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NL2; AA zu passiv gespielt?

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NL2; AA zu passiv gespielt? - 19-02-2015, 23:44
(#1)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
Poker Stars No-Limit Hold'em, $0.02 BB (9 handed) - Poker Stars Converter Tool from http://flopturnriver.com

saw flop | saw showdown

UTG ($1.57)
UTG+1 ($2)
MP1 ($1.41)
MP2 ($3.21)
Hero (MP3) ($2.13)
CO ($2.01)
Button ($2.04)
SB ($2)
BB ($2.05)

Preflop: Hero is MP3 with ,
1 fold, UTG+1 raises $0.10, 2 folds, Hero calls $0.10, 4 folds

Flop: ($0.23) , , (2 players)
UTG+1 bets $0.12, Hero calls $0.12

Turn: ($0.47) (2 players)
UTG+1 checks, Hero bets $0.25, UTG+1 calls $0.25

River: ($0.97) (2 players)
UTG+1 checks, Hero checks

Total pot: $0.97
Main pot: $0.97 between UTG+1 and Hero


------------------------------------------------------------------------
UTG+1 Stats: VPIP: 4, PFR: 4, 3B: 0, AF: 1,0, Hands: 23
Also eher ziemlich tight.


Hero callt mit AA preflop nach kräftigem 5 BB Opening-Raise von UTG+1.
Hero war IP und es war wegen der passiven Spielweise am Tisch relativ unwahrscheinlich, dass dahinter noch jemand callte.
Im Nachhinein betrachtet hätte mE Hero jedoch zumindest eine kleine 3-Bet spielen sollen um mehr Value zu generieren. Da Hero die AX Combos blockte, konnte UTG+1 eigentlich nur ein hohes Pocket-Pair haben (JJ+).

Die Range von UTG+1 war eigentlich am Flop gecappt, während die Hero- Range offener blieb (vielleicht sogar später ein Nachteil?).
Seine Flop C-Bet war zurückhaltend. Die Hero Bet am Turn, nachdem das Board pairte, war auch vorsichtig, um ihn nicht zu vertreiben.
Am River wurde es leider noch mehr drawy - mehr Angst für UTG+1.
Eine Hero Bet am River wäre wohl nach seinem passiven Check trotzdem sinnvoll gewesen, denn Hero hätte dabei eigentlich nur gewinnen können

Eure Meinung?
Wie kann/sollte man da mehr Value generieren?
 
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20-02-2015, 01:23
(#2)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Nach nur 24 Händen kann man leider noch nicht wirklich vermuten, wie tight der Gegner wirklich ist.

Auf dem Board gibt es 2 Möglichkeiten die Hand zu spielen:
1. 3bet preflop, bet Flop, bet Turn, bet River
2. Call preflop, call Flop, call Turn, call/raise River.

Wenn er irgendwo checked, sollte man unbedingt selbst betten und zwar nicht zu klein und auch am River dann groß. Spätestens hier kann er mit Ax eh nicht mehr callen, wird seine PPs aber nicht folden.

Wenn du as played am Turn $0,35 machst, kannst du am River Richtung $1 gehen. Alternativ kann man am Turn sogar $0,45 machen und am River dann für knapp potsize reinstellen. KK-JJ wird er wohl trotzdem nicht folden, weil er glaubt seine Hand versteckt zu haben.


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20-02-2015, 08:52
(#3)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
Danke,

Hätte er "normal" (3 BB statt 5 BB) eröffnet, würde ich diese Hand auch gemäß (1) spielen, also aggressiv.
Wobei es in EP eigentlich nicht so ratsam ist (sehr durchsichtig) nur seine ganz starken Hände mit 5 BB zu eröffnen. Er müsste das dann entweder immer tun, oder mit seinen Ranges (top, middle, bottom) variieren, was aber auf diesem Level eher selten vorkommt.

Der Gegenspieler hatte KK und damit hätte er am River vermutlich doch noch eine Bet gecallt oder vielleicht sogar geraist. Aber wenn Hero das am River nicht versucht (hat plötzlich mit AA auch Angst vor einer Trap ?), dann lässt er diese gute Möglichkeit in diesem Spot aus.

Geändert von JoeCrocodill (20-02-2015 um 09:16 Uhr).
 
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20-02-2015, 10:52
(#4)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Der große Openraise sollte eher ein Grund für eine 3Bet sein, als dagegen. Zum einen weil du bei einem Fold von ihm 2BB mehr einsammelst als sonst, aber vor allem weil du gegen seine starken Hände frühzeitig einen Pot aufbauen willst.

Auf dem Board hier bekommst du den Stack gegen KK/QQ postflop eh rein, wenn er/du groß genug setzt. Aber auf vielen anderen Boards bekommt einer der Spieler Angst und man gewinnt einen viel kleineren Pot als man eigentlich gewinnen könnte.


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20-02-2015, 14:01
(#5)
Benutzerbild von JoeCrocodill
Since: Oct 2014
Posts: 357
Okay, danke.

Aber wenn er nur 3BB open raisen würde, dann würde ich in MP jedenfalls 3-betten, denn ich möchte nicht einen zusätzlichen loosen Call hinter mir riskieren, der dann vielleicht zufällig sehr gut das Board trifft.

Letzten Endes schließe ich daraus, dass doch die 3-Bet preflop gegen EP der bessere Weg ist möglichst viel Value zu bekommen und den Pot möglichst rasch aufzubauen. Und mit AK, KK oder QQ (JJ ?) würde er vermutlich (je nach Spielertyp) fast immer callen.


Noch eine letzte Frage:
Wenn man in EP eine 3-Bet callt, ist es dann richtig, dass ein Pocket Pair QQ besser postflop zu spielen ist als AK?
Von der Equity bei einem All-In wäre QQ doch deutlich vorne.

Einerseits hat man mit QQ bereits eine recht starke Made-Hand, aber andererseits kann man diese auch kaum verbessern und fällt ein K oder ein A (in 1 von 3 Fällen) muss man fast immer aufgeben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit AK gegen AA oder KK spielt ist doch gering und mit AK, könnte man dann auch auf QQ psychologisch Druck ausüben, wenn man aggressiv bettet.

Liege ich also richtig, dass QQ (OOP) gegen AK (IP) besser zu spielen ist als umgekehrt, oder ist es egal, weil man IP immer einen großen Vorteil hat?

Geändert von JoeCrocodill (20-02-2015 um 14:12 Uhr).
 
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20-02-2015, 18:08
(#6)
Benutzerbild von B!gSl!ck3r
Since: Aug 2007
Posts: 13.075
(Moderator)
Ob sich AK oder QQ besser spielen lässt, hängt halt vom Board ab

Man kann natürlich sagen, AK trifft den Flop viel häufiger, aber auf der anderen Seite flopped QQ auch in 60% der Fälle ein Overpair. Wenn man preflop eine 3Bet bekommt und der Gegner postflop bet/bet/shove spielt, macht es auch keinen so riesigen Unterschied ob man mit QQ keine Hand aus der gegnerischen Valuerange schlägt oder man mit AK auf Kxxxx maximal auf den Splitpot called und ansonsten nur einen Bluffcatcher hat.

Fakt ist, dass sich jede Hand IP besser spielen lässt, weil es immer besser ist reagieren zu können.


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