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/Mai/2008

Razzaments und andere Turniere *Update*

Von: team-de @ 04:31 (CEST) / 6 / Kommentar ( 105 )

 In drei Wochen geht die WSOP los. Ich freue mich natürlich genauso wie tausende andere Spieler auch. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, nicht ausschließlich Hold'em zu spielen. Alle anderen Spiele kenne ich allerdings nur recht oberflächlich. Ich habe mir also alle Varianten angeschaut und überlegt, welche man am schnellsten so erlernen kann.

Bei der WSOP angeboten werden:
- No-Limit Hold'em
- Limit Hold'em
- Pot-Limit Omaha
- Omaha High/Low
- Stud
- Stud High/Low
- Razz
- Mixed Games

Hold'em spiele ich schon, damit scheiden die ersten beiden Punkte aus. Bei Mixed Games muss man mehrere Varianten können, das ist sicherlich nicht einfacher als nur eine. Auch raus. Bleiben noch fünf Spiele. Pot-Limit Omaha ist extrem anspruchsvoll. Das wird dieses Jahr nichts. Stud kann ich schon ganz ordentlich, ist aber auch schwierig und es werden wahrscheinlich hauptsächlich erfahrene Spieler vertreten sein. Omaha High/Low und Stud High/Low sehen schon interessanter aus. Beide Varianten ähneln sich ein wenig und kommen sicherlich in Frage. Klarer Sieger aus der Liste ist aber das bisher noch unerwähnte Spiel: Razz
Dies ist stud-for-low die beste Hand, also A2345, dann A2346, A2356 und so weiter. Klingt erst mal verrückt. Ist es auch. Das Besondere ist, dass man auf jeden Fall fünf Karten braucht, um seine Hand zu machen. Bei normalem Poker ist ja schon ein Drilling in der Regel ein starkes Blatt und ein Vierling sowieso. Hält man aber beim Razz nur vier kleine Karten und bekommt keine weitere, ist die Hand wertlos. Deshalb ist die beste Starthand A23 auch nur ein ganz knapper Favorit gegen A24. Ist die vierte Karte dann schlecht und für den Gegner gut, ist man in der Regel schon am Ende. A23J ist ein klarer Underdog gegen 6542 oder Ähnliches. Und der Gegner sieht auch noch, wenn man eine ungünstige Karte bekommt, und deshalb kann man selten bluffen.
Dies macht Razz zu einem sehr glückslastigen und frustrierenden Spiel. Klingt nicht so toll, eigentlich. Es gibt aber auch große Vorteile*:

1. Razz ist sehr technisch. Oft gibt es einen eindeutig besten Zug über den sich alle guten Spieler einig sind. Dies läßt sich recht schnell lernen.
2. Wer diese technischen Grundsätze nicht kennt oder anwendet, hat einen klaren Nachteil.
3. Die besten Spieler der Welt haben nur einen kleinen Vorteil gegen jemanden, der technisch sauber spielt, aber wenig Erfahrung hat.

Das ganze macht Razz vielleicht nicht zu einem Spiel mit hohem Spaßfaktor, aber es ist eine nette Abwechslung und es ist möglich, innerhalb von kurzer Zeit ein passabler Spieler zu werden. No-Limit Hold'em ist ungefähr das Gegenteil.

Also habe ich mir vor ein paar Wochen das einzige ordentliche Buch über Razz gekauft: "Sklansky on Poker".

Nach der Lektüre habe ich dann einige Turniere gespielt (meistens 10$-Buy-in). Ich konnte also kein Vermögen verlieren. Diese verliefen, wie es sich für Razz gehört: Suck-outs am laufenden Band haben mich in der Regel kurz vor der Bubble aus dem Turnier entfernt :-)
Trotzdem bin ich zufrieden. Vor ein paar Tagen habe ich es sogar zweimal ins Geld geschafft. Viel wichtiger ist es mir aber, dass die Gegner sehr schlecht waren und ich glaube, die wichtigsten Prinzipien verstanden zu haben. Es gibt noch ein paar Probleme, die ich ausbügeln muss, bevor ich ein ernsthaftes Turnier spielen kann. Aber die meisten Sachen sind nur Kleinigkeiten.

Hold'em spiele ich natürlich auch noch. Letzen Monat konnte ich zweimal vordere Plätze belegen (einmal den zweiten einmal den dritten, von Ersterem habe ich berichtet), ansonsten liefen die Turniere aber so wie Turniere nun mal oft laufen: Eine ganze Weile passiert nichts, dann gibt's einen Suck-out/Coinflip/ein Cold Deck und das war's. Deshalb mache ich da erst mal eine kleine Pause bzw. spiele weniger als sonst und bin dann sicherlich bis zur WSOP wieder richtig heiß.

Die Hamburger Meisterschaft findet übrigens nächste Woche statt. Die verrückte Struktur habe ich ja schon eingehend im letzten Post beschrieben. Ich werde Freitag spielen; dies ist der zweite Qualifikationstag. Und hoffentlich am Samstag, falls es für ein Weiterkommen reicht.

*Dies bezieht sich auf mein Ziel, möglichst schnell ordentlich spielen zu lernen. Aus einer anderen Perspektive können die "Vorteile" natürlich schnell zu Nachteilen werden.

*Update*

Ich habe einen Kommentar verfasst, der näher erklärt, was ich mit einigen Aussagen meine. Damit dieser nicht untergeht, kopiere ich ihn hier in den Eintrag.

@Katja
Ich wollte Razz nicht schlechtmachen. Tut mir leid falls das so angekommen sein sollte.

Zu deinen einzelnen Punkten:
1. Vier-Karten-Hände: Natürlich kann man bei Razz mit J high gewinnen. Aber es zählt nun mal die schlechteste der fünf Karten, die spielen. Da nützt es nichts, wenn die ersten vier noch so gut sind. Beim Razz gewinnen fünf mittelmäßige Karten gegen vier gute und eine schlechte (an Sevneth Street, meine ich). Bei allen High-Varianten ist das anders.
2. Bluffen: Klar kann man bluffen und es gibt auch Situationen, in denen es sehr schwer zu entscheiden ist, ob man bluffen sollte. Oft nimmt das Board einem die Entscheidung aber ab. Hält man (A2)3KJ und der Gegner zeigt 286, hat man einfach keine Wahl als zu folden. Hält man hingegen (A3)53A und der Gegner zeigt 39Q, ist man quasi gewungen, zu bluffen.
3. "Reines Glücksspiel": Das habe ich nicht geschrieben und meine es auch nicht. Allerdings bin ich der Ansicht, dass der Glücksfaktor höher ist als bei den meisten anderen Spielen. Insbesondere als bei NLHE, PLO und Stud.

Ich glaube auch, dass jemand, der seit zehn Jahren Razz-Profi ist, immer noch etwas dazulernen kann. Aber der Unterschied zwischen einem guten und einem Weltklasse-Razz-Spieler ist IMHO deutlich kleiner als bei Hold'em oder Omaha.

Hoffentlich hat dieser Kommentar geklärt, was ich meine.

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