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AQs mit Preflop Limpern

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AQs mit Preflop Limpern - 18-05-2013, 11:03
(#1)
Benutzerbild von Juniper_P
Since: Apr 2013
Posts: 70
Bin mal gespannt, wie ihr hier gespielt hättet, mit so vielen chronischen Limpern am Tisch. Spoilerbox kann angeklickt werden um die Resultate zu sehen, wird aber nicht als solche angezeigt.

Achso und es war ein 45-er mit buyin von 25cent

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SB (t2,840)
BB (t11,040)
UTG (t7,410) Stats 55VP/0PFR bei 20 Händen (Range: 22+, alle Connectors ab T9o)
UTG+1 (t3,370)
MP1 (t8,530)
MP2 (t9,420) VP39/PFR13 gespielt:57 (Range: alle suited Connectors und alle Broadways suited)
CO (t3,290) VP71/PFR0 bei gerade mal 14 Händen, zur Range kann ich bei ihm leider nix sagen.
Hero (Button) (t3,180)

Hero's M: 17.67

Preflop: Hero is Button with ,
UTG calls t120, 2 folds, MP2 calls t120, CO calls t120, Hero bets t480, 2 folds, UTG calls t360, 1 fold, CO calls t360

Flop: (t1,740) , , (3 players)
UTG checks, CO checks, Hero bets t360, 1 fold, CO calls t360

Turn: (t2,460) (2 players)
CO checks, Hero checks

River: (t2,460) (2 players)
CO bets t120, Hero raises t240, CO calls t120

Total pot: t2,940

Results below:
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Geändert von Juniper_P (18-05-2013 um 11:24 Uhr).
 
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18-05-2013, 12:43
(#2)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Preflop:
Gibt 3 Möglichkeiten, Push, Raise, Call.
Push: Du hast hier meist die beste Hand, im Pott liegt einiges rum und du kriegst auch Calls von Schlechterem. Das Problem dabei ist, dass wir eigentlich ne viel zu hohe Edge auf die Gegner haben sollten. In knapp 1 von 3 Fällen busten wir hier gegen Hände wie 77, KTs, A5o, T9s etc., häufig doppeln wir auf. Sehr varianzlastig, und das will man mit ner Edge eigentlich vermeiden.
Diese Variante würde ich empfehlen, wenn man sich Postflop (vor allem im multiwaypot) unsicher fühlt, seine Edge also als nicht allzu groß ansieht.

Raise: Die Betsize ist nahezu egal, du landest hier in diesen o.25c-Turnieren eigentlich immer in einem multiwaypot ohne Foldequity. Das is schön, wenn man was trifft, aber umso nerviger, wenn nicht. Halte ich tatsächlich für die schlechteste Wahl hier, weil man nen großen Teil seines Stacks investiert und trotzdem nur fit or fold spielen kann.

Call: Eigentlich ist die Hand viel zu stark um mitzulimpen. Trotzdem halte ich das Play für sinnvoll hier, vergleichbar mit setmining. Ich sehe hier weniger die Schwierigkeit, den Stack bis zum River reinzubringen, dazu sind die Gegner einfach zu callfreudig. Das Hauptproblem is dann eigentlich, dass man Schwierigkeiten hat die gegnerische Handrange abzuschätzen (aber das wäre im raised Pot nicht anders); callen Villains nun mit schwachem TopPair runter oder hamse eventuell nen Set? Da is Fingerspitzengefühl nötig und man muss auch mal nen TopPair loslassen können, is halt mutiway..
Würde das empfehlen, wenn man sich fit fühlt postflop und das gegnerische Postflop-Verhalten etwas einschätzen kann.

Flop:
As played haste hier zumeist die beste Hand, kriegst aber keine bessere Hand zum Folden. Gleichwohl liegt da reichlich Value aus allen möglichen Overcards (die folden hier kein KQ, kein Ax, und JTs lieben sie ja sowieso). Die CBet is eigentlich der einzige (Semi-)Bluff, den ich in diesen Turnieren spiele, und hier ist er tatsächlich meist sogar ne Valuebet. Die Size würde ich dennoch größer ausfallen lassen, einfach um die eigene Hand mehr zu schützen.

Turn:
Trifft die gegnerische Flop-Callingrange eher nicht und bringt gleichzeitig etwas Foldequity gegenüber , und PPs wie 33/44 mit sich. Außerdem bringt ne Bet am Turn oft die Möglichkeit den River bequem behind zu checken.
Nach wie vor Value aus Highcards und Draws wie 46, A3 etc.; is allerdings schon sehr sehr dünn hier...

River:
Nen Raise haste hier definitiv nicht, und schon gar keines, das immer gecalled wird oder gar den Gegner animiert nochmal drüberzugehen. AQ kann hier in einem von 20 Fällen durchaus noch besser sein als die Hand vom CO, also würde ich einfach callen bei diesen Odds.


Insgesamt zeigt die Hand aber ganz gut, was die Problematik preflop ist. Egal, was man Preflop macht, die gegnerische Handrange ist postflop dann immernoch null definiert, man ist immer am Rätselraten.
 
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18-05-2013, 13:37
(#3)
Benutzerbild von Elite Tim
Since: Sep 2009
Posts: 3.429
denke kann man pre reinholzen
auf den micros callen die mit so viel schrott
 
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23-05-2013, 16:12
(#4)
Benutzerbild von Pimola
Since: Jan 2009
Posts: 1.327
Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Preflop:
Gibt 3 Möglichkeiten, Push, Raise, Call.
Push: Du hast hier meist die beste Hand, im Pott liegt einiges rum und du kriegst auch Calls von Schlechterem. Das Problem dabei ist, dass wir eigentlich ne viel zu hohe Edge auf die Gegner haben sollten. In knapp 1 von 3 Fällen busten wir hier gegen Hände wie 77, KTs, A5o, T9s etc., häufig doppeln wir auf. Sehr varianzlastig, und das will man mit ner Edge eigentlich vermeiden.
Diese Variante würde ich empfehlen, wenn man sich Postflop (vor allem im multiwaypot) unsicher fühlt, seine Edge also als nicht allzu groß ansieht.
Stimme ich zu.

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Raise: Die Betsize ist nahezu egal, du landest hier in diesen o.25c-Turnieren eigentlich immer in einem multiwaypot ohne Foldequity. Das is schön, wenn man was trifft, aber umso nerviger, wenn nicht. Halte ich tatsächlich für die schlechteste Wahl hier, weil man nen großen Teil seines Stacks investiert und trotzdem nur fit or fold spielen kann.
Ich find raise hier immernoch am besten, da wir einfach die Initiative haben und häufiger auf für uns guten boardtexturen die gegnerisch weite und oftmals auch weake range abusen können. Auch wenn micro Gegner sich wenig Gedanken über die Hand ihres Gegners machen, werden sie uns doch häufiger postflop credit geben, wenn wir raisen. Außerdem builden wir einen pot, für den Fall das wir hitten und bekommen es dann leichter gegen die vielen schelchteren Kombos der Gegner rein.

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Call: Eigentlich ist die Hand viel zu stark um mitzulimpen. Trotzdem halte ich das Play für sinnvoll hier, vergleichbar mit setmining. Ich sehe hier weniger die Schwierigkeit, den Stack bis zum River reinzubringen, dazu sind die Gegner einfach zu callfreudig. Das Hauptproblem is dann eigentlich, dass man Schwierigkeiten hat die gegnerische Handrange abzuschätzen (aber das wäre im raised Pot nicht anders); callen Villains nun mit schwachem TopPair runter oder hamse eventuell nen Set? Da is Fingerspitzengefühl nötig und man muss auch mal nen TopPair loslassen können, is halt mutiway..
Würde das empfehlen, wenn man sich fit fühlt postflop und das gegnerische Postflop-Verhalten etwas einschätzen kann.
Overlimpen ist auch ne Möglichkeit womit wir die Hand dann wie eine spekulative drawinghand spielen und nur postflop weitere chips investieren, wenn wir improven (und damit meine ich nich high und 2 backdoordraws ).

Für mich raise>call>jam>>>>>>>>fold

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Flop:
As played haste hier zumeist die beste Hand, kriegst aber keine bessere Hand zum Folden. Gleichwohl liegt da reichlich Value aus allen möglichen Overcards (die folden hier kein KQ, kein Ax, und JTs lieben sie ja sowieso). Die CBet is eigentlich der einzige (Semi-)Bluff, den ich in diesen Turnieren spiele, und hier ist er tatsächlich meist sogar ne Valuebet. Die Size würde ich dennoch größer ausfallen lassen, einfach um die eigene Hand mehr zu schützen.
Ich bette hier mit backdoor draws under overcards immer den flop, so dass ich auf gute Karten am turn potsize reinstellen kann. 425 gefallen mir hier am flop besser, weil es einfach nach etwas mehr ausschaut für den Gegner, er aber immernoch einen sehr guten Preis bekommt um hier nochmal zu gucken, ob er den turn hittet. Nach einer 425er bet hättest du noch 2275 left und es wären 2590 im pot.

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Turn:
Trifft die gegnerische Flop-Callingrange eher nicht und bringt gleichzeitig etwas Foldequity gegenüber , und PPs wie 33/44 mit sich. Außerdem bringt ne Bet am Turn oft die Möglichkeit den River bequem behind zu checken.
Nach wie vor Value aus Highcards und Draws wie 46, A3 etc.; is allerdings schon sehr sehr dünn hier...
Sehe ich auch so, dass villain hier halt selten improved, da er ja quasi any overcards peelt. Ich jam hier den turn auf jeden , und jedes . Falls ich oder hitte bette ich nochmal 550 und jamme dann den river quasi ohne FEQ, sodass sich die Gegner dann noch in irgendnen dummen herocall leveln können. In diesem spot sehe ich villain aber oft folden, sodass ich diese gute Turnkarte für nen (semi-)bluff nutzen würde. Easy jam gegen nur einen Gegner!

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
River:
Nen Raise haste hier definitiv nicht, und schon gar keines, das immer gecalled wird oder gar den Gegner animiert nochmal drüberzugehen. AQ kann hier in einem von 20 Fällen durchaus noch besser sein als die Hand vom CO, also würde ich einfach callen bei diesen Odds.
Wie kommt man auf die Idee hier zu minraisen? Soll das value sein oder willst du, dass dein Gegner bei 1238912382013812903:1 odds foldet? Gegen die minbet jam ich den river einfach, weil sie immer weak ist und villain vllt oder sowas nochmal foldet. Wenn ich nich jammen will, dann calle ich halt. Das minraise suckt doch total. Villain foldet nichts besseres und hat immernoch die Möglichkeit AI zu stellen. Was machst du bitte dann?! Callen oder folden, egal wofür du dich entscheidest, es suckt derbe!

Zitat:
Zitat von Alanthera Beitrag anzeigen
Insgesamt zeigt die Hand aber ganz gut, was die Problematik preflop ist. Egal, was man Preflop macht, die gegnerische Handrange ist postflop dann immernoch null definiert, man ist immer am Rätselraten.
Man muss zwar etwas Rätselraten, aber kann fast immer sicher sein, dass die Gegner halt meisten weake one pairs und draws halten werden, da ihre ranges halt so insane weit sind. Von daher kann man wenn man halbwegs solide aggressiv postflop spielt, schon sehr viele Hände gewinnen. Das kann OP leider wie man sieht nicht und sollte daher lieber jammen oder als drawinghand mitlimpen, da er ansonsten eher chips verlieren, als gewinnen wird in solchen spots.