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$1,50 Fiftyt50 | TT an der Bubble

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$1,50 Fiftyt50 | TT an der Bubble - 01-11-2011, 23:31
(#1)
Benutzerbild von Odracir02
Since: Aug 2011
Posts: 11
PokerStars No-Limit Hold'em, 1.5 Tournament, 30/60 Blinds (6 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

MP (t1580)
Hero (CO) (t6155)
Button (t1425)
SB (t1210)
BB (t3265)
UTG (t1365)

Hero's M: 68.39

Preflop: Hero is CO with 10, 10
1 fold, MP bets t120, Hero raises to t360, 3 folds, MP calls t240

Flop: (t810) 4, 5, 8 (2 players)
MP checks, Hero bets t3780, MP calls t1220 (All-In)

Turn: (t3250) 8 (2 players, 1 all-in)

River: (t3250) 2 (2 players, 1 all-in)

Total pot: t3250

Gedanken zur Hand:

Villain ist ein relativ looser Spieler (32/25 über 28 Hände), der seine Raisegröße scheinbar von seiner Handstärke abhängig macht. Die Blinds sind Regulars, wobei der Small Blind ein Supernit ist.

Preflop bin ich gegen seine Range eindeutiger Favorit. Zudem spricht das Minraise nicht gerade für die Stärke seiner Hand. Finde die 3-Betgröße eigentlich okay. Pushen ist hier denke ich nicht profitabel, da der Pot klein ist und der BB einen relativ großen Stack hat. Würde bei einem Push über 3000 Chips für 200 Chips riskieren.

Der Flop ist perfekt, da seine Range auf diesen Board selten etwas getroffen hat und ich ein Overpair halte. Nach seinem Check ist das Ganze dann für mich ein einfacher Shove gewesen.

Was meint ihr zu der Hand?
 
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01-11-2011, 23:38
(#2)
Benutzerbild von trimmel69
Since: Sep 2007
Posts: 6.672
(Moderator)
Da das ein Fifty ist wo die Auszahlung entsprechend
der Chipstände ist - und du eh Chipleader - Rein die Marie
Meiner Meinung nach alles korrekto
Edit ! Deine Erläuterungen sind sehr schlüssig


Team IntelliPoker - Ingo - Moderator


ISOP 2013 Event #67 Gewinner *NL Hold`em Knockout, 6-Max*
'Mit einem Verschwörungstheoretiker streiten ist in etwa so, wie mit einer Taube Schach zu spielen: Egal wie gut man ist, die Taube wird einfach die Figuren umwerfen, auf’s Brett scheißen und herumstolzieren als wäre sie der Sieger.'

Geändert von trimmel69 (01-11-2011 um 23:41 Uhr).
 
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02-11-2011, 00:07
(#3)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Sehe ich bischen anders.

Bei nem fifty/fifty sind wir hier an der Bubble. Das bedeutet massig FE für Hero auf der einen Seite und ziemlich starke Callingranges auf der anderen.

Preflop finde ich ok, die Hand ist solide und gegen einen so loosen Spieler allemal ne 3bet wert. Am Flop finde ich den Push aber völlig daneben, denn den wird hier wohl nur ne Hand callen, die besser als TT ist. Der muss nicht nur loose sondern auch blöde sein um am Flop mit 87s zu callen...

Lieber ne kleine Bet platzieren (~370), die noch zum Drübergehen einlädt (gerade gegen einen aggressiven Gegner!), das hält die gegnerische Range weiter..

Geändert von Alanthera (02-11-2011 um 00:20 Uhr).
 
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02-11-2011, 00:46
(#4)
Benutzerbild von Odracir02
Since: Aug 2011
Posts: 11
Der Push am Flop garantiert maximale Foldequity, zudem callt solch ein Spieler hier durchaus noch mit schwächeren Händen als JJ+ (bspw. große Asse gegen die ich vorne liege). Die kleine Bet macht für mich wenig Sinn, da der Gegner im Falle eines Calls nur noch relativ Chips übrig hat im Verhältnis zum Pott (900 Chips bei nem Pott von 1600 Chips), d.h. die Chips würden mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem Turn in die Mitte wandern. Ferner will ich kein Checkraise am Flop provozieren, da ich sonst vor einer schweren Entscheidung stehe.
 
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02-11-2011, 09:44
(#5)
Benutzerbild von Ology
Since: Apr 2009
Posts: 232
Also wenn du preflop 3-betest musst du auf dem Flop auch broke gehen denk ich. Ist nur die Frage wie man es am besten reinbekommt.
Ich würde es eher wie Alanthera spielen. Die Stats lassen ja auf einen eher aggressiven Gegner schließen, der auch fähig ist auf dem Flop mit Overcards zu check/raisen. Ich bezweifel, dass hier viele schlechtere Hände callen, mit Ausnahme von A8 und 99 vielleicht. Ich cbete hier knappe 400und call seinen Push.
 
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02-11-2011, 09:44
(#6)
Benutzerbild von HoRRoR77
Since: Aug 2007
Posts: 1.161
Preflop geht natürlich voll klar.

Direkt am Flop pushen wäre eventuell sogar eine Option, hat aber im Prinzip den selben Background wie ein Turn push.

Kann man in meinen Augen lediglich machen, wenn man denkt, dass der Gegner sich auf Mindgames einlässt. Sprich wenn man dem Gegner klarmachen will, dass man hier fast any pusht, weil er effektiv eh nichts callen kann an der Bubble und ihn somit dazu bewegt auch mit schlechteren Händen zu callen um sich nicht komplett rumschubsen zu lassen.

Meine Line wäre alerdings auch gewesen am Turn half pot zu betten, evtl sogar ein drittel pot oder sowas, so dass der gegner auch noch mit schlechteren händen die möglichkeit hat hier drüber zu gehen und evtl selbst noch foldequity zu haben.

mit der mathematik des fifty fifty bubble plays bin ich allerdings nicht 100%tig vertraut und ich bin mir daher nicht sicher, ob man hier unbedingt nen call haben möchte, denke aber, dass die oben genannte line die beste ist, wie bereits meine vorredner schon anmerkten
 
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02-11-2011, 10:23
(#7)
Benutzerbild von JanF13
Since: Mar 2010
Posts: 1.415
Pre ist abhängig vom Gegner, gegen einen denkenden Villain finde ich call Pre besser.
As played
333 am Flop
push any Turn

edit sagt: eher noch etwas kleiner am flop


Zitat:
Zitat von Keeley the 1 Beitrag anzeigen
Es genügt nicht, keine Ideen zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

Geändert von JanF13 (02-11-2011 um 10:59 Uhr).
 
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02-11-2011, 11:48
(#8)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Zitat:
Zitat von Odracir02 Beitrag anzeigen
Der Push am Flop garantiert maximale Foldequity.
Richtig. Die ist hilfreich, wenn du hier beispielsweise auf nem Draw sitzen würdest oder den Flop verfehlt hättest ( , AK zb.). Dann gäbe es ne Menge besserer Hände, die du zum Folden bringen könntest.

Mit TT haste aber ne made hand, und liegst gegen die gegnerische Range vermutlich vorne (sofern Villain an der Bubble nicht extrem tighter geworden ist). Da sollte das Ziel dann nicht sein den Gegner zum Folden zu bringen sondern Value aus seiner schwächeren Range zu ziehen, ihn also zahlen zu lassen.
Foldequity ist nicht gerade erwünscht gegenüber Händen, die man geschlagen hat.

Zitat:
Ferner will ich kein Checkraise am Flop provozieren, da ich sonst vor einer schweren Entscheidung stehe.
Inwiefern..?
Meinste etwa die Hände, mit denen der Gegner check/raised, sind stärker als die, mit denen er deinen Push called?
Du machst es dem Gegner mit deinem Push recht einfach, nimmst ihm Möglichkeiten Fehler zu begehen. Wenn du nur klein bettest, kann er das als Schwäche interpretieren, denn du wirst dieses Board sicherlich auch nicht getroffen haben. Er könnte hier wirklich auf den Gedanken kommen, dass du ne schwere Entscheidung hast, wenn er check/push spielt; er könnte hier versucht sein seinerseits Foldequity zu erzeugen (z.B. mit AQ, denn AK musste hier dann auch erstmal callen).
Diese schwere Entscheidung haste aber nicht, denn du hast sie ja bereits getroffen, du bist ja bereit TT hier um seinen Stack zu spielen.
 
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02-11-2011, 15:56
(#9)
Benutzerbild von Odracir02
Since: Aug 2011
Posts: 11
Der Gegner ist ein nicht denkender Spieler und postflop nicht so aggressiv, wie man aufgrund der Preflopstats annehmen würde, d.h. ich denke, dass er hier eher check/call oder check/fold als check/raise spielt (habe ihn kein einziges mal checkraisen sehen, er hat vorher 3 mal check/fold gespielt). Hätte ich wohl erwähnen müssen. Daher gehe ich im Falle eines check/raises von einer starken Handrange, gegen die ich deutlich hinten liege (ich müsste den Pott also aufgeben), aus. Aus diesem Grund will ich kein check/raise provozieren.

TT ist zwar eine made Hand, die auf diesem Flop zwar meist vorne liegt, die aber durch viele Karten auf Turn und River geschlagen wird, vor allem wenn der Gegner ziemlich loose ist.

Ich will die Hand auf diesem Flop gar nicht mehr weiterspielen, sondern den Pot direkt gewinnen. Einen Call zu provozieren ist sozusagen nur eine Alternativmöglichkeit. Besonders die Bubblesituation, die bei den Fifty50s eine andere als bei den STT SNGs ist, beeinflusst den Gegner massiv: Er spielt in den meisten Fällen entweder mit dem Ziel ITM, d.h. er callt einen Push mit einer sehr tighten Range (u.A. nur mit KK+) oder er spielt um Chips zu gewinnen, d.h. er callt generell mit Overcards und Overpair.

Die von einigen vorgeschlagen Linie ist dann sinnvoll, wenn der Gegner aggressiver bzw. meine Hand (Set, JJ+) besser ist, gegen diesen Gegner finde ich meine Vorgehensweise profitabler.

Ich denke, wie man diese Hand spielt ist extrem von Gegner und seiner Spielweise an der Bubble abhängig.
 
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02-11-2011, 16:25
(#10)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Zitat:
Zitat von Odracir02 Beitrag anzeigen
...d.h. ich denke, dass er hier eher check/call oder check/fold als check/raise spielt (habe ihn kein einziges mal checkraisen sehen, er hat vorher 3 mal check/fold gespielt).
[...]
Aus diesem Grund will ich kein check/raise provozieren.
Bissel widersprüchlich is das ja schon..

Wäre doch dann aber noch besser:
Check/Raise - er hat's
Check/Call - du hast's
Check/Fold - du hast's

Mal abgesehen davon, sollte man sich auf stats aus gerademal 30 Händen nicht zu sehr verlassen.



Ich kann ja den ein oder andren Gedanken nachfühlen, aber der Overpush engt die Callingrange des Gegners so weit ein, dass sie dich beat hat.

Wenn du das gleiche Play fünfmal hintereinander gemacht hättest, wäre das ne andre Sache. Dann könnte der Gegner dir ne any2-Range geben und entsprechend light callen, dann fände ich den Push sogar gut.
So aber foldest du den Teil aus der gegnerischen Range heraus, den du beat hast und von dem du Geld bekommst und isolierst dich gegen den Teil der Range, gegen den du hinten liegst.