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/Mai/2008

Nochmal Hamburger Meisterschaft

Von: team-de @ 19:48 (CEST) / 6887 / Kommentar ( 104 )

Obwohl ich regelmäßig im Casino Esplanade 5/10-PLO spiele, wurde ich erst durch jjackys Blog auf die Hamburger Meisterschaft aufmerksam. Diese sollte in einem sehr ungewöhnlichen Modus ausgespielt werden: An zwei Starttagen können sich die Spieler für €1.050 einkaufen, dazu kommt noch jeweils ein Rebuy à €300 und ein Add-on à €400. Die besten 25 % der Spieler kommen weiter in den Finaltag, an dem alle mit 10.000 + 20 % des Stacks vom ersten Tag starten.

€1.750 also insgesamt, aber wenn man bedenkt, wie leicht solche Liveturniere in der Regel sind, stellte sich die Frage, ob ich mitspielen will, nicht mehr. Gewundert habe ich mich auch über die Regelung, dass man nach einem Ausscheiden an Tag 1A es noch einmal versuchen durfte an Tag 1B.

Ich habe es dann direkt an Tag 1A versucht. Da sich nur 21 Teilnehmer einfanden, wurde kurzfristig der Turniermodus geändert: Es kommen nicht 25 % der Spieler weiter, sondern alle, die die acht Level à 30 Minuten überleben. Es wurden auch einfach die Chips 1:1 in den Finaltag übernommen.

Das Turnier lief von Anfang an schlecht. Nachdem ich direkt vor der ersten Hand Rebuy und Add-on genommen hatte, reduzierte sich mein Stack von anfangs 11.000 langsam aber sicher. Bei Blinds von 500/1.000 mit einer Ante von 100 war ich dann endgültig im „Push or Fold“-Modus. Rund 8.000 Chips pushte ich mit all-in, ein Push, der schlecht oder zumindest knapp ist. Peyman im SB callte und zeigte mir . Ich traf eine und gewann den Pot, was Peyman sichtlich ärgerte. Irgendwie scheinen Livespieler in solchen Situationen zu denken, dass man hier weit vorn ist, es handelt sich aber in der Tat um eine 60:40-Entscheidung. Direkt in der nächsten Hand erhöhte ich dann mit auf 2.500 im Cut-off und Peyman ging sofort mit seinen verbliebenen ~10.000 Chips all-in. Ich war gezwungen, hier aufgrund der 2:1-Potodds zu callen, und Peyman drehte um. Ich gewann erneut und Peyman verlies den Turniersaal schwer enttäuscht.
Dank dieser beiden Suck-outs hatte ich nun einen Stack von ca. 30.000 und war nicht mehr in unmittelbarer Gefahr auszuscheiden. Der „Final Table“ dieses Tages lichtete sich im letzten Level des Tages bei Blinds von 700/1.400 und einer Ante von 200 schnell. Auch ich musste einige Chips abgeben. In der ersten Hand wurde zu mir im SB gefoldet und ich war erfreut, zu sehen und spielte all-in, denn der Big Blind war ein Opa mit 8.200 Chips. Meine Freude war schnell vorbei, weil der BB mit snapcallte. Mein All-in im SB war übrigens unabhängig von meinen Holecards, er ist mit jeder Starthand profitabel. Ich habe trotzdem vorher mal reingeschaut, denn wenn der Gegner weiß, dass man nicht geguckt hat, könnte er möglicherweise mit mehr Händen callen. Wenn man hält, könnte man sich außerdem entscheiden, statt zu pushen irgendein „fancy play“ zu machen. Ich verlor offensichtlich.
Dann entschied ich mich, UTG mit zu erhöhen, einfach, weil nur noch sechs Spieler am Tisch waren und diese bis auf meinen Chef alle den Eindruck machten, nicht mehr groß gamblen zu wollen und sicher den zweiten Tag zu erreichen. Der BB, ein Bigstack mit ca 80.000 Chips, entschied sich, sich zu verteidigen. Auf dem -Flop machte ich eine C-Bet und erwartete eigentlich einen Fold, denn kaum ein Spieler traut sich auf einem -high-Flop zu bluffen, insbesondere gegen einen UTG-Raiser. Der BB minraiste mich und ich musste meine Hand aufgeben, was mich einen Großteil meines Stacks kostete. Nachdem ich die Blinds zahlte, pushte ich die letzten vier Hände des Abends und gewann jeweils die Blinds. Am Ende hatte ich 20.800 Chips, was deutlich unter dem Average des
Finaltages sein sollte, es kamen sechs Spieler weiter.

Finaltag

An Tag 1B nahmen gut 30 Leute teil, und es kamen 14 weiter. Wir starteten also nun mit 20 Spielern, der Average lag bei knapp 30k. Vor Beginn kam Peyman überglücklich zu mir und erzählte mir, dass sein Ausscheiden an Tag 1A nur halb so schlimm war, denn er zerstörte anschließend den PLO-Tisch. Tag 1B beendete er dann mit 40.000 Chips.
Die Blinds wurden glücklicherweise wieder auf 100/200 zurückgesetzt, sodass ich trotz des relativ kleinen Stacks komfortable 100 BB hatte. Ich konnte dann auch direkt im ersten Level dank gefloppter Trips aufdoppeln und war dann auch die nächsten sieben Stunden nahe des Chipleads. Ohne Showdowns konnte ich dann meinen Chipstapel bis zum Final Table weiter auf 65.000 ausbauen.
Dort gewann ich dank sehr guter Hände wie , und einige Pots. An der Bubble hatte ich auch keinerlei Probleme und langsam aber sicher wurde der Tisch shorthanded und wir näherten uns dem großen Geld. Der erste Platz war mit €32.000 dotiert. Eskimo und ich waren Chipleader und ich begann, den Tisch zu terrorisieren. Ich erhöhte sehr viele Hände preflop und gewann so aufgrund der großen Ante viele Chips.

Doch dann begann das Pech: Jan Jachtmann, dessen Omaha-Spiel ich sehr schätze, der aber mit zwei Karten überfordert zu sein scheint, ging nach einem Raise von mir auf 10.000 bei 2k/4k und 700er-Ante von mir für 25.000 all-in. Die 15.000 Extra-Chips callte ich schnell und war sehr überrascht, mit meinem vorn zu sein, denn er hielt nur . Wieder verlor ich. Ein paar Orbits später spielte Jan dann im Cut-off all-in für 60.200 und es wurde zu mir im BB gefoldet und ich hatte eine schwere Entscheidung, denn ich hielt . Nach langem Überlegen callte ich dann und war sehr stolz auf diesen Call, denn Jan sagte nur: „Nice Hand“ und drehte um. Leider verlor ich auch dieses All-in und war danach schwer crippled. Die gute Nachricht war, dass nur noch vier Spieler im Turnier waren und ich schon €8.000 sicher hatte. Für den zweiten Platz gab es €17.000.
Durch Blindstealing hatte ich meinen Stack wieder auf 95.000 ausgebaut (die Blinds waren inzwischen 3k/6k, Ante: 1k), als Eskimo UTG (gleichbedeutend mit Cut-off) auf 25.000 erhöhte. Ich erinnerte mich nur kurz, dass er mit schlechten Händen gewöhnlich einen großen Raise macht und mit guten Händen einen kleinen, und instapushte . Eskimo callte mit und das Turnier war für mich beendet.
Im Nachhinein war der Push ziemlich schlecht, denn Eskimo spielt sehr tight und ist auch nicht gerade ein Freund des Foldens, um es vorsichtig zu formulieren. Also weder ein Valuepush noch mit Fold Equity :/.
Vorher hatte ich noch ein paar Pokerfreunde ins Casino eingeladen, um mein Versagen oder den Sieg an der ausgezeichneten Bar in der Esplanade zu feiern und danach evtl. den Abend auf dem Kiez ausklingen zu lassen. Daraus wurde leider nichts mehr, da es schon 3:00 Uhr war, aber für einen Drink reichte es dennoch. Meine Enttäuschung war zunächst groß, denn ich war mir eigentlich recht sicher gewesen, zumindest die Top Two zu erreichen, aber daraus wird nun mal nichts, wenn man von sechs Preflop-All-ins am Final Table nur einen gewinnen kann, aber viermal die beste Hand hält. Am nächsten Tag überwog dann aber die Freude über die €8.000.
Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur Turnierorganisation sagen: Es ist offensichtlich eine Katastrophe, wenn an den Hamburger Meisterschaften nur gut 50 Spieler teilnehmen. An einem durchschnittlichen Turnier in Schenefeld nehmen ebenfalls 50 Leute teil, und die finden drei- bis viermal die Woche statt. Die Turnierstruktur dagegen fand ich sehr, sehr gut. Das Finale hat fünf Stunden gedauert und wurde durch einen Deal der drei verbleibenden Spieler beendet. Die Blindlevels am Anfang kurz zu halten, um zum Ende lange Level zu spielen, finde ich optimal.
Ebenfalls loben möchte ich das Essen, für €50 haben wir zwei (oder gar drei) Tage sehr leckeres Essen aus dem Restaurant Tarantella bekommen.

~martenJ

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