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/Apr/2008

... see you in Monte Carlo!

Von: team-de @ 22:50 (CEST) / 60 / Kommentar ( 102 )

Nur 12 Tage, nachdem ich in Hamburg Fuhlsbüttel in den Flieger nach Nizza gestiegen war, flog ich am 11. April erneut an die Côte d´Azur.  
Am Flughafen in Zürich hatte ich beim Umsteigen einige deutsche Spieler getroffen, mit denen ich mir nun ein Taxi nach Monaco teilte. Johannes Strassmann, Adrian Koy und Fredrik Keitel begaben sich mit mir auf eine abenteurlich rasante Fahrt, bei der der französische Taxifahrer bei hoher Geschwindigkeit scheinbar eine Beziehungskrise am Handy auszufechten schien und dabei teilweise mit nur zwei Fingern lenkte. Ich bin wirklich hart im Nehmen, aber nach so vielen Kurven in dem Tempo gepaart mit der Angst, dass der Taxifahrer irgendwann durchdrehen könnte, wurde mir doch langsam flau im Magen und ich war verdammt froh, als wir endlich vorm Le Meridien vorfuhren.

Dadurch, dass die Poker-Amigos Jan Heitmann und George Danzer so gute Amigos sind, durfte ich Georges Zimmer im Meridien beziehen. Die beiden teilten sich ein Zimmer im Monte Carlo Bay Hotel & Resort, in dessen Nebengebäude auch das Turnier ausgetragen wurde. Als ich eincheckte und in mein Zimmer geleitet wurde, begrüßte mich der Fernseher mit einer persönlichen Nachricht.


<font size="2">Die Anzeige auf dem Fernseher im Hotelzimmer</font>
 

Und somit verabschiedete sich der Portier mit saftigem Trinkgeld und einem „Have a nice stay, Mrs. Danzer!“. Bevor ich den Irrtum aufklären konnte, war er aber schon verschwunden. Was soll´s?!
Ich schmiss mein Gepäck quer durch den Raum und verteilte alles fein säuberlich in alle Ecken des Zimmers, wie ich das immer tue, als mir einfiel, doch mal die Aussicht zu begutachten. Ich sag gar nichts weiter, sondern zeige euch nur ein Bild.

<font size="2">Ja, das ist Monte Carlo – wo ein süßer Duft von Geld in der Luft liegt
</font>

Dann ging es auf die Welcome Party. Ich war schon etwas spät dran und abgehetzt, da der Flieger verspätet war und meine Nerven durch einen Durchstarter in Zürich etwas angespannt waren. Aber die Party hat mich gleich begeistert und vorbereitet auf die Klasse der nächsten Tage. Es waren so viele bekannte Gesichter da. Als Erstes traf ich Katja in einem Vorzimmer. Dann ging ich weiter in den Partyraum und da tummelte sich alles, was Rang und Namen hat. Da waren z. B. Greg Raymer, Joe Hachem, Humberto Brenes, Daniel Negreanu, ElkY, Barry Greenstein, Chris Moneymaker, Marcel Luske und viele unserer deutschen Spieler, wie Johannes Strassmann, Jan Heitmann und George Danzer.
Letztere begrüßte ich überschwänglich und bedankte mich für das tolle Hotelzimmer. Ich hätte ohne das Zimmer eventuell gar nicht nach Monte Carlo reisen können.
Mit einer Cola light in jeder Hand stand ich etwas herum und quatschte, bis ich mich wieder einigermaßen akklimatisiert hatte. Dann griff ich zur Kamera und filmte die Showeinlagen und das Publikums.
Als die Party langsam ruhiger wurde, schauten wir einmal rüber in den Veranstaltungssaal „Salle des Etoiles“, wo noch Registrierung und Super-Satellites liefen.
Ich hatte selten zuvor so eine beindruckende Halle gesehen. Und ich konnte mir nur ansatzweise vorstellen, wie es aussehen würde, sobald die Vorhänge aufgezogen würden.


Der Salle des Etoiles verdunkelt

Am nächsten Tag, 1A, konnte ich dies auch sehen. Aber leider schien die Sonne direkt auf die Spieler am Fenster und so war die Freude über die Aussicht auf das Fürstentum nur kurz und die Vorhänge wurden wieder zugezogen.


Der Salle des Etoiles mit offenem Panoramablick

Tag 1A bedeutete für mich: Boris Becker. Ich war eingeteilt, mich um das Boris Becker Battleship zu kümmern. Boris spielte gegen drei Onlinequalifikanten im Heads-up mit Laptops. Ich stand also dabei mit Video-, Fotokamera sowie Zettel und Stift und versuchte, alles für die Berichterstattung festzuhalten.


Boris im Heads-up mit Meike (und ich im Hintergrund bei der Arbeit)

Danach durfte ich auch in den Saal und sehen, was dort so los war. Ich erfuhr, dass Phil Ivey schon ausgeschieden war. Und ich hatte ihn nicht mal sehen können! Dafür sah ich in den nächsten Tagen allerdings sehr viele bekannte Spieler in diesem Saal. Einige, die ich kannte und andere, die mich sogar auch kannten. Ganz nebenbei durfte sogar ICH ein Autogramm geben. Das ist mir das letzte Mal passiert, als ich noch als Bassistin auf der Bühne stand. Ha ha.

Aber jetzt zu den Größen der Pokerszene. Hier ein paar Fotos der Spieltage:


ElkY und ich


Ein entspannter Antonio Esfandiari in der Pause


Noah Boeken mit durchdringendem Blick


Humberto Brenes singt mir ein Ständchen


Die schöne Mirijam vom PokerBlatt als Dealerin neben dem schönen Joe Hachem


Gus Hansen und Antonio Esfandiari wurden nebeneinander gelost und unterhielten den gesamten Tisch und umstehendes Publikum mit Vegas-Geschichten
 


Die fleißigen Bienchen Christian und Emu von PokerToday
 

Klaus, Robin und ich teilten die Aufgaben auf, wobei ich eher als Bonus wirkte. Klaus und Robin sind ein wunderbar eingespieltes Team bei der EPT-Berichterstattung und ich sollte hier von beiden lernen können. So begleitete ich mal Robin und mal Klaus bei ihren Aufgaben. Lernte also, wie und wann man die Berichte verfasst und veröffentlicht und wie man die Spieler und das Geschehen am besten in Fotos festhält. Wer die Berichterstattung verfolgt hat, weiß, dass ich auch viele der Berichte selbst verfasst habe. Welche Bilder ich geschossen habe und welche Klaus, lässt sich leider für euch nicht erkennen. Ich habe definitiv mit jedem Tag Fortschritte gemacht und war auch stolz auf meine Arbeit.


Der Pressebereich
 

Dann wurde ich vorrangig damit beschäftigt, Videoaufnahmen zu machen, aber trotzdem hatte ich oft beide Kameras um den Nacken geschwungen und zeichnete auf, was ich konnte.
Nebenbei suchte ich nach Anekdoten, die ich entweder im Livebericht oder hier im Blog berichten konnte.
So wurde es z. B. später zu einer großen Sensation, dass Luca Pagano mit seinem Vater an einen Tisch gelost worden war. Aber nicht nur Luca hatte seinen Vater im Rennen, sondern auch Dario Minieri wurde von seinem Dad (ich hoffe, ich irre mich hier nicht … falls es nicht sein Dad ist, verbessert mich bitte) betreut und mit Mandeln zum Knabbern versorgt und Dario schaute diesem später über die Schulter.


Dario und sein Dad (?!)
 

Jason Mercier hatte ein blaues Auge, das er anfangs noch fleißig mit Sonnenbrille verdeckte, es später aber offen trug. Einen Kommentar wollte er dazu trotzdem nicht abgeben. Aber vielleicht hatte die Dame neben ihm am Tisch beim BH-Zurechtrücken etwas zu weit ausgeholt …

Außerdem lernte ich nebenbei einen netten Trick, um die €9-Biere herumzukommen. Ich hatte es gar nicht beabsichtigt, stand aber dreimal gerade neben einem EPT-Gewinner, als ich mir meine Cola oder ein Bier bestellen wollte und kam jedes Mal ums Zahlen herum, da besagte Pokerhelden, wie Tim Vance, just in dem Moment eine Runde schmissen. Und ich hatte es wirklich nicht drauf angelegt …

Für die Spieler, die in der Pause oder schon längst rausgeflogen waren, gab es die Player´s Lounge. Praktischerweise lag dieser Raum direkt neben dem Pressebereich und so konnte man immer mal fix einen Schlenker machen und die Spieler bei einigen Freizeitaktivitäten beobachten. Es gab die Möglichkeit, Heads-up gegeneinander anzutreten, zu Kickern, Playstation oder Wii zu spielen.

 

 

So konnte man Chris Moneymaker des Öfteren am Kicker finden, Daniel Negreanu beim Golfen am Wii beobachten oder Tennis-Matches zwischen den Amigos oder Luca Pagano und Greg Raymer verfolgen.


Ein sichtlich gelangweilter Barry Greenstein schaut Luca Pagano und Greg Raymer beim Tennis auf der Nintendo Wii zu.

Am Donnerstagabend fand dann mein lang ersehntes Mediaturnier statt. Bei den meisten EPTs wird ein Turnier für die Presseleute veranstaltet. Nachdem jeder von uns tagelang beim Pokern deluxe zusehen und drüber berichten durfte, war das Verlangen, selbst zu spielen doch irgendwann sehr groß. Nicht mal online kann man hin und wieder einen Tisch aufmachen. Meistens kam ich erst um 3:00 oder 4:00 Uhr ins Bett und war so geschafft, dass mich PokerStars alle fünf Minuten mit dem  eindringlichen PIP-PIP-PIP-PIP wieder aufweckte und erinnerte, dass ich doch eigentlich noch ein SnG spielen wollte. Dieses endete dann meist in einem Ich-hab-keinen-Bock-mehr-und-will-jetzt-schlafen-All-in.
Na ja, jedenfalls wurden für uns Pressefutzis richtige EPT-Tische aufgestellt, an denen sogar echte Dealer saßen. Ich hatte vorher schon immer betont, dass ich mich auf diese Media-Events freue, da es sein kann, dass sich auch hier und da mal ein Pro an den Tisch verirrt und man so plötzlich auch mal neben seinem Lieblingsspieler landen könnte.
Nachdem der erste Tisch aufgelöst worden war, ging ich sehr shortstacked an einen Tisch mit John Duthie. Er frotzelte über die hohe Anzahl der Frauen am Tisch und dass er so ja schön Blinds stehlen könne. Schaffte er bei mir tatsächlich auch. Ich ließ mich wunderbar bluffen und traute mich nicht mal, ihm zu sagen, was ich gefoldet hatte. Peinliche Vorstellung. Aber ich wollte halt noch nicht riskieren, zu gehen. Wie sich herausstellte, war dies eine gute Idee. Denn als Duthie kurzfristig den Tisch verließ, tauchte tatsächlich mein Liebling Daniel Negreanu auf und setzte sich auf den leeren Stuhl. Ich quiekte in mich hinein und dachte „Das wird nie wieder in meinem Leben passieren, dass ich mit Daniel an einem Tisch sitze! Ich muss das hier gut machen!“. Leider hatte ich nur noch eineinhalb Big Blinds übrig und würde in zwei Händen auch im BB sitzen. Die erste Hand foldete ich. Ich schaute mich um, ob nicht jemand ein Foto machen könnte. Aber irgendwie waren Klaus und Robin schon rausgeflogen und mit anderen Sachen beschäftigt. Also zückte ich die Kamera in meiner Handtasche und machte einen Schnappschuss.


Daniel Negreanu drei Plätze rechts von mir

Und das war auch nicht zu spät. Denn in der nächsten Hand erhielt ich und schob meine restlichen Chips in die Mitte. Ein Spieler callte, Daniel raiste, der Spieler foldete. Nur Daniel und ich übrig. Seufzend zeigte ich meine Hand. Daniel nickte anerkennend, drehte aber Pocketkings um. Ich fand kein As auf dem Board und war somit von Daniel Negreanu aus dem Mediaturnier geschmissen worden. Daniel reichte mir die Hand und ich ging geschlagen vom Tisch. Die nächste halbe Stunde verbrachte ich damit, jedem, den es interessierte (oder auch nicht) zu erzählen, dass es schon einen Daniel Negreanu gebraucht hatte, um mich aus dem Turnier zu schmeißen. Wie ich kurz darauf erfuhr, ist die Nachricht auch direkt über den EPTLive-Stream gelaufen.


George Danzer in der EPTLive-Kommentierung

Im EPTLive-Raum verbrachte ich viel Zeit während des Finales, da wir währenddessen nicht viel berichten konnten. Die Amigos erzählten mir von der Idee für die Wildcards für das Turnier in Österreich (wie ihr sicher schon gelesen habt) und wir sorgten für die Bekanntmachung über den Stream.
Als der Final Table dann endlich um 3:00 Uhr morgens zum Ende kam, konnten wir unsere Siebensachen packen und nur noch einen Abschlussbericht online stellen. Während Robin tippte, sah ich mich etwas in der Bar neben der Player´s Lounge um. Hier spielte Gus Hansen (wahrscheinlich Highstakes) Back Gammon und zu meiner Freude führte Jan Heitmann wie die Abende zuvor Kartentricks vor. Aber diesmal begeisterte er nicht irgendein Publikum, sondern Antonio „The Magician“ Esfandiari. Und der war begeistert!


Antonio Esfandiari spricht Jan Heitmann seine Anerkennung aus

Als der „Salle des Etoiles“ dann irgendwann gegen 4:30 Uhr geschlossen wurde, war der Abschlussbericht online und Klaus, Robin und ich gingen in die Bar Blue Gin im Monte Carlo Bay Hotel & Resort, wo die PokerStars-Abschiedsfeier stattfand. Hier tummelten sich neben PokerStars-Mitarbeitern und Presseleuten auch noch viele Spieler. So z. B. Gus Hansen, Noah Boeken, Brandon Schaefer oder Daniel Ryan. Und wieder blieben wir, bis wir um 5:30 Uhr rausgeworfen wurden. Die Karavane zog weiter in die 24-Stunden-Bar im Meridien. Hier saßen wir noch ein Weilchen bis die Sonne aufging. Um 7:30 verabschiedete ich mich von allen und ging direkt ans frische Frühstücksbüfett. Ich aß mit den Chef-Securitys der Veranstaltung und sagte dann zum x-ten Mal den Satz des Abends „Good bye and see you in Vegas!“

Ich ging in mein Zimmer, machte mich frisch, packte meine Sachen und ging in die Lobby, um auszuchecken. DasTaxi zurück zum Flughafen nach Nizza teilte ich mir mit ein paar Leuten und wurde sogar hier Zeuge einer seltsamen Begegnung. Im vordersten Sitz saß Jason Mercier, der Gewinner der EPT San Remo und unterhielt sich mit dem Pärchen, das in der zweiten Reihe des Vans saß. Wir saßen ganz hinten und ich überhörte einen Gesprächsfetzen der wie folgt lautete:

Jason: „... yeah well, I won EPT San Remo!“
Unbekannter Mann:  “Oh yes, right! You´re Mercier! Well, I won EPT Dublin!“

Und dann erkannte ich erst, dass es Reuben Peters war, der da vor uns saß. Zwei EPT-Gewinner einer Saison in einem Taxi. Zwei Menschen mit sehr viel Geld.
Dies hinderte Jason Mercier aber dann doch nicht, mich um einen Euro anzupumpen, weil er keine Münzen mehr für den Koffer-Trolley hatte.

Ich hoffe, er erinnert sich an mich, wenn er das nächste Mal eine Runde Bier ausgibt und ich in der Nähe stehe.

See you in Vegas!

Christin 

 

 

 

 

 

 

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