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.10/.20 geflopptes midpair zu aggressiv?

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.10/.20 geflopptes midpair zu aggressiv? - 12-08-2012, 15:24
(#1)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
Villain ist unkown. das ist seine erste Hand am Tisch

standartmäßig setze ich am Flop OOP, da keine action vor mir war. Immerhin hab ich ein Paar getroffen. Sein call kann ich nicht bewerten. Am Turn sehe ich eine blank. darum hab ich nochmal gesesetzt. Wäre hier eine andere Line sinnvoller?
Am River hab ich dann gebettet, mit der Intention b/f zu spielen.

Allgmein hat mich das Ace jedoch etwas beunruhigt. Immerhin ist es im Bereich des möglichen, dass Villain hier Ax runtercallt.


PokerStars Limit Hold'em, $0.20 BB (5 handed) - PokerStars Converter Tool from FlopTurnRiver.com

Preflop: Hero is BB with ,
2 folds, Button calls, 1 fold, Hero checks

Flop: (2.5 SB) , , (2 players)
Hero bets, Button calls

Turn: (2.25 BB) (2 players)
Hero bets, Button calls

River: (4.25 BB) (2 players)
Hero bets, Button calls

Total pot: $1.25 (6.25 BB) | Rake: $0.06
 
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13-08-2012, 09:49
(#2)
Benutzerbild von hagenvers
Since: Nov 2007
Posts: 1.043
flop und turn könnte der Gegner durchaus noch callen mit schlechteren Händen.
Auf dem river sieht das etwas anders aus.
Ich bin nicht sicher ob ein cc auf diesem drawboard nicht sinnvoller wäre. Meine Hand genügt dem Anspruch als Bluffcatcher und Gelegenheit zum Bluffen gibts hier offensichtlich.
Auch ist die Frage ob ich noch von ausreichend Händen einen call bekomme. Einen negativen freeroll sehe ich auch nicht wirklich weil auch bessere Hände wie 66 oder K5 behind checken könnten.
 
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14-08-2012, 10:52
(#3)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
würdest du bereits ab dem Flop c/c spielen? Immerhin besteht die Möglichkeit, den Gegner durch eine Flop-Bet zum folden zu bringen. Meine Hand ist auf den folgenden 2 Straßen ja mehr als anfällig.
 
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14-08-2012, 17:59
(#4)
Benutzerbild von dborys
Since: Oct 2007
Posts: 3.198
Was ist der Zweck der Riverbet: bluff oder value?
 
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15-08-2012, 09:39
(#5)
Benutzerbild von 11RIEDE
Since: Apr 2012
Posts: 1.488
eher bluff, in der Hoffnung, er würde die Hand noch aufgeben. darum schrieb ich ja auch, dass ich b/f am river spielen wollte.

Vielleicht sollte ich meine Gesamtintention doch noch etwas genauer darlegen, es geht allgmein um mein Spiel auf allen Straßen. Möglicherweise hab ich hier irgendwelche Leaks, die ich gern ausfindig machen würde.

Ich hab einen unkown, der als First-In move am Button, in der besten Position, nur openlimpt. Das allein zeigt m.M.n. schon nicht gerade von Stärke. Solche Situationen kommen doch noch recht häufig auf meinem Limit vor.

Jetzt ist halt die Frage, wie ich damit am besten umgehe! Am Flop spiel ich im HU oop ohne preflopraise i.d.R. das board an. Viele folden dann, wenn sie nix getroffen haben. Hätte ich das board auch komplett verfehlt, hätte ich am Turn c/f gespielt. Jetzt hab ich aber im HU ein paar getroffen, so dass ich bei der nun auftauchenden Karte meine c-bet am turn auch rechtfertigen kann. Hier entstehen jetzt 3 szenarien
a) Villain foldet
b) Villain callt
c) Villain raist.

- Beim Fold, ist alles klar
- Beim call muss ich jetzt schon bedenken, dass ich möglicherweise hinten liege, weil er mit nem getroffenem Ace + kleinen Kicker möglicherweise in der standard wa-wb-line runtercallt.
- beim Raise kann ich mein Midpair i.d.R. wegewerfen, denke ich. Oder sollte ich dann runtercallen, in der Hoffnung, nen bluffcatcher in der Hand zu halten? Da bin ich mir beim 6-max noch zu unsicher.

Am River kommt jetzt noch eine zweite overcard. Ohne Reads auf den Gegner ist es schwer, die Gefahr, die von der Riverkarte ausgeht, richtig einzuschätzen. Mit welchen Jx - Kombos wird denn am Button als First In ge-open-limpt? Kann Villain ein J halten oder ist es eine Blank? Das ist die erste Frage, die ich mir stelle. Die zweite ist: Was ist, wenn ich seit dem Flop zurück liege, weil Villain sein Ace getroffen hat?

was hab ich nun für möglichkeiten:
a) ich spiele c/c, in der Hoffnung, ihm beim Bluffen zu erwischen oder mit meiner marginalen Hand den showdown billig zu sehen
b) ich spiele b/f in der Hoffnung er foldet
c) ich spiele b/c, weil ich ein totale obermongo bin.

die Möglichkeit c) fällt für mich weg. Wenn er am River raist, werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geschlagen sein.

Möglichkeit b) ist dann m.M.n. eher eine Bluffbet und hat doch etwas von Verzweiflung. Der Gegner wird doch i.d.R. nicht mit schwächeren Händen callen, sondern eher mit besseren. Da ist doch nix mehr mit Value für mein 3rd Pair. Ohne Fold von Villain werde ich den Pot wohl nur sehr, sehr selten beim Showdown mitnehmen.

Wenn ich mir das ganze durch den Kopf gehen lasse, dann ist Möglichkeit a) (die Line c/c) doch am sinnvollsten. Ich gebe ihm nicht die möglichkeit, mit einem Raise den Pot weiter aufzublähen. Weiterhin bezahle ich eine BB weniger, falls ich doch geschlagen bin und er behind-checkt. Drittens könnte ich ihn zum bluffen animieren. Mit dem 3rd Pir hab ich immerhin nen schwachen, aber existierenden bluffcatcher.

Meine Gedanke, die mich in der Situation zu der bet bewogen haben waren folgende:
In irgend einem Video kam mal der Satz: "Wenn du vor hast, einen Einsatz zu Callen, dann kannst du auch selber betten." Leider weiß ich den Zusammenhang nicht mehr. Auf alle Fälle war es in der Situation nicht der richtige Hinweis!

@ Boris:
Es mag für dich sicherlich ermüdend sein, es wäre aber schön, wenn du mal zu meinen Gedanken auf allen Straßen Stellung nehmen würdest!

Geändert von 11RIEDE (15-08-2012 um 10:39 Uhr).
 
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15-08-2012, 16:35
(#6)
Benutzerbild von dborys
Since: Oct 2007
Posts: 3.198
Zitat:
In irgend einem Video kam mal der Satz: "Wenn du vor hast, einen Einsatz zu Callen, dann kannst du auch selber betten."
Ist das prinzip der negative freeroll, wenn alle hände die betten auch callen aber nicht raisen würden, aber hände die callen würden nicht mehr betten. Es trifft hier auch zum Teil zu, wenn er eben alles bessere bettet und alles schlechtere behindcheckt auf einen check, was dann allerdings für c/f sprechen würde.

Gedanken sind alles in einem gut, außer dass du c/f river nicht als möglichkeit betrachtest. Overall damit bet profitabel wird und du b/f willst, musst du >50% gegen seine callingrange haben, das heißt die hälfte der hände die er callt schlagen. Wenn du c/f und nicht c/c willst brauchst du etwas weniger, da du so mit der bet noch bluffpreventest. Alles in einem schwierig zu sagen was die beste line ist, ich denke check ist besser als bet, ob ich c/f oder c/c kann ich allerdings nicht sagen, würde wohl nach timing gehen und nach gefühl.
 
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16-08-2012, 21:40
(#7)
Benutzerbild von Schnuffi
Since: Aug 2007
Posts: 70
Auch wenn c/f nicht geht, kann Bet die beste Option sein, obwohl man weniger als 50% gegen seine Callingrange hat.

Hier finde ich c/f am besten.
Sowohl bet als auch c/c ist bei dem kleinen Pott wohl -EV, wenn der Limper nicht gerade ein Extremist ist, der J3o etc in seiner Range hat.
 
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17-08-2012, 02:42
(#8)
Benutzerbild von dborys
Since: Oct 2007
Posts: 3.198
Zitat:
Zitat von Schnuffi Beitrag anzeigen
Auch wenn c/f nicht geht, kann Bet die beste Option sein, obwohl man weniger als 50% gegen seine Callingrange hat.
Und zwar wann? (davon ausgehend dass wir keine Foldequity gegen bessere Hände haben)
 
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17-08-2012, 05:44
(#9)
Benutzerbild von Schnuffi
Since: Aug 2007
Posts: 70
Ein Beispiel:
Wir haben 40% gegen seine Range.
Wenn er vs check bettet, gewinnen wir zu 20%, weil er manchmal blufft oder zu dünn vbettet.
Ansonsten checkt er alles schwächere behind und vbettet alle besseren Hände.

EV wenn wir betten:
60% * -1Bet (call von besseren Händen)
+ 40% * +1Bet (call von schlechteren Händen)
= -0,2

EV check:
60% * -1Bet (bet von besseren Händen)
+ 20% * +1Bet ([bluff]bet von schlechteren Händen)
= -0,4

EV jeweils zuzüglich 40% von der Potsize vor der River-Action, was an der Differenz nichts ändert.

EV Bet ist also um 0,2 besser.

Das Beispiel ist natürlich vereinfacht.
Wenn er vs bet dünn valueraisen kann, verringert sich die Differenz entsprechend.
Theoretisch kann man aber noch deutlichere Fälle konstruieren.

Geändert von Schnuffi (17-08-2012 um 05:51 Uhr).
 
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17-08-2012, 14:31
(#10)
Benutzerbild von dborys
Since: Oct 2007
Posts: 3.198
Muss man beim EV(check) nicht noch die 20% die er an schlechteren Händen behindcheckt (da er ja die kompletten 60% die er an besseren Händen hat bettet vs check) für uns an EV mitrechnen? Was dann 0,2*4,25BB=+1,05BB wäre und den EV(check) auf +0,65 bringen würde? Oder habe ich nen Denkfehler?