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/Mai/2009

Hamburg Poker Masters - Ladies Event

Von: team-de @ 16:10 (CEST) / 594 / Kommentar ( 128 )

Die Hamburg Poker Masters sind in vollem Gange. Ursprünglich hatte ich auf dem Veranstaltungsflyer kein Turnier gesehen, das meiner Bankroll (von immer noch €1.000) entspräche. Nachdem der Flyer schon im Müll gelandet war, machte mich allerdings mein werter Kollege Lars (Vegas1981) darauf aufmerksam, dass es auch ein €110-Ladies-Event geben würde (hatte ich übersehen, da es so klein gedruckt war). „Das wär doch was!“, dachte ich. „Aber nur mit Frauen spielen?! Na ja, ich kann es ja mal ausprobieren ... bin ja selbst eine.“

Gesagt, getan! Am Mittwoch meldete ich mich telefonisch für das Turnier an und fuhr abends nach der Arbeit zum Casino Esplanade. Als man mir am Empfang und nach bezahltem Buy-in ein rosa Lanyard mit meinem Teilnehmer(innen)-Pass gab, bekam ich schon einen Vorgeschmack, was mich erwarten würde.

 

Die Players' Lounge war nicht nur mit den zwei Tischen für die 16 Teilnehmerinnen des Ladies Events bestückt, auch das PLO-€200-Rebuy-Turnier lief hier. Viele bekannte Gesichter begrüßten mich und ich sie.
Entgegen meiner Prinzipien bestellte ich mir einen Southern Comfort mit Ginger Ale. Ich vermutete, dass die Stimmung im Damenturnier so oder so locker sein würde …

Als ich am Tisch auf den Turnierbeginn wartete und meine Liveberichterstattung in Facebook aktivierte, begrüßte mich Rosi von Pokerfirma, die mir auch direkt mitteilte, dass sie schon berichtet hat, dass ich als „prominenteste Teilnehmerin“ in diesem Turnier sein würde. „Na klasse,“ dachte ich, „jetzt muss ich ja auch noch gut abschneiden, damit ich mich nicht blamiere!“


Die Damen nehmen Platz: Anja (rechts) und ich (links)

Es ging recht pünktlich los und ich bemerkte, dass die einzige Frau, die ich kannte, genau neben mir saß: Anja – eine ehemalige PokerToday-Moderatorin, mit der ich mir in Las Vegas für eine Woche ein Zimmer geteilt hatte. Mein rosa Strukturplan verriet mir, dass die Blinds mit 25/25 starteten. Die Levelzeit von 25 Minuten und 3.000 Startchips versprachen, bei der tighten Spielweise der Damen, ein langes Turnier.
Anja und die meisten anderen Damen am Tisch schienen als Dealerinnen sehr erprobt und verbesserten teilweise die Arbeit der blonden Casinoangestellten (diese dachte scheinbar über einen längeren Zeitraum, dass sie in einem Cashgame dealte).
Ich merkte aber schnell, dass ich sicherlich einen großen Vorsprung in Turnierstrategie hatte. Die Damen hatten bestimmt ein paar Jahre mehr Erfahrung, sich aber vermutlich wenig Pokerliteratur einverleibt.
Ich denke, ich werde nie im Leben wieder ein so tightes Turnier spielen wie dieses. Nach etwa zwei Stunden flog die erste Spielerin aus dem Turnier. Auf fast jeden Bet, Raise oder Reraise folgte ein Insta-Fold. Blinds stehlen leicht gemacht. Wenn sich da jemand mal wehrte, sprich bezahlte, konnte man schon sicher sein, dass die Dame auch etwas in der Hand hielt. Ich will jetzt hier nicht auf Klischees rumreiten, aber es war nun mal so …
Dafür war die Stimmung klasse. Es gab das „Chipluder“ und es wurde fortwährend nach Sambuka für die Damen gefragt (hauptsächlich von Anja). Frau entschuldigte sich höflich bei der Gegnerin, wenn sie ihr einen Pot abnahm und frau bemängelte, dass die Pausen zu kurz seien, da Frauen doch länger auf der Toilette bräuchten. Es wurde herzlich gelacht. Die Herren der Schöpfung besuchten unsere beiden Tische von Zeit zu Zeit und machten sich über diese seltsam friedliche Art des Poker lustig.
Mein Stack hatte sich kontinuierlich aufgebaut, bis ich um 22:30 Uhr mit einem Set Dreien gegen eine Straße lief, die sich die Dame auf dem River noch gebastelt hatte. Jedes Anspiel von mir hatte sie bezahlt. Ich war zurück auf Startstack.
Um 23:00 Uhr gingen die Blinds auf 200/400 und ich war mit meinen 3.800 Chips langsam in Zugzwang. Da aber weiterhin auf jeden Bet hin gefoldet wurde, kam nur langsam etwas mehr Substanz in meinen Stack.

Um 23:30 war dann erst der Final Table gefunden (es waren also erst sechs Damen rausgeflogen). Vier Plätze sollten bezahlt werden und ich war in Push-or-Fold-Modus.
Ich stellte einige Male rein und sammelte schöne kleine Pots ein. Mein Stack wuchs auf 5.000 Chips an.
Da flog auch schon die erste raus und wir waren zu neunt.
Die Nächste, die ging, war Anja. Ich hatte 6.000 Chips.
Kurz nach Mitternacht konnte ich eine Dame vom Tisch nehmen und mein Stack wuchs auf 10.000.
Nun gab es auch tatsächlich für die verbleibenden Frauen einen Sambuka.
Wenige Minuten später kickte ich die Nächste aus dem Turnier und hatte 12.000. Es war Bubbletime!
Eine Dame, die zuvor nur eine Hand gespielt hatte, und das waren Asse, ging als Shortstack mit ca. 5.000 Chips all-in. Ich fand und entschied mich unter Schmerzen, diese gehen zu lassen. Ich wollte in dieser Phase nichts riskieren und sie musste stark sein. Leider hat sie nicht gezeigt, was sie hatte.
Nur kurz darauf wurde ein All-in von ihr gecallt und sie war raus. Wir waren im Geld und €240 waren sicher.
Uns wurde mitgeteilt, dass die Siegerin zu ihrem Preisgeld auch eine schöne Uhr und die anderen einen großen Strauß Blumen bekommen würden.
Eine weitere Frau überlebte ich. Allerdings war ich nur noch mit den beiden Bigstacks am Tisch und ging letzendlich mit vom Button all-in. Meine Nachbarin zur Linken, die das Turnier später auch gewann, callte mit und traf das As gleich auf dem Flop.
Nachdem ich schon ca. viermal in Dublin und einmal in Atlantic City in Turnieren gecasht hatte, war dies das erste Mal in Deutschland.
Ich bekam €320 und einen großen (rosa) Strauß Blumen. 


Der Turnierleiter überreichte mir den Preis

Alles in allem war es ein wirklich niedliches Turnier. Offensichtlich hat das Casino Esplanade viel Liebe hineingesteckt und versucht, den Damen einen schönen Abend zu bereiten. Schön war es auf jeden Fall. Dennoch sollte man aufpassen, nicht zu sehr in abgedroschene Muster zu verfallen. Nicht, dass es beim nächsten Mal noch rosa Karten oder rosa Tische für das Ladies Event gibt …

Zum Spiel mit Frauen allein: Ich verstehe, warum Katja Thater so ungern an diesen Events teilnimmt. Ein Pokerturnier allein mit Frauen hat oft nur noch wenig mit Poker zu tun. Erfahrene Spielerinnen werden hier selten eine Herausforderung sehen. Während man normalerweise ein großes Ego, Aggression und den Willen, seine Gegner zerstören zu wollen, mit an den Tisch bringen muss, scheint ein Damenturnier ganz anderen Regeln zu folgen. Frau will sich und anderen halt nicht wehtun ... oder so. Ich denke, dass es für viele Frauen eine Entspannung ist, ein Kartenspiel mit anderen Frauen zu spielen und dabei einen schönen Abend zu haben. Würden sie gegen Männer spielen, würden sie sich eben dieser Aggression, den großen Egos etc. entgegenstellen müssen und der Spaßfaktor wäre kleiner.
Ich bin selbst eine Frau, ich kann all dies also gut nachvollziehen. Bei mir persönlich ist es nur anders. Ich messe mich gern mit Männern und habe auch angefangen, in Turnieren in Dublin mit zwei bis drei anderen Frauen gegen 50 Männer anzutreten. Außerdem habe ich jahrelang in Rockbands gespielt. Diese bestanden auch hauptsächlich aus Männern.
Da ich durch diese „Schule“ gegangen bin, macht es mir auch nichts aus, mir an den Pokertischen immer blöde Sprüche anzuhören. Ich mache dann gern extra auf dumme Tussi, bis ich mit einem guten Spielzug dann einen großen Pot und neben der Überraschung auch die Anerkennung der Herren am Tisch ernte.
Ich verstehe also vollkommen, dass viele Frauen sich dem vielleicht nicht ganz gewachsen fühlen und ihr Können lieber erst mal „unter sich“ erproben.
Die Spielbank kündete am Abend noch an, dass Frauenabende eventuell in Zukunft öfter veranstaltet werden. Ob ich daran nochmal teilnehme, weiß ich nicht … Aber ich weiß ja jetzt, wie es geht.
Ich würde eher vorschlagen, im Allgemeinen ein paar mehr Turniere zwischen €50 und €150 mit vernünftiger Struktur anzubieten. Da würde ich auf jeden Fall auch öfter vorbei kommen. Sind ja immerhin nur drei Bushaltestellen ...

Das war mein erstes richtiges Turnier in Deutschland mit eigenem Buy-in und gleich ein Cash. Das war doch nett …
Meine Live-Bankroll steht somit bei €1.210 und ich freue mich umso mehr auf meinen Vegas-Urlaub nächsten Monat. 

Geschäftlich geht es vorher jedoch noch nach London und Bad Oeynhausen (erster WestSpiel-Poker-Tour-Standort).

Der Flieger nach Las Vegas geht am 13. Juni!

Das war's erst mal wieder von mir ...

Liebe Grüße

Christin

 

 

 

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