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NL2 JQs währe mehr Value möglich gewesen, wenn ja wie?

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NL2 JQs währe mehr Value möglich gewesen, wenn ja wie? - 31-05-2013, 20:59
(#1)
Benutzerbild von Invar
Since: Apr 2009
Posts: 8
Hallo,

diese Hand ist zwar schon ein paar Tage her, dennoch lässt sie mir keine Ruhe, weil ich irgendwie das Gefühl habe es wäre mehr möglich gewesen.

Ich spiele ohne HUD, trotzdem ist mir Villain eher als Tight/Aggressiv aufgefallen. Habe bis dahin 2 Hände von ihm im Showdown gesehen:

1. KK, die er Preflop auf einen Openraise gedreibettet hat, Flop, Turn, River wurde dann von ihm jeweils ne cBet mit halber bis dreiviertel Potsize gespielt.

2. AKs, Preflop Openraise OOP auf 4BB, es folgten ebenfalls halbe bis dreiviertel Potsize cBets.

- Aufgefallen ist mir noch das er, sofern er geopenraised hat, auf ne 3Bet durchaus auch mal called.
- Er mit einem "komischen" Stack spielt (also kein autorefill verwendet, SSS wage ich zu bezweifeln da er bis dahin keinen All In Move gemacht hat).

Dann ergab sich für mich folgende Hand mit ihm:



Zu meiner Spielweise ist zu sagen, das ich gerade Anfange meinen Mut mal zusammen zu kratzen, um von einer zu tighten Spielweise wegzukommen und meine Handrange versuche etwas zu erweitern.

So, nun aber mal zur Hand:

Als erstes war ich recht verduzt als er hier Preflop "nur" gelimpt hat, übrigens zum ersten mal wo ich das von ihm gesehen habe, AA, KK, (QQ, nicht sehr wahrscheinlich, da ich ja eine halte, aber eben auch nicht unmöglich), AK hätte er mit sicherheit geraist, AQ, KQ??? Tendenziell würde das wohl auch eher in seiner Openraiserange liegen.
Ich machte mir also Gedanken darüber, das er vielleicht doch nicht soooo tight spielt, wie er mir bis dahin aufgefallen war. Setminen JJ, mit Magenschmerzen, denn auch hier hielt ich ja einen, TT??? Wie weit runter würde da seine Range gehen??? Trapen??? Ich behielt es mal im Hinterkopf und entschied mich hier aus dem BB auf 3BB zu raisen, er callt, was mich vermuten lässt, das ich mit seiner Hand durchaus noch mithalten konnte.

Dann der Flop: Gut für meine Hand, aber meines Erachtens schlecht zum cbeten, denn außer einem FD lag da nichts gescheites für ihn, Queens konnte ich ja jetzt ausschließen, also checkte ich um auf eine Reaktion von ihm zu warten, er checkte behind, was mich von dem unwahrscheinlichen Fall eines besseren Kickers bei ihm erst recht abrücken ließ, denn AQ, KQ hätte er spätestens jetzt mit sicherheit geraist, worauf ich übrigens dann gefoldet hätte, oder hätte ich hier genau aus diesem Grund weiter cbeten sollen, um genau das herauszufinden?

Der Turn bringt mit der 3 eigentlich nix neues, außer das er im Falle des Setminens mit PP 3ern hier einen FH bekommen hätte. Um das herauszufinden entschied ich mich hier für eine Bet, worauf er dann foldete.

Meine Fragen hierzu wären:

1. Wäre hier mehr herauszuolen gewesen? (meine Hauptfrage)
2. Wie sind meine Gedanken zu der Hand? (zuviel, zu wenig, zu kompliziet, was vergessen ect.)
3. Ist Euch noch etwas anderes aufgefallen was ich hätte besser/anders machen können? (gerne auch generelles was Euch aufgefallen ist an meiner Spielweise)

Ich freue mich auf Eure Einschätzung und anregungen/konstrutive Kritik.

LG Invar

Geändert von Invar (31-05-2013 um 21:10 Uhr).
 
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01-06-2013, 14:52
(#2)
Benutzerbild von KokoNuts3
Since: Aug 2011
Posts: 41
Zu frage 1 ich mache pre so 10 cent

flop cbete ich einfach so 10 cent wen er callt hat er halt oft fd oder kleines pocket und du kannst noch bisschen value kriegen

man kann auch checken und ihn bluffen lassen aber ich denke cbet geht in ordnung

ich denke mal er hatte hier so suited connectors die den flop komplett verpasst haben
 
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01-06-2013, 16:51
(#3)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
In ner tighten limping Range sind in erster Linie kleine Pockets, dazu noch suited Broadways/Ax und auch mal sowas wie ATo/AJo.
Davon kriegste auf so nem Board eigentlich keinen Value, schon garnicht mit nem Check am Flop.
Mach ne kleine halfpot-Bet und mit Glück called er mal noch Pocket 8er.

Die Frage is doch, womit du den Flop checkst und den Turn mit ner Blank bettest. Das is eigentlich immer mindestens nen PP. Flushdraw würdest wohl cbetten, genauso AK/AJ. Und wenn du AK/AJ nicht cbettest, spielste auch den Turn nicht an.
 
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03-06-2013, 05:26
(#4)
Benutzerbild von Invar
Since: Apr 2009
Posts: 8
Hallo,

@Alanthera:

Zitat:
Alanthera
Die Frage is doch, womit du den Flop checkst und den Turn mit ner Blank bettest. Das is eigentlich immer mindestens nen PP. Flushdraw würdest wohl cbetten, genauso AK/AJ. Und wenn du AK/AJ nicht cbettest, spielste auch den Turn nicht an.
Damit haste wohl recht. Ich habe mir aber auf dem Flop gedacht mit ner cBet würde ich ihn auf nem gepairten Board erst recht verschrecken und habe mich deshalb für den Check entschieden, in der Hoffnung das auf dem Turn etwas kommt mit dem er mehr anfangen könnte, nen Straightdraw etwa oder vielleicht würde er ja sogar etwas treffen. Selbst bei nem A oder K hätte ich keine all zu großen Sorgen gehabt, da er sowas wie AK preflop sicher geraist hätte, konnte ja nicht ahnen das aufm Turn son Schmarren kommt. Meine Bet am Turn war ja noch mit dem Hintergedanken, das wenn er nicht PP 3er hält, das er es mit der kleinen Betsize vielleicht für nen Steal hält und Callt. Aber ich komme eigentlich immer mehr auf den Gedanken das ich auf den River hätte warten sollen, in der Hoffnung das da was besseres gekommen wäre, sowas wie A-K-J-T, nur dann hätte ich darauf hoffen müßen das er wirklich was trifft, denn wer callt denn auf dem River noch, wenn er da immer noch nur nen Draw hält.

Jetzt wo ich mir das nochmal ansehe...wie müßte es denn gehandhabt werden wenn ich vrogehabt hätte es wie ein Bluff aussehen zu lassen? Oder wäre das auf so nem Board nicht möglich gewesen?

LG Invar

Geändert von Invar (03-06-2013 um 05:30 Uhr).
 
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03-06-2013, 11:56
(#5)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Preflop kann man mit der Hand eigentlich alles machen. Man kann checken um einen günstigen Flop zu sehen oder man raised um mit Initiative einen größeren Pot zu spielen. Wenn man denkt er called eh, würde ich es nicht größer als 8 Cent machen um das SPR nicht zu klein werden zu lassen gegen seinen 68BB Stack.

Den Flop würde ich dann setzen, du willst ja einen Pot bauen und wenn da zwei Damen liegen, wird er dir die dritte oft nicht glauben und vielleicht sogar mit A-high callen. Wenn der Flop check/check ging, würde ich den Turn immer setzen. Du hast ja kein Interesse daran Trips runterzuchecken und darauf läuft die Hand vermutlich hinaus wenn du wieder checkst.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


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03-06-2013, 23:42
(#6)
Benutzerbild von Alanthera
Since: May 2010
Posts: 4.298
Zitat:
Zitat von Invar Beitrag anzeigen
Jetzt wo ich mir das nochmal ansehe...wie müßte es denn gehandhabt werden wenn ich vrogehabt hätte es wie ein Bluff aussehen zu lassen? Oder wäre das auf so nem Board nicht möglich gewesen?

1. Villain gibt dir preflop ne solide Hand.
Nun, das Raise preflop sorgt für nen generellen credit deiner Hand gegenüber. Villain geht wohl erstmal nicht davon aus, dass du das mit komplettem Müll machst.

2. Villain braucht ne Hand.
Du cbettest den Flop nicht und wie erwähnt hast du hier mindestens marginalen SD-Value wie Ax+. Nen Flushdraw beispielsweise würdest du hier immer cbetten. Ein Slowplay ist hier wahrscheinlicher und am Turn auf ne absolute Blank ne Bet zu bringen unterstreicht das.
Gegen sowas bluffcatched man nicht mit JTs, 22 und ähnlichem.

3. Betsizing-Tell.
Dein Betsizing am Turn ist auch nicht gerade aus der Kategorie 'bitte, bitte folde!'. Eher 'ich will günstig zum SD' oder 'bitte pack nen Bluff aus'.

4. Generelles Image.
Es hilft (in solchen spots) ein überaggressives, bluffy image im Vorfeld aufzubauen. Wer die ganze Zeit tight und vorsichtig spielt, der is ganz einfach viel zu glaubwürdig. Warum sollte man so einem Spieler nen Bluff zutrauen, noch dazu wenn alle anderen Faktoren dagegensprechen?