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[Blog] rosarote Elefanten

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rosarote Elefanten - 07-06-2012, 18:35
(#1)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
Da ist er nun - mein erster Blog.

Nicht nur auf IntelliPoker, sondern allgemein mein erster.

Zunächst erstmal zu mir selbst: Ich bin 29 Jahre alt und habe bis zum Staatsexamen noch 2-3 Semester Studium vor mir; genug Zeit also, mich mit Pokern zu beschäftigen.

Poker an sich spiele ich schon länger, allerdings ging das nie über das gesellige Zusammensein mit Freunden hinaus. Irgendann hatte ich mich auch mal bei Party-Poker angemeldet, dort aber nur sporadisch und nur um Spielgeld gespielt.

Anfang des Jahres habe ich mich dann bei PokerStars angemeldet. Warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr, aber online-Poker macht mir noch immer so viel Spaß, dass ich auch weiter am Ball bleiben werde.

Nach meiner ersten Einzahlung ging es hoch und runter. Ohne wirkliche Kenntnisse hab ich im FL die unteren Limits angespielt und eigentlich überall gewonnen, so dass ich Stück für Stück aufgestiegen bin und bei 0.5/1 stecken geblieben bin. Viele Hände waren es bis dahin nicht. Ich denke, höchstens 50-100, also mehr als naiv.

Wie viele Anfänger, habe ich das BRM total unter- und mich und meine Fähigkeiten überschätzt. Was folgte war eine Odysee von Einzahlungen, Upswings, noch höhere Limits, broke, Einzahlung, Limitabstieg, Limitaufstieg und unendlichen Tilt-Phasen. Letztenendes habe ich eine Menge Geld unter die Leute gebracht, so dass ich noch sehr lange spielen muss, um diese Verluste wieder einzufahren.

Dann kam für mich der Punkt, mich doch etwas mehr mit er Pokertheorie auseinanderzusetzen. Der erste Schritt war ein vernünftiges Bankroll-Managment. Da ich keinen Nerv dazu hatte, mich wie ein Wilder durch die Micros zu grinden, blieb mir nur die Alternative einer höheren Einzahlung. Letztlich betrug meine Bankroll etwas mehr als 300 Dollar - ein Betrag, mit dem man eine Menge anstellen kann. Der zweite Schritt war die Anschffung des PT3 als unverzichtbares Werkzeug.

Mit genug Geld in der Hinterhand begann ich, die verschiedenen Angebote von Pokerstars wahrzunehmen, SNG, MTT, 50-50, und Zoom. Ab und An versuchte ich es auch noch im NL und FL-cashgame, aber ich ließ mich zu sehr von den Verheißungen der anderen Angbote blenden.

Resultat:

STT: marginaler Gewinn

MTT: Verlust

50-50: marginaler Gewinn

Zoom: der gute Zoom... ein Teufelswerk! Als ich das erste mal spielte, war das auf NL 10. Taktik: mit 20 dollar aufhören und neu einkaufen mit 10. Mit einer halbwegs tight-aggressiven Spielweise gewann ich so binnen weniger Stunden an einem "Tisch" 95 dollar. Dann wollte ich unbedingt noch die 100 knacken. Resultat: weitere 20 Dollar verloren und mit 75dollar gewinn die session beendet. Motiviert durch diesen Erfolg sollte es weiter gehen. Doch anstatt weiterer Gewinne bin ich noch weiter abgesackt und hab Zoom mit einem Minus von 30Dollar sein lassen.

CG: NL hab ich nur die unteren Limits angespielt. ich hab mich allerdings nicht sicher gefühlt, darum bin ich lieber wieder zurück zu FL

Zurück an "alter Wirkungsstääte" versuchte ich es zunächst auf 0.5/1. Allerdings ließ ich direkt wieder 2 Stacks liegen und aus Angst, noch mehr zu verlieren, bin ich abgestiegen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich durch Zufall auf Mart83s Videos über 6max FL gestoßen (bis zu diesem Zeiptpunkt hab ich überweigend FR gespielt). Also auch dies auf .10/.20 ausprobiert und es lief. Mit ein paar Dollar gewinn nach zu wenig Händen gleich der Aufstieg auf 0.25/0.5. Auch hier lief es anfangs Recht gut. nach ein paar Tausend Händen folgte dann jedoch ein enormer Abstieg. Seltsamerweise erfolgte er genau in dem Moment, als ich die 50%-Bonus-Aktion von Pokerstars (vor der SCOOP) wahrnahm und nochmal 50 Euro einzahlte, um mir die 25 Euro Bonus zu sichern. Allerdings glaube ich nicht ernsthaft an einen direkten Zusammenhang. Der Abstieg war sicherlich zum Teil eine Folge eines Downswings, den größten Anteil daran sehe ich jedoch bei mir selbst. Übermüdet spielte ich zu oft on Tilt weiter, spielte 4 Tische gleichzeitig, was mich total überforderte und verlor jedes Gefühl für das Spiel. An rationale Entscheidungen war kaum noch zu denken. So waren binnen 2 Tagen wieder 130 Dollar weg.
Nebenbei spielte ich noch die 2,5$ 180er MTT, die meine Bankroll auch Stück für Stück auffraßen.

Bei all dem Hin und Her, bei jeder neuen "Spielform", die ich ausprobierte, lief es anfangs relativ gut. Aus diesem Grund erwischte ich mich mehrfach dabei, wie ich von einer großen Pokerkarriere träumte, von riesigen Nebenverdiensten und einer rosigen Zukunft. Alles in allen von rosaroten Elefanten.

Es erfolge ein zweiter Schnitt und ich begann, mich innerlich von diesen rosigen Zukunftsaussichten zu verabschieden. Nach all dem Hin und Her hörte ich auf, alles durcheinander zu spielen und mich im wesentlichen auf eine Sache zu konzentrieren, was bisher eigentlich am besten lief. Das war und ist FL FR.

Meine Bankroll war mittlerweile wieder so zusammengeschrumpft, dass ich mir gerade so FL 0.25/0.5 leisten konnte. Ich spielte dort anfangs relativ swingy, auch weil ich einige Spielweisen ausprobierte, die ich aus dem Buch "Small Stakes Hold'em" heraus hatte und anwenden wollte. Doch trotz aller Theorie, die ich aus Videos, dem Buch und andern Beiträgen aus diversen Pokerschulen in meinem Kopf zu haben glaubte, ging es nicht vorwärts.

Als ich auf meinem Limit wiedermal im Minus war - genauer gesagt 35 Dollar, also 3,5 Stacks (ich geh immer mit 10Dollar an den Tisch)- nutzte ich die Gelegenheit, um hier im Forum Fragen zu stellen und meine Hände analysieren zu lassen. Seit dieser Zeit habe ich mehr theoretisches Wissen angenommen und verstanden, als in all den Monaten vorher. Vor allem merkte ich, wie viele falsche Gedankengänge sich bis dato eingebrannt hatten. Viele Verständnisfragen konnten seit dem über das Forum und per PN geklärt werden. Auch wenn sehr viele Dinge für mich noch abstrakt sind, denke ich, dass ich endlich auf einem guten Weg bin.

Meine Bankroll hat sich seit dem wieder erholt, ich bin auf dem Limit mittlerweile von -35 Dollar auf +45 Dollar geklettert. Meine Bankroll würde es mir erlauben, nach weiteren 65 Dollar auf 0.5/1 aufzusteigen. Dennoch habe ich mir selbst das Ziel gesetzt, auf dem aktuellen Limit zu bleiben, bis ich es mit 150$ Gewinn abschließen kann. Ich will sehen, dass ich dieses Limit mit meinem Können tatsächlich schlage. Ich spiele noch immer sehr viel Grütze zusammen und möchte auf dem Limit noch lernen, mir Handwerkszeug aneignen, das mir für höhere Limits unabdingbar erscheint. Mittelfristiges Ziel ist es, meine Bankroll auf 800Dollar aufzubauen, was mir den theoretischen Aufstieg auf 1/2 ermöglicht. Allerdings werde ich dann entscheiden, wie es weiter geht, wenn es so weit ist.

Bis dahin spiele ich an 1, maximal 2 Tischen, um mein Spiel zu verbessern und mich mehr auf die Gegner zu konzentrieren. Aufgrund meiner zahllosen leaks ist multi-tabling für mich (noch) keine Option.

Warum nun dieser Blog? Zum einen möchte ich ihn als Tagebuch nutzen, um meine Fortschritte festzuhalten. Ich möchte ihn als Motivation für mich selbst nutzen. Und ich möchte durch eventuelle Diskussionen noch mehr lernen und mich weiter verbessern.

Aktuell sieht es so aus:

Bankroll:
150,21 €
147,01 $
(nach Momentanen Wechselkurs zusammen 335,94$)

Meine Stats auf 0.25/0.5 (5.000 Hände):

VPIP: 15,1
PFR: 7,7
W$WSF: 44,81
WTSD: 43,02
W$SD: 54,17
AF: 1,61
AFQ: 50,98

Ziel für heute ist es, die 50$ Marke zu knacken!

Geändert von 11RIEDE (07-06-2012 um 18:48 Uhr).
 
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07-06-2012, 20:46
(#2)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
Heute lief es nicht gut.

Anstatt die 50$-Gewinn-Marke zu knacken, ging es wieder ein gutes Stück bergab; von 45$ auf 31,45$.
Hauptproblem: es kamen zu wenig gute Karten, und die, die kamen wurden entweder falsch von mir gespielt oder das board machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Beispiel 1:

Gegner vollkommen falsch eingeschätzt,
Die Fragen, die sich stellen:
a) ist das raise am turn ok? Seine Range könnte von AJs+ / KQs, sowie 99+ liegen .Die Karten auf dem Board sind recht niedrig, er schlägt mich momentan nur mit JJ,QQ,KK und AA. Allerdings ist dies auch ein Großteil seiner Range.
b) wäre ein fold auf seine 3bet sinnvoll? Er könnte auch seinen flushdraw hart anspielen.


PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (7 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is MP2 with ,
2 folds, Hero raises, 3 folds, BB 3-bets, Hero calls

Flop: (6.4 SB) , , (2 players)
BB bets, Hero calls

Turn: (4.2 BB) (2 players)
BB bets, Hero raises, BB 3-bets, Hero calls

River: (10.2 BB) (2 players)
BB bets, Hero calls

Total pot: $6.10 (12.2 BB) | Rake: $0.16

BB Shows:

--------------------------------

Beispiel 2

ich hätte den Gegner nie auf ein set gesetzt. Ich dachte eher, dass er mit KQ mitgegangen ist und die Dame getroffen hat.

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (10 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is CO with ,
2 folds, UTG+2 raises, MP1 calls, 2 folds, Hero 3-bets, 3 folds, UTG+2 calls, MP1 calls

Flop: (10.4 SB) , , (3 players)
UTG+2 checks, MP1 checks, Hero bets, UTG+2 raises, MP1 calls, Hero calls

Turn: (8.2 BB) (3 players)
UTG+2 bets, MP1 raises, Hero 3-bets, 1 fold, MP1 calls

River: (15.2 BB) (2 players)
MP1 checks, Hero bets, MP1 calls

Total pot: $8.60 (17.2 BB) | Rake: $0.16

MP1 shows:

--------------------------------

Beispiel 3

hier war es das beste, nach der action auf dem flop die karten wegzulegen:

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is UTG with ,
Hero raises, 2 folds, MP2 calls, 2 folds, Button calls, SB calls, 1 fold

Flop: (9 SB) , , (4 players)
SB bets, Hero calls, MP2 raises, Button calls, SB calls, Hero folds

Turn: (8 BB) (3 players)
SB checks, MP2 bets, Button raises, SB calls, MP2 calls

River: (14 BB) (3 players)
SB checks, MP2 checks, Button bets, SB calls, MP2 calls

Total pot: $8.50 (17 BB) | Rake: $0.16

SB shows:
MP2 shows:
Button shows:

letztlich macht es für heute keinen Sinn, ich würde nur Geld verbrennen, wenn ich wieder an die Tische gehe. Das Ziel für morgen sollte sein, an die 40$-Marke heranzukommen!

Geändert von 11RIEDE (07-06-2012 um 20:49 Uhr).
 
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07-06-2012, 20:51
(#3)
Benutzerbild von Oshicuru
Since: May 2010
Posts: 1.040

Hallo!

Ich habe überhaupt keinen Plan vom FL CashGame, werde aber trotzdem ab und zu reinschauen und wünsche Dir schon mal ganz viel Erfolg!

Gruß...

 
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07-06-2012, 23:52
(#4)
Benutzerbild von liquid-$ky
Since: Apr 2012
Posts: 475
Huhu, Glückwunsch zum ersten Blog!

Dann hoffe ich mal du pflegst diesen auch brav

Also zu den Händen würde ich auch gleich mal was sagen

#1:
also ich denke ich hätte hier am flop direkt geraist. Der Gegner macht ja preflop schon auf eine starke Hand aufmerksam was aber natürlich nicht unbedingt ein hohes Poket sein muss.
Wenn er jetzt am Flop auf dein raise noch mal 3-bettet würde ich bei dem board dann im Prinzip runtercallen. Das Overpair würde ich hier nicht folden.
Dadurch das du erst am Turn raist wird die Info für dich sehr teuer.. nämlich 3 BB, am Flop hätte es nur 1 BB gekostet.. also immerhin schon 1$ unterschied.. und wie man am River siehst bist du dir ja schon nicht mehr sicher die beste Hand zu halten, und dieser Eindruck hätte dir mit nem Flop raise möglicherweise schon dort kommen können was in dem Fall dann wohl den 1$ gespart hätte..
Ansonsten so wie gespielt kommt es auch ein wenig auf die stats vom Gegner an ob man hier auf die 3-bet foldet.. das er hier nen flush hart-anspielt halte ich für eher unwahrscheinlich...

#2:
naja der MP1 versteckt sein Set ganz gut, am Turn hier auf seinen raise zu 3-betten finde ich etwas überzogen, irgendwie denke ich das man meistens mit Top-Pair alleine gegen 2 Gegner die beide Raisen nicht sooo oft gut ist.
Wieso der MP1 aber nicht am Turn cappt und am River nochmal raist ist mir allerdings ein großes Rätsel, möglicherweise setzt er dich auf z.B. / wonach deine Line auch eher aussieht ^^

#3:
ich hätte hier ehrlich gesagt einfach direkt am flop gefoldet.. da sind 3 Gegner die preflop dein raise gecallt haben, da hat immer irgendwer das


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[blog] Mein Weg zum 1337 - ><(((º> ..-~-.._..
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08-06-2012, 08:53
(#5)
Benutzerbild von hagenvers
Since: Nov 2007
Posts: 1.043
Nice one
Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Blog und deinen Vorhaben und werde natürlich auch immer mal wieder reinschauen

Solche Hände wirst du immer wieder erleben, da kannst du nur versuchen dich möglichst preisgünstig durch solche Spots durch zu manövrieren.

Erste Hand: da ist auch massiv die Frage gegen was für einen Gegner du spielst.
Ein tighter Valueraiser gegen MP2 setzt seine Hände aus maximal hohen Pockets und AQ+ zusammen. Deine Range würde dazu nicht passen. Bei LAGs siehst du da natürlich wesentlich mehr Hände.
Ich nehme mal den TAG an. Gegen die Valuerange eines TAG hast du auf dem flop in etwa 43% Equity und damit im Grund gar keinen raise. Wenn du ihm mehr hohe Ace-Kombos gibst dann ist deine Equity möglicherweise über 50%, ich würde wenn dann aber den Flop raisen um auf für mich günstigem Board und mit kleinen Bets herauszufinden wo ich stehe.
Je nach range kann man also in Position sogar direkt drüber nachdenken einfach einen calldown zu machen. Fold sehe ich auf dem Board nicht.

zweite Hand:
da hat er uns schön geowned
Fold ist schwierig, allerdings sehe ich hier keine Value-3-bet und zu protecten gibts hier auch nix auf dem Board. Wir dominieren eben nur getroffene Queens, die Frage ist nur wie Villain mit Händen wie KQ oder QJ zum turn kommt. Die Gefahr in ein Set, twopair oder overpair zu laufen ist recht hoch weil auch keine plausiblen draws möglich sind.
Sehr fraglich ist natürlich ob man 44 preflop in der Position cold callen sollte, aber in diesem Fall gibt ihm der Erflog recht.

dritte Hand: sehe ich genauso wie sky, instand fold flop.
Headsup nur gegen donkige SB kann man drüber diskutieren, aber du bist im Sandwich zwischen drei Gegnern die alle dein UTG-Raise bezahlt haben.
SB donkt zu allem Überfluss in drei Gegner auf dem Ace-Board was sicher keine Schwäche bedeutet. Mit Pech wirst du hinten raus noch geraist. Ich seh dich da nahezu nie vorn und in einem für dich ganz miesen Spot.

Geändert von hagenvers (08-06-2012 um 08:57 Uhr).
 
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08-06-2012, 12:06
(#6)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
ich danke euch beiden für eure Meinungen und Hinweise und versuche, diese auch umzusetzen!!

was gibts neues zu berichten? Nicht viel und doch 'ne Menge.
Wider besseren Wissens habe ich mich gestern Abend doch noch mal ne Stunde an die Tische gesetzt - Resultat: nochmal etwas mehr als 7$ weg. Ich wollte immer wieder aufhören, hatte schon den "sit out next big blind" angeklickt, dann kam wieder eine spielbare Hand und wie es der Teufel so will hab ich immer wieder auf den Sack bekommen. So what. Danach hatte ich Nachtschicht (muss ja mein Studium finanzieren :-) ) und bin heut morgen, da ich mich noch wach und fitt genug fühlte, nochmal an die Tische. Letztlich geh ich aus den Sessions heut morgen mit einem leichten Plus gegenüber gestern abend.

Insgesammt hab ich an drei Tischen gespielt, einmal bin ich mit 3$ und einmal mit 5$ Gewinn vom Tisch weg. Der dritte Tisch hat mich jedoch innerhalb von 200 gespielten Händen wieder aufgefressen. Es kamen kaum vernünftige Karten, manchmal hab ich damit einen guten Pot gewonnen, viel öfter jedoch verloren. Am Ende stand ein Minus von 4,38$ in der Session. Zwischenzeitlich lag ich sogar bei Minus 12$, doch gegen Ende der Session kamen wieder gute Karten, die ich endlich auch profitabel durchbringen konnte. Da Kaum was kam, hatte ich sehr tighte stats (11/8/0,9), was dazu führte, dass - egal was ich gemacht hab, alle entweder preflop oder spätestens am turn ausgestiegen sind oder mich halt doch überholt haben.

Eines der Hauptprobleme für den Verlust des Geldes war (gerade am Anfang der Session) wieder, dass ich mich nicht von der Hand trennen konnte, obwohl ich mir zu 100% sicher war, dass ich geschlagen bin.

1. Beispiel

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is Button with ,
1 fold, UTG+1 calls, 4 folds, Hero raises, SB 3-bets, 1 fold, UTG+1 calls, Hero calls

Flop: (10 SB) , , (3 players)
SB bets, 1 fold, Hero calls

Turn: (6 BB) (2 players)
SB bets, Hero calls

River: (8 BB) (2 players)
SB bets, Hero calls

Total pot: $5 (10 BB) | Rake: $0.16


Stats des Gegners. 14,75/12,59/2,24 auf 278 Händen
Am Flop dachte ich mir: "Der hat bestimmt mit AQ oder AJ gedreibettet, aber scheiß drauf, call es runter, du hast Top-Pair mit marginalem Kicker, aber noch nen backdoor-straightdraw". Ich weiß im Nachhinein nicht, ob das runtercallen hier richtig ist, oder ob ich nicht lieber am turn die hand hätte aufgeben soll. was meint ihr?

Er hatte übrigens


Beispiel 2:

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (7 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is CO with ,
1 fold, MP1 calls, MP2 raises, Hero 3-bets, 1 fold, SB caps, 2 folds, MP2 calls, Hero calls

Flop: (14 SB) , , (3 players)
SB bets, MP2 calls, Hero calls

Turn: (8.5 BB) (3 players)
SB bets, MP2 calls, Hero calls

River: (11.5 BB) (3 players)
SB bets, 1 fold, Hero calls

Total pot: $6.75 (13.5 BB) | Rake: $0.16

Der Gegner zeigt mir beim showdown seine pocket-Kings. Auch hier dachte ich mir, dass er sicherlich KK AA QQ oder AK halten wird, wenn er capt (17/14/1.8 bei knapp 60 Händen) von dieser Range schlage ich nur AK, der Rest gibt ihm den pott

---------------------

Eine weitere knifflige Situation, die mich 6BB gekostet hat ist folgende:

Beispiel 3

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is BB with ,
UTG raises, 2 folds, MP2 calls, 3 folds, SB calls, Hero calls

Flop: (8 SB) , , (4 players)
SB bets, Hero calls, UTG raises, MP2 3-bets, SB calls, Hero calls, UTG caps, MP2 calls, SB calls, Hero calls

Turn: (12 BB) (4 players)
SB bets, Hero calls, UTG raises, MP2 3-bets, 1 fold, Hero calls, UTG calls

River: (22 BB) (3 players)
Hero checks, UTG checks, MP2 bets, Hero folds, UTG calls

Total pot: $11.44 (22.88 BB) | Rake: $0.16

Preflop dachte ich mir, dass ein Call im BB durch die vielen caller gerechtfertigt ist, auch wenn es nur ein niedriger suited connector war. durch das ganze geraise am flop war ich mehr oder weniger an den pot gebunden und hab schön mit reinbezahlt - aber der draw kam nicht an. Ich bin gespannt, wie ihr die Situation bewertet.

Zur Auflösung:
UTG hält
MP2 hält:


------------------

Es gab auch gute Situationen:

Beispiel 4

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (8 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is Button with ,
3 folds, MP2 raises, 1 fold, Hero calls, 2 folds

Flop: (5.4 SB) , , (2 players)
MP2 bets, Hero calls

Turn: (3.7 BB) (2 players)
MP2 bets, Hero raises, 1 fold

Total pot: $2.85 (5.7 BB) | Rake: $0.13

Mein Gegner (24/11/1.52 auf 490 Händen) hat die ganze Zeit in EP gelimpt und in dem Spot geraised. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass er es nicht mag, wenn er in die Defensive gedrängt wird und Druck gegen ihn aufgebaut wird. Er legt dann häufig seine Karten beiseite, es sei denn, er hält die Nuts, dann gibt er Vollgas.
Da ich sonst kaum brauchbare Karten hatte, bin ich die Erhöhung mitgegangen, um mir den Flop anzusehen. Dann dachte ich mir "spiel doch einfach mal ganz stumpf die Line *call flop/raise turn* und versuch einen Bluff" - hat dank dem Trun ganz gut geklappt. Bei einer Dreibet von ihm hätte ich mich verabschiedet. Hierbei ist mir wirklich nochmal extrem bewusst geworden, wie wichtig das Beobachten des Verhaltens der Gegner ist. Gegen andere, unknown hätte ich mir den Bluff nicht getraut. Hier muss ich verstärkt den Fokus legen!


Beispiel 5

BB ist unkown, SB hat 24/0/0,75 auf 50 Hände

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is UTG+1 with ,
1 fold, Hero raises, 5 folds, SB calls, BB calls

Flop: (6 SB) , , (3 players)
SB bets, BB calls, Hero calls

Turn: (4.5 BB) (3 players)
SB checks, BB bets, Hero calls, 1 fold

River: (6.5 BB) (2 players)
BB bets, Hero raises, BB 3-bets, Hero caps, BB calls

Total pot: $7.25 (14.5 BB) | Rake: $0.16

Als erstes: Ich weiß, dass bis auf das Spiel preflop alle moves gemessen am ABC-Poker, Odds und Outs, ja sogar Sinn und Verstand totaler Blödsinn waren. Aber es zeigt halt auch, dass man manchmal unkonventionelle Wege eingehen muss, wenn es auf die konventionelle Art einfach nicht klappen will.
Der Call auf dem Flop war eigentlich total dämlich von mir. Meine Einzige Chance war der backdoor-straightdraw oder 2 Asse - sollte einer der beiden ein Q halten. Am ehesten hätte ich dies dem SB zugetraut, da er tatsächlich mal eine Bet platziert. Aber sicher war ich mir an der Stelle nicht. Der BB callt nur, was entweder slowplay oder gar nix bedeutet. Da ich mir nicht so sicher war, ob einer der beiden die Q hat, hab ich die SB noch investiert, um am Turn neu zu evaluieren.Der Turn brachte natürlich eine wunderbare Karte für mich.
Ich traue dem SB nicht zu, C/R zu spielen, dafür war er eigentlich bisher zu passiv; gesehen hatte ich den move bei ihm auch noch nicht. Ich denke, er hatte die 4 getroffen oder irgend ein mittleres pocket-Paar. Die Bet vom BB konnte jetzt das Treffen des Königs bedeuten oder er löste sein slowplay auf und hat tatsächlich die Q. Auch ein Flushdraw wäre möglich. Sollte er den König haben, habe ich 7 outs (4xT, 3xA), um ihn auf dem river zu überholen, sollte er eine Q haben, sind es nur die 4 outs für die straße, die mir die Nuts geben.
Ich bin mir nicht sicher, wie ich mit so einer situation umgehen muss. bilde ich den Mittelwert, weil er in ca. der Hälft der Fälle eine Q und in der anderen Hälfte ein K hält? damit hätte ich 5,5 outs, was mir 7,5:1 wert sein sollte (bei gegebenenen pot odds von 6,5:1).
Müsste ich nicht noch die 3 outs hinzunehmen, wenn er einen flush vervollstädnigt (also meine 3 Asse zum FH)? Hier sind halt noch eine Menge Verständnislücken vorhanden!

Ich entschied mich für die Harte line und lies es drauf ankommen. Mindestens genauso viel glück hatte ich, dass er mir die chance zum cappen gab und mir keinen Flush oder gar einen fullhouse um die ohren haute, sondern mir folgendes Zeigte:



Alles in allem pures Glück! Aber das muss - wie gesagt - auch mal sein, wenn sonst nichts läuft.


----------------------------------------------------------------------------------------------------

So, jetzt spann ich mal ganz unspektakulär den Bogen zum eigentlichen Ziel, den angestrebten 150$

Tag 1:
Gewinn/Verlust zum Vortag: -16,91$*
Gesamtgewinn: 24,34$

Tag 2
:
Gewinn/Verlust zum Vortag: +4,29
Gesamtgwewinn: 28,63$

Ein neues Ziel halte ich nicht für Sinnvoll. Ich spiele einfach und hoffe, dass ich weiter ins Plus komme. Meine Fieberkurve ist im Moment extrem swingy. Zwischen 20$ und 30$ gehts hoch und runter. Auf dem Aktienmarkt wäre das wohl ein Zeichen für einen bevorstehenden Kurseinbruch...

*wer sich wundert, dass ich gestern was von 45$ Gewinn schrieb und nun mit 17$ Verlust bei 25$ rauskomme, dem sei gesagt, dass ich die 45$ gestern im Laufe des Tages erst erspielt hatte. Der Ausganspunkt von "Tag 0" liegt also tatsächlich bei 41,25$.

ich werd mcih jetzt noch etwas schlafen legen, weil mein weibchen in 2 Stunden vorbei kommt und wir mit unsrem Wellensittich zum Tierartzt müssen. Heut Nacht hab ich nochmal Nachstschicht, also werde ich wohl oder übel das Schlafen dem Pokerspielen vorziehen

Ach ja: über feedback und (sachliche!) Kritik würde ich mich sehr freuen!

Euer Elfriede!
 
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08-06-2012, 22:07
(#7)
Benutzerbild von hagenvers
Since: Nov 2007
Posts: 1.043
die ersten beiden Hände finde ich gut gespielt, hätte ich nicht anders gemacht. Die Gegner sind tight, aber ich tu mir jederzeit schwer ein toppair wegzulegen, außerdem hast du im FL oft mehr outs als du vermutest.
in dem Spot cap ich als SB übrigens auch noch TT. Der Unterschied in der Hand ist aber marginal.

Die dritte Hand hätte ich bei den potodds auch gespielt. Du siehst ja auch um was für einen riesigen Pot es geht! Wenn du triffst bekommst du super payout und kaum einer setzt dich auf das Kleingemüse.

Hand4: cold calls werden oft mit connectoren oder kleineren bis mittleren pockets gemacht. Das Board trifft deine range als wesentlich besser als seine, von daher ist das ein guter Bluffspot gegen einen Gegner der viel wegfoldet. Du kannst leicht ein Paar oder was besseres repräsentieren

Hand5: das ist halt das Problem wenn man Murkshände spielt und diese dann nicht aggressiv spielt wenn man hart trifft. Der BB wollte trappen, das geht nun mal gelegentlich nach hinten los. Der Turncall ist natürlich dünn, der BB kann hier so manches halten auch pockets oder nen King, du musst also noch lange nicht wie hier geschehen auf deinen gutshot beschränkt sein. Wenn ich discounte denke ich du wirst so ca 5 outs in dem Spot haben, der call ist also dünn. Durch das hirnfreie Spiel des Gegners am River hat es sich dann doch gelohnt. Dein cap ist natürlich fragwürdig mit der straight auf gepairtem flushboard, das hätte ich nur noch gecallt.

Geändert von hagenvers (08-06-2012 um 23:00 Uhr).
 
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09-06-2012, 10:25
(#8)
Benutzerbild von 11RIEDE
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Zitat:
Zitat von hagenvers Beitrag anzeigen
die ersten beiden Hände finde ich gut gespielt, hätte ich nicht anders gemacht. Die Gegner sind tight, aber ich tu mir jederzeit schwer ein toppair wegzulegen, außerdem hast du im FL oft mehr outs als du vermutest.
in dem Spot cap ich als SB übrigens auch noch TT. Der Unterschied in der Hand ist aber marginal.
Ich denke, hier ist ein Unterschied zwischen FR und SH - Tischen. Die wenigsten - erst so tighte spieler - würden TT Cappen, bestenfalls eine 3-bet mitgehen. selbst AQs hab ich nur ganz, ganz selten bei einer 4-bet gesehen. AQo lege ich i.d.R. bei einer 3-bet vor mir weg!

Zitat:
Die dritte Hand hätte ich bei den potodds auch gespielt. Du siehst ja auch um was für einen riesigen Pot es geht! Wenn du triffst bekommst du super payout und kaum einer setzt dich auf das Kleingemüse.

Hand4: cold calls werden oft mit connectoren oder kleineren bis mittleren pockets gemacht. Das Board trifft deine range als wesentlich besser als seine, von daher ist das ein guter Bluffspot gegen einen Gegner der viel wegfoldet. Du kannst leicht ein Paar oder was besseres repräsentieren
schön, dass meine Gedanken mal richtig waren

Zitat:
Hand5: das ist halt das Problem wenn man Murkshände spielt und diese dann nicht aggressiv spielt wenn man hart trifft. Der BB wollte trappen, das geht nun mal gelegentlich nach hinten los. Der Turncall ist natürlich dünn, der BB kann hier so manches halten auch pockets oder nen King, du musst also noch lange nicht wie hier geschehen auf deinen gutshot beschränkt sein. Wenn ich discounte denke ich du wirst so ca 5 outs in dem Spot haben, der call ist also dünn. Durch das hirnfreie Spiel des Gegners am River hat es sich dann doch gelohnt. Dein cap ist natürlich fragwürdig mit der straight auf gepairtem flushboard, das hätte ich nur noch gecallt.
ist mir selber auch schon genug passiert, meist von irngendelchen extrem loosen gegnern. diesmal war es andersrum - zum Glück!
 
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09-06-2012, 11:47
(#9)
Benutzerbild von hagenvers
Since: Nov 2007
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Zitat:
Zitat von 11RIEDE Beitrag anzeigen
Ich denke, hier ist ein Unterschied zwischen FR und SH - Tischen. Die wenigsten - erst so tighte spieler - würden TT Cappen, bestenfalls eine 3-bet mitgehen. selbst AQs hab ich nur ganz, ganz selten bei einer 4-bet gesehen. AQo lege ich i.d.R. bei einer 3-bet vor mir weg!
Allerdings besteht dort ein großer Unterschied! Ich habe es bei einigen loose-aggressiven Regs oft mit 3-bet Werten zu tun die über 20% liegen, also über 20% 3-betten wenn es vor ihnen ein einzelnes raise gab. Typische Stats solcher Spieler sehen dann so aus:
VPIP 30-40%
PFR 22-30%
3-bet 17-25%
AF 2,0-3,0
wtsd 40-48%

Setzt man solche Gegner nur auf Nut-Hände erlebt man so manche böse Überraschung, da werden natürlich auch viele connectors oder kleinere Pockets ge-3-bettet. Entsprechend sieht auch die Spieldynamik ganz anders aus.
 
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Riverplay - 09-06-2012, 17:54
(#10)
Benutzerbild von 11RIEDE
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Der heutige Eintrag steht unter dem Titel "Riverplay"

Heute habe ich ausnahmsweise an 4 Tischen gleichzeitig Platz genommen - zunächst nicht mit der Intension, viele Tische zu spielen.

Die Tische waren vergleichsweise loose (über 30% Plrs/Flop und über 30% VPIP, sonst sind so zwischen 20 und 25 die Regel) und ich musste auf der Warteliste Platz nehmen. Ich wollte mir dann die 2 loosesten Tische raussuchen und die anderen verlassen. Allerdings lief es recht gut, so dass ich am Ende hin zwischenzeitlich tatsächlich an allen 4 Tischen gespielt hatte.

Resultat:
Tisch1 (36 Hände, 0,45 Stunden) +3,14$
Tisch2 (26 Hände, 0,37 Stunden) +5,44$
Tisch3 (34 Hände, 0,63 Stunden) +3,98$
Tisch4 (187 Hände, 2,6 Stunden) - 3,55$
--------------------------------------------------------
Summe + 9,01$

an Tisch4 hatte ich - nachdem ich alle anderen Tische verlassen hatte, ein Resultat von -1,43$.

Aus diesem Grund wolle ich noch weiter spielen, bis ich auch da im Plus bin. Wie ihr seht, ware es sehr kurze Sessions, aber Tisch4 beschäftigte mich noch über 2 Stunden. Es war wieder ein typischer Verlierer-Tisch: Kaum gute Blätter, meag-tighte stats, bei guten Blättern stiegen die Gegner aus oder ich bekam wieder einen auf den Sack. Zwischendurch war ich wieder relativ frustriert und spielte absulut schlechtes Poker. Das Resulat: noch mehr Verlust, zwischendrin 2 Rebuys, um mind. 6BB zu haben.!
Beim Stand von knapp -12$ an dem Tisch machte ich (endlich!) eine Verschnaufpause, um wieder runter zu kommen (was sich offensichtlich auch lohnte). Grund war folgender suckout, der mich in die Tischkante beißen lies:

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is MP1 with ,
2 folds, Hero raises, 4 folds, SB calls, 1 fold

Flop: (5 SB) , , (2 players)
SB bets, Hero raises, SB 3-bets, Hero calls

Turn: (5.5 BB) (2 players)
SB bets, Hero calls

River: (7.5 BB) (2 players)
SB bets, Hero calls

Total pot: $4.75 (9.5 BB) | Rake: $0.16

Der Gegner war noch nicht lange am Tisch, hatte sehr loose stats. Da er aus dem SB callte, konnte er alles möglich haben. Die größte Angst hatte ich, dass er mich mit A2 gecalled hat und nun das Set getroffen hat. Das war der Grund, warum ich nicht gecappt habe. Am River lag dann die dritte Kreuz, so dass ich hier eventuell gegen einen Flush auflaufen würde, darum hab ichs einfach nur runter gecalled. Der RIVER war dann natürlich eine ganz bescheidene Karte

Mein Gegner hatte übringens keine 2, sondern hielt - hat mich also erst auf dem River überholt.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum ich mich heute mit meinem Riverplay beschäftigen möchte!

Schon während ich die 4 Tische spielte, ist mir aufgefallen, dass ich am River enorme Schwierigkeiten habe, Entscheidungen zu treffen, die meinen Gewinn maximieren oder Verluste minimieren. Dafür gibt es folgende Gründe:

1.) Ich setze auf ein Ceck nicht, weil ich Angst habe, geschlagen zu sein bzw. Angst vor einer Falle (c/r) habe.

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is UTG with ,
Hero raises, 1 fold, MP1 3-bets, 1 fold, MP3 calls, 3 folds, BB calls, Hero calls

Flop: (12.4 SB) , , (4 players)
BB checks, Hero checks, MP1 bets, 2 folds, Hero calls

Turn: (7.2 BB) (2 players)
Hero checks, MP1 bets, Hero calls

River: (9.2 BB) (2 players)
Hero checks, MP1 checks

Total pot: $4.60 (9.2 BB) | Rake: $0.16

Der Gegner (nach 24 Händen 37/25/2) zeigt mir:

Was wäre eurer Meinung nach das sinnvollste Riverplay? Wenn ich so im Nachhinein drüber nachdenke, werden wohl die wenigsten C/R am River spielen, weil die gefahr zu hoch ist, mit der Siegerhand kein Geld mehr in den Pott zu bekommen.
Gerade hier hatte ich enorme Probleme, den Gegner richtig einzuschätzen.


2.) Ich gehe am Turn mit, weil ich mich als Sieger wähne, obwohl alles darauf hindeutet, dass ich vermutlich geschlagen bin.

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (9 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is SB with ,
7 folds, Hero raises, BB calls

Flop: (4 SB) , , (2 players)
Hero bets, BB calls

Turn: (3 BB) (2 players)
Hero bets, BB calls

River: (5 BB) (2 players)
Hero bets, BB raises, Hero calls

Total pot: $4.50 (9 BB) | Rake: $0.16

Gegner: 13,95/8,91/1,94 auf 258 Händen

Ich denke, das Spiel bis zum River ist OK, aber der River macht mir Schwierigkeiten!
- spielt er den König zu hart an, bin ich Sieger (kann ja sein, dass er mit K6 oder so mitgegangen ist, weil meine prefloperhöhung aus dem SB kam und er im BB sitzt)
- Hält der Gegner ein A, schlägt er mich mit der Straße,
- hat er 2 Kreuz, ist sein Flushdraw angekommen.
- Ein höheres TwoPair schließe ich mal aus! KQ,KJ oder KT hätte er preflop sicher ge-3-bettet. Mit QJ hätte er spätestens am Turn Gas gegeben. So wäre lediglich K4 "denkbar" - dass solche Karten bis zum Turn runtergecalled werden, hab ich schon öfter erlebt. Dies halte ich an der Stelle allerdings für zu unwahrscheinlich.

Mehr sorgen sollte mir allerdings der Flush und die Straße machen, nachdem er mit seinem Raise stärke gezeigt hat. Im Nachhinein sind es 2 Fragen:
1.) Sollte ich die Hand in der Situation ablegen oder ist sie dafür zu stark
2.) Welche Line wäre für das Board sinnvoll? ist ein check(/call) vielleicht angebrachter?


Am Ende schlägt er mich mit einem Straightflush

3.) Ich erhöhe am Turn nicht, weil der Gegner womöglich die gleiche Hand hält und wir beide beim Splitpot durch den Rake weniger ausbezahlt bekommen

PokerStars Limit Hold'em, $0.50 BB (8 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is SB with ,
1 fold, UTG+1 calls, 4 folds, Hero raises, 1 fold, UTG+1 calls

Flop: (5 SB) , , (2 players)
Hero bets, UTG+1 calls

Turn: (3.5 BB) (2 players)
Hero bets, UTG+1 raises, Hero 3-bets, UTG+1 caps, Hero calls

River: (11.5 BB) (2 players)
Hero checks, UTG+1 bets, Hero calls

Total pot: $6.75 (13.5 BB) | Rake: $0.16

Bei der Action am Turn dachte ich bei dem Gegner (27/12,5/2 bei 40 Händen), dass er ebenfalls AK hält und seine Straße auch vervollkommnet hat. Zumindest dachte ich das in dem Moment. Ich denke nicht, dass jemand einen Flushdraw dermaßen hart anspielt und mehr als ein Set konnte er ja in dem Moment nicht haben.
Allerdings hätte er - und das ist mir in der Situation irgendwie total entgangen, mit AK vor dem Flop sicherlich erhöht und nicht in EP gelimpt, so dass (im Nachgang betrachtet) diese Hand bei ihm eigentlich auszuschließen ist. Ein Grund mehr, dass ich mich ärgere, nicht mehr Action auf den River gelegt zu haben!


Er hielt übrigens: - hatte also die untere Straße. Auf diese Möglichkeit bin ich aber irgendwie am Turn nicht gekommen.

Das solls erstmal an Händen gewesen sein.
Ich Stelle später noch 2 Hände ins FL Handanalyse-Forum, allerdings gehts da nicht nur ums Riverplay, sondern um mehrere Straßen.

Verlauf:

Tag 1:
Gewinn/Verlust zum Vortag: -16,91$
Gesamtgewinn: 24,34$

Tag 2:
Gewinn/Verlust zum Vortag: +4,29
Gesamtgwewinn: 28,63$

Tag 3:
Gewinn/Verlust zum Vortag: +9,01$
Gesamtgwewinn: 37,64$