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Regelfragen - wann ist ein Spiel zu Ende?

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Regelfragen - wann ist ein Spiel zu Ende? - 17-05-2012, 11:40
(#1)
Benutzerbild von Herbie_AT
Since: Aug 2007
Posts: 52
Ich hoffe die Frage ist in diesem Forum richtig

Im Life-Poker passiert es immer wieder, dass eine Hand gespielt wird, der Pot wird dem (vermeintlichen) Sieger vom Dealer zugeschoben und der Verlierer reklamiert (oft genug zu Recht), dass da etwas nicht in Ordnung ist. Die Frage ist - wie lange kann man erfolgreich eine vermeintliche Fehlentscheidung reklamieren?
In den intl gültigen Turnierregeln der TDA (Poker tournament director associaton, www.pokertda.com) habe ich keine Antwort gefunden.

Beispiel 1: Ein Spieler (Maniac) raised oder reraised grundsätzlich jede Hand. Er sitzt am Button. Der Manaic bekommt den Pot zugeschoben. Danach sagt er zum Dealer, er hätte gerne seine zweite Karte, er hätte nur eine bekommen. - Misdeal? Wie ist vorzugehen?

Beispiel 2: In dem netten Film "Glück im Spiel" (Vater und Sohn treffen einander am Final table der WSOP) wird folgende Situation beschrieben. Der Hauptdarstelle qualifiziert sich im Sattelite zur WSOP. Der Bubbleboy wirft frustirert einen zweiten Blick auf das board und stellt fest, dass der Dealer vor dem River auf die Burnkarte vergessen hat. Floorman entscheidet, dass die Hand rückabgewickelt wird: Die Riverkarte wird zur Burnkarte und die neue Karte wird zur Riverkarte. Natürlich dreht im Film die Entscheidung das Spiel um.
Frage: Ist die Entscheidung des Floorman richtig? Der §33 der TDA beschreibt einen "four-card-flop". (am flop werden irrtümlich 4 Karten offengelegt). Die Regel sagt, dassin diesem Fall alle 4 Karten verbrannt werden müssen. M.E. ist die Regel auch am Turn anzuwenden. Wie seht Ihr das?

Generelle Frage: Wann ist eine Hand beendet und kann nicht mehr reklamiert werden?

Beispiel 3: Und gleich noch eine Frage aus dem Film:
Der Sohn schenkt seinem Vater den Sieg. Allin vom Vater wird vom Junior gecallt. Der Vater zeigt KK und der Sohn wirft die beste Hand AA in den Mug. M.E. MÜSSEN bei Allin-Bets alle Beteilgiten die Karten offenlegen. Laut §14 der TDA kann das sogar von nicht am Pot beteiligten gefordert werden (obleich das viele Dealer nicht so sehen). Müssen die Karten vom Dealer automatisch offengelegt werden? Seht Ihr das auch so?
Weiters ist das Vorgehen m.E. klares Softplay, das mit Disqulifikation zu ahnden ist (Sohn spielt dem Vater seine Chips zu). Ich frage mich sogar, ob das Vorgehen nicht Casinoverbot bedeuten müsste bzw. strafrechtlich zu ahnden ist. Bei der WSOP gehts schließlich um einen Haufen Kohle. Und Softplay ist nichts anderes als eine Form des Betruges.

Neugierig auf Euer Feedback
 
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17-05-2012, 12:32
(#2)
Benutzerbild von Drishh
Since: Oct 2007
Posts: 8.669
Naja, ich würde die TDA jetzt nicht als Maß aller DInge ansehen. Es ist mehr so etwas wie eine Empfehlung. Es werden in Casino ja auch genug Hausregeln angewandt.
Letztendlich wirst du mit jeder Entscheidung die der Floormanager trifft leben müssen.

Dein erstes Beispiel verstehe ich nicht. Wenn er den Pot gewinnt, kann es ihm doch egal sein, wieviele Karten er wirklich bekommen hat.

Zu Beispiel 2, siehe oben.
Generell würde ich sagen ist eine hand dann beendet, wenn sie nicht mehr rekonstruiert werden kann. Also beteiligte karten im Muck gelandet sind etc. So lange alle Karten noch offen bei den Spielern liegen sollte eine Rekonstruktion und damit verbundene Reklamation immer möglich sein.

zu Beispiel 3: Es ist sicherlich Softplay, aber imo nicht zu ahnden. Softplay ist ja verboten, um keine anderen Spieler zu benachteiligen. Da es hier aber keine anderen Spieler gibt, fällt dieser Aspekt also raus. Wenn der Sohn somit den Sieg und den damit verbundenen größeren Geldbetrag lieber seinem Vater überlassen möchte geht das imo in Ordnung.
Etwas anderes wäre es vielleicht, wenn mit dem Sieg noch eine weitergehende Qualifikation verbunden wäre und dadurch eventuell das nächste Turnier verzerrt würde.