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/Dez/2008

Las Vegas 2/2

Von: team-de @ 00:44 (CET) / 1 / Kommentar ( 55 )

Weiter geht's mit Teil 2 meines Las-Vegas-Trips. In Teil 1 ging es ja primär um meine Erlebnisse außerhalb der Pokerwelt. Insgesamt habe ich zehn Tage in Vegas verbracht und bin hauptsächlich wegen der Deepstack Extravaganza im Venetian angereist. Dabei handelt es sich um eine Serie von Deepstack-Turnieren, die allesamt ein moderates Buy-in von $300 bis 1.000 aufweisen. Lediglich das Main Event hat ein höheres Buy-in von $2.500. Die Starting-Stacks variieren von 12.500 bis 15.000 Chips. Die Levelzeiten betrugen 40 Minuten, somit war ausreichend Zeit für genügend Postflop-Play.

Direkt nach unserer Ankunft in Las Vegas haben wir uns auf den Weg zum Venetian gemacht. Allerdings verpassten wir die "late registration" des ersten Turniers knapp und mussten uns dann mit dem Cashgame begnügen. Es liefen bereits zehn bis zwölf Cashgame-Tische, dabei gab es relativ viele Tische mit kleinen Limits von $1/$2-Blinds sowie Tische mit $2/$5-Blinds. Höhere Games liefen zu der Zeit kaum, bis auf ein bis zwei NL-1K-Tische ($5/$10-Blinds). Ich setzte mich zuerst an einen NL-$500-Tisch und kaufte mich mit $700 ein, da so gut wie keiner am Tisch unter 100 BB hatte. Der Cashgame-Tisch war relativ soft zu spielen, die meisten Leute am Tisch spielten loose-passive oder eben tight-passive. Ich spielte relativ wild und hatte mit Sicherheit ein gutes Maniac-Image :-).Nach einiger Zeit konnte ich meinen Stack auf ca. $1.200 ausbauen, bis es zu einem etwas größeren Pot kam:

Eine etwas ältere Chinesin raiste UTG auf fünf BB, alle foldeten bis zu mir im Big Blind und ich callte mit suited. Der Flop kam runter mit rainbow. Ich entschied mich für einen Checkraise am Flop, um die Hand möglichst jetzt zu beenden. Allerdings foldete meine Gegnerin nicht wie gewünscht, sondern callte nach einem kurzen Augenblick des Überlegens. Im Pot waren insgesamt $250. Auf dem Turn erschien ein , somit hatte ich Top Two Pair und spielte erneut 2/3-Pot an. Die Spielerin überlegte wieder einen kurzen Moment und callte meinen Bet nur. Am River deckte die Dealerin dann eine weitere Dame auf. Somit hatte ich quasi die Second Nuts und spielte relativ zügig nochmals 2/3-Pot an, um mit meiner Hand die maximal mögliche Auszahlung zu erreichen. Zu meinem Verwundern ging meine Kontrahentin nach kurzer Zeit all-in für circa $400 mehr. In diesem Moment konnte ich den Bet noch nicht richtig interpretieren und callte. Sie deckte die Hand auf und im ersten Augenblick habe ich ebenfalls bei ihr gesehen und deckte meine Hand ebenfalls auf. Als der Dealer dann allerdings meine Hand muckte und den $2.000-Pot zu ihr schob, erkannte ich die beiden Könige in ihrer Hand. - > Boom! :-)

Im Nachhinein hat sie die Hand eigentlich relativ gut gespielt und ließ mir am River keine andere Wahl als zu callen (aufgrund des großen Pots). In den nachfolgenden Stunden hat sie quasi so gut wie keine Hand außer Premium-Hände à la AA, KK, AK etc. gespielt und hat den Tisch quasi auseinandergenommen. Wenn wir beide deeper gespielt hätten, hätte ich einen River-Fold evtl. in Erwägung gezogen. Ein Preflop-Fold wäre evtl. eine Möglichkeit gewesen, die Hand nicht out-of-position (deeper) zu spielen.

Insofern ich gerade kein Texas Hold'em oder Turnier gespielt habe, verbrachte ich die restliche Zeit mit Omaha-Cashgame. Gespielt wurde i.d.R. $5/$5 mit $10-Live-Straddle. Auf 20 Texas-Hold'em-Tischen gab es leider nur ein bis zwei PLO-Tische. Die Stacks der Spieler waren auch hier wieder recht deep, die meisten kauften sich mit 100 bis 200 Big Blinds ein.

Folgende interessante Hand ereignete sich am Anfang meines Trips. Der ganze Tisch war wieder recht loose, bis auf einen oder zwei Rocks. Ich hatte in etwa einen Stack von $950, bis es zu folgender Hand kam. Ich befand mich in MP3 und raiste mit auf $25, nachdem ein Limper pot war. Der Spieler in MP4 callte meinen Bet und alle Spieler bis zum Small Blind foldeten. Dieser entschied sich zu einem Reraise auf $100, der Big Blind callte, so wie ich und der Spieler in MP3. Zu viert sahen wir den Flop von . Der Small Blind spielte potsize an und hatte in etwa $800 left. Der Big Blind callte den Bet ebenfalls und war all-in. Ich entschied mich zu einem Push mit meinem kompletten Stack. Der Small Blind überlegte kurz und callte dann meinen Bet, der Big Blind ging ebenfalls all-in. Der Turn brachte eine und somit die Second Nutstraight für mich. Am River pairte sich das Board und der Small Blind gewann den recht großen Pot mit seinem Nut-Full-House ( ), der Big Blind muckte angeblich sein geflopptes Sechsen-Set.

Den Small Blind habe ich nach dem Preflop-Raise auf gute Asse oder Kings gesetzt. Der Big Blind machte mir eigentlich keine Angst, da er eh schon fast ein Drittel seines Stacks investiert hatte. Ich entschied mich für den Push, da ich mit meinem Straightdraw und dem Flushdraw in der Regel 50 % oder mehr habe (gegen einen Gegner). Zudem hatte ich noch etwas Fold Equity, insofern der Small Blind nur blanke Asse gespielt hatte und sich seiner Sache nicht mehr sicher war. Die in meiner Hand minimierte zudem die Wahrscheinlichkeit, dass mein Gegner Top Set hielt. Beim Durchspielen der Hand gegen die Hand des Small Blinds hat meine Hand fast 59 %, sprich, ich war trotz meiner leicht skurril aussehenden Hand Favorit auf dem Flop. Beim Durchspielen der Hand gegen zwei Gegner sah es sogar noch etwas besser aus. Am Flop lag die Gewinnwahrscheinlichkeit bei massiven 63,46 %, gegen 27,88 % (Small Blind mit Top Set) sowie 8,5 % gegen den Big Blind. Die Blinds nahmen sich quasi wichtige Outs zur Pairung des Boards weg. Solche Action-Hände machen das Spiel halt interessant, und die Swings können kurzfristig enorm sein, da die Equity nie besonders groß ist.

The Real Deal mit Dolye Brunson                      Venetian Parkplatz                      Palazzo

Insgesamt habe ich im Venetian sechs Turniere gespielt, das war auch in etwa die Richtung, die ich mir vorgenommen hatte. In den Anfangsphasen der Turniere sind i.d.R. ziemlich viele Spieler mit marginalen Händen broke gegangen.

Mein erstes Turnier begann relativ gut und ich befand mich stets im oberen Drittel des Chipcounts. Das Buy-in betrug $540 und die Teilnehmerzahl lag bei etwa 300. Am Anfang des Turniers spielte ich relativ wenige Hände, um ein Gefühl für die Hände der Spieler zu bekommen. Die meisten meiner gewonnen Pots waren relativ klein, da die Gegner viel gefolded haben (auf C-Bets). Besonders erwähneswerte Hände gab es quasi nicht, meistens pushten Shortstacks in meine Premiumhände. Als in etwa noch 45 Leute übrig waren, befand ich mich mit im Cut-off und raiste leicht auf 2,5 Big Blinds. Der Small Blind foldete und der Big Blind entschied sich zu einem Reraise auf sieben BB. Ich pushte recht zügig und der Big Blind callte mit leicht verunsicherter Miene mit . Der Flop kam mit lauter Blanks herunter, das auf dem Turn besiegelte dann aber mein Turnierende. Wir spielten beide in etwa 20 Big Blinds, was für diese Phase des Turniers nicht besonders wenig war. Somit war mein Start in den Trip leicht in die Hose gegangen ....

Gleich am darauffolgenden Tag ging es mit einem weiteren $540-Turnier weiter. Ich sammelte am Anfang wieder recht zügig Chips, bis es zu folgender Hand kam: Ich befand mich UTG und raiste mit auf drei BB, lediglich der Button callte (ein sympathischer älterer Herr). Der Flop kam mit recht günstig herunter. Ich spielte den Flop direkt an und wurde von meinem Gegner gecallt. Die auf dem Turn brachte mir das Nut-Full-House, ich checkte zu meinem Gegner und dieser spielte wie gewünscht an. Ich callte den Bet und der River brachte eine . Ich spielte etwas mehr über Potsize an (sieht i.d.R. weak aus), mein Gegner setzte daraufhin quasi seinen kompletten Stack. Ich callte den Bet lediglich und mein Gegner zeigte für die geturnte Straight. In diesem Moment dachte ich, dass ich nur Top Set spiele und quasi beat bin. Ich war gerade im Begriff, meine Hand zu mucken, bis mir doch aufgefallen ist, dass ich ein Full House hatte. Für diese Erkenntnis brauchte ich in etwa 20 Sekunden und der ganze Tisch dachte, dass ich meinen Gegner slowrollen wollte ( HI @ Jetlag J ). Ab diesem Moment ging es etwas konzentrierter zur Sache und ich befand mich nach dem Dinnerbreak mit recht vielen Chips im Turnier.

Bei noch circa 25 Spielern befand ich mich mit einem guten Spieler in einer Heads-up-Situation. Ich raiste aus dem Hijack mit auf 2,5 BB, der Big Blind callte den Bet und der Flop kam mit 3:x sehr günstig herunter. Der Big Blind spielte direkt an und ich raiste ihn leicht. Nach einiger Zeit des Überlegens sagte ich, dass ich ihm eine Karte zeigen würde, falls er foldete. Er wollte meine rechte Karte sehen () und ich interpretierte es als Fold und deckte die Karte auf. Der Dealer sah das allerdings nicht so und holte den Floorman. Dieser entschied sich für eine Penalty für mich (eine Tischrunde zugucken ...), der Pot wurde allerdings mir zugesprochen. In dieser späten Phase des Turniers war es natürlich „semi-gut“, lediglich zuzugucken. Ich war zwar nicht short, aber Blinds und Antes setzten meinem Stack zu.

Ich konnte mich von der Penalty erholen und befand mich an Tag 2 des Turniers bei zwölf verbliebenen Spielern weiterhin im Turnier. Ich hatte in etwa einen Average-Stack, als es zu einer etwas bitteren Hand kam. Ich befand mich im Big Blind mit , der Small Blind spielte einen ähnlichen großen Stack wie ich (14 bis 15 BB). Mein Gegner entschied sich direkt zu einem Push und ich snap-callte ihn mit meiner Hand und sah mich gegnüber. Die Vier auf dem Flop besiegelte mein Turnierende und ich bekam satte $1.600 für Platz elf (der erste Platz war mit $41.000 dotiert ...).

In einem weiteren $330-Turnier konnte ich ebenfalls cashen und belegte Platz 27 von 300 Spielern, das Pay-out lag allerdings nur bei $755. Ich schied mit gegen aus (Preflop-All-in, er hittet Runner-Runner-Straight). Weiterhin konnte ich noch durch einen Share leicht vierstellig „cashen“.

Insgesamt spielte ich also sechs Turniere und konnte zweimal ITM kommen. Die Qualität der Spieler war wie in vielen Liveturnieren nicht besonders gut und viele Tische waren wirklich sehr angenehm zu spielen. Die Durchführung der Turniere war sehr professionell und die Strafen wurden rigoros durchgezogen :/. Eine weitere Penalty bekam ich, als alle bis zu mir auf dem Button foldeten und ich aus Versehen meine Karten beim Mucken aufdeckte. Mein Buy-in für die Turniere lag bei ingesamt $2.400, cashen konnte ich quasi ~ $3.800. Meinen anfänglich sehr schlechten Cashgame-Start konnte ich zum Ende des Trips ebenfalls noch leicht ins Positive bringen, da ich einige Stacks bei NL 1K gewinnen konnte. Insgesamt war der Trip extrem anstrengend, aber eben auch sehr spaßig. Ich hoffe, dass ich spätestens zur nächsten WSOP wieder nach Vegas fliegen darf. Bei dem nächsten Vegas-Trip wird auf jeden Fall etwas weniger Poker gespielt, da ich nach meinem Ankommen in Deutschland so fertig war, dass ich quasi eine halbe Woche nur durchgeschlafen habe. :p

VG Jerome

 

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