javascriptNotEnabled

Home \ Community \ Blogs \

team-de blog

team-de blog
Von: team-de
Send PM
/Nov/2010

Nerd's Buchtipp

Von: team-de @ 16:00 (CET) / 3122 / Kommentar ( 1 )

Hallo Community,

ich habe mich schon ewig nicht mehr gemeldet, was vor allem an zwei Dingen lag: Keine Zeit und kein Thema, was wirklich jemanden interessiert. Zum Spielen komme ich kaum noch und lediglich die MPAC lockt mich derzeit an den virtuellen Filz. Meine 'laufenden' (na ja, vom Tempo her eher humpelnd/kriechend) Challenges (IPP-to-Riches bspw.) sind im Prinzip fast völlig ins Stocken geraten und ansonsten bin ich auch nicht wirklich der Grinder. Aber damit will ich euch nicht weiter nerven und ist auch nicht der Grund, warum ich einen Blogeintrag mache.

Während der WSOP bin ich auf das Buch von Paul McGuire gestoßen. Der Titel 'Lost Vegas' lässt schon vermuten, dass es im Buch vor allem um Las Vegas geht. 'Dr.Pauly' ist ein bekannter Poker-Blogger (Tao of Poker) und Berichterstatter und wer sich ein wenig mit den US-Medien beschäfftigt, hat sicherlich schon den ein oder anderen Artikel von ihm gelesen. Seinen Twitter-Account kann ich nur jedem ans Herz legen und ist auch auf der IntellliPoker Startseite zu finden.

Da ich sein Buch wirklich toll finde, habe ich ein Interview mit ihm gemacht. Das komplette Interview in editierter Form und dazu noch mit coolen Bildern (u.a. bekommt man die koksenden Zwergninjas zu sehen), findet ihr im DonkMag Ausgabe #6, welches noch am Kiosk zu haben sein sollte. Beeilt euch jedoch, da das neue DonkMag demnächst an den Start geht. An dieser Stelle auch den Dank an die netten Leute vom DonkMag (lesen! lesen! lesen!), die mir genemigt haben das Interview hier zu posten!

Zum Buch selbst: Lost Vegas ist ein absolutes Highlight in der Poker-Belletristik und meines Erachtens ein Must-Read. Ich wähle mit Absicht diesen Anglizismus, da das Buch derzeit nur auf Englisch zu haben ist, doch dazu später mehr. Behandelt werden die Abenteuer die McGuire in Las Vegas zur Zeiten der WSOP (hauptsächlich, jedoch nicht ausschließlich) erlebt.

Das Buch ist exklusiv bei Lulu.com und bisher nur auf Englisch zu haben (liest sich allerdings sehr leicht). Den Preis von nicht einmal €20 ist es definitiv wert. Wer die relativ lange Lieferzeit umgehen will, der kann das Buch als eBook haben. Demnächst soll auch eine iPhone-Version erhältlich sein.

Doch nun zum Interview:

NerdSuperfly für DonkMag: Hallo Pauly. Als Erstes Gratulation zu deinem tollen Buch. Wie lange hattest du denn schon die Idee hierzu?
Paul McGuire: Ich habe 2005 den ersten Job in der Pokerindustrie bekommen und bin nach Las Vegas gezogen, um die WSOP zu covern. Nach ein oder zwei Wochen im Rio begriff ich, dass meine Erfahrungen irgendwann ein großartiges Buch ergeben würden. Als die WSOP vorbei war, setzte ich mich hin, schrieb den ersten Entwurf und schickte einzelne Kapitel an Verlage.

DM: Und wie lange hat es dann gebraucht, einen Verlag zu finden und das Buch zu beenden?
PM: Um Lost Vegas zu schreiben habe ich fünf Jahre benötigt. Ich arbeitete an unterschiedlichen Versionen des Manuskript, wann immer ich Zeit hatte. Was schwierig war, da 300 Tage im Jahr auf Reisen war. Ich lebte aus dem Rucksack und war ständig unterwegs, während ich über Turniere in den Staaten und auch international berichtete. Zwischen 2006 und 2007 schrieb ich jede freie Minute daran. Meist in Hotelzimmern, Flughafenhallen oder an den Feiertagen. Als ich bei meiner Freundin in L.A. einzog, hat sie das zweite Schlafzimmer in ein kleines Büro umgebaut, in dem ich dann das Manuskript fertiggestellt habe. [...]

DM: Hattest du Geschichten in deinem Entwurf, die es nicht ins Buch geschafft haben, oder warst du schonungslos?
PM: Ich war völlig gnadenlose im Entwurf – heraus kam ein massives Skript mit 323.000 Worten, was in etwas 750 Seiten entspricht. Ich hab rund 70% der Größe wegen gekürzt und nun sind es rund 93.000 Worte. Ich war enttäuscht, dass viele Geschichten den Cut nicht überstanden haben. Einige kontroverse Vorfälle habe ich herausgelassen, nicht wegen dem Platz, sondern weil ich Angst vor Rechtsstreitigkeiten (verklagt werden nervt). Ich arbeite ja auch immer noch für die Poker Industrie und die ist kleiner als du denkst, also wollte ich nicht all zu viele Leute verärgern. Ich hoffe, dass ich eines Tages die gekürzten Geschichten im der Nachfolger von Lost Vegas bringen kann. Aber das wird nicht innerhalb nächsten fünf bis zehn Jahre sein, bis ich ein “ich erzähle alles“ Buch, mit der Schmutzwäsche von Allen, herausbringen werde.
 

DM: Welchen Event coverst du am liebsten?

PM: Die WSOP ist das erste Turnier, dass ich gecovert habe, also hat das einen Platz in meinem Herzen. Ich habe über viele Touren weltweit berichtet, aber nicht ist mit der WSOP in Größe, Tradition und Begeisterung vergleichbar. Das Borgata Casino in Atlantic City ist meine inoffizielle Heimat und dort werde ich immer wie ein Teil der Familie behandelt. Außerdem haben sie dort die aller bequemsten Betten, in denen ich jemals geschlafen habe. Die Aussie Millions sind mein liebster internationaler Event und dazu kommt, dass das Crown Casino in Melbourne eine phantastische Crew hat, die eine wirklich spektakuläre Serie auf die Beine stellt. Das PCA sollte man einmal erlebt haben, aber ich mag das überteuerte und überschätzte Atlantis Resort nicht. Ich hatte viel Spaß auf der EPT, noch bevor sie populär und so überbevölkert wurde. Die EPT Budapest sticht da hervor, genauso wie die LAPT Costa Rica.

DM: Was war deine schlimmste und was deine beste Unterbringung als Pokerjournalist?
PM: Die schlimmste Absteige, die ich jemals hatte, war die Redneck Riviera, das Langzeitaufenthalts-Hotel, in welchem ich lebte, als ich 2005 in Las Veags war [Anm. Red.: im Buch erfährt man alles über dieses Hotel]. Die beste Unterkunft war das Le Meridien ind Monte Carlo und die Crown Towers in Melbourne. Da ich so viel Zeit unterwegs bin, nerven mich die Hotels. Eine Zeit lang hatte ich einen Deal mit meinen Klienten, dass sie mir erlaubten Apartments zu mieten. Das kostete sie sogar weniger, was ihnen auch gefiel und gab mir ein „zuhause sein“-Gefühl. Ich bin genervt von Dienstmädchen, die morgens an meine Tür klopfen und da will ich ein Gefühl der Normalität haben. Vor allem wenn ich länger als eine Woche bleibe. Einige meiner Favoriten waren gemietet Appartments in Barcelona, London und Budapest.

DM: Du lebst ja regelmäßig für “einige Zeit“ in Las Vegas. Was ist so das Maximale, was du an Sin City erträgst?
PM: [...] Ich habe Vegas meist nach vier bis fünf Tagen satt, deshalb bevorzuge ich kurze Trips, um meinen Verstand zu behalten. Ich muss dort jeden Sommer zwei Monate am Stück leben, was mir manchmal wie eine Gefängnisstrafe vorkommt.

DM: Welchen Job oder welches Gehalt müsste man dir anbieten, dass du dich dort niederlässt?
PM: Ich kann mir keinen Job vorstellen, der mich bewegen könnte, nach Las Vegas zu ziehen. Das gute daran ein Schriftsteller zu sein, ist das ich es überall ausüben kann. Das Geld? Das ist natürlich was anderes. Ich bin eine Hure und wenn der Preis stimmt, würde ich umziehen. Geld finanziert meine Kunst und mein Schreiben, also würde ich ein oder zwei Jahre in Las Vegas opfern. Wenn ich wüsste, es sichert mich finanziell für die Zukunft so ab, dass ich mir kreative Projekte raussuchen kann, ohne mir Gedanken um Geld machen zu müssen.

DM: Hast du Tipps für Las Vegas Neulinge?
PM: Halte dich selbst zurück. Trage bequeme Schuhe. Trinke viel Wasser. Kauf niemals die 'Insurance' beim Black Jack. Und lass dich nicht von einer Nutte abzocken.

DM: Kennst du Plätze in Vegas, die du empfehlen kannst und Orte, die man lieber meiden sollte?
PM: Wenn du Natur magst oder broke bist, dann solltest du den Red Rock Canyon besuchen. Das ist eine 30-Minuten Fahrt vom Strip weg. Es ist ein toller Nationalpark mit einer 13 Meilen langen malerischen Strecke.Man kann jederzeit anhalten zum Wandern, Picknock oder Fotos machen. Du solltest auch In-N-Out-Burger besuchen, was wohl die beste Burgerkette in Amerika ist. Außerdem liebe ich das Büffet im Wynn – vor allem den Brotpudding.
Wegen dem Verkehr, solltest du den Strip während der Hauptzeiten meiden. Solltest du keinen Fetisch für übergewichtige Tänzerinnen mit Schwangerschaftsstreifen und Geschlechtskrankheiten haben, dann meide auch den Glitter Gulch Strip Club in der Innenstadt.

 

In order to comment, you must login or register
Quiz
Neu hier? Nimm an unserem Einstufungstest teil und starte so deine Pokerausbildung.
Schon Mitglied? Melde dich hier an
javascriptNotEnabled
Lerne Von Einsteiger- bis zu Expertenstrategien
Trainiere Verbessere dein Können mit Hilfe unserer Trainer
Gewinne! Etabliere dich als Gewinner
/beliebt/
Hand der Woche – Pocket Nines ... In der neusten Pokerhandanalyse der Woche geht es um Pocket Nines am B ...
Mehr