück auch Recht. Puh! Wie dem auch sei, ich war hoch auf 222.710 Chips. Feine Sache. Jetzt hatte ich einen Stack, mit dem ich Schaden anrichten konnte. Ich liebe es, in dieser Position zu sein. Schon vorher hatte ich klar gemacht, dass ich mir nicht die Blinds stehlen lasse und viele durch Resteals zum Folden gebracht.
Nun, mit diesem Stack, traute sich niemand, sich mit mir anzulegen. Ich sammelte regelmäßig die Blinds und Antes ein, klaute hier und da und gewann auch ein paar Showdowns. Alles smoooooth ... So schaffte ich es, mich langsam aber sicher auf 454.050 zu schrauben. Meine treuen Railbirds aus dem BBV und mein geliebter Freund Dave begleiteten mich tapfer immer weiter. Zwischenzeitig musste ich mich vor letzterem rechtfertigen, dass ich so ein teures Turnier spielte ... Aber der Erfolg gab mir Recht. Dave fragte, ob ich auf Sieg spiele oder einfach versuche, so weit wie möglich zu kommen. Ich sagte: "Ich will siegen!" Und das war auch von vornherein das Gefühl in diesem Turnier.

Sonntag, 4:36 Uhr: Die heiße Phase war in vollem Gange. Wir waren alle im Geld und jetzt ging es um die großen Preise. Ich bekam auf die Hand ...

[replayer hand=105620]   

'S lief! Manche Spieler machten es mir aber auch sehr einfach ...   Rauf auf 755.070!
Ich hielt mich weiter tight im Spiel ... blindete runter, gewann mit einer guten Hand oder ein paar Steals wieder Chips usw. Ich war nie wirklich in Gefahr in dieser Phase.

Sonntag, 5:17 Uhr: Der Final Table war gefunden! Wir hatten alle $926,11 sicher! Das allein war schon unfassbar. Aber für mich war klar: Hier war nicht Schluss! Immerhin war ich Second Chipleader am Tisch. Da sollte noch mehr zu holen sein. Die Blinds waren schon mörderisch bei 8.000/16.000 und 1.600 Ante. Der Shorty hatte nur 68k in Chips vor sich. Es dauerte nur fünf Minuten, da flog der Erste raus. Wow! $1.488,38 sicher!
Sonntag, 5:29 Uhr: Der nächste Spieler geht! $2.149,88 sicher! Dann passierte erst mal eine halbe Stunde gar nichts. Es ging jetzt um große Unterschiede zwischen den Geldrängen, daher wurden alle vorsichtig. Jeder versuchte mal hier und da, etwas abzugreifen, scheiterte aber. So wechselten sich die Chipstände fleißig ab und trotz früher Morgenstunden hieß es: höchste Konzentration! Ein Fehltritt konnte das Ende bedeuten.
Sonntag, 6:05 Uhr: Der nächste Spieler ging ohne meine Beteiligung und ich hatte $2.811,38 sicher. Ich war wieder zweiter Chipleader und fühle mich guuuut. Aber so müde, so so müde ...
Sonntag, 6:08 Uhr: Ui, jetzt gab es Geld im Minutentakt. Der nächste Spieler belegte Platz sechs und ich hatte $3.472,88 sicher. Und jetzt wurde es RICHTIG zäh! Keiner wollte sich groß was trauen. Die Chipstände glichen sich an, ein wahres Wechselspiel. Average lag mittlerweile bei ca. 550.000 und die Blinds waren bei 40.000/80.000 und 8.000 Ante angekommen.
Sonntag, 7:10 Uhr: Endlich ging der Nächste und ich sah durch meine von Schlafentzug verquollenen Augen, dass ich nun $4.962,26 sicher auf meiner Seite hatte.
Sonntag, 7:12 Uhr: Nur knapp zwei Minuten später durfte ich auch mal jemanden rausschmeißen.

[replayer hand=105621] 

$6.615,01 sicher und ich war absolute Chipleaderin mit über zwei Millionen in Chips. Die anderen beiden hatten 960k und 656k und es wurde über einen Deal gesprochen (noch inoffiziell). Keiner kam mit einem Vorschlag und so bot ich etwas an (irgendwas um die $10k für mich und $7,5k für die beiden anderen) und es wurde insta-abgelehnt. Da sagte ich mir "Na gut! Dann mach ich euch halt platt!".

Sonntag, 7:16 Uhr: Gesagt, getan. Nur wenige Minuten später ging der Nächste und wir waren im Heads-up! Jetzt waren mir $8.599,51 sicher.
Sonntag, 7:22 Uhr: Es dauerte nur sechs Minuten, bis ich auch diesen Herren bezwungen hatte. Völlig fertig und ausgelaugt freute ich mich trotzdem über sagenhafte $11.728, 40. Hier noch die finale Hand:

[replayer hand=105645] 

Etwas unspektakulär, ich weiß. Aber Hammer alles, Hammer!

Allgemein möchte ich sagen, dass dies mein erster Blog über Poker-Content war und natürlich fehlt mir noch etwas das Gespür für Schlüsselhände. In Zukunft werde ich mir Notizen nebenbei machen, damit ich gut gespielte Hände auch später wieder einfach aus der Hand-History rausfischen kann.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich einer tight-aggressiven Spielweise folge. In Turnieren wie diesen wird das sehr deutlich. Ich kann gut abwarten. Bin geduldig, und wenn ich was habe, hau ich drauf. Ist halt ne Mädchen-Spielweise. Interessanter wird es, wenn ich Chips habe. Dann hau ich auch drauf, ohne viel zu haben. Das gibt mir Stärke in späteren Turnierphasen. Das mal zur Selbstanalyse.

Das Geld geht jetzt teilweise in die Onlinebankroll, in die Livebankroll, in meinen Zahnersatz, meine Wohnungseinrichtung, an meine Eltern und auf ein Sparkonto für alle Fälle.

Zu den Umständen noch einmal ... Seltsam war, dass ich am Samstagnachmittag noch darüber nachdachte, mal wieder Lotto zu spielen, dann aber mit den Gedanken "Ach Quatsch! Ich hab doch Poker, da brauch ich kein Glücksspiel. Irgendwann kommt das Geld schon!" am Kiosk vorbei ging.

Zufällig hatte mich letzte Woche der Intelli-User pokeropa1000 angeschrieben. Der gute Mann hat mich und ein paar andere "bekanntere" Intelli-Mitglieder gebeten, am WE die Daily-Thirty-Grand-Turniere zu spielen und bot als Preis für den Besten an, ihm einen Blog im Forum zu schreiben. Ich spielte am Freitag, kam unter die ersten 30 oder so und war die Beste (und auch die Einzige) ...
Na ja, so hab ich automatisch einen persönlichen Blogger gewonnen und passenderweise gleich am WE was Ordentliches gerockt, worüber man auch schreiben kann.
Seine Turnierberichte über mich findet ihr hier.

Außerdem nochmal danke an meine Railbirds vom BBV und ganz besonders meinen geliebten Schatz Dave! Ihr seid bekloppt, dass ihr so lange mit durchgehalten habt. Aber ich danke euch! 

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