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/Feb/2008

„Wie läuft´s so far?“

Von: team-de @ 11:57 (CET) / 50 / Kommentar ( 87 )

Allein diese Frage, die ich Michael Durrer bei einem Schnellschuss-Interview beim EPT Dortmund 2008 stellte, war bezeichnend für meine Verwirrung in diesen Tagen.

EPT Dortmund 2008 und drum herum

Seit knapp einem Jahr spiele ich nun Poker, zunächst ausschließlich online und seit  ca. vier Monaten auch live (meist ein Turnier pro Woche im Fitzwilliams Card Club in Dublin), aber ich hatte noch nie ein großes Poker-Event besucht und professionellen Spielern über die Schulter schauen dürfen. Im Dezember letzten Jahres war es dann soweit, die EPT kam wieder nach Dublin und ich machte mich jeden Tag nach der Arbeit auf den Weg zur Royal Dublin Society (zu dem Zeitpunkt lebte und arbeitete ich schon ein Jahr in Irlands Hauptstadt). Es war äußerst interessant, zwischen den Tischen umher zu wandern und immer dort zu verweilen, wo die Action war.

Das Ganze gefiel mir so gut, dass ich unbedingt auch die EPT in Dortmund besuchen wollte. Zumal neben Katja Thater diesmal auch Daniel Negreanu an den Start gehen würde. Recht schnell wurde mir allerdings bewusst, dass ich mich dort nicht so frei bewegen werde können, da die Veranstaltung auch durch die Präsenz von Boris Becker einen weitaus größeren Rahmen annehmen würde.
Ich hörte mich also um, ob ich irgendwie bei dem Event aushelfen könnte - immerhin würde ich zu der Zeit arbeitslos sein. Und tatsächlich bekam ich Heiligabend die Zusage, dass ich bei IntelliPoker am Stand arbeiten könne. Was für ein schönes Weihnachtsgeschenk!

Nachdem nun mein Arbeitsvertrag in Dublin abgelaufen war, flog ich über Sylvester für zwei Wochen nach New York in den Urlaub. Ich bereitete mich in der Zeit intensiv auf meine Aufgabe vor. Ich fuhr nach Atlantic City (), las mich durch die IntelliPoker-Inhalte, frischte mein Wissen über Spieler und Hintergründe auf und las Poker-Magazine im Flugzeug (was beim Event selbst später nicht allzu viel half, wie sich herausstellte).

Als ich zurück nach Dublin kam, war auch mein Mietvertrag abgelaufen und somit begann ich das neue Jahr arbeits- und obdachlos. Notdürftig brachte ich mein restliches Hab und Gut bei Freunden unter und gab vieles an wohltätige Zwecke weiter.

Mittlerweile wurde bekannt, dass das EPT in Dortmund Eintritt kosten würde. Und zwar 70€ pro Tag (!!!). Ich war so froh, dass ich nun selbst Teil des Teams war und nicht nur passiver Railbird. Ich reiste nach Deutschland, zuerst um meine Familie und Freunde zu besuchen. Dann fuhr ich am 28. Januar 2008 nach Dortmund, um das IntelliPoker-Team zu treffen.

Nachdem sich der erste Teil der Mannschaft vorgestellt hatte, wurde ich gefragt, ob ich wisse, was meine Aufgabe sein würde. Ich verneinte und war irritiert überrascht, dass ich als Moderatorin arbeiten sollte. Und ich hatte gedacht, ich würde Flyer verteilen und interessierte Spieler über die Seite informieren.

Na gut, eine neue Herausforderung! Ich bin gelernte Mediengestalterin Bild und Ton, sprich, ich bin professionell ausgebildet HINTER der Kamera zu stehen, nicht DAVOR. Nur einmal habe ich in einer Eigenproduktion während meiner Selbständigkeit Interviews mit Musik-Bands geführt und ein paar Schritte vor die Kamera gewagt. Aber das hier machte mir doch etwas Angst. Immerhin kannte ich kaum jemanden, nur einige der bekanntesten Spieler. Aber ich willigte natürlich ein, ins kalte Wasser gestoßen zu werden, und los ging´s.

Wir bauten den Stand auf und setzten die Technik in Gang.

Das Turnier ging zwar erst am nächsten Morgen los, aber am Abend fand noch ein Super-Satellite und die Willkommensparty statt. Wir fuhren zum Club Nightrooms in die Innenstadt von Dortmund (das Casino Hohensyburg liegt ca. 30 Minuten außerhalb). Die EPT-Spieler wurden mit zwei großen Reisebussen zur Location gefahren und über einen roten Teppich in den Club geführt. Wir mischten uns dazwischen , gingen die Stufen hinauf und vorbei an einer Feuerspuckerin im sexy Outfit. Hinter der nächsten Tür gab es eine Schlangenbeschwörerin und Begrüßungsdrinks. Wir bewaffneten uns mit Kameras und waren den gesamten Abend damit beschäftigt, die Show-Einlagen und die Spieler beim Feiern in Bild und Ton festzuhalten.
 

Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass der Super-Satellite vom vorherigen Tag bis 10 Uhr morgens gedauert hatte und mittlerweile war auch klar, dass Boris Becker durch Abwesenheit glänzen würde.
Weiteren Unmut brachte die Registrierung für die Spieler der Tage 1a und 1b, die viel zu lang dauerte.

Ich wurde wie ein verschrecktes Huhn durch die Spieler-Scharen geschickt, um Interviews zu führen. Vorne weg Bandit, der mich kurz briefte über jeden Menschen, den ich da vor mir hatte. Die wenigsten kannte ich. Und so endeten meine Interviews oft in Fettnäpfchen und Gestammel. Und da ich auch noch gleichzeitig mit meinem Kopf halb in Irland und New York war, kämpfte ich oft mit dem Englisch, was dann u.a. zu besagtem „Wie läuft´s so far?“ führte.

Mir war alles so peinlich, aber ich denke, ich hab´s trotzdem ganz gut hinbekommen. Ich nahm mir vor, an mir zu arbeiten. Nicht zuletzt, weil ich an Tag 1b meinen persönlichen Lieblingsspieler Daniel Negreanu interviewen sollte. Für dieses Interview hatte ich allerdings genug Zeit für Vorbereitung. Als Bandit dann in der Pause Daniel auf die Schulter klopfte, zu mir zeigte und beide in meine Richtung gingen, rutschte mir das Herz in die Hose. Ich begrüßte Daniel stammelnd und erzählte ihm, dass ich nervös sei. Er sagte „Das kriegen wir schon hin!“. Dann begann das Interview und es war gar nicht mal so schlecht. Daniel war wie erwartet nett und redselig.

 


 

Nach dem Interview brauchte ich ein Weilchen, um mich zu beruhigen und meine Hände vom Zittern zu befreien. Dann ging es weiter mit unvorbereitetem Reportertum. Doch trotz dieser schrägen Interviews gefiel mir meine Aufgabe sehr. Ich genoss es, mich hier zwischen den Tischen bewegen zu können und vor allem sogar ein Teil des Spektakels zu sein. Ich lernte viel dazu und lernte auch, dass ich noch viel lernen musste.

Eines Nachts im Casino zwischen Chinese Poker, Drinks und Zigaretten wurde ich dann zur Seite genommen und bekam das Angebot, dass ich fest bei IntelliPoker anfangen kann - und zwar schon am darauffolgenden Montag. Ich freute mich tierisch, musste aber darauf aufmerksam machen, dass ich erst noch nach Dublin fliegen und meine Sachen aussortieren muss. Dies sollte kein Problem sein und so wurde ich herzlich im Team aufgenommen. Der Rest des Turnieres blieb interessant, wir produzierten weiter unsere Videos, ich versuchte mich weiterzubilden und auch bei der schriftlichen Berichterstattung vieles mitzunehmen. Ich war mehr und mehr geschafft. Nicht nur vom Event selbst, sondern vor allem wegen der letzten wilden Wochen und den nun folgenden Zukunftsplänen. Immerhin lebte ich nun seit einem Monat aus dem Koffer und die Vorstellung, bald einen festen Job im Poker-Zirkus in Deutschland zu bekommen war unglaublich aufregend.

Die Berichterstattung vom EPT-Turnier kennt Ihr ja, daher gehe ich hier nicht weiter auf den Turnierverlauf ein. Am Freitagabend gab es aber noch ein No-Limit-Hold‘em-Turnier für alle Presse-Mitglieder. Das war eine sehr gute Idee, denn ich war auch langsam heiß, mitzuspielen. Alle akkreditierten Presse-Mitglieder, die Lust und Zeit hatten zu spielen, setzten sich an die Tische. Es waren 44 Spieler und ich wurde 20. oder so. Also leider nichts Besonderes. Aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall!

Montag (11.02.2008) wurde bei PokerStars dann noch ein Online-Turnier für alle Presse-Mitglieder veranstaltet. Dort waren es 54 Spieler und ich war das unglückliche Bubble-Girl auf Platz 10. Aber nun gut, ich bekam eine PokerStars-Tasche mit netten Inhalten als Trostpreis. Von IntelliPoker hat es nur Robinse geschafft, ins Geld zu kommen (Platz 9).

Aber zurück zum EPT. Der Tag des Final Tables war herangerückt und die Aufregung groß.

So viel Geld! Und der Gewinner des Events war ein 18-jähriger Kanadier mit Zahnspange. Warum hab ich damals nicht so einen Erfolg in irgendetwas gehabt, als ich noch Zahnspange trug? Aber es sei ihm gegönnt!

Nach dem Turnier verabschiedete ich mich von allen und verweilte noch einen Tag länger in dirty Dortmund, um am Morgen darauf mit dem Zug voller Karnevalisten (Rosenmontag) nach Düsseldorf zu fahren, und von da mit Ryanair in das even-more-dirty Dublin zu fliegen.

In Dublin packte ich meine Sachen, gab auch meine letzen Habseligkeiten den Obdachlosen, traf Freunde und Ex-Kollegen zu meiner Abschiedsfeier und flog dann nach Hamburg. Kaum angekommen, wurde ich schon ins Büro gefahren, um alle kennenzulernen. Aber mein Arbeitsanfang war dann am nächsten Tag, also letzten Donnerstag.

So, und damit habe ich auch ganz gut die Vorstellung meiner Person abgedeckt, denke ich.

Ich kann ja nochmal kurz umreißen:
Ich bin Christin, gebürtige Hamburgerin, aber war bisher nie Einwohnerin dieser wunderschönen Stadt.
Nach dem Abitur schloss ich eine Ausbildung als Mediengestalterin Bild und Ton in Hannover ab und machte mich als Videoproduzentin selbständig. Nach drei erfolglosen Jahren beschloss ich, vorerst eine Auszeit zu nehmen und strebte einen Tapetenwechsel an. Ich nahm teil an einem Programm namens „Work Experience UK“ und lebte ein Jahr als Altenpflegerin in einem kleinen Dorf in England. Mein Englisch wurde dadurch fließend und so nahm ich den guten Rat eines Freundes gern an, einen Job in Irland zu suchen. Die Suche in Deutschland brachte immer nur negative Ergebnisse und in Dublin hatte ich nach einer Woche eine Stelle in einem Finanz-Unternehmen der Bertelsmann  Media Group. Diese Stelle war auf ein halbes Jahr befristet und danach bekam ich eine Stelle bei Yahoo! als Search Marketing Editor. Diese war ebenfalls befristet und somit sind wir, wo ich oben in diesem Artikel angefangen habe.

Mein Hauptaufgabenbereich bei IntelliPoker ist die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relation).

Ganz liebe Grüße

Christin

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