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NL5 J9s im BB gegen Raise aus UTG spielen oder nicht?

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NL5 J9s im BB gegen Raise aus UTG spielen oder nicht? - 12-02-2015, 23:48
(#1)
Benutzerbild von grammoaner
Since: Aug 2008
Posts: 2
Hallo zusammen,

nun ist es so weit, nach jahrelangem halbwegs passablem, hobbymäßigem Turnierpoker habe ich NL Cashgame an Zoom Tischen für mich entdeckt.

Dies ist also mein allererster Beitrag hier im Forum, also habt bitte Nachsicht mit mir.

Vielleicht noch kurz zur Info. Ich spiele jetzt seit Anfang des Jahres Zoom und habe auch brav auf NL2 angefangen, konnte mich recht schnell auf NL5 hocharbeiten.
Dort habe ich dann aber dank diesem fiesen kleinen Mistkerls Namens Tilt erstmal ordentlich eins verbraten bekommen.
Bin jetzt aber wieder auf NL5 angekommen.

Nun aber zu meiner eigentlich Frage, oder besser zu meinen Fragen:

Ich halte also J9s im Big Blind und der erste Spieler raised auf 0,15$. Alle anderen folden.
Ich hab seit ich bei Zoom angefangen habe auch den Pokertracker laufen.
Von dem Spieler hatte ich ca. 200 Hände bei einem VPIP von 16%.
Ich war mir also recht sicher, dass das keine Witzhand ist die er da spielt.

1. Frage: War es richtig überhaupt in den Pot einzusteigen?

Auf dem Flop kommt 9 3 5 bunt gemischt, ich setze 0,20$ der Gegner callt.

2. Frage: War es richtig das high Pair anzuspielen oder hätte ich warten sollen was der andere Spieler macht und wenn ja, hätte ich dann sein bet reraisen sollen?

Der Turn brachte dann die Pik Dame. Nun zeigt das Board also zwei Pik und damit einen Flsuh Draw und einen Straight Draw.
Diesmal checke ich, der Gegner setzt 0,56$.
Damit sind 1,28$ im Pot.
Ich entscheide mich zu callen.

3. Frage: War der call an dieser Stelle richtig oder wäre ein Raise oder ein Fold die bessere Entscheidung gewesen?

Der River bringt die Herz 7.
Flushs sind damit raus.
Eine Straight wäre zwar möglich, aber ich glaube nicht das jemand aus erster Postition 4 6 oder 6 8 spielt.
Ich checke also wieder und diesmal geht der Gegner sofort mit 4,33$ all in.
Im Turnierpoker hätte ich das wahrscheinlich nicht gemacht, aber ich habe mich zu einem call entschieden.

Kurz dazu warum, ich war mir recht sicher, dass der Gegner aus dieser Position entweder AQ+ haben muss um zu eröffnen oder aber eben QQ+.
Zumindest bei einem VPIP von 16%.

4. Frage: Lieg ich damit ungefähr richtig?

Ich hab mir aber gedacht bei AQ oder QQ+ hätte er den Pot nicht so massiv überboten, es sei den er will kein Geld gewinnen und hab daher mit meiner neun gecallt.
Und damit am Ende auch einen netten Pot von 10,50$ gewonnen, weil er wirklich wie vermutet AK hatte.

5. Frage: War der call auf dem River in Ordnung? Rein mathematisch war er es wohl eher nicht. Aber auf welche Hand hättet Ihr den Gegner gesetzt?

Bin echt mal gespannt auf eure Antworten und bedanke mich schon mal im Vorraus!

LG
Heiko

 
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13-02-2015, 11:39
(#2)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Hallo und Willkommen im Intellipoker Forum und bei den Handanalysen!

Ich gehe deine Fragen mal einzeln durch:

zu 1: J9s gegen UTG ist ein looser defend, gegen die meisten Spieler zu loose. Standardmäßig sollte man das folden.

zu 2: Was man am besten am Flop machen sollte, hängt stark von der Einschätzung des Gegners ab. Standardmäßig spielt man so ein Board gegen die meisten Spieler check/call, unter anderem weil die Hand zu schwach zum bet/callen ist gegen eine tighte Range und man den Pot auch nicht unbedingt eskalieren lassen möchte. Gegen Overpairs liegt man ca. 3,5:1 hinten, gegen die meisten Overcards 3:1 bis 3,5:1 vorne und kleinere PPs crushed man. Zwar nicht klassisch way ahead / way behind, aber geht schon in die Richtung. Selbst setzen möchte man am ehesten, wenn man glaubt der Gegner checked seine Overcards oft behind.

zu 3: Raisen möchte man hier sicherlich nicht, damit verwandelt man die eigene Hand mehr oder weniger in einen Bluff weil man außer gegen FDs und JT gegen nichts vorne ist was gegen ein Raise weiterspielen kann. Für einen Call benötigt man ca. 30% Equity und hat evtl. das Problem vor eine schwere Riverentscheidung gestellt zu werden.
Wenn man dem Gegner eine Range für den Openraise, den Call am Flop und mögliche Valuebets/Bluffs am Turn gibt, landet man vielleicht bei QQ+,99,55,33,AQs+,AdJd,AhJh,AsJs,AdTd,AhTh,AsTs,KQ s,KdJd,KhJh,KsJs,QdJd,QhJh,QsJs,JdTd,JhTh,JsTs,AQo +. Dagegen hat man 37% Equity, der Gegner muss also schon einen soliden Teil seiner möglichen Bluffs betten damit man profitabel callen kann.

zu 4/5: Auf den Microstakes ist das tatsächlich im Regelfall entweder ein Bluff oder die Nuts und wenn du ihm eine Range von QQ+,99,55,33,AQs+,AQo+ gibst, gewinnst du nur in 32% der Fälle, brauchst aber eigentlich 41%. Wenn du jetzt aber glaubst er macht das mit AA/KK/AQ nicht (was er aber tun sollte, wenn du mit J9 callst ), muss er mit mindestens 7 der 16 möglichen AK Kombos bluffen damit du einen breakeven Call hast.


Team IntelliPoker - Alexander - Moderator


One time!
 
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13-02-2015, 21:55
(#3)
Benutzerbild von grammoaner
Since: Aug 2008
Posts: 2
Ok, dass geht ja direkt gut los.
Also im Prinzip von vorne bis hinten Käse von mir, weil ich die Hand Preflop eigentlich hätte entsorgen müssen und der Rest auch nicht sonderlich clever war.

Aber für meine erste Hand hier im Forum hatte ich mir ja auch extra eine ausgesucht bei der ich mir ziemlich sicher war, dass das auf Dauer keine gute Idee ist die so zu spielen, bzw sie überhaupt zu spielen.

Also erstmal vielen Dank für die Tipps.
Bedeutet für mich also ich muss daran arbeitet die Equity vernünftig zu berechnen und das vor allem schnell genug.

Bis zur nächsten Hand