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Preflop 3bets callen mit kleinen Pockets?!

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Preflop 3bets callen mit kleinen Pockets?! - 04-05-2014, 16:41
(#1)
Benutzerbild von Comeback3392
Since: Mar 2010
Posts: 139
BronzeStar
Hey,

mein größtes Problem ist immer noch die Frage, wann ich preflop mit meinen Händen eine 3bet callen kann.

Wie macht ihr das? Bitte keine "kommt drauf an" Antworten, sondern ich wünsche mir Antworten, die mathematisch begründet werden können.

Wir gehen von einem 3x opener aus und einer 3bet size von 9-10 bb's:

Wir raisen 22-99 und werden ge3bettet, sodass wir den flop oop spielen müssten, wie gehen wir hier vor? Mit 88-99 noch callen? alles andere weg?

Das selbe spiel, aber diesmal wären wir auf dem flop IP. Können wir nun mehr callen? Lässt sich das ganze mathematisch begründen?

Müssen wir kleine pockets oft entsorgen? Selbst gegen aggressive 3better von 3bet werten von ~ 10 können wir die pockets doch auch nicht callen oder?

Lasst einfach mal bitte Eure meinung da, würd mich interessieren

lg
 
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04-05-2014, 17:47
(#2)
Benutzerbild von SuCkOuT8000
Since: Jul 2008
Posts: 214
Eine sehr gute Frage !

Ich habe dir mal etwas rausgesucht:

Du triffst dein Set, wenn (mindestens) eines deiner zwei Outs eine der drei Flopkarten ist. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich nun als Gegenereignis zu
"Ich treffe meine 2 Outs nicht bei Karte 1, 2 und 3".
Also:
P(Set) = 1- (48/50)*(47/49)*(46/48) = 1 - 0.96*0.959*0.958 ~ 0.12
Das sind ungefähr benötigte Odds von 1:7 (-> EQ ist 1/(7+1) ~ 0.125 )
Also benötigst du Odds von 1 zu 7 statt den von dir vermuteten Odds von 1 zu 6 für einen Breakevencall.
Bezüglich implied Odds hilft sicher ein Beispiel.

Nach deinem Limp wird geraised und du musst t100 für einen Pot von t300 zahlen. Um implied Odds von 6:1 zu erhalten, müsstest du nach dem Treffen deines Sets durchschnittlich noch t300 gewinnen um den Call breakeven zu machen. Hier spielt nun natürlich die vermutete Handstärke von Villain eine große Rolle. Je tighter seine Range ist, desto höher werden deine implied Odds sein, falls du dein Set triffst.


Vllt kann das ja jemand bestätigen ?!
 
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05-05-2014, 14:44
(#3)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Die Antwort ist halt "kommt drauf an", ob es dir gefällt oder nicht..

Ganz spontan 5 Faktoren von denen das abhängt:

1. effektive Stacksize
2. gegnerische Range
3. Position
4. Spielstärke des Gegners
5. implied odds

Alleine mal ein Beispiel für Nummer 5:
Du hast 33, effektive Stacks 100BB, ein Spieler 3betted dich und du weisst er hat zu 50% AA/KK/QQ und zu 50% AK. Spielertyp 1 stacked mit AA/KK/QQ immer weg postflop und mit AK wenn er trifft. Spielertyp 2 kontrolliert eher den Pot und foldet auch Overpairs gegen großen Widerstand. Gegen welchen der Gegner würdest du preflop callen oder gegen keinen oder beide?


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


One time!
 
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05-05-2014, 18:00
(#4)
Benutzerbild von Comeback3392
Since: Mar 2010
Posts: 139
BronzeStar
Ja rein logisch gesehen, wenn ich davon ausgehe, dass typ 1 immer wegstacked, muss ich die kleinen pockets doch callen?!

bei typ 2 siehts dann anders aus, wenn ich weiß, dass nicht viel geld zu mir wandert, wenn ich sette. Daher müssen wir bei aggressiveren spielern, die ihre overpairs und AK bei hit durchziehen kleine pockets gegen 3bets callen?

Oder verstehe ich hier was falsch?
 
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05-05-2014, 19:06
(#5)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Der aggressive Gegner 3betted dich aber vielleicht nicht nur mit QQ+/AK sondern auch mit JJ/TT/AQ/AJs/KQs auf der einen und A7o-A2o, T9o usw. auf der anderen Seite und du musst dein 33 in 90% der Fälle gegen seine CBet folden und ob er A5o auf T93 wegstacked dürfte auch bezweifelt werden.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


One time!