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Stats FLSH .25/.5 - 08-01-2014, 17:30
(#1)
Benutzerbild von Hansey_GER
Since: Oct 2008
Posts: 540
Hallo alle zusammen, bzw. lebt hier überhaupt noch jemand?

Ist intelli oder FL tot?..

Ich hätte gerne eure Meinung zu meinen Stats. Sie beziehen sich auf SH .25/.5 und eine sample von knapp über 14k Händen. Ich habe früher einmal gespielt und wunder mich ein wenig über meine Stats. Ist der VPIP und der PFR nicht zu weit auseinander? Des Weiteren hatte ich früher immer Probleme einen ausreichen hohen WTSD-Wert zu erspielen. Zurzeit habe ich oft das Gefühl downzucallen obwohl ich weiß, dass ich beat bin..

Außerdem lasse ich glaube ich viel am River liegen und fühle mich da oft nicht so wirklich sicher. Welche Werte sind da relevant? Dann würde ich sie mal posten.

LG Hansey
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09-01-2014, 03:21
(#2)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 211
Du bist etwas loose im BB und das erklärt die verhältnismässig grosse Differenz zwischen VPIP und PFR. Fold BB to Steal 30 ist in Ordnung, wenn man es überwiegend mit loosen Steals zu tun hat (gegen LAGs). Das wird auf deinem Limit nicht der Fall sein, sondern vielleicht ab 2/4. Wenn du mit der loosen Blindverteidigung zurecht kommst (Gewinnrate im BB besser als -19 BB/100), dann bitte sehr, warum nicht. Ansonsten könntest du da einen Tick tighter werden. Looser werden könntest du vielleicht mit 3-bets im SB gegen Steal. Du hast Fold SB to Steal 86, was ich viel finde. Auf 0,25/0,50 hat man einen kleineren SB als sonst, also kann man etwas tighter verteidigen als in den Limits, wo der SB = 1/2 BB ist. Ich würde einen guten Wert dennoch bei ca. 80-82 ansetzen.

Insgesamt spielst du den klassischen TAG-Stil, den man vor 3-4 Jahren gespielt hat. Heute wird gerne etwas aggressiver gespielt, in Richtung 30/24 bis 35/28 (PFR/VPIP). Das macht sich insbesondere bei deinen Steals bemerkbar. Attempt to Steal 39,6 ist ziemlich tight. Das geht bei guten Spielern heute eher Richtung 45-50.

WtS, W$SD, AF, AFq sehen ganz gut aus. Es geht vielleicht noch einen Tick aggressiver, vielleicht am River?

Mit dem River kann ich dir nicht viel weiterhelfen. Ich kenne mich bei den spezielleren Statistiken nicht gut aus. River AFq > 40 wäre gut.
 
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09-01-2014, 10:59
(#3)
Benutzerbild von pantheonZeus
Since: May 2011
Posts: 139
Sind die Stats auf 5-6 handed gefiltert?
Macht einen großen Unterschied.
 
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09-01-2014, 19:01
(#4)
Benutzerbild von Hansey_GER
Since: Oct 2008
Posts: 540
Hallo ihr beiden!

Vielen Dank für eure Antworten ! Da spiele ich wohl ziemlich altmodisch
werde mal schauen wie ich aufloosen kann. Irgendwelche Tipps?

Die Daten waren nicht auf 5- und 6-handed gefiltert.

Im BB habe ich gefiltert -0.17BB/100. Werde trotzdem schauen, dass ich dort ein wenig tighter werde.

Ansonsten habe ich zurzeit das Gefühl, dass ich gerade von den regs ziemlich exploited werde. Ein slimfast treibt mich ganz schön in den Wahnsinn. Er raist jede Hand von mir postflop und wenn ich mal runtercalle, dann zeigt er mir trotzdem irgendein Bottompair.

Anbei die gefilterten stats 5/6-handed.

Liebe Grüße

Hansey_ger
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10-01-2014, 17:43
(#5)
Benutzerbild von Rechnerstrom
Since: Jan 2008
Posts: 211
Die Idee ist, in früheren Positionen weitgehend tight zu bleiben und in späteren Positionen looser werden. Nicht unbedingt viel. Z. B. im CO statt 44+,A2s+,K8s+,Q8s+,J8s+,T9s,98s,A7o+,KTo+,QTo+,JTo noch K6s-K7s, Q7s, J7s, T8s, 98s, 87s, 76s, A6o-A5o, K9o-J9o dazu macht 7% mehr im CO.

Oder 3-bet im BU gegen CO statt 44+, A5s+, KTs+, QJs, A8o+, KJo+ noch 33, K9s, QTs, JTs, T9s, 98s dazu (+2%). Es kommen eher implied Odds Hände (können gut Monster treffen) dazu als potentiell dominierte Hände. Monster gewinnen grössere Pots und Draws sind postflop gut spielbar, was die etwas schlechtere Equity ausgleichen kann.

Gegen einen Spieler, der viele Flops attackiert, muss man sich anpassen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Die wichtigste ist, herauszufinden, welche Flops er attackiert. Unterschiedslos alle oder gibt es Präferenzen? Z. B. Flops, die deine Range schlecht treffen. Ausserdem ist wichtig, ob der Gegner im BB 3-bet spielt oder nicht. Wenn er den BB grundsätzlich passiv verteidigt, dann wird er deutlich öfter am Flop checkraisen und da auch ziemlich gute Hände haben.

Als Gegenspiel kommt in Frage, GTO-Calldown (immer nur einen kleinen Teil der Bluffcatcher folden entsprechend den Odds), Raise für free Showdown + Semibluff mit schwachen Draws am Turn, Verzögerung des Valueplays auf den River, Bluffraise River auf Angstkarten (insbesondere neue high Cards), check behind am Flop mit marginalen Händen (wenn die Range des Gegners den Flop besser trifft als deine).

Generell solltest du versuchen, dein Spiel zu balancieren. Wenn du z. B. am Turn callst und dabei dann so gut wie immer eine Hand mit schwachem Showdownvalue hast (A high), dann bekommt der Gegner gute Reads auf deine Range und kann dich sehr gut am River valuebetten (bottom Pair). Also kann man sich überlegen, mehr für free Showdown zu raisen (dann callst du am Turn nicht mehr viel, sondern schlägst mehr zurück) oder auch Draws am Turn zu callen (du triffst mehr Karten am River, was dünne Valuebets für ihn riskanter macht) oder eine Valuehand auf den River zu verzögern(was seine Valuerange auf dem drastisch verschlechtert). Wenn du Valuehände und Draws am Turn callst, dann hast du am River auch potentiell mehr Möglichkeiten für einen Bluffraise, weil du dann auch mehr gute Valuehände hast.

Man kann das von der Boardstruktur abhängig machen. Boards, die deine Range am Turn gut getroffen haben (high Cards im Board), solltest du eher schon am Turn attackieren und Boards, die du nicht gut triffst (low Boards, paired Boards), eher am River.

Das gilt natürlich nur gegen vernünftige Gegner. Maniacs kann man schlecht bluffen.

Geändert von Rechnerstrom (10-01-2014 um 17:59 Uhr).
 
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12-01-2014, 23:31
(#6)
Benutzerbild von kostja007
Since: Mar 2008
Posts: 570
Ein kleiner Tip zu Slimfast.

Er war früher SNE auf 1/2. War trotz Masstabling in dem Limit Winningplayer. Ein ziemlich guter Reg ist das. Also fernhalten wenns geht.
 
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13-01-2014, 11:36
(#7)
Benutzerbild von Hansey_GER
Since: Oct 2008
Posts: 540
Hallo Rechnerstrom, vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort !!

Zitat:
Zitat von Rechnerstrom Beitrag anzeigen
Die Idee ist, in früheren Positionen weitgehend tight zu bleiben und in späteren Positionen looser werden. Nicht unbedingt viel. Z. B. im CO statt 44+,A2s+,K8s+,Q8s+,J8s+,T9s,98s,A7o+,KTo+,QTo+,JTo noch K6s-K7s, Q7s, J7s, T8s, 98s, 87s, 76s, A6o-A5o, K9o-J9o dazu macht 7% mehr im CO.
Ich habe und werde versuchen mein Spiel beim openraisen ein wenig dynamischer zu gestalten, also einfach mehr auf die Stats der Gegner einzugehen. Z.B., dass ich mehr raise, wenn ein tighter Spieler im BB sitzt und weniger raise, wenn noch sehr loose passive Spieler oder auch Regs mit hohem 3bet Wert im SB oder BB sitzen. Ich denke aber, dass ich dort auch ein wenig aufpassen muss, dass ich in diesen Situationen nicht zu sehr abtighte.

Zitat:
Zitat von Rechnerstrom Beitrag anzeigen
Oder 3-bet im BU gegen CO statt 44+, A5s+, KTs+, QJs, A8o+, KJo+ noch 33, K9s, QTs, JTs, T9s, 98s dazu (+2%). Es kommen eher implied Odds Hände (können gut Monster treffen) dazu als potentiell dominierte Hände. Monster gewinnen grössere Pots und Draws sind postflop gut spielbar, was die etwas schlechtere Equity ausgleichen kann.
An meinen 3bet Ranges muss ich denke ich auch noch arbeiten. BU gg CO folde ich 44 oder auch A5s eigentlich meist. Das mag auch oft daran liegen, dass oft noch loose passive Spieler folgen und ich mich mit z.B. A5s nicht mehr wirklich wohlfühle.


Ansonsten bin ich gestern mal hoch auf .5/1. Es ging erstmal solide 60BB down. Eigentlich liefs garnicht so schlecht aber kannst halt nix machen wenn du bei einem WTSD von 41 mit W@SD von 47 läufst. Das Limit ist schon deutlich agressiver. Vorallem preflop geht es deutlich mehr zur Sache. Dort muss ich mal schauen wie ich mich anpasse. Habe vorallem auch kaum reads auf die Gegner, wie es auf .25/.5 noch der Fall war.

Liebe Grüße

Hansey