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/Nov/2008

Kurztrip nach London

Von: team-de @ 05:48 (CET) / 5867 / Kommentar ( 64 )

Hallo Liebe Intelli-User - letztes Wochenende unternahm ich mit einigen Kumpels einen Kurztrip nach London. Via Ryanair konnten wir einen günstigen Flug von Bremen nach London schießen (für gerade einmal €50 inkl. Tax). Wir hatten uns vorgenommen, das Grosvenor Victoria Casino (auch VIC genannt) sowie einige Clubs zu besuchen. Im VIC wurde u. a. auch die EPT London veranstaltet.

Da der Flug bereits am Freitagmorgen gegen 6:20 Uhr startete, entschieden sich meine Kollegen dazu, die Nacht durchzumachen und im Casino zu zocken (Suchtis :-p ). Da ich ein extrem anstrengendes Wochenende erwartete, wollte ich lieber einige Stunden schlafen, damit ich nicht völlig in den Seilen hing. London Stansted erreichten wir bereits nach etwa 60 Minuten, der Flughafen befindet sich etwas weiter außerhalb und ist im Vergleich zum Bremer Flughafen schon recht groß. Das Wetter in London war wirklich schrecklich und beim Warten auf den Transfer in die Londoner City habe ich mir fast den A.... abgefroren. Der Transfer hat etwa 90 Minuten gedauert, da es auf den Straßen schon relativ voll war. Nachdem wir im Hotel angekommen waren, haben wir noch etwas gechilled, da das Cashgame im VIC erst gegen 12 Uhr anfing.

 

Als wir im Casino ankamen, liefen bereits Cashgames an drei Tischen. Unter anderem ein 25/50-NL-Hold'em-Tisch, der sich wenig später in einen NL-10k-Tisch verwandelte. Es befanden sich Neil Channing, John Duthie (Chef der EPT) sowie einige weitere Pros an dem Tisch. Als weitere Limits gab es NL300/NL500 sowie NL1k mit (5/10-Pfund-Blinds). Ich ließ mich auf die Warteliste des NL1k-Tisches setzen, da der Tisch bereits voll besetzt war, und konnte nach etwa 90 Minuten loslegen. Ich kaufte mich zunächst mit 500 Pfund ein und war einer der Shortstacks am Tisch, da sich einige Herren mit z. T. 5.000 Pfund an den Tisch setzten. Der Tisch bestand aus ein bis zwei jungen Regulars, die die Tische im VIC offenbar regelmäßig frequentieren und älteren Rentnern, die Poker zu ihrem Fulltime-Hobby gemacht haben. In dem Casino gab es kein Rake pro Pot, sondern eine Art Gebühr pro 30 Minuten. Je höher das Limit war, desto höher war die Rake. An dem 5/10-Tisch betrug die Rake 7,50 Pfund pro 30 Minuten, also 15 Pfund pro Stunde. Aufgrund der Gebühr war es eher unüblich, Trinkgeld nach größeren Pots zu geben. Einige Spieler gaben dem Dealer quasi wärhend der ganzen Session keines.
Anfänglich beobachtete ich den Tisch und war relativ carddead und blindete mich etwas herunter. Nachdem ein Spieler UTG auf 35 Pfund geraist hatte, callte ich mit in Position und wir sahen einen Flop von Rainbow. Im Pot befanden sich fünf Spieler (Livesessions sind i. d. R. immer sehr loose). Der Initial-Raiser machte einen Conti-Bet in Höhe von zwei Dritteln des Pots, daraufhin foldeten alle Spieler bis zu mir. Ich entschloss mich dazu, die Bet zu callen, da das Board recht ungefährlich aussah. Der Spieler nach mir callte den Bet ebenfalls. Auf dem Turn erschien eine und der Initial-Raiser checkte nun. Da das Board nun etwas gefährlicher aussah und zudem suited war, entschied ich mich, direkt zu pushen für meinen restlichen Stack. Der Spieler nach mir foldete und der Initial-Raiser entschied sich dazu, die Bet zu callen. Der River war eine Blank und ich gewann den Pot in Höhe von ca. 1.000 Pfund. Mein Gegner muckte und sagte anschließend, dass er angeblich hielt. Je größer mein Stack wurde, desto looser konnte ich agieren. Da viele der Gegner loose-passiv spielten, wurde nach C-bets recht viel gefolded. Mein Stack entwickelte sich in Richtung 2.000 Pfund, bis es zu der letzten größeren Hand des Tages kam.
Ich befand mich mit auf dem Button als ein recht looser Spieler aus UTG+2 auf 60 Pfund raiste. Der Spieler UTG hatte Livestraddle für 20 Pfund gespielt (er hat sich somit die letzte Aktion vor dem Flop erkauft). Nach zwei Callern entschied ich mich mit meiner recht starken Hand für einen Reraise auf 220 Pfund. Der Initial-Raiser überlegte einige Zeit und callte den Bet, woraufhin die anderen Spieler foldeten. Der Flop kam mit herunter und der Initial-Raiser spielte etwa den halben Pot an. Der Flop gefiel mir eigentlich recht gut, da ich mit meinen Overcards sowie dem Flushdraw sogar oft mehr als 50 % hatte (gegen ein Overpair). Ich ging relativ zügig all-in und mein Gegner callte den Bet nach gefühlten zehn Minuten mit seinem verbliebenen Stack (ca. 500 bis 600 Pfund). Turn () und River () verbesserten meine Hand nicht und mein Gegner gewann einen recht großen Pot mit Pockettens. Da es bereits relativ spät war, machten wir uns auf den Weg zum Hotel, um uns für die anstehende Partynacht vorzubereiten.

Als Klub-Location hatten wir uns Ministry of Sound ausgesucht, die u. a. ein supererfolgreiches Musik-Label betreiben. Aufgrund der Halloween-Nacht war London in dieser Nacht extrem gut von Partygästen besucht. Die Schlangen vor dem Klub waren sicher einige hundert Meter lang. Dank meines Freundes DJ SAYG konnten wir via Gästeliste direkt in den Klub und mussten stundenlang anstehen. Im Klub angekommen war es dann extrem entspannt und wir mussten direkt die erste Flasche ordern. Nach einigen weiteren Flaschen Wodka fehlt mir leider die Erinnerung, um hier weitere Eindrücke zu schildern. ;-) Der Besuchermix war auf jeden Fall ausgezeichnet, sprich die Frauen-Männer-Quote war in einer gesunden Relation und die Leute waren sehr lässig.

Als ich dann am nächsten Morgen aus meinem Koma aufwachte, ging es auch direkt weiter zum Casino. Wir nahmen uns dann vor, den gesamten Tag zu zocken, da wir alle recht kaputt waren und den Besuch des Chelsea-Spiels kurzfristig cancelten. Zuerst vesuchte ich mich an dem 5/10-NL-Tisch und konnte recht zügig aufdoppeln (fullstacked). Wenig später wechselte ich an den 10/25/50-NL-Hold'em/Omaha-PL-Tisch. Es wurde quasi eine Runde Hold'em und eine Runde PLO gespielt, der Livestraddle wurde so gut wie jede Runde geposted. Ich kaufte mich mit dem Minimum von 1.000 Pfund ein und konnte mich relativ schnell mit preflop commiten und gegen zwei Gegner verdreifachen. Etwas später kamen dann zwei relativ junge Spieler an den Tisch, die sich jeweils mit 10k und 20k Pfund in die Partie einkauften. Ich verabschiedete mich von dem Tisch und machte nach sechs bis sieben Stunden Poker erst mal eine Essenspause (das Steak war hart wie eine Schuhsohle :p). Den restlichen Abend verbrachte ich dann an dem NL1k-Tisch, bevor ich 30 Minuten vor unserer Abfahrt noch einen sehr großen Pot mit Set over Set verloren habe. Dank Roulette-Luckbox konnte ich zumindest das Buy-in von dem NL1k-Tisch noch zügig reinholen und war daraufhin gut im Plus.

Insgesamt war der Trip ein nettes Erlebnis im Gegensatz zu meinem regulären Arbeitsalltag und ist auf jeden Fall empfehlenswert. Der Flug sowie das Hotel haben insgesamt nur €130 gekostet (Hilton im Financial District). Somit lässt sich so ein Trip auch mit einer etwas kleineren Bankroll realisieren. Im Casino wurden u. a. auch Tische mit Blinds von einem Pfund angeboten. Das Niveau an den meisten Tischen sollte nach dem Auseinandersetzen mit den Intelli-Artikeln relativ leicht zu beachten sein. :-)

Aktuell befinde ich mich gerade einige tausend Meter über Kanada und werde in einigen Stunden in Las Vegas landen. Ich werde versuchen, einige Turniere der Deepstack Extravaganza im Venetian zu spielen. Da ich zum ersten Mal nach Las Vegas fliege, bin ich natürlich extrem gespannt, was mich erwartet. Kürzere Updates aus Las Vegas werde ich hier auf Intelli publizieren, insofern irgendetwas Interessantes passiert. Ich hoffe, die Länge des Blogs ist jetzt nicht zu sehr ausgeartet, falls ihr Fragen zu meinem Blog habt, könnt ihr diese gern in den Comments stellen.

Best regards,

Jerome

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