javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

team-de blog

team-de blog
Von: team-de
Send PM
/Jan/2009

Karibisches AbenTEUER 2009 ...

Von: team-de @ 15:10 (CET) / 8 / Kommentar ( 111 )

 
Vom Reißbrett direkt auf die Bahamas verpflanzt ...

Man muss wirklich kein Freund von Interkontinentalflügen sein, aber ab und zu beißt man halt in den sauren Apfel, der Arbeit zuliebe. So brachen der Kollege robinse und ich am ersten Samstag des noch jungen Jahres auf, um via London direkt auf die Bahamas zu jetten. Dort sollten wir die diversen Events im Rahmen des Caribbean Adventures für IntelliPoker und PokerStarsblog.de covern.
Abgesehen davon, dass auf Paradise Island die Temperaturen im Januar weitaus angenehmer sind als die in Deutschland - uns kamen Horrormeldungen zu Ohren, in der Heimat sei es so kalt, dass selbst Piercings festfrieren würden - ist jeder Neid fehl am Platz.
Ein PCA bedeutet, wie die WSOP oder jede EPT, für einen Reporter Arbeit bis zum Abwinken. Besonders augenfällig wurde dies beim World Cup of Poker: Schichtbeginn 10 Uhr morgens. Schichtende, umständehalber, am nächsten Morgen um 5 Uhr.
Und auch die High Roller machten unwesentlich später an Tag 1 keine Anstalten, ihr teures Spielchen vor dem Morgengrauen zu beenden.
Man sitzt also mit seinem Laptop in einer Ecke des gigantischen Convention Centers eines der größten und exklusivsten Ferienressorts der Erde und kriegt kaum etwas davon mit, welch nette Gimmicks die amerikanischen Topdesigner in das Atlantis Resort verbaut haben.


Der Fotobeweis: Ich war wirklich da!

So kennen wir die berühmte Turborutsche mitten durch das Haifischbecken nur vom Hörensagen und einen Strand soll es hier ja auch geben. Die einzige Bekanntschaft, die wir mit dem bahamischen Ambiente machen können, findet in den Turnierpausen statt. Eine Art Poker-Kitchen, wie man sie schon vom Rio-Hotel in Las Vegas kennt, wartet in einem eng gefassten Fleckchen Garten hinter dem Convention Center auf Spieler und andere Beteiligte. Wir taufen den Garten - sarkastisch wie wir nun mal sind - "Gefängnishof".
Hier bricht schon mal der Kampf um Nahrungsmittel aus. Wenn man ein Bierchen (für $7) zischen möchte, mit eventuell einem Hamburger ($10) dazu oder einem Salätchen ($12), muss man zunächst an einer von zwei Kassen anstehen, um eine Art Lebensmittelmarken zu erstehen, die man dann nach Überwindung der nächsten Menschenschlange gegen richtige Nahrung/Getränke eintauschen kann. Dabei lässt sich das Servicepersonal landestypisch viiiiieeeelll Zeit. Man ist keineswegs in Eile, auf den Bahamas - oder man wird eben ausgebremst. Immerhin sind Kellner und Kassierer immer allerbester Laune, was sie durch breites Blecken ihrer überwiegend strahlend weißen Zähne ausdrücken. Im Hintergrund dudeln Volksreggae oder Steeldrums. Erst an Tag 4 entdecken wir "Bahama Mama", einen echt fruchtigen Cocktail. 0,4 Liter nur $8, wieso also 0,355er-Dosenbier für $7 trinken?? Allerdings wird man nach zwei "Mamas" unweigerlich ohnmächtig, wie ich bei einer intensiveren Kostprobe entdecke ...
Schnell wird auch klar, dass man sich den Besuch der im Atlantis Resort inflationär vorhandenen Restaurants und Bistros nur erlauben sollte, wenn man gerade dicke Dollarbündel einstecken hat. Frühstück ist sowieso nicht inbegriffen, Teilnahme am üppigen karibischen Büffet = $25.


Einer der gefühlten 100 Pools

Im postmodern designten Mesa Grill treffen wir Greg Raymer und seine Familie, die offenbar wild entschlossen sind, mal wieder $500 für ein Abendessen auf den Kopf zu hauen. Unterhalb dieser Summe wird man allenfalls mit Vorspeisen oder Süppchen durchkommen. Gott sei Dank sind wir in dieses Etablissement eingeladen. Die Reisekasse atmet hörbar auf, in der warmen, sicheren Hosentasche.
Das Atlantis Resort ist ohne Zweifel ein Meisterstück uramerikanischer Illusionisten: An allen Ecken und Enden prangt gigantomanische Kunst, absichtlich auf alt getrimmt, um das korrekte "atlantische" Gefühl zu erzeugen. O.k., ich gebe es zu: Manchmal haut's auch mir das Blech weg angesichts des ganzen Aufwands. Künstler haben sogar eine eigene "antike" Fantasieschrift erfunden, die nun überall die Kulissen ziert. Die Bronzeplastiken und Glasskulpturen sind teilweise atemberaubend, von den allgegenwärtigen Meeresaquarien ganz schweigen.
So etwas lässt man sich eben bezahlen. Daniel Negreanu berichtet von Bananen zum Stückpreis von $3. Ein paar Kilometer außerhalb des Ressorts bekommt man für diesen Preis zehn Kilo Bananen. Es wird der Tag kommen, an dem findige Hotelmanager beschließen, einen Sauerstoffzuschlag für jedes Zimmer zu erfinden.
Ein Gutteil der hier verblasenen Dollar wandert wohl in die Kasse eines gewissen Sol Kerzner, der das ganze Ding erfunden hat und offenbar eine Art Supergenie ist. Jedenfalls wird dies immer wieder auf den vier (!) Fernsehkanälen behauptet, die sich im Atlantis Resort rund um die Uhr nur mit einem beschäftigen: nämlich dem Atlantis Resort …


Einmal anlassen = $50.000 ...

Von einer Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren. Fünf Zentner schwere und offenbar immer noch reiche amerikanische Touristen flanieren an der Seite von ranken und schlanken Schönheitsköniginnen durch das Gelände, dazu Geschäftsleute im adretten Anzug auf, hm, Geschäftsreise. Und natürlich die Multikulti-Pokergemeinde: Fusselbärtige Nerds mit Sonnenbrille, Ed Hardy-Käppi und Bermudas gibt's im Rudel, gemischt mit eher distinguierten Veteranen und der Armee von Spielern im PokerStars-Outfit. Vereinzelte Pokertouristen zwingen die Stars wie Phil Ivey, Daniel Negreanu und Chris Ferguson zu gemeinsamen Handyfotos.
Im Hafen liegen gewaltige Yachten („hätte ich auch gern, aber einmal Anlassen kostet ungefähr 50.000 Dollar“, meint Katja), die tagtäglich von Dutzenden Crewmitgliedern auf Hochglanz gewienert werden. Hinter dem Hafen haben die Planer ein putziges Städtchen à la mediterran hingezimmert. Natürlich gibt’s hier ausschließlich teuerste Designershops, selbst Starbucks langt hier ein bisschen kräftiger zu als anderswo.


O.k. - es ist schon beeindruckend

Die Überraschung lauert ein paar hundert Meter weiter. Hinter dem Reißbrett-Dörfchen haben ortansässige Schlaumeier eine Art Einkaufszentrum hingestellt, wohl für sparsamere Touristen gedacht. Hier gibt es die geschmacklosesten Bahamas-T-Shirts (drei Stück = $9.99) und - Überraschung - dasselbe Bier, das im Hotel für $7 über den Tresen geht, kostet hier $0,80. Leider haben wir die Shopping Mall erst am letzten Tag unseres karibischen AbenTEUERS entdeckt. Die Hälfte der putzigen Lädchen im Einkaufszentrum steht übrigens leer, vermutlich weil die Dollar schon weg sind, ehe der gewöhnliche Tourist seine Schritte hierher lenken kann.
Fazit: Niemals im Leben würde ich auf dieser Insel freiwillig meinen Urlaub verbringen. Kulissen kann man sich auch in der Hamburger Oper anschauen, Sandstrand gibt’s auch an der Elbe. Geldscheißer existieren freilich höchstwahrscheinlich weder hier noch dort …

 

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/beliebt/
Hand der Woche – King Ten am S... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um König-Zehn am Sma ...
Mehr