javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

team-de blog

team-de blog
Von: team-de
Send PM
/Okt/2008

Handrange schätzen: Ergebnisse

Von: team-de @ 16:55 (CEST) / 2 / Kommentar ( 53 )

In meinem letzten Beitrag habe ich eine Hand vorgestellt und nach einigen Ranges gefragt.

Zur Erinnerung:
Wir sind auf dem Button und alle folden zu uns. Wir erhöhen mit und einem 100-BB-Stack auf drei BB. Der Big Blind hat einen 60-BB-Stack und callt. Flop ist . Der Big Blind checkt, wir setzen vier BB, der Gegner erhöht auf 16 BB und wir gehen mit. Turn ist die und Villain setzt 20 BB. Den Rest der Hand habe ich noch nicht geschildert. Gefragt war nach den Handranges des Gegners a) nach dem Call vor dem Flop, b) nach dem Checkraise und c) nach der Wette am Turn.

Es gab sehr viele lange und durchdachte Kommentare, die sich den verschiedenen Fragen angenommen haben. Das finde ich super - danke dafür! Ich werde zunächst einige Kommentare vorstellen und später meine eigene Meinung beschreiben. Zu beachten ist, dass es nicht wirklich richtige und falsche Antworten gibt, weil ich in der Frage die Spielbedingungen offengelassen habe.

Bei der Beantwortung der ersten Frage ähnelten sich die Meinungen noch recht stark. Es herrschte Einigkeit darüber, dass der Gegner nach dem Call preflop viele verschiedene Hände haben kann. Häufig wurden kleine Paare genannt, Suited Connectors und bis ca. . Die allerbesten Hände werden als eher unwahrscheinlich eingeschätzt, weil der Gegner dann wahrscheinlich einen Reraise gemacht hätte. Vor allem mit bis und . Möglicherweise auch mit mehr Händen.

Der wichtigste Punkt der Hand ist natürlich der, an dem der Gegner den Checkraise macht. Hier gingen die Meinungen recht weit auseinander. Klar ist, dass der Raise Stärke zeigt. Aber wie viel?
Viele User halten die Range für extrem stark. Oberst G. sieht sieht beispielsweise ein getroffenes Set, Two Pair und einen Open-ended Straightflushdraw als die wahrscheinlichsten Hände an. Ähnlich sieht es LarsBoyScout, der allerdings und Draws ausschließt. offel sieht die Range für sein tightes aggressives Homegame als etwas größer an. Er geht davon aus, dass der Gegner neben Two Pair, Set und starkem Draw auch suited und eventuell halten kann.
Viele Intellis sehen auch starke Top-Pair-Hände, die wir mit unserem Kicker schlagen, in der Range. Sylverdeer geht beispielsweise davon aus, dass neben Set/Two Pair, auch oder in der Range des Gegners enthalten sind. Eine ähnliche Range gibt !n your eyes an, wobei er und aufgrund des Preflop-Calls für unwahrscheinlich hält.
Einen Checkraise mit einer sehr schwachen Hand oder als totaler Bluff wird auch in einigen Kommentaren als Möglichkeit erwähnt. Andre 081978 schreibt beispielsweise: "Für den Fall, dass es online ist, denke ich, dass er dir null Credit gibt für deinen Buttonraise und deinen C-Bet. Daher könnte er auch nur Middle Pair haben."

Am Turn hingen die vermuteten Handranges dann natürlich stark von den jeweiligen Meinungen zum Flop ab. Die Wette wurde teilweise als logische Fortsetzung des Checkraise am Flop gesehen und die Handrange wurde beibehalten, von vielen wurde die Wette allerdings auch als zusätzliches erhebliches Signal der Stärke gewertet.

Es gab, wie gesagt, sehr viele gute und oft sehr ausführliche Kommentare. Deshalb musste ich viele davon in meinem kleinen Überblick weglassen - zu meiner eigenen Meinung möchte ich ja schließlich auch noch kommen.

Vor dem Flop sehe ich die Range des Gegners genau so wie der Durchschnitt der Intellis: kleine und mittlere Paare, Asse mit recht hoher Beikarte, Suited Connectors und Suited Highcards. Sehr hohe Paare, und möglicherweise sowie , werden oft, aber nicht immer vom Gegner gereraist.
Am Flop zeigt der Gegner dann Stärke, klar. Set und Two Pair sind auf jeden Fall möglich. Ebenfalls einige starke Draws. Einen wichtigen Teil der Range bilden meiner Ansicht nach aber auch gute Asse, gegen die wir vorn liegen: , und . Bluffs mit sehr schwachen Händen bzw. totalem Trash sind ebenfalls möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Zu beachten ist, dass die Top-Pair-Hände, die der Gegner möglicherweise hat, einen gewaltigen Unterschied für unsere Gewinnwahrscheinlicheit bedeuten. Sehr deutlich wird das mit einer Pokerstove-Analyse. Am Flop liegen wir hinten, wenn man davon ausgeht, dass der Gegner in der Regel Two Pair oder ein Set hat und nur gelegentlich einen Draw (99-88, A9s-A8s, JTs, 98s, A9o-A8o, JTo). Die Equity liegt dann nur bei 36 %. Fügt man AQ-AT hinzu, liegt man mit 52 % vorn (Range: 99-88, AQs-A8s, JTs, 98s, AQo-A8o, JTo)! Würde man noch offsuit und offsuit ausschließen, würde die Equity sogar auf knapp 60 % steigen. Ein ähnliches Resultat erzielt man, wenn man zwar die Two-Pair-Hände in der Range belässt, aber dafür die Möglichkeit eines Bluffs oder zusätzlicher Semibluffs berücksichtigt.
Insgesamt sehe ich uns also auch nach dem Checkraise vorn. Die logische Konsequenz daraus: Ich würde auf keinen Fall folden. Ich finde sowohl ein direktes All-in am Flop als auch einen Call, gefolgt von einem All-in am Turn, völlig in Ordnung. Auf gar keinen Fall würde ich callen und dann bei einer harmlosen Turn-Karte folden. Meine Ansicht zu der Hand wurde von den aggressiven mittleren Limits online geprägt. In wesentlich passiveren Spielen halte ich es für durchaus möglich, dass es in Ordnung ist, am Flop zu folden. Das würde ich allerdings nur machen, wenn ich den Gegner gut kenne oder wenn das Spiel im Allgemeinen sehr passiv ist und kaum geblufft wird. Im Zweifelsfall (wenn einem kaum Informationen zur Verfügung stehen) würde ich in einer solchen Situation all-in gehen.

Auflösung: Wir gehen am Turn all-in, der Gegner callt sofort. Der River ist die . Wir gewinnen den Showdown und erfahren aus der Handhistory, dass der Big Blind gehalten hat.

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner