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Von: team-de
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Hallo Blogleser,

erst mal möchte ich mich für das ganze Feedback zum letzten Blogeintrag bedanken. Es freut einen zu sehen, dass sein Blog gelesen wird und es der Mehrheit auch gefallen hat.

Es gab ja auch alle möglichen Antworten zu der letzten Hand und ich möchte euch nun die Auflösung zeigen (wer den letzten Beitrag verpasst hat, sollte vor dem Weiterlesen Teil 1 anschauen).

Zur Auflösung:

Ich muss also €125 nachzahlen, um mit meiner Nutstraight mit Open-ended Straight-Flush-Draw dabei zu bleiben. So wie ich die Gegner analysiert habe, habe ich nur vor Spieler 3 wirklich Angst und da ich diesen gut kenne, weiß ich auch, dass seine Range von Two Pairs bis Nuts groß sein kann. Ich überlege also, ob ich evtl. schon so gut wie tot bin oder ob ich gar noch vorn bin. Für mich kommt ein All-in in diesem Fall nicht in Frage, weil ich diesen Gegner kenne und weiß, wenn er nicht schon den Flush hat und ich calle, er bei einem Blank am Turn einen Gang runterschalten wird, weil er mein Spiel extrem respektiert (Er sagte einmal, ich sei der beste Spieler am Tisch, nachdem ich ihn auf genau die richtige Hand gelesen hatte).

Deshalb kommen für mich hier nur ein Call oder ein Fold in Frage. Aufgrund der Range, die ich ihm gebe, entscheide ich mich zum Call. Spielerin 1 passt sofort. Bevor der Turn aufgedeckt wird, einigen wir beide uns darauf, bis zum Ende hin durchzuchecken, weil sowieso schon genug im Pot liegt. Es kommt zum Showdown:

Ich habe, wie ihr alle schon wisst, , Spieler 2 zeigt nur das (richtiger Read also) und Spieler 3 zeigt , also Top Two Pair. Ich bin also ca. mit 2:1 Favorit, den Pot zu gewinnen. Doch der Turn bringt sofort eine und ich habe nur noch zwei Outs zum Straightflush, um zu gewinnen. Da der River aber ein Blank bringt, geht der ansehliche Pot an meinen Freund zu meiner Rechten.

Fazit: Bis auf den zu kleinen Bet nach dem Flop eigentlich nichts falsch gemacht. Wäre ich all-in gegangen, hätte Spieler 3 sicherlich bezahlt, weil einfach schon so viel drin war und er sowieso nicht gerade der mathematische Spieler ist (wie fast keiner in der Spielbank übrigens). So spare ich quasi noch €200 und gehe letzendlich mit einem soliden Gewinn nach Hause, auch wenn er durch diese Hand sicherlich um einiges größer hätte ausfallen können.

Hand #4:  Sein Spiel variieren und wie wichtig es ist, die Potgröße zu kontrollieren

Wir befinden uns mitten in der Session, ich habe bisher einen guten Lauf gehabt und noch keine Fehler gemacht. Jedoch habe ich bisher im Showdown immer nur Monsterhände gezeigt, es wird also langsam Zeit, das Spiel zu variieren und evtl. mal eine Hand zu zeigen, mit der der Gegner nicht unbedingt gerechnet hat.

Ich finde under-the-gun und entscheide mich für diese Hand. Ich raise also auf €12 und bekomme, wie auch nicht anders zu erwarten, direkt vier Caller. Es liegen also €62 im Pot.

Der Flop ist . Ein toller Flop für mich, Top Pair + Gutshot und Backdoor-Flushdraw. Der Big Blind checkt zu mir und ich setze €32 und alle passen zum Big Blind, der bezahlt. Nun liegen €126 im Pot. Mein Stack ist noch bei ca. €500.

Am Turn kommt die , eigentlich auch eine gute Karte für mich. Der Big Blind checkt wieder zu mir und nun ist es Zeit, meinen Gegner zu analysieren:

Es handelt sich beim Big Blind um einen ganz jungen (ich glaube er ist 18 Jahre alt) und relativ tighten Spieler, der aber auch gerne mal Babyasse und zwei hohe Karten wie überspielt. Er scheint schon einigermaßen zu wissen, was er tut, jedoch ist er auch relativ berechenbar. Was gebe ich ihm also bei so einem Flop? Die Range ist ziemlich groß, es könnte ein mit einem hohen Kicker sein, also dass er mit Gutshot und Option auf ein hohes Paar gecallt hat. Ein Set oder Two Pair gebe ich ihm auf keinen Fall nach dem Flop, die hätte er aggressiver gespielt, denn er spielt nicht sonderlich tricky. Auch möglich wären , also ein Open-ended Straightdraw. Ihr seht, auf eine bestimmte Hand kann ich ihn einfach nach der bisherigen Action nicht setzen. Die Frage ist nun, ob ich wieder betten oder ihm die mögliche Freecard ermöglichen soll. Ich entscheide mich für die zweite Möglichkeit, da der Pot jetzt schon groß genug ist und ich ihn nicht dummerweise mit meiner marginalen Hand vergrößern möchte. Des Weiteren möchte ich keinen Check/Raise riskieren.

Ich checke also dahinter und der River bringt die . Er checkt wieder zu mir und für mich gibt es jetzt keinen Grund, nochmal zu betten und ich checke deshalb behind. Ich sage: "Fünf", er sagt: "Ich auch", ich sage: "O.k., dann gewinnst du" und er sagt nur: "Das glaube ich nicht." Dann dreht er tatsächlich um und ich gewinne den Pot mit einem Paar Fünfen und der Sechs als Kicker. :D

Fazit: Letztes Mal sagte ich euch, spielt keine großen Pots mit marginalen Händen. Spielt nur große Pots mit großen Händen (postflop oder später). Dies ist so ein Beispiel, wo man den Pot klein halten sollte. Ich bin mir sicher, dass 80 % der anderen Spieler im Casino den Turn nochmal angespielt hätten und den Pot damit nochmal hätten wachsen lassen. Ich entschied mich für Pot-Controlling und gewann somit einen kleinen, aber feinen Pot und zeigte dazu noch, dass ich auch Hände wie in früher Position raise und nicht nur Premiumhände.

Hand #5: Happy birthday to me!

Dies ist eine Hand, bei der ich noch ganz neu beim Cashgame war, d.h. fast niemand dort kannte mich (wenn, dann nur vom Hören) und ich kannte auch fast niemanden, d.h. Gegneranalyse = 0.

Außerdem war noch mein 22. Geburtstag und ich hatte richtig Lust zu spielen, trotz des Downswings, den ich zu der Zeit hatte. Damals ging ich jedoch immer nur mit €200 an den Tisch, ich war noch ein wenig ängstlich.

Die Blinds sind wie immer bei €2/€4 und wir haben bereits ca. eine Stunde gespielt, wobei ich mich hauptsächlich mit Zugucken beschäftigt habe und trotzdem ca. €250 vor mir stehen habe.

Es limpen vier Gegner und ich finde am Button und raise auf €32. Der Big Blind und drei Limper bezahlen (ja, ja, ich weiß, welcome to live poker, baby :P). Im Pot liegen nun solide €162.

Der Flop kommt: . Ein Superflop für mich, selbst gegen vier Gegner. Der Big Blind checkt sowie zwei Limper. Doch nun geht der dritte Limper direkt von vornherein all-in für €132. Ich habe noch €222 und überlege nun, was er haben könnte.

Es handelt sich bei ihm um einen ultraloosen Spieler, der gern auch mal mit marginaleren Hände Gas gibt und öfters mal nachkaufen muss. Inzwischen kenne ich ihn besser und würde heute wohl meine Hand wegschmeißen. Jedoch sah ich mich ganz klar vorn und traute ihm alles Mögliche zu, von bis , jedoch sah ich mich gegen ihn vorn. Ich callte deshalb und hatte noch €90 behind. Nun überlegte der Big Blind und zahlte auch zu meiner Verwunderung. Die anderen beiden Spieler foldeten, es lagen jetzt stolze €558 im Pot und ich war immer noch über den Call vom Big Blind verwirrt, als der Turn eine brachte. Bevor ich nun meinen restlichen Stack in die Mitte schob, versuchte ich, den Big Blind zu analysieren.

Beim ihm handelte es sich um eine absolute Calling Station, der aber scheinbar die hohen Paare magisch anzog und damit schon einiges gewonnen, aber auch verloren hatte, und zwar aus einem einfachem Grund: Er callte immer nur, er macht nie selbst die Action, das Wort "Raise" schien er nicht zu kennen. Deshalb konnte er hier so ziemlich alles haben. Zu dem Zeitpunkt gab ich ihm eine Hand wie oder und schob deshalb meine restlichen €90 über die Linie. Er überlegte wieder eine Zeitlang und callte schließlich.

Showdown:

Der Big Blind zeigt , der All-in-Pusher zeigt . Ich bin weit hinten und habe nur zwei Outs. Der River blankt und ich verliere Main- und Sidepot und habe dann auch erst mal genug und gehe nach Hause. Happy birthday to me!

Fazit: Ich glaube das ist so eine Hand, bei der man nicht viel anders machen kann, gerade wenn man noch keine soliden Reads auf seine Gegner hat. Inzwischen würde ich die Kings wie gesagt wahrscheinlich wegschmeißen, weil ich das Spiel vom All-in-Pusher nun recht gut kenne. Dass der andere hatte, war meiner Meinung nach einfach nur Pech. Shit happens, next hand please.

Hand #6: Vertraue deinen Instinkten und lass dich nicht rumschubsen

Wir sind wieder mitten in der €2/€4-Session und ich habe meinen Stack von €250 auf €420 ausbauen können. Es gibt einen Limper und ein superaggressiver Spieler raist auf €24. Alle folden bis zu mir am Button und ich finde und bezahle mit Position, nicht weil ich denke, dass ich unbedingt vorn bin, sondern weil ich weiß, dass der überaggressive Spieler mich bei einem Set sicherlich gut bezahlen wird, falls er nur irgendwas auf der Hand hat. Alle bis auf den Limper folden, dieser zahlt auch. Im Pot liegen €76.

Der Flop kommt . Beide Spieler checken zu meiner Verwunderung zu mir und ich mache einen Prob-Bet von €44. Der Limper foldet und der aggressive Raiser bezahlt. Im Pot liegen nun €165.

Der Turn ist die . Wieder checkt er zu mir und nun heißt es analysieren:

Es handelt sich bei ihm um einen superaggressiven Spieler, der auch gern mal blufft und andere herumschubst. Der typische Bully. Jedoch tiltet er auch gern und überspielt seine Hände dann auch total. Jedoch habe ich im Moment Schwierigkeiten, ihn auf eine konkrete Hand zu setzen. So wie er es bisher gespielt hat, sieht es sicherlich nach einem Flushdraw aus. Jedoch könnte er genauso auch slow spielen oder die oder ein kleineres Paar als ich haben.

Für mich heißt es trotz der guten Karte deshalb wieder: lieber einen Gang runterschalten und die Potgröße kontrollieren. Ich checke.

Der River kommt nun und bringt eine . Er greift sofort nach seinem Stack und setzt €100. Nun heißt es wieder analysieren:

Die Frage ist, mit welchen Händen würde er den River plötzlich anspielen, den Flop oder Turn aber nicht? Für mich ganz klar ein Fall von entweder Monster oder Bluff. Mein Instinkt sagt busted Flushdraw und ich bezahle deshalb die €100. Er zeigt mir und ich gewinne einen schönen Pot und bekomme nebenbei noch ein wenig Anerkennung für den guten Call. Letzendlich fand ich den Call aufgrund des Reads nicht sooo schwer, jedoch tut so ein richtiger Read mit dem erhofften Resultat schon gut.

Fazit: Diese Hand soll eigentlich nur verdeutlichen, dass der Instinkt eine wichtige Rolle spielt und dass es ab und zu wichtig ist, einen größeren Pot mit einer marginalen Hand zu spielen, wenn man das Gefühl hat, vorn zu sein. Auch um einem Bully wie meinem Gegner hier zu zeigen, dass ich mich nicht von ihm herumschubsen lasse. Übrigens hat er danach in den Sessions, wenn ich im Pot war, immer einen Gang runtergeschaltet. Ein netter Nebeneffekt also!

Das soll's für heute gewesen sein. Es ist wieder was länger geworden, ich hoffe es hat euch trotzdem gefallen und vielleicht auch ein wenig geholfen.

Ich werde jetzt erst mal für zwei bis drei Wochen mit dem Bloggen aussetzen, da die Semesterprüfungen bevorstehen und ich deshalb lernen muss. Danach geht es entweder mit Livecashgame-Analysen weiter oder ich berichte von Turnieren/Cashgames in Vegas. Noch steht nicht fest, ob ich vom 17. bis 27. Februar dorthin fliege. Ich werde euch aber diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

Allen ein gutes Blatt!

LG Patric

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