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/Sep/2007

Vier turbulente Wochen bei IntelliPoker

Von: team-de @ 19:01 (CEST) / 156 / Kommentar ( 59 )

Nachdem ich mich aus zeitlichen Gründen bisher davor gedrückt hatte hier im TeamDE-Blog zu posten (bis auf zwei Einträge aus Barcelona) werde ich das jetzt mal schnell nachholen, denn es ist einiges passiert in den letzten Wochen bei IntellPoker und an den Pokertischen bei PokerStars.

Vorab noch ein paar Infos zu meiner Person. Das erste Mal mit Poker in Verbindung gekommen bin ich vor ca. 18 Monaten, natürlich durchs Fernsehen. Auf DSF lief irgendein Turnier, bei dem auch Roland de Wolfe am Start war. Das Spiel hatte mich sofort in seinen Bann gezogen und wenig später habe ich im Internet meine erste Einzahlung gemacht und die ersten Sit & Go’s gespielt. Da mich reine Glücksspiele noch nie in meinem Leben interessiert haben (ich habe noch nie Roulette oder irgendwelche Automatenspiel gezockt), habe ich natürlich zuerst nach ein paar Artikeln gegoogelt, um nicht komplett ins offene Messer zu laufen. Es lief dann auch ganz gut und ich bin dabei geblieben.

Im Januar habe ich dann, während meiner Jobsuche, angefangen für die PokerAcademy News aus der Pokerwelt zu schreiben. Ehrenamtlich mit Option auf Bezahlung, wenn sich die Community erfolgreich entwickeln sollte. Bereits sechs Wochen später nahm die ganze Sache dann Fahrt auf. B@nd!t sprach mich im Messenger an, ob ich mir vorstellen könnte Hauptberuflich einzusteigen. Wie ich gerade erwähnt hatte war ich auf Jobsuche, daher konnte ich mir das natürlich sehr gut vorstellen. Zunächst dauerte es vier Wochen bis es weitere Neuigkeiten gab, doch dann ging alles ganz schnell. Vorstellungsgespräch Ende März, Zusage einen Tag später und Ostern bin ich bereits von Bremen nach Hamburg gezogen. Redakteur bei IntelliPoker, mittendrin in der Hamburger Pokerszene: Hauptgewinn!!!

Seitdem ist eine sehr turbulente Zeit angebrochen, die von sehr viel Arbeit dominiert wird. Arbeit die allerdings sehr viel Spaß macht und mit der ich mich 100 % identifizieren kann. In den vergangenen vier Wochen folgten dann drei absolute Highlights, die dem Ganzen bisher die Krone aufgesetzt haben. Mit der European Poker Tour in Barcelona stand Ende August mein erster Auslandseinsatz vor der Tür, zwei Tage zuvor gab es aber zunächst meinen ersten großen Zahltag bei PokerStars. Wie sooft spielte ich das Daily Fifteen Grand  für $10 Buy-in (zehn Minuten Blind-Level). Satte 2.438 Spieler nahmen an diesem Crapshot-Event teil und was soll ich sagen, nachdem ich den ganzen Tag mit einem Mega-Kater zu kämpfen hatte und Stammgast auf der Toilette war, machte ich es mir am Abend mit dem Laptop auf dem Sofa bequem und feierte gegen 00:30 meinen ersten großen Turniersieg. Die für mich entscheidende Hand zum Sieg hab ich natürlich auch parat.

[replayer hand=88551] 

Barcelona war dann natürlich sehr aufregend für mich. Die ganzen Pokergrößen, die ich bisher nur von Videos und Fotos kannte, alle waren sie da. Von Barcelona selbst hab ich leider nicht viel gesehen. Meinen einzigen freien Abend hab dann, nach einem indiskutablen Ergebnis beim Sunday Warm-up, ebenfalls im Grand Casino verbracht beim Cash-Game. Und da lief es super. Innerhalb von zwei Stunden bekam ich Pokcet-Aces, Cowboys, Queens und Big-Slick gedealt, vermied es tricky zu spielen und konnte mein Buy-in von €300 fast verdoppeln.

Trotz der vielen Arbeit war es ein wahnsinnig spannender Aufenthalt in Barcelona, was vor allem auch daran lag, dass Katja Thater dabei war und mit ihr wird es nie langweilig. Trotz der vielen, teilweise auch nervigen Anfragen für Interviews etc., war Katja immer gut drauf und in den wenigen freien Minuten gab es immer viel zu lachen. Zum Abschluss stand dann noch der PokerStars World Cup of Poker auf dem Programm und auch wenn das deutsche Team leider ohne Preisgeld zurück fliegen musste war es für alle ein einmaliges Erlebnis.

Der nächste Höhepunkt an den virtuellen Pokertischen folgte dann am gestrigen Donnerstag. Jan, Katja und Roy hatten sich für den WCOOP Event #9 angemeldet und irgendwie kribbelte es auch bei mir, nachdem es beim Limit-Event nicht ganz so gut lief. $215 mit Rebuys ist für meine Bankroll eine ziemliche Hausnummer, aber ich war heiß mitzuspielen. Gegen 16 Uhr loggte ich mich dann bei PokerStars ein. Vielleicht springt ja zumindest das erste Buy-in bei einem Satellite heraus, einen Rebuy und ein Add-on zusätzlich wäre dann durchaus machbar. Also ab in die Turnierlobby und zunächst mal beim $8-Rebuy mitgemischt, ohne Erfolg. Dann entdeckte ich, dass es sogar $1-Rebuy-Satellites gab und registrierte mich bei den nächsten beiden. Und tatsächlich, mit einem Rebuy und dem Add-on (also insgesamt $3) holte ich mir einen von fünf Seats für WCOOP #9. Hehe.

Mittlerweile war es schon 20 Uhr und so entschied ich mich ebenfalls  das Turnier im Büro zu spielen. Große Erwartungen hatte ich nicht bei über 2.100 Teilnehmern. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. In der Rebuy-Phase meinte es der Pokergott besonders gut mit mir und ich schloss die erste Stunde ohne Rebuy mit über 20.000 in Chips ab. Die Steilvorlage wollte ich natürlich nutzen und zog den Add-on, der weitere 5.000 Chips brachte.

Vorlagen gab es auch von meinen Gegnern und so entschied ich mich bei folgender Hand zu einem für mich sehr ungewöhnlichen Spielzug. Hintergrund war, dass mein Kontrahent bereits dreimal nachdem zwei Spieler gelimpt hatten All-in gepusht hatte.

[replayer hand=88628] 

Dass mir teilweise etwas die Erfahrung bei so großen Turnieren fehlt bekam ich dann nach der Pause zu spüren. Glücklicherweise war es nicht ganz so teuer in Bezug auf meinen Stack.

[replayer hand=88627] 

Ich war also von Beginn an gut dabei und so war es für mich ein echtes Deep-Stack-Turnier. Ich vermied es im weiteren Verlauf besonders tricky zu spielen und wartete geduldig auf gute Karten. Die sollten dann auch kommen und es gab den nächsten großen Pott.

[replayer hand=88629]

Sebastians Share geht den Bach runter ;)

Von da an pendelte mein Stack dann zwischen 35.000 und 48.000 hin und her. Roy, Katja und Jan schieden leider nach über sechs Stunden Spielzeit aus und ab 4:30 Uhr war ich ganz allein im Büro. So langsam wurde es eng für mich, denn ich rutschte wieder auf unter 35.000 ab und der Average lag mittlerweile (bei noch gut 550 Spielern) bei über 40.000.

Jetzt begann die Zitterpartie. Noch 350 Spieler, ich ca. auf Platz 240 (270 ITM) und der Average in weiter Ferne. Immer wenn die Blinds an mir vorbeizogen büßte ich wieder gut 15 Plätze ein. Jetzt bloß nicht ausscheiden, dafür war die Nacht zu lang. Plötzlich meldet sich Sebastian luckbox Ruthenberg im Messenger und fragt, ob ich noch wach bin. „Ja bin ich. Ich folde mich grad ins Geld“, war meine Antwort, nachdem ich gerade A-Q und Pocket-Neuner aus UTG gefoldet hatte. Und als wenn mir die Luckbox das entscheidende Quäntchen Glück bringen sollte war es fünf Minuten später geschafft und $1.322,80 sicher. Seb hatte meinen Tisch geöffnet und plötzlich lief es noch einmal wie am Schnürchen. Ein Suck-out mit (der einzige im gesamten Turnier) und wenige Hände später Queens und ich war wieder im Geschäft – über 100.000 in Chips, Average!

[replayer hand=88630]

[replayer hand=88631] 

Danach spielte ich meiner Meinung nach mein bestes Poker überhaupt, doch für den ganz großen Wurf sollte es am Ende nicht reichen. Die folgenden beiden Hände besiegelten mein Schicksal und ich schied um 8 Uhr morgens auf dem 77. Platz aus.

[replayer hand=88632] 

[replayer hand=88633]

Eigentlich sollte ich richtig Happy sein, denn soweit zu kommen hatte ich nie erwartet. Wie mein Ausscheiden schließlich zustande kam ärgerte mich allerdings gewaltig, denn meiner Meinung nach war vor allem die letzte Hand von meinem Gegner (aufgrund seines Stacks und der Blinds) grottenschlecht gespielt. Ich hatte in den bisherigen Showdowns an diesem Tisch ausschließlich Premium-Hände gezeigt und kann diesen Call mit dieser Hand deshalb überhaupt nicht nachvollziehen.

Aber was solls, nach ein paar Stunden Schlaf sah die Welt schon wieder anders aus und ich bin sehr zufrieden. Vor allem, weil ich mich im Laufe des Turniers noch einmal gesteigert habe und auch zweimal Kritik von Katja und Jan (siehe zweite Hand) einstecken musste, die mich später mehrfach vor bösen Fehlern bewahrt hatte.

Ok! See you at the tables! Good luck!

Euer robinse

 

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