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/Apr/2008

Homegame für Fortgeschrittene ;)

Von: team-de @ 18:55 (CEST) / 7450 / Kommentar ( 107 )

Am vergangenen Freitag kam ich nach sieben anstrengenden Tagen in Monte Carlo wieder in Hamburg an. Ich hatte mich lange nicht mehr so sehr auf mein Bett gefreut, doch vorher mussten noch ein paar Telefonate mit Familie und Freunden erledigt werden. Die Anrufe bei meinem Dad und meinem besten Kumpel Henne änderten dann natürlich prompt meine komplette Planung für das Wochenende. Die sah nämlich viel Faulenzen und Samstagabend mit B@nd!t ein Bierchen trinken gehen vor.

Mein Dad erzählte mir, dass am Sonntag Family-Brunch in einem netten Lokal im Bremer Hauptbahnhof auf dem Programm steht und ich könnte doch als unerwarteter Überraschungsgast auftauchen. Gute Idee, dachte ich, außerdem lag doch tatsächlich ein Schreiben von der Bremer Hochschule mit guten Nachrichten zwischen meinen Briefen, auf das ich schon seit Monaten gewartet habe. „Sehr geehrter Herr Scherr, …blablabla ...“ – Kurzum, ich bin jetzt offiziell (nach gefühlten 20 Jahren Studium) Diplom-Kaufmann. Da freut sich auch die Family!

Wesentlich kürzer war das Gespräch mit meinem Kumpel Henne, bei dem ich vor meinem Umzug nach Hamburg gewohnt habe. „Wann kommste wieder nach Bremen?“ „Morgen Nachmittag, ich ruf dich an, wenn ich losfahre.“ „Alles klar! Bring genug Chips mit, die Pokerrunde läuft Samstag!“ – Wumms! Das waren gute Nachrichten, denn bei dieser speziellen Pokerrunde wollte ich unbedingt dabei sein. Bisher hatte ich mich immer gedrückt, denn ich wusste, dass mich vier absolut unberechenbare Gegner erwarteten und die Limits im Laufe des Abends, unabhängig von den Stacks, mehrfach hart angehoben werden.

Am nächsten Tag fuhr ich bereits mittags nach Bremen, um mich dort noch ein wenig auf das Gemetzel am Abend vorzubereiten. Ich beschäftigte mich vornehmlich damit, wie man gegen Maniacs und Calling Stations spielt, das sollte reichen.

Gegen 21 Uhr trafen Henne und ich dann beim Gastgeber ein, wo man schon sehnsüchtig auf uns wartete. Wenig später ging es dann schon los und damit auch nicht zu tight gespielt wird, durfte jeder nur 12,5 Big Blinds (im Folgenden BB) in Chips eintauschen … klingt komisch, ist es in diesem Fall aber nicht, denn Begriffe wie Shortstack-Strategie oder pot-committed sind in dieser Runde nicht relevant.

Zum ersten All-in kam es dann bereits in der zweiten Hand. Ich saß im BB mit und durfte nach zwei Limpern und aufgefüllten Small Blind (SB) durchchecken. Der Flop brachte . Das sieht doch schon ganz gut aus, dachte ich und nachdem der SB gecheckt hatte, tat ich selbiges. Der dritte Spieler setzte gleich mal Potgröße an, die ich, nachdem die anderen beiden gefoldet hatten, möglichst zögerlich aussehend bezahlte. Die Turncard brachte dann , also eine völlig ungefährliche Karte für mich. Ich checkte erneut, mein Gegenüber spielte wie erwartet an und gab mir somit die Gelegenheit, all-in zu gehen. Er callte, zeigte Asse und ich bekam gleich die volle Auszahlung, da die Rivercard eine Blank brachte.

Nach gut einer Stunde hatte ich meine Chips dann fast verdreifacht, doch mit einer Sache hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Denn nur Poker ist natürlich zu langweilig und so wurde erstmal eine Runde 17 und 4 eingeläutet. Das lief dann nicht ganz so gut und als wieder Poker auf dem Programm stand, war ich wieder bei plus/minus Null. Zu allem Überfluss wurde natürlich das Limit angehoben und ich musste ein paar Chips nachholen, um etwas Spielraum zu haben. Viele Hände bekam ich danach leider nicht und mittlerweile wurden die Jungs auch vorsichtiger, wenn ich mich mit einem Raise zu Wort meldete. Da gab es dann für meine einzigen Asse auch nur die Blinds. Danach musste ich dann mehrfach am Flop nach großen Einsätzen folden und bekam ein paar Bluffs präsentiert. Das spielte mir allerdings wenig später genau in die Karten, denn nach einem 3-BB-Raise von mir mit callten beide Bluff-Experten aus den Blinds und der Flop brachte . Der erste Spieler checkte, doch der zweite spielte 1/3-Pot an. Normalerweise könnte man dies als Probebet (Testen der Stärke der eigenen Hand) identifizieren, nicht so in diesem Fall, denn dieser Spielzug zählte definitiv nicht zum Repertoire meiner Mitspieler. Ich überlegte kurz und kam zu dem Schluss, dass er den König getroffen haben musste und sich von dieser Hand auch nicht mehr trennen würde. Bei seinen Bluffs kamen ziemlich schräge Overbets zustande, aber diesmal sah er sich scheinbar vorn und wollte uns im Pot behalten. Da ich aber nicht alle im Pot behalten wollte, kam die Donk-Bluff-Overbet diesmal von mir und ich ging mit meinem kompletten Stack (ca. 30 BB) all-in. Der SB foldete unter Protest seine Hand, die zwar hinten liegen würde, „aber ich habe es im Gefühl, dass ich am Ende doch gewinnen würde. Außerdem bluffst du doch diesmal.“ O.k., aber was macht der Big Blind? Ich hatte eigentlich nur vor einem schnellen Call Angst, denn dann hätte ich mit Two Pair oder einer noch stärkeren Hand rechnen müssen. Doch der BB überlegte lange, wand sich hin und her, callte aber wie erwartet mit . Als ich nach dem As den König umdrehte, folgte ein langes „Ahhh, ich hab's gewusst.“ Lol, ich auch ;)

Zwischenzeitlich hatte ich die ersten Chips schon wieder zurückgetauscht, da es keinen Sinn machte, mit dem kompletten Stack weiterzuspielen. Nachdem ich etwas Chips abgeben musste, bekam ich Pockettens, raiste und lief in slow gespielte Queens, was aber zum Glück nicht zu teuer wurde. Danach wurden die Blinds erneut angehoben, sodass ich nur noch zehn BBs hatte. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass nur noch bei Totalverlust nachgetauscht werden kann, da mittlerweile ziemlich viele Chips im Umlauf waren.

Diese Regel half mir wenig später, als ich nur noch sechs BBs hielt und gedealt bekam. UTG, ich und MP limpten, SB füllte auf und der BB checkte durch (übrigens wieder die beiden aus der A-K-Hand). Der Flop brachte Rainbow und der SB spielte gleich mal mit zehn BB an, worauf der Spieler im BB over-the-top all-in ging (16 BB).  UTG foldete und ich hatte eine recht einfache Entscheidung zu fällen, denn ich konnte meinen kleinen Stack fast vervierfachen. Auch wenn es sich ziemlich dämlich anhört, aber aufgrund der bisher gespielten Hände war die Wahrscheinlichkeit, dass mein As zu der Zeit vorn lag auch völlig ausreichend, um zu callen. Den Spieler hinter mir konnte ich getrost vergessen, denn der hatte seine Karten bereits gefoldet. Der SB brachte natürlich die letzten Chips und es folgte ein eindrucksvoller Showdown.

SB: (offensichtlich)
BB: (besser als erhofft)

Jetzt musste gezittert werden, denn es gab natürlich einige Karten, die ich nicht sehen wollte. am Turn und am River gehörten allerdings nicht dazu und so sackte ich am Ende noch einen schönen Pot ein und fuhr mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

Ach ja, das mit der Überraschung zum Brunch hat natürlich nicht geklappt. Verschlafen, und als ich dann unterwegs war, rief mein Bruder schon an: „Wo bleibst du? Papa hat grade gesagt, du wolltest auch zum Brunch kommen.“

Nice hand!

robinse 

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