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Buch - Das Geheimnis der Spitzenspieler von Ed Miller - Meinungen Read more: Buch -

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Buch - Das Geheimnis der Spitzenspieler von Ed Miller - Meinungen Read more: Buch - - 01-09-2014, 14:15
(#1)
Benutzerbild von PokRal
Since: Nov 2012
Posts: 248
Mein aktuelles Pokerbuch ist "Das Geheimnis der Spitzenspieler" von Ed Miller.
Darin wird ein völlig anderer Ansatz angeraten als in allen Trainings hier, daher würden mich andere Meinungen interessieren von jemanden der das Buch auch gelesen hat, vor allem Trainermeinungen.
 
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01-09-2014, 15:05
(#2)
Benutzerbild von Capt. Flame
Since: Jun 2011
Posts: 254
Kannst du den Ansatz kurz zusammenfassen...spar ich mir das Buch :-)
 
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01-09-2014, 17:01
(#3)
Benutzerbild von Kittei
Since: Aug 2013
Posts: 704
Ich hab das Buch auch:

Seite 33: Poker ist kein Kartenspiel. Es geht nicht darum, wann man seine Karten behält und wann man foldet. Es geht nicht darum, Hände zu treffen und seinen Gegnern den Stack abzunehmen. Es geht nicht darum, tight zu spielen. Es geht nicht darum, geduldig zu sein. Es geht nicht darum, andere herumzuschubsen. Es geht nicht darum, der aggressivste Spieler am Tisch zu sein. Es geht nicht um eine dieser falschen Ideen, die der Grundstock der Strategie von 99 Prozent aller Spieler sind.

Wie alle anderen Glücksspiele ist Poker ein Spiel der Quoten.
Die Mathematik des Spiels diktiert, dass Sie in allen Situationen mit einer bestimmten Quote checken, folden, callen, setzen und raisen sollten.........Sind Ihre Quoten näher an der korrekten Lösung als die Ihrer Gegner, gewinnen Sie deren Geld.


Seite 34
Zwei Regeln

1. Setzt oder raist Ihr Gegner, sollten Sie in der Regel callen
2. Setzen Sie einmal und Ihr Gegner callt, sollten Sie nach der nächsten Karte in der Regel erneut setzen.


Diese Regeln laufen der konservativen Strategie der meisten Spieler zuwider, doch lässt sich recht leicht zeigen, warum sie stimmen müssen.

Beginnen wir mit der ersten Regel und stellen diese in den Kontext.
Nehmen wir an, Sie sind auf dem River und Ihr Gegner setzt $ 100 in den Pot mit $ 100. Wie oft sollten Sie callen?

Sie bekommen Pot Odds von 2 zu 1, daher sollten Sie mit allen Händen callen, die eine Gewinnwahrscheinlichkeit von mindestens 33 Prozent haben. Wichtiger noch, ihr Gegner gibt sich selbst Pot Odds von 1 zu 1 (indem er $ 100 riskiert, um $ 100 zu gewinnen), daher kann er mit beliebigen Karten profitabel setzen, wenn Sie öfter als in 50 Prozent der Fälle folden.

Ermöglichen Sie Ihrem Gegner regelmäßig, mit beliebigen Karten profitabel zu setzen, weil Sie (nach einer Bet in Potgröße) in mehr als der Hälfte der Fälle folden, händigen Sie ihm schlicht Ihr Geld aus.

Berücksichtigen Sie nun, dass die meisten River-Bets eher im Bereich von halber als ganzer Potgröße liegen. Nehmen wir an, Ihr Gegner hat $ 100 in einen Pot von $ 200 gesetzt. Nun bekommen Sie Pot Odds von 3 zu 1 und müssen deshalb nur in 25 Prozent der Fälle gewinnen. Und Ihr Gegner gibt sich Pot Odds von 2 zu 1, daher kann er profitabel mit beliebigen Karten setzen, wenn Sie öfter als in 33 Prozent der Fälle folden.

Seite 35
Umgekehrt ausgedrückt, müssen Sie öfter als in zwei Drittel der Fälle callen, um zu verhindern, dass Ihr Gegner mit beliebigen Karten in halber Potgröße setzen kann.

Das sind viele Calls! Das sind deutlich mehr calls, als der typische NLHE-Spieler bei Blinds von $2/$5 macht. (Ja, Sie können tatsächlich in vielen Partien mit beliebigen Karten profitabel eine Bet in halber Potgröße auf dem River bringen. Probieren Sie es aus.)

.......


Seite 40
2. Die Varinaz ist extrem

Immer, wenn ich meinen Schülern die in diesem Buch empfohlene, auf Quoten basierende Spielweise erkäre, lautet eine der ersten Reaktionen: "Ich kann so nicht spielen. Meine Varianz wird riesig sein."


Seite 41
Ja und Nein. Gegen Spieler, die diese Regeln ebenfalls beherzigen, ist die Varianz in der Tat riesig. Setzen und callen alle Spieler permanent, gibt es sehr viele große Pots mit geringen Vorteilen. Das führt zu enormer Varianz. Bei Blinds von $5/$10 oder höher können Sie im Internet nur mit einer sehr großen Bankroll spielen.

Die Regeln zu ignorieren und zu oft zu folden, löst aber nicht das Problem. Das führt nur sicher dazu, dass Sie gegen die Spitzenspieler verlieren. Werden Sie in fast jeder Hand ausgespielt, ist keine Bankroll groß genug.

Beherzigen Sie die Regeln aber gegen schwächere Kontrahenten, wird Ihre Varianz nicht außer Rand und Band geraten. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens wird Ihre Gewinnrate deutlich steigen.
Eine starke Gewinnrate trägt viel dazu bei, mögliche Pechsträhnen abzumildern.
Zweitens werden Sie feststellen, dass Ihre Gegner viel zu oft folden. Dadurch bleibt die Varianz gering.

Varianz entsteht, wenn Sie viele große Pots spielen, in denen Ihre Gegner callen. Geben diese aber zu viele Pots auf, bleibt die Varianz eher im gewohnten Rahmen.



Später schreibt er dann, dass diese Spieweise nicht in multiway pots gilt, sondern eher HU oder zu dritt.




Ich finde diesen Spielansatz gut, wenn man ihn HU anwendet.
 
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01-09-2014, 17:30
(#4)
Benutzerbild von gourmet-1955
Since: Dec 2007
Posts: 10.845
(Moderator)
Ich habe das Thema mal in den entspr. Thread verschoben

gruß Klaus


Team IntelliPoker - Klaus - Moderator


*gesendet von meinem Feldtelefon mit PappaTalk*

** Ich spiele lieber offsuitet ..da hab ich doppelte Flushchancen **
 
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01-09-2014, 19:36
(#5)
Benutzerbild von Poifel
Since: Jul 2011
Posts: 3.900
lol, pokern ist kein Kartenspiel. Soll man jetzt Würfel dazu nehmen?



ISOP 2012 Event # 31 Gewinner *No-Limit Hold'em*
Club FA Kings & Queen Team "MEMORIES"
" Wenn du ein stressiges Problem hast, behandle es wie es ein Hund tun würde. Kannst du es nicht essen oder damit spielen, pinkle drauf und geh weiter"
 
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01-09-2014, 19:56
(#6)
Benutzerbild von Kittei
Since: Aug 2013
Posts: 704
Hast du dir alles durchgelesen?

Wäre schön, wenn jemand eine Meinung zu dem Inhalt hätte.
 
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01-09-2014, 20:56
(#7)
Benutzerbild von Poifel
Since: Jul 2011
Posts: 3.900
Zitat:
Zitat von Kittei Beitrag anzeigen
Ich hab das Buch auch:

Seite 33: Poker ist kein Kartenspiel. Es geht nicht darum, wann man seine Karten behält und wann man foldet. Es geht nicht darum, Hände zu treffen und seinen Gegnern den Stack abzunehmen. Es geht nicht darum, tight zu spielen. Es geht nicht darum, geduldig zu sein. Es geht nicht darum, andere herumzuschubsen. Es geht nicht darum, der aggressivste Spieler am Tisch zu sein. Es geht nicht um eine dieser falschen Ideen, die der Grundstock der Strategie von 99 Prozent aller Spieler sind.

Wie alle anderen Glücksspiele ist Poker ein Spiel der Quoten.
Die Mathematik des Spiels diktiert, dass Sie in allen Situationen mit einer bestimmten Quote checken, folden, callen, setzen und raisen sollten.........Sind Ihre Quoten näher an der korrekten Lösung als die Ihrer Gegner, gewinnen Sie deren Geld.


Seite 34
Zwei Regeln

1. Setzt oder raist Ihr Gegner, sollten Sie in der Regel callen
2. Setzen Sie einmal und Ihr Gegner callt, sollten Sie nach der nächsten Karte in der Regel erneut setzen.


Diese Regeln laufen der konservativen Strategie der meisten Spieler zuwider, doch lässt sich recht leicht zeigen, warum sie stimmen müssen.

Beginnen wir mit der ersten Regel und stellen diese in den Kontext.
Nehmen wir an, Sie sind auf dem River und Ihr Gegner setzt $ 100 in den Pot mit $ 100. Wie oft sollten Sie callen?

Sie bekommen Pot Odds von 2 zu 1, daher sollten Sie mit allen Händen callen, die eine Gewinnwahrscheinlichkeit von mindestens 33 Prozent haben. Wichtiger noch, ihr Gegner gibt sich selbst Pot Odds von 1 zu 1 (indem er $ 100 riskiert, um $ 100 zu gewinnen), daher kann er mit beliebigen Karten profitabel setzen, wenn Sie öfter als in 50 Prozent der Fälle folden.

Ermöglichen Sie Ihrem Gegner regelmäßig, mit beliebigen Karten profitabel zu setzen, weil Sie (nach einer Bet in Potgröße) in mehr als der Hälfte der Fälle folden, händigen Sie ihm schlicht Ihr Geld aus.

Berücksichtigen Sie nun, dass die meisten River-Bets eher im Bereich von halber als ganzer Potgröße liegen. Nehmen wir an, Ihr Gegner hat $ 100 in einen Pot von $ 200 gesetzt. Nun bekommen Sie Pot Odds von 3 zu 1 und müssen deshalb nur in 25 Prozent der Fälle gewinnen. Und Ihr Gegner gibt sich Pot Odds von 2 zu 1, daher kann er profitabel mit beliebigen Karten setzen, wenn Sie öfter als in 33 Prozent der Fälle folden.

Seite 35
Umgekehrt ausgedrückt, müssen Sie öfter als in zwei Drittel der Fälle callen, um zu verhindern, dass Ihr Gegner mit beliebigen Karten in halber Potgröße setzen kann.

Das sind viele Calls! Das sind deutlich mehr calls, als der typische NLHE-Spieler bei Blinds von $2/$5 macht. (Ja, Sie können tatsächlich in vielen Partien mit beliebigen Karten profitabel eine Bet in halber Potgröße auf dem River bringen. Probieren Sie es aus.)

.......


Seite 40
2. Die Varinaz ist extrem

Immer, wenn ich meinen Schülern die in diesem Buch empfohlene, auf Quoten basierende Spielweise erkäre, lautet eine der ersten Reaktionen: "Ich kann so nicht spielen. Meine Varianz wird riesig sein."


Seite 41
Ja und Nein. Gegen Spieler, die diese Regeln ebenfalls beherzigen, ist die Varianz in der Tat riesig. Setzen und callen alle Spieler permanent, gibt es sehr viele große Pots mit geringen Vorteilen. Das führt zu enormer Varianz. Bei Blinds von $5/$10 oder höher können Sie im Internet nur mit einer sehr großen Bankroll spielen.

Die Regeln zu ignorieren und zu oft zu folden, löst aber nicht das Problem. Das führt nur sicher dazu, dass Sie gegen die Spitzenspieler verlieren. Werden Sie in fast jeder Hand ausgespielt, ist keine Bankroll groß genug.

Beherzigen Sie die Regeln aber gegen schwächere Kontrahenten, wird Ihre Varianz nicht außer Rand und Band geraten. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens wird Ihre Gewinnrate deutlich steigen.
Eine starke Gewinnrate trägt viel dazu bei, mögliche Pechsträhnen abzumildern.
Zweitens werden Sie feststellen, dass Ihre Gegner viel zu oft folden. Dadurch bleibt die Varianz gering.

Varianz entsteht, wenn Sie viele große Pots spielen, in denen Ihre Gegner callen. Geben diese aber zu viele Pots auf, bleibt die Varianz eher im gewohnten Rahmen.



Später schreibt er dann, dass diese Spieweise nicht in multiway pots gilt, sondern eher HU oder zu dritt.




Ich finde diesen Spielansatz gut, wenn man ihn HU anwendet.

ja ich habs mir durchgelesen



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" Wenn du ein stressiges Problem hast, behandle es wie es ein Hund tun würde. Kannst du es nicht essen oder damit spielen, pinkle drauf und geh weiter"
 
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01-09-2014, 23:13
(#8)
Benutzerbild von CEMU_93
Since: Jan 2012
Posts: 673
Lol hoffentlich steht da noch mehr drin, als das...

Hört sich imo so an als ob der da mit seinen Quoten GTO erklaeren will, aber iwie voll abstrakt vereinfacht..

Wuerde alleine durch den kleinen Ausschnitt eher zu Applications of NLHE raten, falls man sich mit "korrekten Lösungen" auseinandersetzen will...
 
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02-09-2014, 06:01
(#9)
Benutzerbild von PokRal
Since: Nov 2012
Posts: 248
Wie gesagt, ich würde gerne meinungen von spielern hören die das buch wirklich komplett gelesen haben, alle anderen wortmeldungen bringen rein gar nichts.
 
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02-09-2014, 06:50
(#10)
Benutzerbild von RoadKing5007
Since: Jan 2013
Posts: 135
Ich habe das Buch nicht, sondern nur mal die zitierten Stellen gelesen.
Der Denkansatz greift nach meiner Sichtweise zu kurz. Er geht davon aus, dass der Gegner mit any 2 spielt. Das machen jedoch nicht alle. Es gibt welche die spielen die Hände mit denen sie vorne liegen. Durch das Raisen erhöht sich der Pot bei den Games die zum Showdown kommen und da ist derjenige der mit besseren Karten spielt meist vorne, Varianz inklusive.
Man sieht das ja auch häufig in den Turnieren. Die aggressiven Spieler die Any 2 Raisen sammeln schnell einen schönen Stack an. Mit der Zeit setzen sich jedoch die TAG's durch, die bei den richtigen Spots dem LAG die Chips abnehmen.
Der Denk-Ansatz funktioniert nur, wenn es keinen Showdown gibt und es nur darauf ankommt wer zuerst foldet.
Dazu noch eine heisse Aussage die ich letzthin an einem Live-Tisch gehört habe: wer foldet wird nie gewinnen.


***........RiverKings........***