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Von: team-de
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Poker-Pros sind ähnlich wie Sterne am Nachthimmel. Immer in Bewegung, immer am Puls der Zeit. Einen Poker-Pro einmal zu erwischen, ist echt schwierig oder eventuell sogar unmöglich. So ist zumindest meine bisherige Erfahrung mit ihnen. Entweder sind die Guten nämlich permanent unterwegs oder aber sie sitzen am Pokertisch und dann natürlich möglichst lang, nur um nach dem etwaigen Gewinn eines Final Tables in der V.I.P.-Lounge oder nach dem vorzeitigen Turnieraus heimlich, still und leise im Gewühl des Turniers zu verschwinden.

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Die andauernde Bewegung hat natürlich ihren Preis. Poker-Pros sind verständlicherweise oftmals misslaunig und genervt von ortsunkundigen und unverschämten Taxikutschern oder völlig verblödeten Concierges, die zu unschlau erscheinen, an ihrem angestammten Arbeitsplatz die einfache Frage nach einem Jahrhunderte zuvor reservierten Hotelzimmer befriedigend zu beantworten. Mañana heißt das auf Spanisch und bedeutet in etwa „Nerv nicht rum und geh mir aus der Sonne, denn egal was du von mir willst, ich habe kein Plan, wann dir geholfen werden kann“ - … Tzzz, ist schon lustig, wie es die Spanier schaffen, einen ganzen Satz in nur ein Wort zu packen.

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Die Anzahl der spanischen Hotelzimmer scheint überdies in keinem direkten Verhältnis zu  bereits getätigten Reservierungen zu stehen. Durch maximalsten Umsatzzwang, bei exorbitant überhöhten Zimmerpreisen, versucht wohl jeder iberische Luxusherbergsvater, die Not der müden und abgespannten Poker-Pros schon vor Turnierbeginn aufs Extremste zu verstärken. Natürlich pokern die Hotelinhaber und -ketten auch, die pokern um Umsatz und Bettenbelegung und das mit einer ausgefeilten Strategie, der ZOG, der "Zahl‘ oder gehe"-Strategie. Damit sichert man sich immer die fettesten Pots.

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Sind Poker-Pros dann endlich mal irgendwo angekommen, verschwinden die meisten wortlos in ihrem Hotelzimmer, um sich physisch und psychisch auf die kommenden Strapazen vorzubereiten. Keine Chancen also für den kleinen Autogrammjäger oder Pros-Fan und noch weniger Chancen für jemanden, der einen medialen Auftrag zu erfüllen hat. So, nun stelle man sich einmal vor, kurz vor einer EPT in Barcelona zwei Pokerasse in einem Casino treffen zu wollen, um mit beiden ein IntelliPoker-Lehrvideo aufzunehmen. Nichts leichter als das, denkt der Unbedarfte, nicht ahnend, was eine EPT bedeutet, nämlich kollektiven Massenwahn.

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Kennt man Casinos sonst als Oasen der Ruhe und Beschaulichkeit, so verändert eine EPT quasi alles. Ich stand also in einem scheinbar berstenden Casino, in Begleitung von Ignacio, unserem neuen Country-Manager für Spanien, voll bepackt mit Video-Equipment, und suchte in der Masse von gefühlten 10.000 Spielern nach Doc Keiner und Katja Thater. Warum hat er sie denn nicht einfach angerufen, fragt der Daheimgebliebene. Na, warum wohl: Weil Handys während eines Auslandsfluges meistens ausgemacht werden müssen - und nicht selten vergisst der gestresste Mensch, dieselbigen wieder zeitnah zu aktivieren, was dann eine Kommunikation mit diesem Menschen nachhaltig unmöglich macht. So auch hier. Beide Pokerasse waren per Handy definitiv nicht zu erreichen. Wir also raus aus der Menschenmasse, rein in die spätsommerliche Bruthitze von mindestens 35 Grad. Nach ca. zwei bis drei Stunden Warten in der gnadenlosen Sonne endlich der erste Kontakt mit Katja, die wohl eben erst verspätet gelandet war und die üblichen Zimmerprobleme lösen musste. Sie versprach uns aber, so schnell als möglich zu uns zu kommen und empfahl uns, in der Lobby ihres Fünfsternehotels auf sie zu warten.

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Fünf Sterne erheben ein Hotel in den Rang einer Residenz. Man wohnt dort nicht einfach, man residiert dort. Wo ein "normales" Hotel mit nur einem Grüß-August aufwartet, da sind dies hier ca. ein Dutzend geschniegelter Lackaffen in Uniform, die eine einfache Frage nach dem Zutritt zur Lobby mit arrogantem Schulterzucken beantworteten. Wäre ich nicht weich in der Birne durch die Herbstsonne gewesen, wäre ich wohl geplatzt. Ignacio rettete die Situation, er ließ die Lackaffen schön auf Spanisch stramm stehen und sicherte uns so den Zutritt zur Lobby. Die Lobby war dann doch recht eindrucksvoll und ich ertappte mich bei dem Gedanken, wie es wohl in einem Siebensternehotel aussehen würde.

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So saßen wir also in der Lobby wie bestellt und nicht abgeholt und warteten auf unseren ersten Weltmeister. Irgendeine Hotelmaus aus den Reihen der bildschönen Bediensteten, die allesamt aussahen wie aus „Germany‘s Next Topmodel“ geklaut, schien unsere ausgetrockneten Kehlen am rasselnden Geräusch unseres Atems zu erahnen und kam mit einem Tablett auf uns zu. Lächelnd füllte sie für uns zwei Gläser mit Wasser aus einer mitgebrachten Karaffe. Wer nun aber lausiges Leitungswasser vermutet hätte, wäre sicher schwer verwundert gewesen. In Fünfsternehäusern gibt es natürlich auch ein Fünfsternewasser. Stern eins für die Bedienung, die war sehr hübsch und hatte ein freundliches Lächeln. Stern zwei für das Ambiente mit Luxusmöbeln, alles voll klimatisiert und sehr behaglich. Stern drei für die mundgeblasenen Longdrink-Gläser. Stern vier für die optimalen Eiswürfel, die aus geometrisch perfekten Quadern aus kristallklarem gefrorenem Wasser bestanden und Stern fünf für den Geschmack, denn das Eiswasser war mit frischen Minzeblättern garniert. Mehr kann man aus Trinkwasser wohl nicht machen.

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Puh … Das war für mich dann doch überzeugend, warum es sich lohnt, ein Leben im Luxus führen zu wollen. Es sind die Details, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, die es in der Summe aber ausmachen und die aus einem tristen ein erfülltes Leben machen können. Es ist nicht das Geld an sich, sondern die Aufmerksamkeiten, die einem durch Geld entgegengebracht werden und die ein Leben im Luxus an sich so erstrebenswert machen.

Katja kam, wir sahen - und gesiegt hat in Barcelona ein anderer, wie ja wohl jeder inzwischen mitbekommen haben müsste. Zu diesem Zeitpunkt allerdings war noch alles offen und Katja, trotz Zimmerstress, gut gelaunt. Sie hatte inzwischen Michi Keiner telefonisch erreicht und so schienen unsere Kontaktprobleme vorerst gelöst, wohl nur, um von weiteren, viel größeren Problemen locker in den Schatten gestellt zu werden.

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Doc Keiner erwartete uns schon im Casino und nach einer herzlichen Begrüßung durch Katja fehlte eigentlich nicht mehr viel zu unserem Glück, außer, na, außer vielleicht einem Pokertisch mit Spielkarten und ein paar Chips für die Veranschaulichung von diversen Spielsituationen im Seven Card Stud. Ein Pokertisch in einem Casino wird während einer EPT doch kein Problem sein, oder was, wo alle zehn Sekunden irgendein Qualifier oder Satellite gestartet wird, in einem restlos ausverkauften Casino, mit gefühlten 110 Dezibel Lautstärke. Klar, alles kein Problem. Und da standen wir mit unseren beiden Pokerassen … ohne Tisch … ohne Karten … ohne Chips … und ohne Plan, wo und wie wir das Lehrvideo hier drehen sollten.

Ignacio bekam als erstes einmal den Auftrag, einen Verantwortlichen des Casinos aufzutreiben, was ihm auch zeitnah gelang. Allerdings erwies sich dieser Floormanager als falscher Ansprechpartner, denn außer weiteren freundlichen Mañanas von seiner Seite kamen wir nicht wirklich weiter. Was tun in dieser Welt, die scheinbar nur aus Mañana zu bestehen schien? Die beiden Asse folden und das Casino verlassen? Keine Chance … Diese beiden Asse auf einmal zu kriegen ist derart schwer, dass ein Fold einfach unmöglich war. Also dann Plan B. Der Amoklauf, was mir natürlich immer gelegen kommt. Ignacio wurde also losgeschickt, nicht um einen Verantwortlichen, sondern den absolut OBERverantwortlichen das Casinos ranzuschaffen. Schon bald sah ich mich einem älteren Herrn gegenüber, der natürlich NULL Englisch verstand. Ich fragte ihn also höflich über Ignatio, ob es möglich wäre, irgendein Hinterzimmer für unsere Dreharbeiten zu bekommen, was dieser sofort verneinte, wobei er irgendwas von überfüllt und ausgebucht und Sicherheitsproblemen faselte, wie mir Ignatio übersetzte. Gerade als auch dieser nette Mann mit einem Mañana weitermachen wollte, besann ich mich auf eine List.

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Ich tat so, als ob ich einen Telefonanruf bekommen hätte, und sprach laut und deutlich auf Englisch mit einem vermeintlichen Anrufer. Ich schilderte ihm die Situation, dass es angeblich unmöglich wäre, hier einen Drehort für unser Video zu bekommen und dass ein Herr …  ich ließ mir seinen Namen noch einmal sagen, es nicht möglich machen könnte, irgendeinen Raum für uns bereitzustellen und dass er als Casinoleiter ja wohl die oberste und letzte Instanz wäre, die ich noch fragen könnte. Er wurde sichtlich blasser, als er meine Mimik und Gestik zu deuten versuchte, denn ich schnitt Grimassen, als ob ich mit dem Teufel persönlich telefonieren würde und bald zur sofortigen Höllenfahrt antreten müsste. Als ich dann noch zu Ignacio sagte, dass die Geschäftsleitung von PokerStars gern alle Namen der verantwortlichen Personen des Casinos von uns übermittelt bekommen wollte und er diese Bitte an den Direktor weitergab, blieb dem wohl sein auf der Zunge liegendes Mañana im Hals stecken und er geriet in wilden Aktionismus.

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Schnell und unbürokratisch wurde für uns der Mediaraum im ehemaligen „Baccara Club“ innerhalb des Casinos geöffnet, Karten und Chips sowie kühle Getränke bereitgestellt und unsere Dreharbeiten konnten beginnen. Bleibt mir also nur noch, euch mit einem freundlichen Mañana zu vertrösten. bis das Seven-Card-Stud-Video irgendwann einmal fertig wird …

… so keep on moving ...

… Norman

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